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Windjammers im Test – Blitzkrieg!

Artikel von | 03.09.2017 um 16:19 Uhr

Vor etwas mehr als 20 Jahren, erschien Windjammers auf dem NeoGeo. Nun feiert der Titel sein Comeback und erscheint mit all seinen Pixeln auf der PlayStation 4 sowie PlayStation Vita. Jedoch handelt es sich dabei nicht um ein HD-Remake und auch Remaster wäre etwas übertrieben – aber was genau es ist und wie es sich nach all der Zeit spielt, das erfahrt ihr in unserem Test.

Eine Geschichte für die ganze Familie…
… gibt es nicht. In einem Arcade Modus tretet ihr zufällig gegen einen der sechs Charaktere an, bis ihr letztlich als Gewinner oder eben Verlierer dasteht.

Windjammers, Review, Test

Raketenwurf!

Viel wichtiger ist natürlich das Gameplay des Klassikers. Letztlich ähnelt das Spiel in vielerlei Hinsicht Air-Hockey, nur das man eben noch mehr Varianten hat, nur eben mit zwei Personen die eine Frisbee hin und her werfen. Ihr könnt die Scheibe in nahezu jede Richtung werfen, nur nicht nach hinten. Sie sollte dabei möglichst am Gegner vorbei ins Tor gelangen. Ein normaler Treffer gibt drei Punkte, ein Treffer in der markierten Zone sogar fünf Punkte. Wenn entweder die Zeit abgelaufen ist oder jemand die benötigten Punkte für einen Satz beisammen hat, hat dieser logischerweise einen Satz gewonnen. Im klassischen Best-of-Three Prinzip gewinnt dann die Person, welche zuerst zwei Sätze für sich entscheiden kann.

Um möglichst schnell und effektiv Punkte zu machen, gibt es viele Möglichkeiten. Beliebt und einfach ist ein Wurf über Bande. Etwas schwerer ist hingegen ein angedrehter Wurf. Trickreich ist ein Lupfer in das gegnerische Feld – das kann zwar den Gegner verwirren, aber auch schnell gefangen und gegen einen genutzt werden. Denn fängt man mit perfektem Timing das Frisbee, kann man einen Spezialangriff ausführen. Hier gibt es auch wieder drei super Varianten: den Powerwurf, den angedrehten und einen Lupfer. Alle drei sind überaus gefährlich und können oft direkt zu Punkten führen – abhängig vom Charakter, da jeder eine andere Technik hat. Um als Verteidiger eine Chance zu haben kann man einen Hechtsprung machen. Je nachdem, wie schnell man nach dem Fangen des Frisbee wirft, variiert auch die Geschwindigkeit der Scheibe. Bei den sechs Charakteren, aus den verschiedenen Ländern, gibt es auch noch weitere Unterschiede. Der deutsche Klaus Wessel ist zwar besonders langsam, dafür aber kraftvoll und sein Super-Angriff Blitzkrieg ist besonders verheerend.

Windjammers, Review, Test

Das klingt alles auf der einen Seite sehr einfach und ist auch perfekt für Einsteiger um schnell rein zu kommen, aber wenn man erst einmal die Basics drauf hat, dann ist Windjammers einfach extrem kurzweilig. Wenn das Frisbee erst einmal in Windeseile hin und her fliegt, die Super Angriffe am laufenden Band folgen und man stets taktisch einen Schritt voraus sein muss, dann ist das einfach super unterhaltsam. Dabei kann man entweder im Arcade Modus gegen KI-Gegner antreten, ähnliches im Endlos Modus – nur eben länger. Auch lokal können sich zwei Spieler auf einer Konsole eine Schlacht leisten. Komplett neu hingegen ist der online Aspekt. Entweder in einem schnellen Spiel gegen zufällige Gegner oder Freunde oder in einem Ranglisten Spiel kann man sein Können gegen andere Windjammer auf die Probe stellen.

