Ultra Street Fighter IV im Test – Die Große Lust oder der Pure Frust?

Getestet von | 13.06.2015 um 13:57 Uhr

Capcom hat es wieder getan und hat Street Fighter IV zum insgesamt fünften mal veröffentlicht. Nachdem man auf der PS3 bereits Street Fighter IV, Super Street Fighter IV, Super Street Fighter IV Arcade und Ultra Street Fighter IV veröffentlicht hat, bringt man letzteres nun nochmal auf die PlayStation 4. Das Spiel, welches ursprünglich 2009 in Europa veröffentlicht wurde und als eine der Rettungen des Beat-‚em-ups Genre angesehen wird, soll nun also wieder einmal die Spieler vor die Konsole fesseln und für spannende Duelle sorgen – egal ob off- oder online. Die Frage ist nun, ob die Spieler langsam genug von diesem Teil der Serie haben oder ob er mit anderen Vertretern des stillvollen Verprügelns konkurrieren kann. Wir haben es für euch getestet und erzählen euch nun, was wir davon halten.

sfiv

Alte Rivalitäten mit neuem Schwung

Nachdem in der Erstfassung noch 25 Charaktere dabei waren, gibt es jetzt für alle Fans der gepflegten Klopperei insgesamt 44 Kämpfer zur Auswahl und zudem sind über 100 Kostüme vorhanden, weshalb also für jeden Geschmack etwas dabei sein sollte. Für den Laien hat sich von Version zu Version nicht wirklich viel geändert, bis auf mehr Charaktere und Outifts vielleicht. Erst bei den Pros, für die dieses Spiel hauptsächlich gedacht ist, werden die Unterschiede klar. Das Hadouken dauert einen Frame länger oder die Hitbox vom Tiger Uppercut wurde vergrößert. Was für andere nicht sonderlich von Bedeutung ist, sorgt bei den Pros für entsetzen oder große Freude, da hier jedes Detail und jeder Frame wichtig ist. Der Start der Kämpfe ist wie gewohnt. Die beiden Kontrahenten werden gekonnt in Szene gesetzt und haben meist einen flotten Spruch auf den Lippen. Und dann geht’s los, in Ultra SFIV sogar in zwei neue Spielmodi. Diese sind zum einen die Möglichkeit, online mit einem anderen Spieler zu trainieren, sowie der Modus Teambattle. In diesem Modus könnt ihr in der Variante vier gegen vier antreten. Ein Kämpfer ist so lange im Rennen, bis er seine komplette Lebensenergie verbraucht hat. Dann kommt der nächste ins Spiel. Mit diesem System, welches eingefleischten Fightern schon aus anderen Spielen bekannt sein dürfte, entstehen oft sehr Spannende Kämpfe und man kann richtig mitfiebern. Vor solchen Kämpfen bietet das Spiel die Möglichkeit, die Verbindungsgeschwindigkeit in einem Testmodus prüfen zu lassen, was einem oftmals entgegen kommt. Denn in den diversen Online Modi wie Rangliste, Endless, Turnier oder eben Team Battle, kam es während unserem Tests öfters vor, dass wir keinen Kampfpartner finden konnten oder Lobbys urplötzlich nicht beitreten konnten. War man erst einmal in einem Kampf drin, lief dann aber alles flüssig und ohne Probleme.

