Two Worlds II – Review

Getestet von | 27.11.2010 um 00:00 Uhr

One World is not enough
Mit Two Worlds, das allerdings leider nicht für die PS3 erschien, konnten sich die Entwickler von Topware eine gewisse Fangemeinde erarbeiten. Dennoch musste sich das Open World RPG an diversen Stellen so manch negative Kritik gefallen lassen. 3 Jahre später schlägt Topware mit Two Worlds 2 ein neues Kapitel auf, diesmal auch für die PS3. Die Versprechungen und Erwartungen waren hoch. Der Nachfolger soll nicht nur den Vorgänger in allen Punkten übertreffen, sondern auch im Open World RPG-Genre die Messlatte höher hängen. Lest in der Review selbst ob Two Worlds 2 auf der PS3 nur eine Bereicherung durch relativ wenige Genre-Vertreter darstellt, oder ob hier nach einigen Verschiebungen doch Wort gehalten wurde.

Willkommen zurück in Antaloor
Two Worlds 2 knüpft einige Jahre nach den Geschehnissen des Vorgängers an, weshalb es nicht verkehrt sein dürfte diese nochmal zusammen zu fassen. Wasser, Feuer, Erde und Luft. 4 Elemente, 4 Götter die das Gleichgewicht auf Antaloor, so der Name des Inselreiches, bewahren. Als es dem dunklen Fürst Gandohar jedoch gelang den Feuergott Aziraal zu töten, nur um selbst seinen Platz einzunehmen, flüchtete dieser in den Körper von Kyra, der Schwester des Helden. Der Vorgänger endete nicht gerade mit einem Happy End. Noch immer machtbesessen nutzte Gandohar die Kräfte Aziraals, die im Körper von Kyra schlummerten. Der namenlose Held landete während des Befreiungsversuchs zudem auch noch in Gandohars hauseigenem Verlies. Hier knüpft die Handlung von Two Worlds 2 an. Ausgerechnet die menschenfeindlichen Orks retten ihn aus seinem Dilemma. Unter der neuen Führung einer mysteriösen Frau namens Cassara sind die Erwartungen an den Helden klar definiert. Der endgültigen Vernichtung Gandohars, der mittlerweile durch ein fünftes selbst erschaffenes Element nun völlig außer Kontrolle geraten ist. Mit seinem persönlichen Ziel, der Errettung seiner Schwester, willigt er ein. Die Handlung ist in einzelne Hauptquests unterteilt, die im Grunde überzeugen kann. Diese konzentriert sich primär an Gandohars Beweggründe, wie und warum er zur Macht griff, und wie er letztendlich aufgehalten werden kann. Auch an ein überraschendes und überzeugendes Ende wurde gedacht, wobei dieses allerdings viel zu abrupt endet. Auch wenn keine offenen Fragen zurückbleiben hätte man hier noch gerne Hollywood-Fantasy Feeling miterlebt. Etwas das sich dafür in den zahlreichen jederzeit machbaren Nebenquests wiederfindet. Hier haben sich die Entwickler teilweise stärker ins Zeug gelegt als in der Haupthandlung selber. Etwa eine rätselhafte Mordserie aufklären, oder die nach dem Tod noch lebenden Liebhaber einer verfluchten Frau zu überreden ins Jenseits überzugehen. Nur ein paar Beispiele die nicht selten durch mehrere aneinander hängenden Quests eine in sich geschlossene Handlung bieten. Stets glaubwürdig, die durch erstklassige Dialoge nicht nur Atmosphäre aufbauen sondern dem Spieler fast ständig selbst entscheiden lassen, in welche Richtung sich die Quest entwickeln soll, welche bzw. auch nachfolgende Ereignisse beeinflussen würde. Kurz gesagt bilden die Nebenquests die pulsierenden Adern Antaloors, die Two Worlds 2 zu was ganz besonderen machen. Wer seine Augen zusätzlich noch an schier unendlichen Textpassagen ausliefern will, sollte sich unterwegs auch die zahlreichen historischen Bücher durchlesen, die oftmals ganze Hintergründe einer Quest preisgeben, und den Gesamteindruck deutlich prägen.

