Uncharted: The Nathan Drake Collection im Test

Getestet von | 23.10.2015 um 16:35 Uhr

Remaster von etwas älteren PlayStation 3 spielen sorgen nicht bei jedem für Freude. Der nun folgende Test, bezieht sich auf eine der beliebtesten PlayStation 3 exklusiv Reihen und hat ein Remaster jedoch mehr als verdient. Die Uncharted: Nathan Drake Collection dient ganz klar als Grundgerüst für den kommenden Nachfolger, Uncharted 4, für die PlayStation 4. Nicht umsonst liegt ein Beta Code für die Multiplayer Beta des neuen Ablegers bei, doch hinzu kommen drei mit Spannung und Action gefüllte Vorgänger. Aber sind die Spiele Schnee von gestern, kommen sie grafisch sogar an aktuelle Spiele heran oder sehen sie Uncharted 4 zum Verwechseln ähnlich – das erfahrt ihr in unserem Test.

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„Wie eine Nonne im Schwimmbad“ – Sully

Wie Entwickler Naughty Dog vor kurzem bekannt gab, haben etwa 80% Prozent aller PlayStation 4 Besitzer nicht ein Uncharted gespielt, eine Sünde eigentlich, wenn man mal ehrlich ist. Denn die Serie hat sich in den letzten Jahren entwickelt und hat die PlayStation 3 wie kaum eine andere Reihe geprägt. Und genau hier kommt das Besondere der Nathan Drake Collection. Nicht nur, dass viele Spieler Uncharted nachholen können, sie erleben auch Videospiel Geschichte mit. Während man es spielt, sieht man die Entwicklung die Nathan Drake und Co., sowie Naughty Dog in den letzten Jahren gemacht hat. Spielt man nämlich den ersten Ableger Uncharted: Drake’s Fortune, dann merkt man auf seiner Reise klar die Ursprünge der Serie. Man wollte eine Tomb Raider ähnliche Erfahrung schaffen, nur eben mit Einflüssen wie Indiana Jones und damit zwar den talentierten Schatzsucher in ein Spiel ummünzen, aber dieser sollte mit flapsigen Sprüchen und Schusswaffen statt einem Lasso oder großen Brüsten glänzen.

Bei Uncharted: Drake’s Fortune beginnt das Abenteuer rund um Nathan Drake. Dieser ist ein Nachkomme des Entdeckers Sir Francis Drake und eben jenem auf der Spur. Auf einem Boot in Begleitung der Reporterin Elena Fisher bergen sie den Sarg von Francis Drake, doch finden außer einem Tagebuch nichts. Doch hier beginnt das ganze erst, das Tagebuch birgt Hinweise auf die Goldene Stadt: El Dorado. Von Dschungeln, Ruinenstätten bis hin zu düsteren Katakomben setzt der Titel den Grundstein für alles kommende.

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Doch sobald man Uncharted 2: Among Thieves eingelegt hat, merkt man sofort, dass sie eine andere Richtung ergreifen wollten. Ab da war es keine „Kopie“ von anderen Spielen und Filmen sondern Naughty Dog hat Uncharted geschaffen. So blöd wie es klingt, doch die Entwickler haben damit die Richtung der Serie geprägt und nicht ohne Grund, ist es für viele der beste Ableger, einer ohnehin genialen Serie. Dabei sind wir auf der Suche nach Shangri-La und haben nicht nur die Motivation einfach nur Reich zu werden, nein, wir wollen vor allem in einem Wettstreit mit Flynn und Lazarevic beweisen, wer der wahre Meisterdieb ist.

Mit Uncharted 3: Drake’s Deception gab es dann einen kleinen Umschwung und für viele, war die gegangene Richtung nicht zwingend die richtige. Mit der Suche nach dem Atlantis der Wüste gab es zwar ein ähnlich vielversprechendes Ziel, doch Naughty Dog folgte dem Trend vieler Spiele und wollte an vielen Stellen schon fast ein Film schaffen. Diese überinszenierten, cineastischen Elemente haben vielen Spielern nicht gefallen. Hinzu kamen die vielen Schusssequenzen und so manche Story-Elemente, die dafür gesorgt haben, dass Uncharted 2 weiterhin die Krone in der Reihe trug.

Viel mehr wollen wir zur Story nicht zwingend sagen, denn entweder ihr kennt sie oder ihr kennt sie nicht und solltet sie auch in vollen Zügen erleben – ohne jegliche Spoiler. Änderungen in der Kampagne von Nathan Drake gibt es jedoch keine, wer sich hier neue Ergänzungen durch DLC oder ähnliches versprochen hat, der wird hier leider etwas enttäuscht. Nichtsdestotrotz bietet die Collection extrem viel und jeder Spieler erinnert sich sicherlich an die ein oder andere ikonische Szene aus der Reihe. Hinzu kommt einfach noch der tolle Humor an so vielen Stellen des Spiels, der einfach dazugehört. Wenn Sully einen perversen Spruch oder von Lima erzählt, Drake irgendwo runterfällt und sein überleben mit einem lockeren Spruch feiert oder man in den Pool springt und Marco Polo spielt.

