Warhammer 40k: Space Marine – Review

Getestet von | 13.09.2011 um 00:00 Uhr

Der Name Warhammer dürfte Strategiefans schon einige Jahre lang bekannt sein, ebenso wie die kanadischen Strategie-Spezialisten Relic Entertainment, die sich unter anderem für Dawn of War und deren Erweiterung verantwortlich zeigen. Space Marine ist allerdings ein Schritt in eine ganz andere Richtung. Ob dieses Vorhaben funktioniert oder nicht lest ihr in unserer Review.

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Eisenhart

Ohne große Umstände wollen wir mit dem Spiel beginnen und starten daher im Hauptmenü des Games. Hier stehen vor allem zwei Dinge im Vordergrund, nämlich der Singleplayer, also die Story, und natürlich der Multiplayer. Da die Story unweigerlich das Herzstück des Spiels dar stellt, wollen wir uns dieser zuerst widmen. Noch schnell zwischen leicht, mittel und schwer ausgewählt und schon geht es los. Wir sehen nun einen Planeten aus dem Weltall aus und bekommen eine Konversation zwischen zwei Menschen mit. Einer davon fordert spezielle Unterstützung für einen unter Angriff stehenden Planeten. Hier kommt ihr nun ins Spiel, denn ihr werdet sozusagen als Ass im Ärmel auf den Planeten gepfeffert. Der Grund ist, dass ihr ein Ultra Marines seid, dass bedeutet ihr seid das höchste was das Imperium an Infanterie zu bieten habt, ihr seid quasi die Supersoldaten schlecht hin. Als Protagonist Captain Titus durchschreitet ihr nun die Welt, immer gefolgt von euren zwei Kupanen Sergeant Sidonus und Veteran Leandros. Ihr legt einen, nicht ganz unfreiwilligen, spektakulären Auftritt hin und landet auf der Oberfläche des Planeten auf einem Besatzungsschiff der Orks, jene Wesen, die den Planeten angreifen. Hier übernimmt der Spieler nun erstmals das Geschehen und wird nun mitten in den Kampf geschickt. Euch werden hier die wichtigsten Kniffe der Steuerung gezeigt und so ist der Kampf auf dem Schiff lediglich ein Tuturial und dementsprechend fix vorbei. Jedoch fangen die Probleme erst hier an. Allen voran stellt sich die Frage, warum Orks einen friedvollen Planeten einfach so angreifen. Zu allem Überfluss seid ihr auch von euren Kameraden getrennt und macht euch also als erstes auf die Suche. Vielleicht sollte man zunächst etwas für die eingefleischten Warhammer-Fans los werden. Relic Entertainment bleibt dem Universum der Serie zwar treu, wechselt aber das Genre, denn das Spiel hat mit Strategie nicht mehr viel am Hut, statt dessen zieht es das Spiel vollkommen in die Action-Schiene rein. So schaut auch das Gameplay von Warhammer aus. Bewaffnet mit einer Nahkampfwaffe und vier unterschiedlichen Schusswaffen könnt ihr den Orks ordentlich einheizen. Die Schusswaffen reichen von Pistole, über Maschinengewehr, bis hin zu Granatenwerfer. Auch die Nahkampfwaffe wechselt von Messer, über Axt zu einem fetten Kettensägeschwert.

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Maschinen, Maschinen überall

Der Planet der von den Orks angegriffen wurde ist ein reiner Industrei-Planet. Dem zufolge ist der Planet über und über von Maschinerie und gewaltigen Fabrik-Komplexen übersät. Die Folge daraus ist unser erste Kritikpunkt an Warhammer, nämlich das monotone Leveldesign. Es macht zwar Sinn, auf einem reinen Industrie-Planeten nicht die dichtesten Wälder, oder größten Wüsten vor zu finden, aber ein wenig mehr Abwechslung hätte es schon sein können. Die weitere Folge daraus ist nämlich, dass das Leveldesign ähnlich langweilig aufgebaut ist und sich die Level wirklich sehr schlauchartig durch die Spielwelt ziehen. Positiver Nebeneffekt ist jedoch, dass so ein größere Umfang entsteht, als eine sechs Stunden Story, der wird allerdings durch Leveldesign und Umgebung so getrübt, dass sich der große Umfang schon zu groß anfühlt und man sich wünscht, endlich einen neuen Abschnitt zu erreichen. Meist sind neue Abschnitte aber einfach bloß ein Farbwechsel von dunkler Natur mit zerstörten Dingen und Staub, zu einer noch dunkleren Fabrik mit ebenfalls zerstörten Gegenständen. Oft werden die neuen Abschnitte mittels Sequenzen eingeleitet, diese haben leider den Nachteil, dass man eine schlecht gemachte Synchro vorfindet. Da bewegen sich die Münder Sekunden zu früh, oder auch zu spät, aber nie wirklich passend, schade drum. Machen wir beim Gameplay weiter, welches sich leider der Monotonen Komponenten anschließt. Das Gameplay beschränkt sich auf ein paar wenige Knöpfe. Warhammer könnte glatt als Button-smasher durchgehen, beschränkt sich auf die Nahkampfwaffe, denn die wird lediglich mit R2 bedint, wahlweise noch mit Dreieck. Das Ergebnis ist demnach ein ausgelierter R2 Button. Wer noch auf Waffen zurück greift, der benutzt noch L1 zum zielen, sowie R1 zum schießen. Das war es dann auch schon so gut wie. Allerdings muss man auch die guten Seiten erwähnen. Die Steuerung ist ohne Frage sehr zugänglich und kann schnell gut umgesetzt werden und auch wenn es mit der Zeit doch sehr eintönig wird, sich die ganze Zeit durch Orks zu schnetzeln kann durchaus befriedigend sein und wenn man dann noch seine speziellen „Tötungsmoves“ vollführt, wird’s des Öfteren mal ganz schön brutal und blutig. Ein netter Nebeneffekt davon ist, dass ihr so euren Energieanzeige, die euer Leben dar stellt, wieder aufladen könnt. Grafisch ist der Titel im klarem Mittelfeld. Die Grafik ist solide, jedoch keineswegs gut oder sonst wie überdurchschnittlich.

