Under Defeat HD Deluxe Edition – Review

Getestet von | 26.01.2013 um 20:21 Uhr

Neue Ordnung oder Arcade-Modus

Im Startmenü habt ihr die Auswahl zwischen zwei “verschiedenen” Modi: Den “Neue Ordnung” Modus und den Arcade-Modus, leider, leider entpuppt sich beides als dasselbe. Der einzige Unterschied besteht darin, dass der Arcade-Modus vom Bildschirm her an die alten Spielautomaten erinnert und “Neue Ordnung” im Vollbildmodus ist, ansonsten ist es jedoch exakt dasselbe. Schade. Zu Beginn jedes Modis könnt ihr euch die Schwierigkeit wählen. Wir empfehlen: Übertreibt es nicht und versucht das Ding erst einmal auf “Einfach”, ernsthaft. Es sei denn, ihr wollt den Controller gleich vor Wut in den Fernseher werfen, dann könnt ihr auch einen höheren Schwierigkeitsgrad wählen. Nach dem Schwierigkeitsgrad könnt ihr noch entscheiden, wie viele Extraleben ihr haben wollt. Ein komplettes Leben besteht immer aus vier Teilleben. Die Teilleben verliert ihr, wenn ihr im Laufe eines Levels getroffen und wieder in die Map gesetzt werden. Habt ihr alle Teilleben verloren, beginnt ihr am letzten Kontrollpunkt. Bis zu fünf dieser, wir nennen sie jetzt einmal Vollleben könnt ihr auswählen, was wiederum bedeutet, dass ihr sozusagen 20 Versuche habt, die Level zu bestehen. Hierbei ist jedoch zu sagen, dass ihr nicht bei jedem neuen Level erneut alle Leben habt. Ihr nehmt immer alles mit ins nächste Gebiet. 20 Leben klingen ziemlich viel, entpuppen sich dennoch als viel zu wenig. Vor allem als Anfänger wird man über diese doch “geringe” Anzahl an Leben fluchen. Doch hier heißt es: Übung macht den Meister.

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Jeder Modus bietet euch zehn Level und drei Schwierigkeitsstufen, wobei noch ein weiterer Modus freigeschaltet wird, wenn man das Spiel auf einem beliebigen Schwierigkeitsgrad durchgespielt hat. Das ergibt also mindestens acht Spieldurchläufe, wo einem immer wieder dasselbe geboten wird. Spannend! Möchte man zudem Platin haben, muss man das Spiel tatsächlich mindestens achtmal durchspielen. Man bekommt nämlich nicht einfach alle anderen Trophäen dazu, wenn man einen Modus auf Schwer durch hat. Doch auch zu den Trophäen später noch etwas mehr.

Hat da jemand geredet?

Wie bereits erwähnt, hat die Story von Under Defeat keine Bedeutung, man möchte jedoch hin und wieder vorgaukeln, dass man sich tatsächlich auf einer Mission befindet und irgendwo jemand ist, der uns Befehle gibt oder uns lobt. Nach jedem Levelboss knackt das Funkgerät und irgendwelche Informationen werden durchgegeben. Trotz lauter Einstellungen unseres Fernsehers war es uns allerdings nicht möglich, diesem Gesprochenen einen Sinn zu geben.
Die Musik klingt jedoch eher als wäre sie einem Anime entsprungen und passt zum Teil nicht in das Setting, was aber auch nicht sonderlich tragisch ist, da man es ohnehin kaum versteht. Die Schüsse sind dafür einfach zu laut. Bedenkt man jedoch, dass das Spiel ursprünglich für Japan erschien, passt die Musik und auch die einzelnen Bereiche der Animes, so lernen wir auch zwei Figuren kennen, die ebenfalls gezeichnet sind.

