Watch_Dogs im Test

Getestet von | 28.05.2014 um 22:30 Uhr

Würde man die Ubisoft Formel von Watch Dogs einmal auflösen, würde sie ungefähr wie folgt lauten; Das Meuchelabenteuer Assassins Creed+ das große Freiheitsgefühl eines Grand Theft Auto+ durchgeknallte Nebenaufgaben eines Saints Row und die letzte Zutat: Das Hacking Feature der Ego Shooter Neuinterpretation Syndicate. Wie ihr seht, es ist nicht alles brandneu erdacht. Aber gut übernommen und umgesetzt, sollte doch Erfolg versprechend sein, oder nicht? Inwieweit Hack nicht gleich Mett ist, werdet ihr in diesem Test erfahren.

So interessant, wie die oben genannte Formel auch klingt, für Unmut hat Watch Dogs schon vor Release gesorgt. Als einer DER Starttitel der PS4 angekündigt, folgten mehrere Verschiebungen und auch die Meldung, dass man besonders Wert auf die Animation der Hacker- Daumen legt, sorgten für mehr Empörung. War es alles eine Hinhaltetaktik? Die Entwickler standen tatsächlich unter einem immensen Zeitdruck und noch eine Verschiebung wollte man nicht in Kauf nehmen. Wir wurden mit 100 Stunden Spielspaß geködert und davon soll die Story 30 Stunden unseres Lebens rauben. Jetzt rotiert das neue Machwerk in unserer PS4 und schon eines vorab: Es macht ordentlich Laune!

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Das Smartphone als moderne Waffe.

Ein Hoch auf den Datenverkehr

Alles auf Anfang. Aiden Pearce ist ein Nerd. Nicht ein typischer mit Hornbrille und Schutzeinlage für auslaufende Stifte in der Brusttasche seines Hemdes. Nein, er ist ein moderner Hacker in einem futuristischen Chicago, welche komplett virtuell mit dem ctOS System vernetzt ist. Aiden ist so eine Art Batmann mit ausgeprägtem Sinn für die Selbstjustiz, dessen Smartphone sein wichtigste Waffe ist. Nach einem Anschlag auf sich und seine Nichte Lena, überlebte nur er und nun ist er seit geraumer Zeit hartnäckig dabei herauszufinden, wer dieses Vergehen verschuldet. Den Schuldigen zu finden, gerade in einer Großstadt wie Chicago, ist wie die umgangssprachliche Nadel im Heuhaufen zu suchen.
Hier kommt die Vielfalt des Hacking- Tools zum Einsatz. In dieser großen, detailverliebten Metropole sind überall Kameras installiert. Die Organisation Blume überwacht diese Stadt mit dem ctOS System. Das macht sich Aiden und eine kleine Gruppe namens DedSec zu nutze. Dem Hauptplot, mit seinen fünf Akten, zu folgen ist gerade in den ersten Spielstunden wichtig, da neue Features freigeschaltet werden. Wie bei allen Sandbox-Spielen, werdet ihr an die Hand genommen und alles wird haargenau erklärt. Dabei ist die Steuerung genial einfach, wie einfach genial. Ihr werdet nur in den wenigsten Fällen gezwungen einer bestimmten Vorgehensweise nachzugehen. Die Rambo- oder auch die Stealth- Tour spielen sich einwandfrei.
Das Ziel- und Deckungssystem ist einfach zu beherrschen und ihr verliert kaum die Übersicht. Schaut euch in einem Gebiet genau um, wenn Kameras vorhanden sind, dann verbindet euer Smartphone mit diesen. So kann die Vorgehensweise geplant werden, Gegner werden markiert, damit diese auch hinter Wänden als Umriss sichtbar bleiben. Über ein Inventarrad bleiben alle eure Waffen und Objekte in guter Übersicht und schnell greifbar. Der Focus ist eine wahre Bereicherung im Schusswechsel. Für eine gewisse Zeit verlangsamt sich die Umgebung und ihr könnt in Ruhe zielen. Aber auch bei einer Flucht im Fahrzeug, hilft der Focus den Wagen kontrolliert durch enge Kurven gleiten zu lassen.
Selbstjustiz ist ein zweischneidiges Schwert. Euer Verlust mag verständlich sein; Der Drang den Täter zu fassen, lässt euch in eine gesetzliche Zwickmühle gelangen. Das ist nicht nur im Hauptplot zu spüren, in diesem ihr mit euren Geschäftspartnern für großflächige Stromausfälle, sogenannte Blackouts, sorgt, um aus einem Stadion zu flüchten. Oder ihr absichtlich in ein Gefängnis eingebuchtet werdet, nur um einen vermeintlichen Zeugen für immer zum Schweigen bringt. Nein, auch in den zahlreichen Site- Quests ist sie eindeutig zu spüren. Für die Polizei seid ihr ein Straftäter und für einen Teil der Mitbürger seid ihr ein Held, solange ihr Gutes tut.

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Gut durchgestylt ist die junge Dame. Clara unterstützt euch bei eurem Racheakt

Das kann wie folgt aussehen: Wenn ihr euer Smartphone zückt, öffnet sich der Profiler. So verbindet sich das Handy mit dem ctOS Netzwerk. Nun könnt ihr fleißig spitzeln, um eventuelle Straftaten zu erkennen. Die vielen unterschiedlichen Schichten der Gesellschaft lassen euch an ihrem Leben teilhaben. Sicherlich ungewollt, aber das muss ja niemand wissen. Hört Gespräche mit oder verfolgt den Nachrichtenverkehr. So erkennt ihr vielleicht Täter oder Opfer. Achtet darauf es nicht zu übertreiben. Es gibt Bürger die euch sonst an die Blume verpfeifen und es wird ein Kopfgeld auf euch ausgesetzt. Hier verschmelzen offline und online Spiel. Zu jederzeit kann ein Hackerangriff auf euch verübt werden. Ihr müsst den realen Übeltäter finden und eliminieren. Schafft ihr es nicht, dann entkommt der Spitzel und der Angriff endet. Ihr selbst habt auch die Chance in ein anderes Spiel einzudringen. Dann könnt ihr den Spieß umdrehen. Sonst sind noch andere verschiedene Online Aktivitäten, wie z.B. Autorennen und Hackereinsätze in der Stadt verteilt. Das motiviert einmal mehr zu beweisen, was in euch steckt. Der Online- Modus ist aber noch lange nicht so umfangreich, wie bei GTA 5.

Gutes

+ Umfang, Setting und Gameplay passen
+ Hacking kann so einfach sein
+ Optisch schön gestaltete, detailierte und lebhafte Stadt
+ Schön animierte Daumen ;)

Schlechtes

- Schwierigkeitsgrad für erfahrene Spieler zu niedrig
- Minispiele zu einfach und nur eine Art
- Optisch nicht das was angepriesen wurde
- Leichte Synchronisations Mackel
- Online Modus nicht sehr umfangreich

9.0 Must Have

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