Until Dawn im Test – Wirst du die Nacht überleben?

Getestet von | 07.09.2015 um 11:59 Uhr

Die Neunziger Jahre haben uns einige Errungenschaften zurückgelassen, welche wir bis heute noch sehen können. Darunter zählen auch die Teenie-Slasher, von denen sicherlich jeder von uns schon einmal einen gesehen hat, wie beispielsweise „Scream“. Nun haben sich die Entwickler von Supermassive Games an den Klischees dieser Filme bedient und wollen uns in ihrem neusten Projekt, Until Dawn, auf einen Horror Trip der Extraklasse senden. Ursprünglich für die PlayStation 3 und Move geplant, erscheint der Titel jetzt nur noch für die PS4 und vertraut dabei auf die Fähigkeiten des neuen Dualshock-Controllers. Wie sich das Spiel letztendlich spielt und ob wir es geschafft haben, mit allen acht Protagonisten bis zum Morgengrauen zu überleben, könnt ihr in unserem Test nachlesen.

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Acht Freunde sollt ihr sein

Die Geschichte handelt von acht Freunden, welche ein Jahr nach dem tragischen und mysteriösen Verschwinden der Schwestern Beth und Hannah, an den Ort des Ereignisses zurückkehrt, um ein Wochenende zusammen zu verbringen. Die Idee dazu stammt von Joshua, dem Bruder der beiden Schwestern, welcher zu Ehren seiner Schwestern mit den gemeinsamen Freunden dort eine schöne Zeit verbringen will und gleichzeitig damit auch beweisen möchte, dass das Leben weitergeht. Schaut man sich die Protagonisten an, so merkt man sofort, dass sich die Entwickler bei der Erstellung dieser an die klassischen Stereotypen bedient haben. So haben wir beispielsweise die Zicke, den smarten Typ, das sexy Mädchen oder den Mutigen. So kommt es auch, dass einem gleich von Beginn an, der ein oder andere Charaktere so gar nicht passt und man ihn am liebsten bei der nächstbesten Gelegenheit das Zeitliche segnen lassen will, anstatt ihn noch Stundenlang am Leben zu lassen. Doch genau das wollen die Entwickler verhindern, indem bereits in den ersten Kapiteln versucht wird, den Spieler an die Charaktere zu binden, um ihm dann im späteren Verlauf des Spiels seine Entscheidungen zu erschweren. Alle acht Charaktere sind spielbar und dank des Butterfly-Effekts gestaltet ihr die komplette Handlung auf Basis von diversen Entscheidungen selbst. Dabei gilt es, alle Protagonisten vor einem Psycho-Killer zu retten, wie es sich eben für solch einen Teenie-Slasher gehört. Dabei ist es wichtig, wie ihr euch mit den jeweiligen Persönlichkeiten verhaltet, da euer Verhalten und eure Entscheidungen direkte Konsequenzen auf den umfassenden Handlungsstrang haben. Damit gleicht das Abenteuer einem Spiel von Quantic Dream oder Telltale Games, scheut sich jedoch niemals, euch einfach einmal komplett den Boden unter den Füssen wegzuziehen und euch eure Entscheidungen, egal wie belanglos sie auch schienen, aufs übelste bereuen zu lassen. Dabei muss sich der Spieler stets vor Augen halten, dass es möglich ist, dass alle acht Charaktere sterben können und man dies mit seinem Verhalten entscheidend mitgestaltet. Verhält man sich unklug oder egoistisch, kann das Spiel für einen der Protagonisten schneller vorbei sein, als einem lieb ist. Zudem verfügt jeder der Charaktere über Eigenschaften, welche, je nach Persönlichkeit, zu Beginn verschieden ausgeprägt sind und sich im Verlaufe des Spiels verändern können – und zwar positiv sowie negativ. Dies ist von den Handlungen des Spielers abhängig.