Grafisch kann Under Defeat auch mit keinem aktuellen Spiel mithalten, aber das muss es auch gar nicht. Die Landschaften sind detailliert gestaltet, langweilen jedoch nach einer Weile, da man immer wieder dieselben Elemente sieht. Die Gegner… Nun, es gibt davon viele, allerdings sollte man sie eher schnell ins Jenseits schicken als sich die Mühe zu machen, diese näher zu betrachten. Ein Schuss des Gegners “tötet” nämlich euren Helikopter. An sich passt die einfache Grafik in das Setting und was Anderes würde man von einem Videospielautomaten schließlich auch nicht erwarten.

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Trophäen und ein Handbuch

Wie bereits erwähnt, muss man das Spiel mindestens achtmal durchspielen, um einen Teil der Trophäen zu erhalten, doch manche bekommt ihr einfach so geschenkt. Startet ihr zum Beispiel das Spiel und landet unweigerlich im Startmenü, bekommt ihr schon eine Bronzetrophäe. Das ist doch schonmal was. Weiterhin bekommt ihr für jedes abgeschlossene Level sowohl im Arcade-Modus als auch in der Neuen Ordnung eine Trophäe. Betretet ihr anschließend das Extra-Spiel, erhaltet ihr abermals eine Trophäe. Allerdings müsst ihr es erst einmal bis dahin schaffen, denn bereits die ersten Level haben es gewaltig in sich.

Erstaunlicherweise verfügt Under Defeat HD über ein recht ausführliches Handbuch, das euch in die Menüs und die Steuerung des Spiels einweist. Auch einen kleinen Abriss zu den beiden Protagonistinnen erfährt man, allerdings hier nur typisch Japanisch: Name, Geburtstag und die Blutgruppe. Sicher, es gibt Artikel, die belegen, dass die Blutgruppe ein wenig den Charakter der Person erkennen lassen, aber in einem Videospiel, in dem man die Charaktere nur einmal kurz nach jedem Level als Foto sieht und ansonsten in einem Helikopter sitzt, ist es doch mehr als unnütz. Dennoch: Das Spiel hat ein Handbuch! Ein Buch! Also, vielleicht ist es auch eher ein Heftchen, aber immerhin ist es eine Seltenheit, wo doch die richtigen Handbücher mit der Zeit fast gänzlich verschwunden waren. Hier gibt es einen dicken Pluspunkt!

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Fazit

Under Defeat HD ist auf jeden Fall etwas für alteingesessene Zocker, die gerne ein Spielerlebnis von früher erleben wollen. Es besitzt einen verdammt knackigen Schwierigkeitsgrad und Anfänger sollten eher die Finger davon lassen – Es sei denn, sie wollen ihren Ehrgeiz beweisen, dann sollte man aber auch mit den vielen Verlusten umgehen können. Das Spiel macht schon Spaß, versteht uns da jetzt nicht falsch. Nur der Schwierigkeitsgrad ist in der heutigen Zeit einfach zu hoch angesetzt. Sicher, der richtige Zocker beißt sich auch gerne mal die Zähne aus, aber heutzutage zocken einfach viel zu viele Leute, sodass man eigentlich nicht auf diese kleine Nische der Spieler eingehen kann, wenn man keine Verluste einfahren möchte. Under Defeat HD ist schon ein schönes Spiel, führt nur zu zu viel Frust und das ständige Wiederholen der Level, in denen man auch nichts anderes macht, außer andere Dinge abzuschießen, trügen leider den Schein. Aber immerhin: Es hat ein Handbuch, das wirklich mal nett aufgemacht ist, während die Musik und die Charaktere doch sehr untergehen, von der Story einmal ganz zu schweigen. Schade, schade, aber es hatte auch seine guten Momente.

Gutes

+ Viele Level...
+ Knackiger Schwierigkeitsgrad...
+ Ein richtiges Handbuch
+ Retro-Anspruch
+ Eher etwas für Hardcore-Gamer

Schlechtes

- ... die sich mehrfach wiederholen
- ... der zu zu viel Frust führt
- Nicht für Anfänger geeignet
- Keine Abwechslung
- Story und Charaktere irrelevant
- Steuerung des Helikopters nicht mehr zeitgemäß
- Scheinbar großer Umfang

4.5 Schlecht!

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