Menü

WipEout Omega Collection im Test – Es kann wieder geflogen werden

Artikel von | 01.07.2017 um 15:32 Uhr

Wenn man über die Rennspiel Serie der PlayStation schlichthin redet, fällt der Name Gran Turismo ziemlich schnell, denn für viele ist ganz klar, dass diese Serie die unangefochtene Nummer 1 der Rennspiele auf der PlayStation ist. Jedoch kann man mit gutem Gewissem auch die WipEout Serie nehmen, welche mit der WipEout Omega Collection auf der PlayStation 4 am Start steht. Die Collection enthält alle Strecken, Gleiter und Modi aus WipEout HD, WipEout Fury und WipEout 2048, welche natürlich für die PlayStation 4 und die Pro nochmals aufgehübscht wurden und damit wieder die Fans der Reihe entzücken will. Doch ist dies für das Publikum genug oder wird es wieder einmal Zeit für ein neues Spiel der Reihe, denn das letzte große WipEout auf einer Konsole erschien auf der PlayStation 2! Diese Frage wollen wir in unserem Test beantworten.

Alles was ein Fan sich wünscht (Mal wieder)

In der Collection können sich die Spieler mit der kompletten Ladung an Gleitern und Strecken austoben, es stehen 46 Gleiter zur Verfügung, welche natürlich alle verschiedene Stärken und Schwächen besitzen, sowie 26 Strecken welche sowohl vorwärts als auch rückwärts gefahren werden können. Was sicherlich noch eine nette Ergänzung gewesen wäre, sind neue Inhalte oder Hintergrundinformationen. So kann der Spieler in den insgesamt drei Karriere-Modi, für mehrere Stunden Spielspaß finden und dabei versuchen, die vorgegebenen Zeiten zu knacken. Anders als in modernen Rennspielen, gibt es keine Anpassungs-Sperenzchen wie optimierbare Gleiter oder Lack-Editoren. In WipEout geht es einzig und allein darum, in mehreren Rennsaisons hübsch nacheinander Events abzuklappern und die vom Spiel gestellten Ziele zu erreichen. Dafür sind aber die Renntypen erfrischend abwechslungsreich. Es gibt zum Beispiel klassische Platzierungsrennen (in denen wir möglichst weit vorne landen müssen), Zeit-Herausforderungen für komplette Renn- oder Rundenzeiten oder „Detonator“-Events, in denen wir Schwebeminen auf der Strecke zerschießen sollen. Auch das Design der vielen Strecken muss sich nicht verstecken, denn es zeigt warum die WipEout Serie soviele Fans hat: Sprünge, Abkürzungen und anspruchsvolle Kurvenpassagen machen einfach Spaß und lassen selbst neuere Vertreter des Genres hinter sich. Verschiedene Szenerien, gepaart mit Neon Farben, sind auch Hetuzutage noch ein Hingucker. Die neuen Inhalte beschränken sich auf das Racing-Team Tigron. Solltet ihr also Profi in WipEout sein, spricht rein inhaltlich nichts für den erneuten Griff zum Portemonnaie. Ein nicht zu unterschätzendes Argument für die Collection ist jedoch die Möglichkeit, WipEout auf der PS4, mit 60 Frames und HD-Auflösung (unterstützt wird auf der PS4 Pro und mit entsprechendem Bildschirm auch 4K und HDR) zu genießen.

