Wächter von Mittelerde – Review

Getestet von | 01.01.2013 um 00:00 Uhr

Das sogenannte MOBA System ist nicht wirklich neu auf den Konsolen. Trozdem erhält dieses Genre kaum Beachtung seitens der Spieler. WB Games wollten dies ändern und schicken ein MOBA-System mit der Lizenz vom Herrn der Ringe ins Rennen. Ob sie das Ruder rumreißen und endlich ein neues Genre plazieren können? Das verrät unser Test, seid gespannt.

Auf in den Kampf
Die Saga rund um Mittelerde ist bekanntlich groß und beherbergt nicht nur die Geschichte des Ringes oder seine Vorgeschichte mit dem Hobbit Bilbo Beutlin. Auch kleinere Geschichten hat sich Tolkien ausgedacht und auf Papier gebracht. Leider muss man bei Wächter von Mittelerde auf ein solchen interessanten Plot verzichten. Es gibt keine Geschichte, kein Opening oder Textnachrichten, die irgendeine fiktive Geschichte erzählen. Als Spieler wird man gleich ins kalte Wasser gestoßen. Spieler, die noch kein MOBA Spiel gespielt haben, dürfen sich in einem dürftigen Tutorial austoben. Mehr gibt es am Anfang leider nicht zu entecken. Hat man das Tutorial samt erstem Probe-Match gegen die KI hinter sich, darf man sich gleich in die unendliche Warteschleife sezten, um mit den restlichen Spielern auf der ganzen Welt in den Kampf zu ziehen.

Wächter von Mittelerde wartet mit drei verschiedenen Spielmodi auf, die sich aber alle MOBA-Klassisch gleich spielen. Auch das Ziel bleibt unverändert, nämlich die Haupttürme der Gegnergruppen zu zerstören. Dies kann man entweder in einem 5 vs. 5 Kampf bestreiten, der maximal 20 Minuten dauert. Oder man kämpft in einer 5er Gruppe gegen eine reine KI Truppe mit unbegrenzter Zeit. Zuletzt, der wohl interessantester Modus, nämlich der 5 vs. 5 ohne jegliche KI Vertreter. Andere Modi sucht man vergebens. Doch das Ganze wäre eigentlich nicht so schlimm, wenn die Suche nach passenden Matches nicht eine halbe Ewigkeit in Anspruch nehmen würde. Ach ja, natürlich kann man auch mit seinen Freunden spielen. Wenn man dies aber auswählt und zu wenige „Freunde“ einlädt, ist nichts verloren. Das Spiel füllt die restlichen Plätze mit der KI auf.

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In üblicher Manier maschiert man entweder auf einer 3er Spur Map oder auf 1 Spur Map durch das Gefecht. Der einzige Unterschied ist nur, dass entweder recht taktisch gekämpft werden sollte oder man sich dem „Hau drauf“-Prinzip bedienen kann. Natürlich fängt jeder Spieler auf Stufe 1 an und kann im Verlauf des Matches bis zu Stufe 14 aufsteigen. Nach jeder erreichten Stufe darf man mit einem Punkt einer seiner Fähigkeiten verbessern. Es gibt Türme zu zerstören, um näher an die gegnerische Kaserne zu kommen. Unterwegs kann man aber auch noch mächtige Kreaturen besiegen oder Schreine einnehmen, die der Gruppe Unterstützung zuspricht. Hat man eine bestimmte Levelstufe im Match erreicht, erhält man die Möglichkeit, die eigene Kaserne, Türme und das Fußvolk auszubauen. Dies sollte man auch gleich erledigen, um ein besseres Blatt im Match zu haben. Mehr gibt es auf den Karten nicht zu machen. Zwar wurden die einzelnen Maps schön modelliert, doch ein Mittelerde-Feeling will sich nie richtig durchsetzten. Warscheinlich kommt das daher, das die Plätze keine Wiedererkennung haben.

Die Wächter von Mittelerde
Ja, fast alle großen Namen der Chroniken von Mittelerde sind dabei. Von Arathorn über Legolas bis hin zu Sauron und seinen Schergen. Zwar fehlen einige Charaktere, die werden aber mit Sicherheit per DLC nachgereicht. Ein bisschen unverständlich ist noch, dass die neuen Wächter, die man zur Zeit im Kino bestaunen, kann nur per PSN Store freigeschaltet werden können. Wieso diese nicht schon im Spiel integriert wurden, ist fraglich, denn das Spiel wurde fast zeitgleich mit dem Film veröffentlicht.