Hinzu kommen noch 6 Schauplätze. Unterschiede gibt es nicht nur bei Größe und Aussehen, sondern auch die 3/5 Punkte Zonen sind anders verteilt und es können Hindernisse inmitten der Map sein, die nochmal einiges ändern. Die beiden Punkte Zonen sind meist farblich markiert. Im Verlauf des Spiels wird die 5 Punkte Zone größer – jedoch ist das optisch nicht auf jeder Map zu sehen. Nach einem Treffer werden die Zonen wieder zurückgesetzt, dazwischen gibt es immer wieder die Diskussion “Das waren noch 5 Punkte!” und etwas Frust. Mit nur zwei Minispielen gibt es neben den Duellen auch wenig Abwechslung. Die beiden kann man entweder separat oder im Arcade-Modus spielen und dort dann eben etwas mehr Punkte sammeln. Das Hauptaugenmerk liegt dabei natürlich auf den Frisbee-Kämpfen selbst. Was uns lediglich etwas gestört hat, waren einige Details bei online Duellen. So dauert das Erstellen eines Spiels doch etwas und man wird nach einem kurzen Duell stets wieder ins Menü geführt. Charakter- und Map-Wahl sind klar, aber auch die Siegbedingungen müssen stets neu gewählt werden. Hier gibt es aber auch wenige Optionen und man kann nicht mehr als drei Sätze oder 25 Punkte wählen. Statt einem langen hin und her gibt es also immer wieder kurze Duelle, Menüs und wieder ein kurzes Duell – Schade eigentlich.

Windjammers, Review, Test

Wie im Original

Auch bei der Optik gibt es wenige Änderungen. Keine Full-HD oder 4K Texturen, kein riesiges Remaster oder sonstige große Änderungen am Original. Lediglich die Menüs wurden nochmal komplett überarbeitet und können nun stolz von sich behaupten HD-Optik zu bieten. Das alles ist auch nicht unbedingt nötig, denn das Spiel macht Spaß, heute wie damals. Ja, man kann sich darüber streiten, dass manches nicht schön aussieht oder eine Farbkombi wie Blau auf Gelb auf Rot nicht hübsch ist, aber darauf kommt es bei Windjammers nicht an. Das gehört einfach zum Charme des Spiels. Auch der Sound ist dementsprechend minimalistisch, aber wenn man erst einmal in einen Zweikampf ist, dann achtet man sowieso auf nichts anderes mehr als das Frisbee.

Windjammers, Review, Test

Fazit: Windjammers – Das Runde muss ins Rote!

Das Spielprinzip funktioniert heute noch so gut wie damals. Es macht einfach einen Heidenspaß, wenn sich zwei Leute gegenüberstehen und quasi Schach mit einem Frisbee spielt. Der Mix aus trickreichen Würfen, extrem schnellen Hechtsprüngen zur Verteidigung und Superangriffen geht für Anfänger schnell ins Blut hinein und man kriegt sehr fix den Bogen heraus. Mit dem online-Modus gibt es auch eine tolle Ergänzung zum Klassiker, zwar mit ein paar Schwächen, aber das Grundgerüst steht. Auch die roten Zonen könnten teilweise etwas eindeutiger sein, aber das war im Original nicht anders. Eines sollte einem aber klar sein. Ja, es macht Spaß und ist vor allem in Duellen gegen Freunde extrem kurzweilig – aber 14,99 Euro sind schon etwas happig im Vergleich dazu und vielleicht sollte man auf das erste Angebot warten und dann zuschlagen.

Windjammers Testbericht

Windjammers

  • Release: 29.08.2017
  • Genre: Arcade
  • Entwickler: DotEmu
  • Publisher: DotEmu

Gutes

+ Noch immer ein extrem kurzweiliges Spielprinzip
+ Nun auch mit online Multiplayer

Schlechtes

- 3 / 5 Punkte Zonen noch immer nicht eindeutig
- Preis etwas happig

7.8 / 10 Gut

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