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Inselreich der 1000 Möglichkeiten
Two Worlds 2 ist ein Open World Rollenspiel, welches es erlaubt die Spielwelt auf eigene Faust zu erkunden. Um nicht völlig ins kalte Wasser geworfen zu werden, darf zu Spielbeginn nur eine relativ kleine Insel erkundet werden, die zugleich auch als Tutorial der schier unendlichen Spiel-Funktionen herhalten muss. Angefangen mit den ersten Schritten der 3 Klassen Krieger, Bogenschütze und Magier, die sich voneinander komplett unterscheiden. Der Krieger beispielsweise ist ein reiner Nahkämpfer, der auf eine Vielzahl an Waffenkombinationen zurückgreifen darf. Beispielsweise Schwert und Schild, schwerere Zweihandwaffen wie etwa ein Hammer oder je 2 Einhandwaffen. Typisch für das Genre lassen sich im Laufe des Spieles Unmengen an Ausrüstungen finden, so dass es sich lohnt ständig den Stärke und Schutzwert miteinander zu vergleichen. Für letztere können wiederum mehrere Rüstungsteile angelegt werden. Stiefel, Hosen, Rüstung, Handschuhe und Helm. Darunter eine hohe Auswahl an Halsketten und Ringen. Ein eher aus der ferne agierender Magier setzt wiederum auf seine eigenen magisch fördernden Gewänder und dem dazu passenden Zauberstab. Was des Kriegers Waffen sind, sind des Magiers die unzähligen Zauber, die sich im Laufe des Spiels als Zauberkarten finden und erkaufen lassen. Diese basieren neben den 4 Grundelementen unter anderem auch auf Gift oder dem Beschwören der Untoten. Für die Anwendung wurde eine völlig neues Spiel-Feature erschaffen, das DEMONS (Dynamic Enchantment Magic Occultism and Necromancy System) Magiesystem, mit der sich Zauber auf unterschiedlichste Weise nutzen lassen. Bereits zu Spielbeginn lässt sich ein Zauber zu einem gezielten Fernangriff oder zu einer flächendeckenden Attacke entwickeln. Im weiteren Spielverlauf wird das DEMONS System immer komplexer. Je nach angelegtem Amulett lassen sich Zauber zu schnell aufeinanderfolgenden Combos zusammenreihen, dessen einzelne Zauber im DEMONS Kartensystem wiederum durch viele verschiedene Fähigkeiten beeinflusst werden. Etwa Ziellenkung, Zeit, Verzauberung oder Abprallen. Der Bogenschütze bestreitet den Kampf dafür mit einer unendlichen Anzahl verschieden möglicher Pfeile, mit der er im Snipermodus nicht nur geschützt agieren kann, sondern mit dem Multipfeil gleich mehrere Ziele markiert und ausschaltet. Je nach Wahl der Klasse läuft das Kampfgeschehen dadurch völlig anders ab. Hinzu kommt eine größere Auswahl an diversen Combos, die erst gefunden werden müssen. RPG typisch dürfen die über den Levelaufstieg erhaltenen Punkte, neben den Attributen, auch in Combos investiert werden. Zusätzlich zu allen anderen Fähigkeiten, wie etwa dem neuartigen CRAFT (Complete Reshaping And Forging Technology) System. Sämtliche Ausrüstungsgegenstände lassen sich mit diesem zerlegen, schmieden, mit Zaubersteinen belegen und wieder zusammenbauen. Wie auch beim DEMONS System bietet sich dadurch eine schier unendliche Anzahl an Varianten. Und hier gesellt sich ein extrem komplexes und ausgeklügeltes Alchemie-System hinzu, mit der aus unzähligen Pflanzen, Mineralien oder Resten der Gegner unterschiedlichste Tränke gebraut werden können. Die im Gegensatz zur Ausrüstung kein Gewicht mit sich bringen. Wer als Krieger nicht ständig seine Kondition aufstuft, wird öfters zum Opfer der limitierten Traglast, bzw. der Entscheidung welche Ausrüstung er zurück lassen muss. Je nach Waffe fällt auch das Kampfgeschehen des Kriegers völlig anders aus. Stumpfes Button-Gehämmere wird vom Gegner oft abgeblockt. Eine Kombination aus Angriff, Konter, Combos und der Auswahl der Waffen führt besonders zu Beginn zum Sieg. Des Gegners künstliche Intelligenz ist dabei zwar nicht wegweisend, hat jedoch immer wieder seine Momente. Etwa schwer angeschlagene Feinde die ihr Heil in der Flucht suchen, oder Fernkämpfer die beim frontalen Kontakt besser geeignete Waffen auspacken. Neben dem Blocken gilt für viele Gegnerarten jedoch bei Sichtkontakt blind auf den Helden zulaufen und ihm mit einem Standard-Angriff außer Gefecht setzen. Genre-Veteranen sei hier auch gleich der schwerste von 3 Schwierigkeitsgraden an Herz gelegt. Richtig frustig schwer wurde es niemals, dafür teils viel zu leicht. Da sich bei nicht gezogener Waffe auch die Lebensenergie regeneriert, kommen die zahlreichen Tränke leider auch nur in Krisensituation zum Einsatz. Hier wurde aufgrund schlechter Balance viel an Herausforderung liegen gelassen, dürfte aber als guter Einstieg für Genre-Anfänger durchgehen. Als Herzstück präsentieren sich die weiter oben erwähnten optionalen Nebenquests. Neben den üblichen „Bring A nach B und töte C“ Missionen kommt es immer wieder zu speziellen Aufgaben. Etwa das Unbemerkte Einschleichen in eine Tempelanlage, ein Pferderennen oder durch Informationen überhaupt erst zum Ziel zu gelangen. Alles was in Antaloor bereits entdeckt wurde, lässt sich auf einer gut umgesetzten Landkarte genauestens einsehen. So lassen sich selber Wegpunkte setzen, auffällige Gebiete markieren oder per zuvor aktivierten Teleporter direkt dorthin reisen. Wer auf seiner Reise auf alle Features eingeht wird ständig was Neues auf der Landkarte, bzw. auch im Quest-Log, vorfinden. Aber auch sonst wurden jede Menge weiterer Tätigkeiten eingebaut. Zum Beispiel Würfel-Glücksspiele, dem Reisen per Boot, das mit der Windrichtung gesteuert werden will, Musik mittels rechtzeitig gedrückter Schultertasten oder die verschlossenen Türen und Kisten, die mit einem Dietrich Minispiel gelöst werden können. Besonders lohnenswert wenn der Held knapp bei Kasse ist.