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Auf jeden Fall gibt es einige Charakterklassen, die man auswählen kann. Vom klassischen Krieger und Angreifer bis hin zum Magier, Taktiker und Verteidiger. Jeder Wächter hat sein eigenes Angriffrepertoir samt vier speziellen Fähigkeiten, die er im Kampf einsetzen kann. Die Charaktere sind einigermaßen gut ausbalanciert worden. Jede Charakterklasse hat seine Vor- und Nachteile, die man beachten sollte, wenn man in den Angriffsmodus übergeht. Eine Zusammenarbeit mit anderen Spielerm oder mit der KI ist hier überlebenswichtig. Mit der Zeit erhält man das Gespür oder das Wissen, mit welchem zusätzlichen Wächter man unterwegs sein muss, um nicht gleich ins Gras zu beißen. Hat man mühsam die restlichen paar Levelstufen erklommen, wird einem in regelmäßigen Abständen das Inventar vergrößert. Eine Vielzahl von Tränken ist im Shop mit Ingamewährung zu haben, die unterschiedliche Fähigkeiten mit sich bringen. Will man eher Heilung oder Angriffskraft? Oder eher Unischtbarkeit gepaart mit schnellem Laufen? Solche Tränke kann man in den Matches benuzten, sie gehen aber für immer verloren, wenn man sie eingesezt hat und man muss immer wieder für Nachschub sorgen, wenn man nicht darauf verzichten möchte. Neben den Tränken gibt es noch Relikte und Juwelen. Relikte werden am Gürtel der einzelnen Wächter angebracht und mit Juwelen aufgefüllt. Diese sind zusätliche Attribute, die man im Spiel aktiviert. Die Relikte und Juwelen sind dafür gedacht, den Ausgleich euers Charakters zu verbessern. So sollte man bei Magiern schauen, dass sie ihre Grundangriffskraft vergrößern. Bei den Kriegern ist es die Magiefähigkeit, die man mit den Relikten anheben sollte.

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Warten um zu rennen – Rennen, um zu warten
Wächter von Mittelerde könnte ein wirklich gutes Lizenzspiel sein, wären da nicht einige harte Brocken, die das ganze Spielgefüge ins Wanken bringen und die Lust auf dieses Lizenzspiel gehörig verderben. Zu aller erst, und dies ist der größte aller Kritikpunkte, ist nämlich die altbackene Suchfunktion des Spiels. Zwar erhält man eine durchschnittliche Wartezeit angezeigt, aber in der Regel geht die in ungeahnte Höhen. Entweder spielt niemand das Spiel oder die Serverkapazität oder deren Struktur sind so miserabel, das kaum ein Match zustandekommt. Und wenn man schon eine halbe Ewigkeit gewartet hat, kann es passieren, dass auf jeder Seite nur ein echter Spieler sitzt, während die restlichen Plätze mit der KI aufgefüllt wird. In vielen Spielen ist die KI lächerlich bis witzig. Bei Wächter von Mittelerde ist sie aber fordernd. Ein bisschen zu fordernd. Spielt man gegen die KI, verliert man in der Regel haushoch, was einen zusätzlich zermürben oder anspornen kann. Auf jeden Fall ist die KI ein bisschen unfair ausgefallen. Zusätzlich kommt auch kein echtes Herr der Ringe Feeling auf, denn der Original-Soundtrack, den z.B. ein Lego Spiel bekommen hat, sucht man hier vergebens. Zusätzlich hätte man das ganze Gameplay noch einen Tick dynamischer gestalten können. Leider sieht man nur zu gut, das Wächter von Mittelerde ein PC Port ist. Die Grafik ist nicht gerade die Beste. Der Weitblick ist miserabel. Es ist einfach nervig, wenn Gegner urplötzlich aufploppen. Egal, ob normales Fußvolk oder Wächter. Auch die Modelierung der Charakter passt nicht ganz zu den Gesichtern, die die Welt schon zu genügend gesehen hat. Man bekommt das Gefühlt, dass man hier zwar ein Linzenzspiel hat, aber die Entwickler selbst wohl nicht genügend Lizenzen zusammengekauft haben, um ein waschechtes Mittelerde Spiel abzuliefern.

Gutes

- die grossen Namen sind alle dabei
- einfach zu lernen, schwer zu meistern
- ohne Teamplay geht gar nichts.

Schlechtes

- lange Wartezeiten
- kein Herr der Ringe Feeling
- kein originaler Soundtrack

8.0 Sehr gut

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