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Yu-Gi-Oh! Legacy of the Duelist im Test – Zeit für ein Duell!

Artikel von | 22.08.2015 um 17:44 Uhr

Seit 1996 gibt es das Kartenspiel Yu-Gi-Oh von Kazuki Takahashi, noch immer spielen es Kinder weltweit gerne und auch Turniere oder Weltmeisterschaften werden weiterhin veranstaltet. Damit nicht genug, auch so einige Videospiele gab es dazu, so wie es auch Yu-Gi-Oh! Legacy of the Duelist ist, das erste Spiel der Reihe auf der PlayStation 4 und wie dieses neue Spiel auf den aktuellen Konsolen ist, das erfahrt ihr in unserem Test.

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Wer spielt denn überhaupt noch Yu-Gi-Oh!?
Die Antwort auf diese Frage eher lauten: Wieso sollte man denn nicht noch Yu-Gi-Oh! spielen? Während man bei echten Karten natürlich mit dem Argument kommen könnte, dass es doch ein recht teures Unterfangen ist, wenn man denn ein wirklich gutes Deck möchte, dem fehlt dieses Argument komplett in einem der Videospiele. Mit Yu-Gi-Oh! Legacy of the Duelist hat Konami vor kurzem den neusten Videospielableger des bekannten Kartenspiels unter anderem für die PlayStation 4 veröffentlicht. Kostenpunkt des ganzen liegt bei 19,99 Euro und wenn man es nicht will, dann muss man auch nicht mehr zahlen als diese einmalige Gebühr – Naja und wenn man überhaupt nix zahlen will, tja dann wäre das auch eine Alternative. Aber auch Erweiterungen gibt es schon jetzt unzählige, falls einem das erste Inhaltpaket des Spiels nicht genügt. Micro-Transactions um Karten für sein Deck zu bekommen, fallen auch weg, was natürlich ein großer Pluspunkt des Videospiels ist – In Kombination mit dem enthaltenen Multiplayer kann man auch seine Freunde stets herausfordern ohne stets neue Boosterpacks in einem Geschäft kaufen zu müssen.

Das besondere an Yu-Gi-Oh! Legacy of the Duelist ist ganz klar, dass man die fünf verschiedenen Story Arcs der Anime Geschichte in einem Videospiel kombiniert hat und somit sowohl die Ursprüngliche Geschichte rund um den jungen Yugi Muto und dessen Freunden erleben kann, aber auch die neuen Geschichten nachspielen kann. Jedoch kommt jeder neue Story Arc auch mit neuen Kartentypen und eben auch neuen Regeln die beachtet werden möchten. Wer also nur das alte Yu-Gi-Oh! kennt, der wird sich wundern wie viele Neuerungen es in all den Jahren doch so gab. Seien es die vielen Fusionsmonster von GX! oder eben die Synchro und Pendelkarten der neueren Zeit. Wenn man davon aber wenig hält, kann man auch einfach mit ganz normalen Karten spielen, doch dann kommen früher oder später die Schwierigkeiten durch die Vorteile der neuen Karten.

Ganz spannend ist die Geschichte jedoch deswegen, weil man eben den Anime komplett mit allen wichtigen Charakteren durchgeht. Hier kommt dann die Besonderheit hinzu, denn bei jedem Kampf könnt ihr aufs Neue wählen, ob ihr denn mit eurem selbst erstellten oder eben mit dem Geschichtsdeck kämpfen wollt. Bei eurem Deck habt ihr natürlich den Vorteil, dass ihr früher oder später alle Karten kennt und somit die Vor- und Nachteile davon kennt, doch vielleicht müsst ihr je nach Gegner immer mal wieder Optimierungen durchführen. Beim Geschichtsdeck habt ihr natürlich die komplette Story-Ladung in jedem Kampf, aber euer Deck könnte sich alle paar Duelle komplett ändern und ihr werdet mit neuen Karten und Effekten überfordert, außer natürlich ihr kennt jede einzelne Yu-Gi-Oh! Karte. Ihr habt also fünf Story Arcs mit vielen Duellen, dazu der Möglichkeit die Duelle umzudrehen und die Kämpfe aus dem Anime aus einer anderen Perspektive zu erleben Dazu gibt es noch viele Geschichtsdialoge und hinzu kommen dann auch noch Belohnungen. Denn nach jedem Duell bekommt ihr nicht nur Kampfpunkte als Währung, sondern auch mindestens eine Karte aus dem Deck eures Gegners, somit bleibt euch manchmal keine andere Lösung eine bestimme Karte zu erhalten, außer den Feind immer und immer wieder zu besiegen.