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Durchdachte Steuerbelegung
Es wird wohl eine nie endende Herausforderung sein, die Steuerung eines komplexen RPGs auf einer Konsole unter zu bringen. Besonders da an der PC Version gleichzeitig gearbeitet wurde. Nicht so bei Two Worlds 2, die hier eindrucksvoll zeigen wie man sowas am besten bewerkstelligt. Etwa der möglichst schnelle Zugriff seiner bevorzugten Items. Wird es früher oder später durch pure Vielfalt im Inventar unübersichtlich, öffnet sich mittels der R3 Taste ein Kreis aus den bevorzugten Items. Auf die R1 und R2 Taste lässt sich zudem ein Item direkt auswählen. Die richtigen Gedanken hat sich Topware auch bei der Klassenauswahl gemacht. Um je nach Situation nicht ständig seine Ausrüstung ändern zu müssen, dürfen über die Steuertasten 3 zuvor angefertigte Charaktere ausgewählt werden. Multitalente freuen sich ohne Zeitverlust Magier, Krieger und Bogenschütze parat zu haben. Jene die sich ganz einer Klasse verschrieben haben beherrschen diese dadurch umso mehr. So kann als Krieger sofort von einer stumpfen Waffe sofort zum Schwert oder Schild gegriffen werden. Ähnlich funktioniert es mit den Symboltasten, die bei weggesteckter Waffe etwa Zugriff zu den Quests oder einer hilfreichen Fackel ermöglichen. Während des Kampfes belegen die Symboltasten automatisch die erlernten Combos. Nach kurzer Eingewöhnungszeit läuft die durchdachte Tastenbelegung fließend von der Hand, und gibt den Weg zu den ganzen Features frei. Ganz so gut schneidet die Fortbewegung selber allerdings nicht ab. Zwar reagiert der Held besonders in den Kämpfen schnell auf eure Befehle, die in den Einstellungen ebenfalls angepasst werden können, hinterlässt bei der Fortbewegung aber einen schwammigen Eindruck zurück. Hinzu kommt das selbst die kleinsten Steigungen den Spieler extrem verlangsamen, welches selbst beim kurzfristigen Sprint nicht ganz auszugleichen ist.