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„Das Leben ist kein Wunschkonzert“ – Chloe

Nun kommen wir zum Gameplay der Uncharted Collection und auch hier muss man sagen, dass die Entwickler der Collection eigentlich nichts geändert haben. Hier müssen wir aber Chloes Zitat nutzen und jeder muss für sich selbst entscheiden, inwiefern er dies als Kritikpunkt sieht oder eben nicht. Auf der einen Seite wäre dies natürlich für die Entwickler die Chance das ohnehin schon gute Gameplay nochmal etwas weiter zu verbessern und damit gleichzeitig Spielern, die daran kein Gefallen gefunden haben, das Spiel erneut schmackhaft zu machen. Gleichzeitig muss man es aber so sehen, dass es eben „nur“ ein Remaster und kein Remake oder ähnliches ist. Wieso etwas ändern, wenn es damals gut funktioniert hat und seine Fans hat. Wäre es dann das gleiche Spiel, würden Fans dies auch nur positiv wahrnehmen? Natürlich könnten wir den Blupoint Games Faulheit vorwerfen oder ähnliches, weil es „nur“ ein Remaster ist – aber wer würde Einbuße oder eine Verschiebung von Uncharted 4 oder The Last of Us 2 (ja ich habs gesagt), hinnehmen, nur damit ein Remaster etwas besser wird – Das Leben ist kein Wunschkonzert. Aber natürlich gibt es Verbesserungen in der Steuerung, Gameplay und der Mechanik, nur eben keine allzu gravierenden, sodass es sich wie ein neues Spiel anfühlt. Uncharted bleibt Uncharted.

Um das Ganze dann aber auch aus der Spieletester Sicht zu bewerten, muss man sagen, wer damals mit der Steuerung und dem Gunplay nicht zurechtkam oder Gefallen daran fand, der wird es jetzt genauso wenig. Laufen, klettern, in Deckung gehen und schießen sind die Kernelemente des Spiels. Das funktioniert solang auch gut, soweit man sonst keine zu hohen Ansprüche hat. Bei Uncharted 1 entfällt das Element des Schleichens auch nahezu komplett, da man relativ einfach entdeckt wird und kann es demnach auch sofort lassen. Bei Teil 2 und 3 ist dies schon besser gelöst und wenn man gut darin ist, dann spart man sich schon noch die ein oder andere Salve bei diesen Gegnermassen. Es muss einem aber auch bewusst sein, dass so manche Gegner durchaus viele Schüsse brauchen, bis sie letztlich erledigt sind, je nach Schwierigkeit. Und wo wir gerade über die Schwierigkeitsgrade sprechen (reiner Zufall) – davon gibt es nun in jedem der drei Teile noch einen komplett neuen. Wer also früher noch darüber gemeckert hat, dass die Gegner einen noch nicht genug fordern, der wird jetzt die Herausforderung bekommen, die er auch gesucht hat.

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Aber auch schon bei den etwas leichteren Modi merkt man, wie clever die KI Feinde in manch einer Situation sind. Kennt ihr die Spiele wo sich ein Gegner hinter einem Gegenstand versteckt und immer die gleiche Kopfbewegung bringt und ihr nur mit eurem Visier warten müsst, bis er wieder an der gleichen Stelle auftaucht? Tja, dass gibt es bei Uncharted nicht. Dort bewegen sich die Feinde hin und her, Strecken den Kopf etwas raus, springen zu einer anderen Deckung oder legen sich auf den Boden, um euch zu überraschen – was klappt. Erstaunlich ist dann auch noch, dass sie euch wirklich flankieren. Sobald ihr den Schwierigkeitsgrad höher stellt, können sie wirklich von jeder Ecke kommen und euch mit ihrer Intelligenz überraschen. Damit ihr den Überblick über eure Erfolge behaltet, hat Bluepoint Games die Statistik aus den PS3-Versionen übernommen, aber nochmal aufgebessert. Denn nun kann man sein Können mit dem seiner Freunde vergleichen. Sei es die Spielzeit, die Anzahl der Tode, im Nahkampf besiegte Feinde oder auch wie viele Gegner ihr mit Waffe X besiegt habt. Für jeden Fan von Statistiken ein Paradies und auch wir finden es eine gute Ergänzung, die mehr Spiele bieten sollten. Hinzu kommt dann noch der Speedrun-Modus. Eine der großen Neuerungen, mit diesem könnt ihr nicht nur das Spiel/ Level wegen der Story spielen, sondern es kommt eine weitere Herausforderung hinzu. In Kombinationen mit den Statistiken kann man sein Können auch mit seinen Freunden oder der Welt vergleichen.

Gutes

+ Drei Pflichtspiele zum günstigen Preis
+ Grafisch ein großer Sprung
+ Neuer Fotomode, Speedrun Mode und erweiterte Statistiken

Schlechtes

- Technisch leider mit ein paar Mängeln
- Multiplayer und Koop sind leider gestrichen

8.9 Sehr gut

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