Einer der größten Minuspunkte, vor allem für Neueinsteiger, ist das fehlende Tutorial. Man muss also die Anleitungen genau studieren, einige Zeit in den Traingsmodi verbringen und Kombos präzise einstudieren, bevor man sich überhaupt an den Arcade Modus oder gar die Online Kämpfe wagt. Online trifft man nämlich öfters mal auf sehr versierte Spieler und wenn man ein wenig Glück hat, kann man sogar auch mal einen Treffer landen. Dies bedeutet vor allem zu Beginn nur eines: Training, Training und nochmal Training. Hier stellt der Herausforderungsmodus eine gute Alternative zum schnell langweilig werden Trainingsmodus dar. Denn hier muss man pro Kämpfer 24 Übungen bestehen, die einen in die fortgeschrittenen Techniken und Kombos einführen, aber auch hier muss man zum Ende hin schon ganz schöne Fingerakrobatik hinlegen. Hier gibt es allerdings wieder einen Nachteil, denn es stehen nur die 35 Kämpfer der „Super“-Version zur Auswahl. Wer sich also auf die Arcade- und die Ultra-Charaktere spezialisieren möchte, muss wohl oder übel über die Menüs agieren. Wo wir grad bei den verschiedenen Versionen sind. Bei Ultra habt ihr die Möglichkeit, auf Arcade und Super zu wechseln, um die Charakter Einstellungen und das Balancing der Vorgänger-Versionen zu haben. Natürlich ist auch wieder der Omega Mode dabei, bei dem Charaktere neue und veränderte Moves drauf haben. So macht kann das normale Hadouken im Omega-Mode, nicht mit den Armen, sondern mit seinen Beinen, was nicht nur eine frische Brise in den Kampf bringt, sondern auch für Abwechslung und mehr Tiefe sorgt. Auch in Sachen Ultra-Moves gibt es eine Neuerungen zu Super und Arcade. So hat man hier die Möglichkeit zwischen zwei Ultra-Moves zu wählen oder eben Double Ultra zu nehmen. Da habt ihr dann beide Moves im Kampf zur Verfügung, dafür machen Sie dann aber weniger Schaden, ein kleiner, aber feiner Unterschied. Ebenso neu im Vergleich zu den Vorgänger-Versionen, ist die Möglichkeit, länger am Boden liegen zu bleiben, damit der Gegner nicht direkt nach dem Aufstehen wieder nachsetzen kann. Ebenso neu bei Ultra SFIV, sind die roten Fokus-Angriffe. Bei normalen Fokus-Angriff, konnte man einen harten Angriff aufladen und konnte dabei zwei Schläge aushalten. Beim roten Fokus kann man nun mehr aushalten, was tatkische Tiefe bringt. Zu guter letzt, wurden in der Ultra-Version, so gut wie alle unblockbaren Angriffe entfernt. Das alles geschah auf Nachfrage der Fans und sind zwar nur Details, die vielleicht nicht allzu wichtig erscheinen, aber gerade für Pros, bzw. Turnierspieler machen gerade diese Kleinigkeiten den Unterschied in einem Kampf aus.

Grafisch alles in Butter oder was?

Das gesamte Spiel kommt in einem hübschen Comic-Look daher und läuft auf Sonys Flagschiff erwartungsgemäß in 1080p und 60fps. Diese 60fps konnten aber erst nach einem Patch erreicht werden. Denn zum Release hatte das Spiel schon ein paar Fehler. So hat das Bild teilweise geflackert und die Framerate war nicht perfekt. Was bei anderen Spielen nicht so wild ist, kann bei einem Beat m Up tödlich sein, denn da ist jeder Frame entscheidet Es kam aber bereist ein Patch der die meisten Fehler und auch die Framrate verbessert hat. Damit wird die PlayStation 4 jedoch nicht an ihre Grenzen getrieben, was bei einem Beat’M’Up allerdings vertretbar ist, da der ganze Look des Spiels die Atmosphäre gut auffängt. Spieler die darauf gehofft haben, dass die Hintergrundfiguren eine wirkliche Auffrischung erhalten haben, werden in diesem Punkt enttäuscht werden, denn noch immer sind diese sehr grob gehalten. Die Musik des Spiels untermalt das Gezeigte stets schön, sei es in den Kämpfen oder in den Menüs. Insgesamt kann man an der Grafik, der Atmosphäre und dem Sound nicht wirklich etwas aussetzen, jedoch sollte man hier keine zu großen Sprünge erwarten, da es sich schlussendlich noch immer um ein „Remaster/PS4-Port“ handelt.

UltraStreetFighter

Fazit

Für Serien Fans und Veteranen dürfte sich der Kauf des Titel noch immer lohnen, da diese sicherlich schnell mit der Steuerung zurecht kommen werden und sich dann auf einen Charakter spezialiseren können, um mit beeindruckenden Kombos ihre Gegner besiegen zu können. Jedoch liegt hier auch eines der Hautprobleme, nämlich das auf den Online Servern nicht gerade viel los. Die Steuerung an sich funktioniert wunderbar und liegt nach hartem Training auch gut in der Hand, während man der Grafik das Alter des Spiels doch anmerkt. Für Spieler welche ein Beat’M’Up für zwischendurch suchen oder keine Lust auf intensive Auseinandersetzung mit der Materie haben, ist Ultra Street Fighter IV sicherlich nicht der richtige Titel.

Gutes

- Serien Fans und Veteranen werden sehr motiviert
- Passender Grafikstyle
- Gute musikalische Untermalung

Schlechtes

- Neueinsteiger haben es schwer
- Online nicht sehr viel los
- Hintergrunddesign nicht wirklich verbessert

7.8 Gut

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