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Uncharted: The Lost Legacy im Test – Eine letzte Reise?

Artikel von | 02.09.2017 um 16:26 Uhr

Uncharted 4 galt bekanntermaßen als Abschluss der Geschichte von Nathan Drake. Doch die anderen Protagonisten der Reihe wollen auch ihren persönlichen Abschluss und bekommen mit Uncharted: The Lost Legacy eben jene Chance dazu. Allem voran Chloe Frazer und Nadine Ross spielen die Hauptrolle des „kleinen“ Ablegers und wir verraten euch in unserem Test, wie gut ein Uncharted ohne Nathan Drake sein kann.

Auf der Suche nach Ganeshas Stoßzahn

Einige Zeit ist seit den Geschehnissen von Uncharted 4: A Thief’s End vergangen. Chloe Frazer macht sich dieses Mal auf ihr eigenes Abenteuer und versucht das Erbe ihres Vaters fortzuführen. Denn dieser hat in Indien nach einer geheimen Stadt gesucht, in der der Stoßzahn von Ganesha versteckt sein soll. Chloes Partner sind jedoch weder Nathan Drake noch Sully, sondern die einstige Anführerin von Shoreline, Nadine. Sie kreuzen jedoch recht schnell den Weg mit den Rebellenanführer Asav, der ebenso auf der Suche nach dem Schatz ist. Um das einstige Symbol der Macht zu bekommen scheut Asav weder Zeit noch Mühe und ist gewillt einige Opfer zu bringen, was Chloe und Nadine auch schmerzlich mitbekommen und deshalb immer einen Schritt voraus sein müssen.

Das klingt fürs erste natürlich überaus interessant, natürlich weil dann auch die typischen historischen Erzählungen und Fakten hinzukommen und das alles auch, wie gewohnt, extrem gut verpackt ist. Aber auf der anderen Seite kennt man diese Art der Geschichte schon von den vorherigen Teilen. Wieder einmal begeben wir uns auf eine Schatzsuche, wieder einmal folgt uns ein Antagonist mit schier unendlichen Söldnern und wieder einmal gibt es die gewohnte Action. Deshalb ist The Lost Legacy auf der einen Seite natürlich das typische Uncharted, aber gleichzeitig ist es eben ein ebenso tolles Uncharted.

Wer sich mit den vorherigen Teilen nicht abfinden konnte, wird es diesmal genauso wenig. Andersherum werden die Leute, die sie geliebt haben, auch den Mini-Teil lieben. Tolle Dialoge, super Charaktere, eine interessante Geschichte, viel Historisches und natürlich auch jede Menge Schusswechsel mit Explosionen. Chloe übernimmt dabei eher die Rolle von Nathan Drake und sorgt an vielen Stellen für einen kleinen Witz während man Nadine von einer neuen Perspektive kennen lernt. Nach knapp 6-7 Stunden ist dieses Abenteuer dann leider schon vorbei, aber wer weiß, ob es in Zukunft nicht auch noch Uncharted: Sullys Casino Abenteuer geben wird und man mit der Reihe komplett abschließen muss.

Uncharted™: The Lost Legacy, Review, Test

Klettern, springen, schießen – aber auch Schlösser knacken und Fotos machen?

Uncharted: The Lost Legacy hat zwei, mehr oder weniger große, Änderungen im Gameplay. Man kann nun an einigen Stellen Fotos machen und sie auf dem Smartphone von Chloe anschauen. Das ist die weniger große Änderung. Die etwas größere ist das knacken von Schlössern. Diese Fähigkeit hilft Chloe dabei entweder an verschlossenen Türen vorbei zu kommen oder eine abgeschlossene Munitionskiste zu öffnen. Ansonsten bietet der Titel nahezu alles, was Uncharted 4 auch geboten hat. Wieder einmal klettert man viel herum, gerät in Schusswechsel, hat ein Seil mit Enterhaken zum herumschwingen, kann schwimmen oder löst das ein oder andere Rätsel. Bei den Schusswechseln ist jedoch entscheidend, dass nun einige Munitionskisten verteilt sind. Sobald man einige Wachen ausgeschaltet hat, kann man versuchen diese zu öffnen und besonders hilfreiche Waffen zu bekommen – gerade eine Schallgedämpfte Pistole kann ein Lebensretter sein.

Erfrischend ist auch ein etwas größerer Bereich inmitten des Spiels. Man erkundet nämlich einen kleinen Open-World Bereich und kann dabei mit dem Auto frei entscheiden, wann man was machen will, selbst versteckte Objekte kann man dann sammeln und eine besondere Belohnung erhalten. Dafür hat man eine kleine Karte des Bereichs und kann anhand dieser navigieren. Die Rätsel in The Lost Legacy fanden wir jedoch äußerst kreativ und nett. Während Drake in vorherigen Spielen immer ein Notizbuch dabei hatte, fehlt dieses jetzt. Dadurch sind die Rätsel nun auch etwas interaktiver.

