XCOM: Enemy Unknown – Review

Getestet von | 20.10.2012 um 00:00 Uhr

Aliens fallen über unseren schönen blauen Planeten her! Nicht interessant meint ihr? Lasst euch eines Besseren belehren. Das Entwicklerstudio Firaxis und 2K Games haben dem Taktik Shooter XCOM aus dem Jahr 1994 ein Make Over verpasst. Mit einem neuen Gewand und mehr Tiefgang soll XCOM: Enemy Unknown ein tot geglaubtes Genre auf der Konsole wieder aufleben lassen. Wie viel Spaß es wirklich macht unsere Erde vor den Invasoren zu schützen, erfahrt ihr hier.

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Am Tag, als die Panik kam

Als die Invasion der Außerirdischen Lebensformen begann, wurde die streng geheime Organisation XCOM ins Leben gerufen. Das Kürzel XCOM steht für Extraterrestrial Combat Force und ihr seid der Commander dieser Gruppierung. Dabei kämpft nicht nur ein einzelnes Land gegen die Aliens, sondern es kommen Soldaten aus allen Herren Länder zusammen, um Mutter Erde zu verteidigen. Bevor ihr nun als Commander loslegt, müsst ihr erst den Standort eures Stützpunktes festlegen. Eine kleine Auswahl an Ländern steht zur Verfügung und jedes bietet einen Bonus, wenn ihr in diesem Land baut. So bieten sie euch eine Kostensenkung um 50% für jede Beschaffung oder in der Forschung an. Habt ihr euch entschieden, bekommt ihr das erste Mal eure unterirdische Station in der Seitenansicht zu sehen. Sie ist noch etwas spärlich ausgestattet aber das wird sich im weiteren Spielverlauf ändern. Bevor es aber ans Forschen und Entwickeln geht, erfolgt ein Tutorial in Form des ersten Kampfeinsatzes. Als Commander befehligt ihr ein Team aus vier Soldaten, wobei die Gruppe später aus bis zu sechs Soldaten bestehen kann. Das Krisengebiet erreicht euer Team im Skyranger, einem Transportflugzeug. Hier bekommt das Team, vor jedem Einsatz, ein Briefing. Hier erfahrt ihr die Ziele und sonstige nützliche Dinge. Das Ziel ist es, die Aliens in diesem Gebiet zu finden und zu eliminieren. Ihr steuert das Team von einer schräg oben Sicht, wobei die Kamera frei schwenkbar ist. Die Kämpfe laufen Rundenbasiert ab und mit dem linken Analogstick, gebt ihr jedem einzelnen Soldaten den Befehl sich in einem begrenzten Bereich zu bewegen. Jeder Befehl kostet allerdings Aktionspunkte. Dabei kann man ihm befehlen sich Deckung zu suchen oder direkt vorzupreschen. Um gleich eines vorweg zu nehmen, das Vorpreschen führt nie zum Ziel des Auftrags. Schnell rennt der Soldat in einen Hinterhalt und wird von Gegnern überrannt. Aber das Tutorial soll die Grundlagen erklären und ist vom Schwierigkeitsgrad her noch nicht fordernd. Unterschiede in der Deckung sind auch vorhanden. Je nachdem hinter was sich der Recke versteckt, bietet natürlich eine Steinmauer mehr Schutz als eine Parkbank. Am Ende kommt es in einer Lagerhalle zur Konfrontation mit dem Feind. Mit R2 lassen sich Befehle zum Angriff geben, Granaten werfen oder der Soldat stellt sich als Feldposten ab. Der Feldposten kann einen Reflexschuss abgeben und den Gegner verletzten, auch wenn ihr nicht am Zug seid. Sind die Aliens besiegt, geht es auch schon zurück in die Basis. Ab jetzt beginnt die wirkliche Arbeit.

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Wo soll ich nur anfangen?

Zu Beginn werdet ihr überhäuft mit Informationen und Hinweisen. Aber das legt sich mit deren Umgang und die Steuerung geht schnell in Fleisch und Blut über. Grundsätzlich solltet ihr euch als Chef immer um die Geldgeber kümmern, damit diese nicht abspringen und die Geldquelle versiegt. Diese Länder haben einen Rat gegründet, der jeden eurer Bewegungen bewacht und beurteilt. Am Ende eines jeden Monats bekommt das XCOM Projekt Geld und eben diese Beurteilung, wie zufrieden der Rat mit euch ist. Mit der Zufriedenheit kommen auch mal ein paar Belohnungen mehr dazu. Am Anfang hat das Projekt nicht jedes Land in seiner Obhut. Das gelingt nur wenn eure Wissenschaftler Satelliten über das Land als Überwachung einsetzten. Damit vertrauen sie dem Projekt mehr und mehr, der Paniklevel sinkt und ein neuer Geldgeber steht zur Verfügung. Jetzt heißt es das Vertrauen beizubehalten in dem ihr Aufträge in dem Land erfüllt. Der Stützpunkt ist in sechs Bereiche eingeteilt. Die Übersicht über die Länder und Satelliten habt ihr im Lagezentrum. Die nächste wichtige Institution ist die Forschungsabteilung. Nach erfolgreichem Beenden eines Außeneinsatzes bekommt ihr von den getöteten Aliens Material zum Erforschen. Auch lassen sich diese Gegner fangen, wenn ihr die erforderliche Einrichtung gebaut habt. Habt ihr eine Leiche bekommen, dann lässt sich eine Obduktion durchführen. So könnt ihr mehr über sie erfahren und positive Eigenschaften nutzen oder die Schwachstelle freilegen. Auch neue Waffen, Rüstungen und mehr nützliche Gadgets lassen sich so erforschen. Eng mit der Forschung arbeitet die technische Abteilung. Hier werden die neu entwickelten Objekte in Auftrag zum Bau gegeben. Meistens benötigt ihr dafür die Alienmaterialien oder einfach nur Geld. Neue Waffen und Rüstungen sind das Ergebnis oder, um menschliches Leben zu bewahren, kann eine mobile Roboter Kampfeinheit namens S.H.I.V. eingesetzt werden. Eine Unterkategorie in der Technik ist die Gießerei. Mit dieser lässt sich euer Stützpunkt ausbauen und es kommt das Gefühl einer Aufbau Simulation auf. Das macht Spaß, denn Ressourcen für Energieverbrauch müssen für einen Bau einer neuen Einrichtung einkalkuliert werden und der Ausbau der Unterkünfte der Soldaten muss regelmäßig erweitert werden. In einem vorgegeben Raster müsst ihr Ausgrabungen anordnen, damit ein neues Gebäude entstehen kann. Wollt ihr tiefer runter, dann muss ein Fahrstuhlschacht ausgebaut werden. Diese Bau- Sim motiviert und fordert, denn ihr müsst meistens schon einige Schritte im Voraus denken. In der Kaserne habt ihr die Übersicht eurer angemusterten Soldaten. Welche Skills sie besitzen und welchen Werdegang sie schon hinter sich haben. Hier lässt sich auch die Bewaffnung der einzelnen individuell anpassen.