Springen, Fliegen, Fluchen

Auch die Steuerung des Spiels ist ein wenig gealtert, was jedoch absolut nichts daran ändert, dass sich das Spiel noch immer sehr geschmeidig spielen lässt. Anders als bei vielen anderen Future-Racern steuern sich die Gleiter in Kurven etwas behäbiger und schaukeln leicht nach außen. Deshalb solltet ihr euch schnell mit den beiden Luftbremsen vertraut machen, die euch bei gleichzeitiger Betätigung verlangsamen, bei Einzeleinsatz aber auch engere Kurven ziehen lassen, was dann zudem für eine taktische Komponente sorgt. Außerdem gibt es für die Fortgeschrittenen einige Manöver, die ein wenig mehr Fingerspitzengefühl benötigen wie etwa einen Miniboost nach links und rechts oder eine Rolle bei Sprüngen, die euch bei erfolgreicher Ausführung einen kleinen Temposchub beschert. Diese Manöver werdet ihr zu Beginn zwar nicht benötigen um eure Rennen zu gewinnen, aber ab der zweiten Saison jedes Spiels der Collection, können sie euch mehr als nur einmal retten, dass liegt am rasch zunehmenden Schwierigkeitsgrad. Denn es gibt keine Gummiband-KI, wenn ihr also ans Ende des Feldes zurückfallt, müsst ihr euch ohne künstliche Gegner-Unfähigkeit wieder mühsam nach vorne kämpfen. Dies kann besonders für Anfänger sehr frustrierend sein, Allerdings kann man auch eine Lenkunterstützung aktivieren, die einem dann bei kniffligen Passagen unter die Arme greift und verhindert, dass man ständig an die Bande semmelt. Später ist ein Auswendiglernen der Kurse teilweise unabdingbar, wenn man das Minimalziel erreichen will. Auf Wunsch sogar zu zweit auf einer Couch, denn die Wipeout Omega Collection bietet, anders als mittlerweile viele andere Genrekollegen, einen 2-Spieler-Splitscreen, der sich sogar horizontal teilen lässt – vorbildlich!

Ein Grafischer Genuß

Grafisch muss sich die Collection auf jeden Fall nicht verstecken, besonders Besitzer einer PS4 Pro profitieren hier, denn schaltet ihr die Blur-Effekte im Menü aus, flitzt das Spielgeschehen mit absolut butterweichen 60 Bildern in der Sekunde bei voller 4K-Auflösung und HDR-Support über den Bildschirm, was in Bewegung atemberaubend gut aussieht. Auch die Gleitermodelle sind sehr detailreich und man erkennt Feinheiten wie Rohre oder Lüftungsdüsen. Das liegt daran, dass man nicht einfach nur Auflösung und Framerate hochgeschraubt hat, sondern auch Lighting, Effekte, Texturen und andere optische Details angepasst hat. Und was wäre ein WipEout ohne den dazugehörigen Sound? Natürlich nur halb so gut und deshalb fährt Sony eine unserer Meinung nach hochkarätige 28-teilige Tracklist aus neuen und klassischen Titeln auf, darunter zum Beispiel Tracks von den Chemical Brothers, The Prodigy oder Addiktion. Mit den Geräuschen der Gleitern ergibt das eine prickelnde Mischung, die für perfekte Stimmung sorgt.

Fazit

Beim spielen der WipEout Omega Collection ging mir besonders ein Gedanke durch den Kopf: Warum hat sich Sony noch nicht dazu durchgerungen, einen neuen Teil der Serie zu produzieren? Denn wenn die Omega Collection eines beweist, dann das: Stil und Gameplay von Wipeout sind zeitlos, hervorragend gealtert, und funktionieren heute mindestens genauso gut wie damals. Sicher, nicht alles ist noch immer komplett zeitgemäß, zum Beispiel das etwas umständliche Menü oder auch die Tatsache, dass sich die Strecken am Anfang der Karrieren zu oft wiederholen. Auch, dass es keine Boni oder zusätzliche Inhalte gibt, finde ich für so eine Collection etwas enttäuschend. Trotzdem macht es noch immer viel Spaß über die futuristischen Kurse zu fetzen, die Gegner mit Extrawaffen zu ärgern und zu versuchen, die ganzen Herausforderungen zu meistern. Das sollte aber niemanden, der Wipeout noch nicht kennt, daran hindern, spätestens hier zuzuschlagen. Denn ihr bekommt hier einen anspruchsvollen Arcade-Racer von höchster Qualität. Wer die Originalspiele dagegen schon kennt, muss die Omega Collection nicht unbedingt haben – es sei denn, man braucht einen Vorzeigetitel für die PS4 Pro.

WipEout Omega Collection Testbericht

WipEout Omega Collection

  • Release: 07.06.2017
  • Genre: Rennspiel
  • Entwickler: Clever Beans, EPOS Game Studios, XDev
  • Publisher: Sony

Gutes

- 60fps bei 4K und 1080p auf der Pro
- Toller Sound und coole Soundeffekte
- motivierende Herausforderungen
- Splitscreen-Modus für zwei Spieler

Schlechtes

- schwache Explosionseffekte
- nüchterne Präsentation der Kampagne
- Umständliches Menü
- keine Bonus-Inhalte

8.5 / 10 Sehr gut

Deine Meinung? Let's Chat!

    Jetzt einloggen oder registrieren um ein Kommentar zu schreiben

    Anmelden