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Vertraut auf das Herz der Karten!
Doch erst noch einmal zurück zu den Basics des Spiels. Am Anfang des Spiels erhaltet ihr einige Karten und somit euer erstes Deck. Dieses besteht aus mindestens 40 und zugleich maximal 60 Karten, hinzu kommen dann noch Fusionsmonster im Extra Stapel und euch bleibt die Möglichkeit Karten auch auf die Seite zu legen um schnell mal einige Karten zwischen den Duellen auszutauschen. Neben Monstern gibt es Bekannterweise natürlich noch die Zauber- und Fallenkarten. Um ein Monster zu beschwören, welches vier oder weniger Sterne hat, müsst ihr keine Monster opfern. Bei fünf oder sechs Sternen, benötigt ihr ein Opfer, bei sieben oder acht Sternen sogar zwei Tribute, alles was darüber ist benötigt drei Opfer. Das Spiel beginnt stets damit, dass die beiden Duellanten im Schere-Stein-Papier System darum kämpfen, wer das Duell als erstes beginnt. Beendet ist der Kampf erst dann, wenn die Lebenspunkte des Feindes 0 erreicht haben, das wird mit direkten Angriffen eurer Monster oder eben durch Zauber- und Fallenkarten eurerseits erreicht. Aber keine Sorge, sowohl die Basics des Spiels, als auch die neuen Regeln werden am Anfang der Geschichte für euch erklärt und somit sollte zumindest der Einstieg nicht allzu hart sein.

Doch was passiert, wenn man noch tiefer einsteigen möchte? Nun, es gibt unzählige Karten in Yu-Gi-Oh! Legacy of the Duelist und ihr werdet nur durch üben besser. Das Sprichwort „Probieren geht über Studieren“ trifft das Ganze aber auch nicht. Denn wenn ihr ein optimales Deck für eure Spielweise finden wollt, dann führt nun einmal kein Weg daran vorbei, jede einzelne Karte anzuschauen, die Effekte zu studieren und dann durch eine Analyse der Vorteile und Nachteile herauszufinden, ob sie denn zu euren anderen Karten passt. Da vergeht schon einige Zeit, bis ihr dann ein Kartendeck für euch gefunden habt. Doch perfekt wird dieses wohl nie. Ihr bekommt durch Duelle stets neue Karten, die sich natürlich auch wieder für euer Deck bewerben, hinzu kommen eben auch die Booster-Packs, über die wir nun reden. Mit eurem Fortschritt in der Story schaltet ihr immer mal wieder neue Booster-Packs frei. Bis zu fünf Stück gibt es pro Kampagne und die sind durch Bilder von Charakteren symbolisiert. Aus diesem Grund gibt es im jeweiligen Pack dann auch bestimmte Karte von dieser Person, seien es Monster die der Spieler selbst besitzt oder eben ähnliche, die seinem Spielstil oder auch dem Monstertyp entsprechen.