Wo Licht ist, ist auch Schatten…
…eigentlich eine Anspielung auf einen negativen Aspekt der Grafik. Diesmal aber wortwörtlich zu verstehen. In Two Worlds 2 finden sich unzählige Lichteffekte, die besonders den Schatten des Helden inklusive angelegter Ausrüstung realistisch werfen. Auch dieser Effekt bekam von den Entwicklern einen Namen spendiert. GRACE (Graphics Rendition And Creation Engine) kommt besonders des Nachts oder in dunklen Höhlen zum Vorschein, in der die Fackel zum besten Freund mutiert. Aber auch sonst kann die Grafik beeindrucken. Während in der afrikanisch angehauchten Savanne Fauna und Flora um die Gunst des Blickfangs kämpfen, erinnert die an der Westküste gelegene Stadt mit ihren weißen Gebäuden und Dächern stark an jene aus Assassins Creed. Hier sorgt auch ein relativ hoher Grad an Bevölkerung für Leben. Allesamt mit ihrer eigenen Kleidung ausgestattet. Neben einen Hauch von Ägypten darf später unter anderem auch eine Stadt besucht werden für die unverkennbar das alte Japan als Setting gewählt wurde. Alles in allem ein sehr gutes Gesamtbild, das auch an den richtigen Stellen nicht mit Details spart. Minuspunkte fahren dagegen die Animationen in den Dialogen ein, dessen Charaktere wie von Fäden gezogene Puppen wirken. Technisch mangelt es auch am Nachladen der Grafik, die stellenweise den Bildschirm für 1-2 Sekunden einfrieren, oder dem Einbruch der Framerate, gefolgt von häufig auftretenden Tearing. Geteilte Meinungen dürfte die Weitsicht mit sich bringen. Two Worlds 2 ist für ein Open World Game erstaunlich Pop-Ups frei. Erzielt wird dies durch einen extremen Unschärfe-Effekt, der besonders am Nachthimmel erkennbar ist. Hier darf nicht unbedingt von einem negativen Punkt gesprochen werden, da auch dieser zur Atmosphäre beiträgt, allerdings gerade zu Spielbeginn ein gewisses Mass an Gewöhnung abverlangt. Leider wurde auf diverse Wettereffekte verzichtet. Regen oder gar ein Gewitter zieht in Two Worlds 2 niemals auf.

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Sounds of Hollywood
Um die ganzen Dialoge der Quests würdevoll zu vertonen hat Topware über 300 erfahrene Synchronsprecher engagiert, von denen nicht wenige ihre deutsche Synchronstimme bereits so manch Hollywood-Star verliehen haben. Der Held selbst wird von Dietmar Wunder gesprochen, dessen deutsche Stimme Daniel Craig vertont. Unter anderem auch Synchronsprecher von Jessica Alba, Carrie-Anne Moss oder Willem Dafoe. Allesamt hauchen den Dialogen ein gewisses Mass an Hollywood-Feeling ein, aus dem sich je nach Situation auch die ganzen Emotionen raushören lassen. Dietmar Wunders Stimme überträgt auf den Helden ein charismatisches und humorvolles Bild, wodurch sich der Spieler sofort in den namenlosen Helden hineinversetzen kann. Hohe vielfältige Akustik die sich auch in den Soundtracks des Spieles wiederfindet. Jede Stadt und Umgebung hat seine eigene grundverschiedene Soundkulisse. Etwa eine dem alten Japan nachempfundene Stadt, die durch klare asiatische Klänge untermalt wird. In den beiden noch größeren zusammenliegenden Städten Hatmandor und Cheznaddar hört das Ohr besonders die Rufe der Händler raus, die um die Gunst des möglichen Kunden pullen, an diversen Stellen verkündigen Marktschreier die aktuellen Ereignisse, wie etwa die Morde die hier gerade die Runde machen. Bürger protestieren wenn sie angerempelt werden, Wachen warnen ihr Schwert zu ziehen wenn der Held selbige nicht wegsteckt und Musiker hoffen auf das Kleingeld der Passanten. Alles auf Basis der erwähnten Profi-Sprecher. Hier hat sich Topware ordentlich ins Zeug gelegt. Wie auch bei den unzähligen Soundeffekten, die beispielsweise während dem Knacken eines Schlosses oder dem Bekämpfen einer Gegnerhorde entstehen.