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Ein wenig mager

Kommen wir nun noch zum Multiplayer, den Warhammer zu bieten hat. Zu bieten ist hier das Stichwort, denn zu aller erst hat das Spiel einen Online-Pass zu bieten, der jedem Spiel beiliegt. Wer keinen hat, kann maximal bis Level 6 spielen und das ist Ende. Zu bieten hat das Spiel auch gerade mal zwei mickrige Spielmodi, nämlich ein Team-Deathmatch und ein Zonenspiel. Beide sind recht schnell erklärt, in Team-Deathmatch gewinnt das Team, welches als erstes das Killziel erreicht und bei dem Zonenspiel, gibt es drei Punkte auf jeder Karte, die eingenommen und gehalten werden müssen, um Punkte zu erzielen. Bedenkt man die große Auswahl anderer Spiele ist diese Auswahl schon recht dürftig, jedoch darf man nicht vergessen, das auch andere Spiele ähnlich wenige Modi anbieten, trotzdem erscheinen zwei Modi doch sehr weit hergeholt. Größter Negativpunkt ist jedoch das Eintreten in eine Lobby. Wie für fast alle Konsolenspiele, gibt es lediglich ein Matchmakingsystem, statt einem Serverbrowser. Leider unterscheidet das Spiel zuvor in einen NAT-Typ. Hat man, so wie wir, das Pech keinen offenen NAT-TYp zu haben, dann heißt es warten, lange warten. Wir saßen bestimmt zehn geschlagene Minuten vor dem Bildschirm und warteten, dass wir endlich in ein Spiel kamen. Also, ganz gleich ob es Spieler gibt die damit keine Probleme haben, aber sowas darf bei keinem Spieler auftauchen, denn so eine Wartezeit ist eine Zumutung und ist in keinem Fall mit einem moderaten, oder strikten NAT Typ zu rechtfertigen. Andere Spiele schaffen es auch in mit solchen Leuten fix um zu gehen. Wir hoffen auf baldige Nachbesserung in Form eines Patches. Ironischer weise läuft dann aber alles perfekt, hat man erst die Hürde des Matchmaking überwunden. Da gibt es keine Lags, Freezes oder sonstige Störungen. Leider erschienen uns die Klassen ein wenig unausgeglichen, da man als Neuling fast keine Fähigkeiten besitzt, man jedoch gegen reine Vollprofis spielt, die einen klaren Vorteil mit ihrem hohen Rang haben. Das Gameplay ist mit dem im Singleplayer identisch, sodass Neulinge sich trotzdem gut zurecht finden und nach kurzer Zeit der Spaß nicht zu kurz kommt, dafür sorgt immerhin ein umfangreiches Rangsystem mit so einigen Rängen, die nur erobert werden wollen.

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Fazit:

Relic Entertainment hat mit Space Marines versucht etwa Neues zu machen und hat das Warhammer Universum in die Action geschickt. Das Ergebnis ist solide, jedoch mit einigen Kritikpunkten und Fehlern, die den Spielspaß trüben. Allen voran die lange Wartezeit im Multiplayer, oder die Eintönigkeit in einigen Bereichen der Story. Das Spiel ist in jedem Fall was für die Warhammer Fans, der ganze Rest sollte die Demo spielen und dann selbst entscheiden.

Gutes

+ Großer Umfang
+ Gerade für Fans gut gemacht

Schlechtes

- Levels zu langweilig gestaltet
- Schlauchartige Levels
- Kaum Abwechslung, auf rennen folgt ballern
- Schlechte Synchro

7.5 Gut

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