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Steht ein Soldat schon länger im Dienst und zeichnet sich durch besondere Fähigkeiten aus, steht eine Beförderung vor der Tür. Der Soldat schlägt dann eine der vier Laufbahnen ein. Jede dieser Laufbahnen hat eigene Fähigkeiten, die mit jeder Beförderung freigeschaltet werden. Der Scharfschütze bekommt so die Möglichkeit jeden Gegner im Blickfeld seiner Kollegen zu treffen oder der Unterstützer bekommt die Möglichkeit mehrere Medikits auf einmal mit sich zu führen. Steht der Soldat schon länger im Dienst bekommt er sogar einen Spitznamen, je nach Kampferfahrung. Die gefallenen Soldaten haben einen Ehrenplatz an der Ahnenwand. Mit solchen Kleinigkeiten wie Spitznamen, wachsen einem die Soldaten noch mehr ans Herz und Wehmut macht sich breit, beim Anblick dieser Wand. Somit kommt nicht das Gefühl der Gleichgültigkeit auf. Natürlich lassen sich neue Kadetten anmustern aber nur mit dem nötigen Kleingeld. Der Kampf am Boden steht im Vordergrund aber auch Luftangriffe sind nicht abzuwenden. Im Hangar verwaltet ihr den Einsatz der Kampfflieger. Greift ein UFO den Luftraum eines Landes an, dann schickt diese los um den Angriff abzuwehren. Es sei denn in dem Land ist kein Flugzeug zur Verfügung. In diesem Fall könnt ihr nichts machen und die Panik im Land steigt an. Die letzte Abteilung ist die Einsatzplanung. Jedes Bauvorhaben, jede Forschung und Reparatur beansprucht Zeit. Keine Stunden, sondern Tage und Wochen. Damit die Zeit schneller rum geht, könnt ihr währenddessen den Planeten nach Alienaktivität scannen. Die Tage vergehen und es kommt der Fall, dass andere Länder eure Hilfe benötigen. Dabei gestaltet sich jede Mission unterschiedlich. Entweder geht es um eine Entführung oder ihr müsst Zivilisten evakuieren. Auch der Rat fordert das XCOM Team an, um wichtige Partnerländer zu unterstützen. Die Abwechslung kommt gut an und der teils fordernde Schwierigkeitsgrad lässt für eine sehr schwere Mission Stunde um Stunde vergehen.

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Nebensächlich aber erwähnenswert

Neben dem umfangreichen Einzelspieler, gibt es auch einen Multiplayerpart. Der ist jedoch recht spärlich und das Gefecht lässt sich nur mit zwei Spielern austragen. Vor dem Kampf besitzt ihr eine gewisse Anzahl an Punkten, die für die Indivisiualisierung der einzelnen Einheiten genutzt wird. Dann startet auch schon der Kampf Alien gegen Soldat. XCOM könnte schon mehrere Jahre alt sein, wenn man nach dem Aussehen geht. Die Sequenzen haben spät nachgeladene Texturen und das Bildzerreißen tritt sehr oft auf. Der Rest ist in eine Art Comic Look gehüllt. Hier liegt wirklich das Augenmerk auf den taktischen Part und das Spielgefühl. Die einzelnen Einsatzorte sind unterschiedlich und die Deckungsmöglichkeiten dem Ort angepasst. Alles in allem ein Fest für Taktiker. Mit dem Sound wurde alles richtig gemacht und die Sprecher fügen sich ins Gesamtbild.

Briefing

Wir sind wirklich überrascht wie gut dieser Taktik Shooter auf der Konsole funktioniert. So viel Tiefgang und Taktische Finesse lässt XCOM: Enemy Unknown zur Referenz, des fast längst vergessenem Genres, werden. Wer lieber vorher überlegen möchte bevor er schießwütig ins Gefecht rennt, dem kann man dieses Spiel ans Herz legen. Es ist leicht zu erlernen aber schwer zu meistern.

Gutes

+ Großer Umfang dank Bau Simulation
+ Taktisch Fordernd
+ Umfang in Technik und Forschung

Schlechtes

- Grafisch nicht auf Niveau
- Manchmal bockende Kamera

9.0 Must Have

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