Uncharted™: The Lost Legacy, Review, Test

Eine Besonderheit an The Lost Legacy ist aber auch, dass der komplette Uncharted 4 Multiplayer enthalten ist. Da jeder weiß wie Deathmatch und co. Funktionieren, wollen wir uns lieber auf den neuen Modus konzentrieren. Denn mit Survival gab es dann auch einen kooperativen Wellenbekämpfungsmodus bei Uncharted. Nun kamen die Arena-Herausforderungen hinzu. Dort stellt man sich ebenso als Team gegen einige Wellen von Feinden, jedoch mit ein paar Anpassungen. So gibt es zufällige Modifikationen die oft den Feinden noch eine besondere Kraft geben. Das gibt dem ganzen noch einen netten Twist und keine Runde fühlt sich wie die vorherige an.

Jedoch hat das Ganze auch einen Haken, man startet nämlich immer mit einer normalen Pistole und muss sich dann „hochkillen“, indem man Feinde nieder streckt, ihre Waffen nimmt oder mit dem gewonnen Geld neue Ausrüstung erwirbt. Hinzu kommen noch Perks und Level, die von euch abhängig sind. Als Anfänger ohne hohen Level und Perks ist man doch sehr verloren, da es keine genaue Level-Empfehlung gibt und man erst öfter einmal stirbt bevor man sich wirklich eingespielt hat. Wenn dann aus allen Richtungen verschiedene Feinde kommen, die beim Tod Granaten fallen lassen und teilweise gepanzert sind, kann man schon schnell überfordert sein. Außerdem ist man auch abhängig von den Waffen, die die Gegner hinterlassen, was nicht immer gut ist. Hinzu kommen auch noch einige Bugs, bei denen man irgendwo feststeckt oder das Seil nicht geworfen wird und man deshalb stirbt. Alles in allem macht es im Koop mit seinen Freunden schon einen heidenspaß, jedoch wird dieser immer wieder von zu vielen Feinden, unfairen Modifikationen oder Fehlern getrübt.

Uncharted™: The Lost Legacy, Review, Test

Naughty Dog weiß einfach, wie man die PlayStation 4 nutzt

Selbst wenn man Kritik an Gameplay oder Story üben kann, so ist Uncharted: The Lost Legacy rein optisch einfach nur ein Hingucker sondergleichen und wie auch der große Bruder Uncharted 4 über jeden Zweifel erhaben. Was Naughty Dog hier mit der PlayStation 4 veranstaltet ist wieder einmal ein purer Augenschmaus und allem voran in der Story erlebt man unzählige Momente, bei denen man kurz innehalten muss und die Hintergründe oder riesigen Gebäude bestaunen muss. Besonders in den Zwischensequenzen fühlt man sich dann wie in einem Kinofilm, statt einem Spiel. Es sind auch die Details die Uncharted so besonders machen. Seien es die vielen und tollen Tiere, die Animationen der Charaktere wenn sie irgendwas machen oder einfach die bunte und vollgestopfte Welt von Indien. Hinzu kommen noch 1080p und HDR bei der PlayStation 4 Pro und dem passenden Fernseher.

Auch beim Sound ist Uncharted: The Lost Legacy ein PlayStation 4 Vorzeigetitel. Besonders wenn man Kopfhörer aufgesetzt hat, wirken die Waffensounds, Explosionen und das ganze drum herum einfach Extraklasse. Gerade wenn mal weniger los ist und man einfach nur den Hintergrundgeräuschen lauscht, fallen einem unzählige Details auf. Auch die Musik, beziehungsweise Melodien die im Hintergrund spielen, sorgen in den richtigen Momenten für eine besondere Atmosphäre, um das Spielerlebnis noch einmal intensiver zu machen.

Uncharted™: The Lost Legacy, Review, Test

Fazit: Uncharted: The Lost Legacy ist ein Uncharted wie es im Buche steht

Naughty Dog hat wieder einmal ein wunderschönes Abenteuer für eure PlayStation 4 hervorgebracht. Uncharted: The Lost Legacy funktioniert auch ohne Nathan Drake, da Chloe und Nadine dem Schatzsucher in nichts hinterher hängen. Die Geschichte entführt euch diesmal nach Indien und bietet die gewohnten Qualitäten. Natürlich kann man darüber streiten, dass sowohl Story als auch Gameplay wenig innovativ sind und in vielen Elementen dem Vorgänger ähneln, doch ändert das nichts an der hohen Qualität, die nun einmal geboten wird.
Bei der Optik bietet The Lost Legacy wieder einmal Vorzeigearbeit für viele Spiele und der Sound sorgt dafür, dass ihr mittendrin statt nur dabei seid. Man bekommt alles in allem noch einmal etwas mehr Uncharted und ist für 6-7 Stunden etwas kürzer an der Story, kann dafür mit Multiplayer und Survival trotzdem lange am Spiel selbst hängen. Insgesamt also wenig neues, aber sehr viel tolles was Naugthy Dog bietet.

Uncharted: The Lost Legacy Testbericht

Uncharted: The Lost Legacy

  • Release: 23.08.2017
  • Genre: 3rd Person Action, 3rd Person Shooter
  • Entwickler: Naughty Dog
  • Publisher: Sony

Gutes

+ Tolle Geschichte rund um indische Geschichte
+ Grafisch ein echter Hingucker
+ Arena-Überleben bietet viel Spaß im Koop

Schlechtes

- Story sehr ähnlich zu Vorgängern
- Wenig Änderungen zu Uncharted 4
- Survival nicht ganz optimiert

8.7 / 10 Sehr gut

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