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Wer eine zusätzliche Herausforderung benötigt, der kann sich auch an die Duellanten Herausforderungen wagen. Bei diesen könnt ihr ein weiteres mal gegen die Duellanten aus der Kampagne kämpfen, sofern ihr diese bereits einmal besiegt habt. Sofern ihr die Duelle in der Kampagne umdreht (und als der eigentliche Feind gegen den „Guten“ kämpft), könnt ihr auch gegen den Meister der Karten höchstpersönlich antreten: Yugi Muto. Der Multiplayer des Spiels ist eine coole Möglichkeit seine Yu-Gi-Oh! Fähigkeiten unter Beweis zu stellen. Dies kann man entweder in einem privaten Match gegen einen Freund oder gegen zufallsbasierte Online-Spieler durchführen. Durch die Optionen vor dem Spiel, kann man außerdem entscheiden, ob man ein Einzelduell spielt oder ein Match macht. Auch die Lebenspunkte könnt ihr variieren. Was aber eher negativ ist, ist die Tatsache, dass man bei einem privaten Duell keine Möglichkeit auf eine Revanche hat.
Das lässt sich nur Umständlich über eine erneute Erstellung des Spiels inklusive Einladung und vielen Ladezeiten erreichen. Ebenso ein Kritikpunkt ist die Tatsache, dass es bei den Kartendecks der beiden Duellanten zu großen Unterschieden kommen könnte. Denn würde ich als Host einen Freund einladen, dann müsste ich mich komischerweise bei meinen Karten an die offiziellen und erlaubten Karten richten – der Gegner wiederum nicht. Das ist aktuell ein großer Kritikpunkt, denn damit ist jegliche Fairness aus dem Spiel und entweder die beiden Freunde einigen sich darauf ein Deck zu nutzen, dass keinerlei Verbotenen Karten enthält oder einer der beiden hat einen extremen Vorteil gegenüber dem anderen. Naja und das ist einem Online Spiel, bei dem jede Karte eben über Sieg oder Niederlage entscheiden kann, echt ein großer Negativpunkt. Wir hoffen, das wird noch gepatched.

Ein weiterer großer Kritikpunkt des Spiels ist ganz sicher die Aktivierung von Zauber- und Fallenkarten. Sagen wir mal, wir haben eine Fallenkarte gelegt die ein Effekt hätte, der jederzeit aktiviert werden könnte. Tja, dann fordert uns das Spiel bei jeder, und wir meinen auch wirklich JEDER, Kleinigkeit dazu auf, diese doch endlich zu aktivieren. Das geschieht aber dadurch, dass stets ein Fenster aufploppt, dass uns fragt, ob wir denn die Karte aktivieren möchten und das Spiel geht erst dann weiter, wenn wir die Karte entweder aktivieren oder eben den Dialog weg klicken. Aber da jeder Zug aus fünf Phasen besteht, wird bei jeder Phase erneut nach der Aktivierung gefragt.
Hinzu kommen dann auch noch Events wie: der Gegner zieht eine Karte, der Gegner legt ein Monster, der Gegner möchte Angreifen oder der Gegner legt eine Zauberkarte – Es wird einfach jedes Mal aufs Neue gefragt und nicht selten haben wir einfach die Karte aktiviert, nur, damit wir nicht 10 mal pro Runde das Fenster schließen müssen, auch wenn die Taktik hinter dieser Karte damit verschenkt ist. Natürlich, es super daran erinnert zu werden, aber ein kleiner Timer hätte die Funktion auch erledigen können und wäre halb so nervig und würde mehr taktische Tiefe hervorbringen, denn dann muss man stets selbst Bescheid wissen, welche Karten man hat und muss nicht immer daran erinnert und zur Aktivierung verpflichtet werden. Selbst ein simpler Knopfdruck hätte genügt, “zum aktivieren der Karte R1 drücken” und das Problem wäre erledigt.

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Zeit für ein Duellieren!
Beim optischen muss man sich einfach bewusst machen, dass es eben nur Yu-Gi-Oh! ist und man eben wenig an der Optik machen kann, ohne das eigentliche Kartenspiel aus dem Fokus zu lassen. Das Spielfeld sieht gut aus, man hat eine gute Übersicht über seine Karten und durch Zahlen auch eine Erinnerung wie viele davon auf den jeweiligen Stapeln denn liegen. Rund um das Spielfeld sind manchmal Effekte je nach Kampf zu erkennen, diese sind aber nicht allzu besonders und ein schöner Anblick, anders als die Karten selbst. Denn jede Karte im Spiel wurde sehr aufwendig in das Spiel eingepflegt und entspricht dem Design der originalen Karte, mit Farben, Effekten, Beschreibung und allem drum herum – was nun einmal sehr schön aussieht. Außerhalb der Duelle sind das Hauptmenü und die Optik rund um die Duelle wenig spektakulär durch einige Animationen. Im Gegensatz dazu ist es ein netter Effekt, dass vor jeder Ladezeit eine Karte inklusive der Beschreibung zu sehen ist, auch wenn man die Texte in den recht knackigen Ladezeiten nicht mal annähernd lesen kann, was sowohl Vorteil als auch Nachteil ist. Bei bestimmten Monstern, wie dem Schwarzen Magier oder dem Blauäugigen Weißen Drachen, gibt es sogar bei jedem Kampf eine Animation des Angriffs. Das ist zwar sehr schön gedacht, aber sieht einfach nicht besonders schön aus und da es nur wenige Karten betrifft, ist dieses Feature insgesamt auch nicht gut bedacht gewesen. Nachdem man den Angriff auch mehrmals gesehen hat, wird es auch etwas nervig mit der Zeit, denn er kommt er wieder aufs neue und sieht stets gleich aus.