Wenn der Offline-Modus nicht ausreicht?
Der Hauptaspekt von Two Worlds 2 liegt ohne Frage auf dem bis hierher beschriebenen Offline-Modus. Dennoch bietet der Multiplayer mehr als nur eine billige Draufgabe. Zu Beginn muss erstmal ein neuer Charakter erschaffen werden, der im Gegensatz zum storybezogenen Helden auch im Geschlecht und seiner Rasse verändert werden kann. Darunter die im Offline-Modus so vermissten Zwerge und Elfen. Der Multiplayer unterscheidet sich in den Modis Deathmatch, Duell, Kristalljagd und Adventure, in der je nach Wahl bis zu 8 Spieler antreten können. Erklärt sich Deathmatch noch von selbst machen es sich bei Duell 2 Spieler unter sich aus. Kristalljagd entpuppt sich dagegen als eine Art Capture the Flag Modus. Das Team das im weitläufigen Gebiet zuerst eine gewisse Anzahl an Kristallen einsammelt gewinnt die Runde. Natürlich ständig mit dem Risiko eines feindlichen Angriffs verbunden. Bei Adventure gilt es dagegen sich durch Monsterhorden Stück für Stück zum Ende des recht linearen Gebietes zu kämpfen. Adventure besteht aus 7 Kapiteln, die eine in sich geschlossene Handlung erzählen. Sämtliche Gebiete wurden speziell für den Multiplayer entwickelt, welche das aus der Handlung unzugängliche Gebiet darstellen, die sich nördlich der Landkarte finden lässt. Wie im Offline-Modus dürfen nach dem Levelaufstieg Punkte in Fähigkeiten und Attribute investiert werden. Wie auch alle anderen Features. Selbst Händler mit besserer Ausrüstung finden sich in den einzelnen Kapiteln. Zu guter letzt wurde dem Multiplayer ein Wirtschaftssystem spendiert, in der es im Village-Modus Ziel ist sein eigenes Dorf zu errichten und zu managen. Als Grundprinzip gilt hier die in den anderen Modis verdienten Auras in Häuser oder dessen Renovierungen zu stecken, die Siedler anlockt, welche wiederum Auras in die Kassen bringen. Manche Häuser bieten zudem einen weiteren Nutzen, etwa der Schmied mit noch besserer Ausrüstung als die Händler im Adventure-Modus. Alles in allem kommt im Multiplayer ein gewisses Mass an Spielspaß auf, verliert allerdings auch sehr schnell an Motivation und Abwechslung. Technisch lief es während dieser Zeilen dafür sehr stabil. Derzeit scheint es bei nicht wenigen aber zu Problemen während dem Versuch einer Lobby beizutreten zu kommen. Besonders bei dem Versuch in das Spiel eines Freundes einzusteigen. Ein Umstand der von Topware hoffentlich noch gepatcht wird, bzw. während diese Zeilen gelesen werden bereits gepatcht worden könnte.

