Twisted Metal – Review

Getestet von | 07.04.2012 um 00:00 Uhr

Die Sony Santa Monica Studios können auch anders. Bekannt geworden sind sie mit der God of War Reihe und mitsamt Kratos ist das Studio in den Spieleolymp eingezogen. Nun versuchen sich die kreativen Köpfe zusammen mit Creative Director David Jaffe von Eat, Sleep, Play an eine Serie, die ihren Anfang 1995 auf der Playstation fand. Die Rede ist von dem Combat Car Racer Twisted Metal. Lest weiter, ob es sich lohnt einzusteigen und Zerstörung zu säen, oder es besser ist die Karre gleich vor die Wand zu setzten. Wir haben für euch die ungekürzte PEGI Version getestet.

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Das Leid der Anderen

Die Fans dieser Serie wurden auf eine harte Probe gestellt, denn das letzte Twisted Metal ist vor elf Jahren auf der Playstation 2 unter dem Zusatznamen Black erschienen. Der Erfolg war mäßig und das lag nicht nur an dem hohen Schwierigkeitsgrad, sondern auch an den fehlenden Online Features. Es gab einfach zu wenig Zocker, die einen Netzwerkadapter für die PS2 ihr Eigen nennen konnten. Black ging in der Menge der Spiele unter und blieb ohne Nachfolger. Bis jetzt. Das Storygerüst ist schnell erklärt: Calypso organisiert das Twisted Metal Turnier und verspricht dem Gewinner die Erfüllung eines langersehnten Wunsches. Hierbei handelt es sich nicht um ein Rennen von A nach B, sondern die Zerstörung der Kontrahenten auf einem Schlachtfeld. Wobei Schlachtfeld nicht immer eine Arena sein muss. Es sind damit auch kleine bewohnte Vororte oder Städte gemeint. Wer jetzt denkt Calypso sei eine Art gute Fee, der irrt. Das Setting von Twisted Metal ist düster, sehr düster. Die Fahrer sind allesamt mit einer psychischen Macke versehen und leben diese auch aus. Der Schwerpunkt bei dem Spiel liegt im Ko-op bzw. im Multiplayer. Zum ersten Mal gibt es aber auch einen richtigen Storymodus. Hier können wir z.B. die Hintergründe von Sweet Tooth erfahren, warum er in diesem Turnier mitmacht. Auch mit dabei sind Mr. Grimm und Dollface. Wer lieber vorher den Umgang mit der Steuerung erlernen möchte, der kann das im Training erledigen. Nötig ist es, denn die Belegung der Tasten ist teilweise doppelt zugewiesen und daher ist die Steuerung sehr überladen. Nach dem Start der Story, stehen uns eine Auswahl an Fahrzeuge zur Verfügung, die sich nicht nur in ihrer Gewichtsklasse unterscheiden sondern auch in der Panzerung, Geschwindigkeit und die Stärke der Spezialwaffe. Vom Abschleppfahrzeug über Motorrad bis hin zum Sportflitzer gibt es eine große Auswahl an fahrenden Abrissbirnen. Mit jedem weiterem Fortschritt spielt ihr sogar mehr von ihnen frei und auch der Umfang der Standardbewaffnung wird größer. Neu ist auch, dass wir ein Hauptfahrzeug und zwei Ersatzfahrzeuge aussuchen dürfen. Diese können wir in der Werkstatt, die es auf jedem Schlachtfeld gibt, auswechseln wenn der aktuell genutzte PKW kurz vor der Explosion steht und keine Regenerationsmöglichkeit mehr vorhanden ist. Während wir mit dem frisch ausgewechselten fahrbaren Untersatz für mehr Chaos sorgen, wird der geparkte Wagen repariert. So lässt sich ein wenig Taktik im Gefecht erzeugen. Zur Regeneration stehen ein Truck und Energiewürfel zur Verfügung.

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Die Arenen fallen riesig aus und kaputt machen lässt sich so einiges. Da macht es richtig Spaß mit Vollgas in Häuser zu rasen, während am Heck der Gegner klebt. Die Zerstörung der Mitstreiter ist immer das Ziel um eine Runde weiter zu kommen, nur die Art und Weise kann anders ausfallen. Ein Beispiel: Die Fahrzeuge sind mit einer Bombe versehen. Nun gilt es, als Erster das Ziel zu erreichen, um so die Bomben der Anderen zu zünden. Die Abwechslung kommt gut an. Abwechslung gibt es auch in der Bewaffnung. Überall auf dem Schlachtfeld gibt es Raketen, fernzündbare Bomben, Napalm und vieles mehr zu finden. So lässt sich die Feindesanzahl schnell dezimieren. Fies aufgefallen ist uns, dass die Gegner sich nur wenig bis gar nicht gegenseitig angreifen, sondern es generell alle auf uns abgesehen haben.

Viele Fahrer sorgen für mehr Chaos

Hier entfaltet das Spiel seine wahre Pracht. Das Chaos alleine zu bringen macht Spaß aber mit einem Freund zusammen im Ko-op die Story zu erleben übertrifft dies. Der Multiplayer lässt euch in verschiedenen Arenen gegen Fahrer auf der ganzen Welt antreten. Auch hier gibt es verschiedene Aufgaben zu erfüllen. Allein oder im Team dürft ihr jagen und den Gegnern das Fürchten lehren. Im Nuke- Modus habt ihr die Aufgabe die Statue von der gegnerischen Seite zu zerstören während ihr eure eigene verteidigen müsst. Das bringt Erfahrungspunkte und damit schaltet ihr neue Fahrzeuge für den Online- Modus frei.

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Zerstörung laut und hübsch?

Laut ist es definitiv, denn unsere Ohren bekommen Rob Zombie, Wolfmother und mehr zu hören. Sollte euch der Sound zu weich oder zu hart sein, besteht die Möglichkeit die eigene Tracklist mit einzubringen. Das gefällt. Die Waffen und die Fahrzeuge hören sich anständig an und passen. Die Sequenzen sind Computergeneriert mit echten Schauspielern. Die sehen richtig gut aus und grobe Fehler sind keine zu erkennen. Die Spielegrafik hingegen ist nicht zeitgemäß und die Umgebung detailarm. Das macht aber nichts, denn bei dem hohen Tempo bleibt keine Zeit für Siteseeing.

Chrom oder Blech?

Eine gute Frage, denn Twisted Metal ist wie es ist: Eine Zerstörungsorgie mit einer Prise düsterem Humor. Fans der Serie fühlen sich gleich wohl, Neulinge hingegen schreckt der hohe Schwierigkeitsgrad und die überladene Steuerung ab. Online sowie im Ko-op macht es richtig Spaß. Fans können zugreifen und Fahranfänger sollten sich das Spiel mal ausleihen.

Gutes

+ Großer Umfang an Fahrzeugen und Waffen
+ Ko-op und Multiplayer machen richtg Spaß

Schlechtes

- Überladene Steuerung
- Detailarme Grafik
- Story zu kurz geraten
- Hoher Schwierigkeitsgrad

7.5 Gut

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