Hier kommen wir zu einem Kritikpunkt und zugleich auch Unterhaltungsfaktor des Spiels. Es ist zwar schön, jede Story vom Yu-Gi-Oh! Anime im Spiel zu haben und selbst wenn diese Geschichte ohne Aufwendige Animationen daherkommt, sondern nur mit Dialogen erzählt wird, aber diese sollten dann doch zumindest einigermaßen gut übersetzt sein. Wer bei der Geschichte nur von Duell zu Duell springt und alle Dialoge überspringt, der bekommt das nicht mit, aber nahezu jeder zweite Dialog hat mindestens einen Grammatikfehler. Natürlich ist das bei einem solchen Spiel ein blöder Kritikpunkt, aber man könnte doch erwarten, dass die Übersetzer sich zumindest mehr Mühe bei der deutschen Übersetzung geben und die Dialoge (gefühlt) nicht nur einfach Blind in den Übersetzter klatschen. Es ist einfach eine Sache, die im Jahr 2015 nicht unbedingt in einem Videospiel von einem Publisher wie Konami zu erwarten wäre. Dialoge wie „Zeit für ein Duellieren!“ (Statt dem bekannten: Zeit für ein Duell!), “Halte an zu ihn. Es ist nicht meiner zu nehmen, Kumpel.”, “Er wusste nicht genug über das Millenium Puzzle um zu verstehen, welche Gefahren er in Gesicht sehen würde” oder auch: “Ich verstehe es nicht. Erstklassige Duellanten zu zerstören, ist in der Regel so viel Spaß, wie Winter Schluss Verkauf. Warum kann ich es nicht mehr genießen?”. Leider mussten wir sagen, dass wir diese Fehler leider mehr genossen haben, als man es sollte, denn oft kamen echt lustige und abstruse Dialoge vor, bei denen man sein Grinsen einfach nicht verkneifen kann.

Fazit: Das Herz der Karten ist nicht immer auf deiner Seite
Yu-Gi-Oh! Legacy of the Duelist ist für einen Fan der Kartenspiele ein Muss. Dafür sprechen unter anderem der Umfang der Kampagnen, aber auch die Anzahl der Karten im Spiel und auch die Modi und damit die Möglichkeiten sein Duellanten Herz vollkommen auszutoben. Hinzu kommt auch noch, dass man bei Konami komplett auf Mikrotransaktionen verzichtet hat und man damit nur einmal zahlen muss und nicht an das Pay-to-Win System gezwungen ist. Wer aber tiefer ins Spiel eintauchen will, dem stört sicherlich nicht nur das unzählige Erinnern an die Zauberkarten oder Fallenkarten. Auch Grafisch ist das Spiel einfach alles andere als sauber für ein Spiel aus dem Jahre 2015. Hinzu kommen eben noch Kleinigkeiten wie die schlechten Übersetzungen, die einseitige Möglichkeit auf verbotene Karten oder auch die fehlende Rematch Möglichkeit bei Freundschaftsspielen.

Yu-Gi-Oh! Legacy of the Duelist Testbericht

Yu-Gi-Oh! Legacy of the Duelist

  • Release: 04.08.2015
  • Genre: Kartenspiel
  • Entwickler: Other Ocean Interactive
  • Publisher: Konami

Gutes

- Mit über 6000 Karten extrem umfangreich
- Mehrere Kampagnen und Modi
- Keine Mikrotransaktionen oder ähnliches

Schlechtes

- Grafisch leider schon veraltert
- Übersetzungen sind leider net ganz so gut
- Verbotene Karten in Duellen möglich

7.5 / 10 Gut

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