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Ein Rollenspiel mit Herz
Two Worlds 2 darf in die Gruppe jener RPGs eingeordnet werden in der die optionalen Spielinhalte das wahre Spiel ausmachen. Wer geradlinig der so langsam in die Gänge kommenden Handlung folgt wird das Finale in geschätzten 10-20 Stunden zu Gesicht bekommen. Allein die unzähligen Nebenquests treiben die Spieldauer auf mindestens 50 Stunden hoch. Diese überzeugen in so ziemlich allen Punkten. Während die deutsche Synchronisation von erstklassigen erfahrenen Sprechern, darunter auch Synchronsprecher so einiger US-Superstars, übernommen wird, erzeugen die Handlungen ebenfalls ein überzeugendes Hollywood-Feeling, das je nach Entscheidungen völlig anders ausgehen kann. Auch in den Quests selber wurde immer wieder auf Abwechslung geachtet. Zwar nehmen, für Open World RPGs so typische, Bring A nach B oder töte C Quests den Hauptteil der Tätigkeiten ein, lassen durch die glaubhafte Inszenierung aber selten ein Gefühl der Eintönigkeit entstehen. Aufgelockert werden diese etwa auch durch ein Pferderennen, der Aufklärung einer Mordserie, dem sich hineinschleichen in eine Art ägyptischen Tempel, dem beklauen einer Wache, usw. Inklusive der zahlreichen Nebenaktivitäten, wie Glücksspiel oder dem Aufbrechen eines Schlosses. Im Kampf wurde ebenfalls darauf geachtet das für jeden Spieler was dabei ist. Krieger, Bogenschütze oder Magier lassen jeden den Kampf anders erleben, dessen Klasse mit völlig neuartigen Features zusätzlich noch modifiziert werden kann. Es fällt tatsächlich schwer bis hierher wirklich negative Punkte aufzulisten. Bei der Steuerung allerdings kommen gemischte Gefühle zusammen. Zwar wurden die unzähligen Funktionen gekonnt auf dem Controller untergebracht, ziehen allerdings bei der Fortbewegung selber Minuspunkte auf sich. Besonders in Steigungen kommt die Steuerung recht schwammig rüber, bei Richtungswechsel wiederum zu hektisch. Als zweischneidiges Schwert präsentiert sich der grafische Aspekt. Licht und Schatteneffekte, der Detailreichtum, abwechslungsreiche Umgebungen, alles auf erfreulich hohen Niveau. Allerdings unter gelegentlichen Framerate-Einbrüchen und öfters aufkommenden Tearing-Befall. Sowie der Tatsache dass der Bildschirm bei Ladepausen oftmals für 1-2 Sekunden einfriert. Um den Pop-Ups entgegen zu wirken zogen die Entwickler die Weitsicht in die Unschärfe, welcher jeder selber entscheiden muss ob er diese als Pro oder Contra einstuft. Kurz gesagt überzeugt die Optik unter doch so einigen Open World Krankheiten. Sämtliche akustischen Effekte sind dagegen klar als Pro einzustufen. Angefangen vom Soundtrack zu den Soundeffekten, bis hin zu den erwähnten erstklassigen Sprechern lassen hier Topware kein Fünkchen negativer Kritik zu. Two Worlds 2 richtet sich fast ausschließlich an Offlinespieler. Zwar kann der Multiplayer für eine gewisse Zeit überzeugen, bietet allerdings keine Langzeitmotivation. So manch einer hätte die zusätzlichen Gebiete sicher viel lieber im Offline-Modus betreten. Im Grunde lässt sich Two Worlds 2 jeden empfehlen der dem RPG-Genre nicht abgeneigt ist, bzw. auf eine umfangreiche Charakterentwicklung oder erstklassig präsentierten Handlungssträngen Wert legt.

Gutes

erstklassige Quest-Handlungen
professionelle und zahlreiche deutsche Sprecher...
...begleitet von zahlreichen verschiedenen Soundtracks
vielfältige optionale Spielfunktionen
neuartige Features zur Gegenstands und Zauber-Erstellung

Schlechtes

Open World Krankheiten wie Tearing
1-2 Sekunden Freeze bei gelegentliches Nachladen
Haupthandlung benötigt Zeit um in die Gänge zu kommen

9.0 Must Have

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