Möge der Überlebenskampf beginnen

Was befindet sich hinter dieser mysteriösen Tür? Verfolgt ihr ein Geräusch lieber alleine oder mit jemandem zusammen? Bleibt ihr in der Gruppe oder wollt ihr alleine einem Hinweis nachgehen? Jede wichtige Entscheidung öffnet einen neuen Strang. Dadurch kommt es zu interessanten Wendungen in der Geschichte, die euch immer wieder packen und zum Weiterspielen motivieren. Einen großen Verdienst daran hat auch die Atmosphäre, welche mit Lichteffekten, Klangkulissen und starken Szenerien punkten kann. Obwohl das Spiel für ein Horrorspiel vergleichsweise wenig echten „Horror“ beinhaltet, hat man trotzdem das gesamte Spiel über dieses beklemmende Gefühl, welches einen niemals vollkommen verlässt. Auch sind die Animationen der Gesichter sehr gut gelungen und vermitteln einem wirklich das Gefühl, dass sich diese Person beispielsweise auch fürchtet und genau damit kann das Spiel punkten, denn die Steuerung ist im Gegensatz dazu nicht besonders spektakulär. Das spielerische Gerüst von Until Dawn ist recht simpel gehalten. Dies liegt an der cineastischen Präsentation des Spiels. Ihr steuert die Charaktere mit dem Analog-Stick und müsst in hektischen Situationen Quick-Time Events meistern, um das Leben eures Charakters zu verlängern. Natürlich ist dies keine neue Erfindung in der Welt der Videospiele, jedoch funktioniert die Steuerung zu jeder Zeit und erfüllt ihren Zweck. Nebenbei gibt es noch die Bewegungssteuerung, welche jedoch im Vergleich mit der klassischen Steuerung um einiges schlechter funktioniert. Die Erkennung ist nicht fehlerfrei genug, um damit durch das ganze Spiel und seine teilweise hektischen Situationen zu kommen. Die Charaktermodelle der Protagonisten sind sehr gut gelungen und man merkt, dass hier viel Zeit und Schweiß in das Motion Capturing investiert wurde. Insgesamt erfüllt das Gesamtpaket halt einfach die Erwartungen, welche man an so einen Film zu halten mag. Die Gespräche sind recht oberflächlich gehalten und falls man einen tieferen Sinn darin suchen will, kann man dies auch sogleich unversucht lassen.

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Die komplette Facette der Geschichte

Lässt man sich genug Zeit um die verschiedenen Hinweise zu finden, erkennt man erst den gesamten Umfang der Geschichte, welchen wir hier an dieser Stelle natürlich nicht verraten wollen. Zudem haben sich die Entwickler etwas einfallen lassen, um die Spielerfahrung für jeden Spieler zu optimieren und zwar sind dies Sitzungen mit einem Psychiater, welche jeweils am Ende eines Kapitels stattfinden. Dieser stellt uns Fragen, zeigt uns Bilder oder fragt uns welchen der Charaktere wir am meisten mögen oder eben nicht mögen. Durch die Antworten welche der Spieler gibt, soll sich das Spiel individualisieren und somit auf den Spieler zugeschnitten werden. Gibt man beispielsweise an, dass man Angst vor Nadeln hat, erscheint der Psycho-Killer in einer Szene wirklich mit einer Spritze.

Fazit

Wenn man sich voll auf das Spiel einlässt und zudem auf Teenie Slashers steht oder gerne einmal mit Freunden ein Spiel mit interessanter Geschichte spielen will, der kann mit Until Dawn nichts falsch machen. Das Spiel schafft es eine Spannung aufzubauen und diese bis zum Ende aufrecht zu erhalten. Zudem fiebert man ziemlich schnell mit seinen Lieblingscharakteren mit und überlegt zweimal, welche Entscheidung man nun trifft und was diese für Konsequenzen haben könnte. Denn dank des Butterfly Effekts, ist die Handlung mit ihren Wendungen so interessant gestaltet, dass man stets motiviert bleibt, sie in all ihrer Tiefe zu ergründen.

Gutes

- Spannende Geschichte
- Beziehung zu Charakteren
- Butterfly Effekt

Schlechtes

- Oftmals sinnlose Gespräche
- Bewegungssteuerung ist grottig

8.6 Sehr gut

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