Tron: Evolution Review

Getestet von | 31.01.2011 um 00:00 Uhr

Back to the roots
Im Jahre 1982 war die Computertechnik noch in den Kinderschuhen, im Vergleich zu den heutigen Systemen, sowohl von innen als auch von außen. Mit dem Film TRON hat Walt Disney den Zuschauern einen spielerischen Einblick in die Welt des Computers gegeben. Nach knapp 30 Jahren und einer Menge technischer Entwicklungen wagt sich TRON wieder zurück auf die Leinwand, und mit TRON Evolution auch in die Konsolen. Für euch sind wir durch die Datenströme gereist und werden euch in dem Review einen Einblick in die Welt des Rasters geben.

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Wer, was und wo bin ich eigentlich?
Diese Frage taucht für alle Leute, die mit Tron nicht vertraut sind, direkt am Anfang auf. Zuerst aber staunt man nicht schlecht als man die, von nicht gerade schlechten Designern, gestaltete Introanimation sieht. Ohne große Erklärungen wird man aber quasi direkt in den Storymodus gelassen, zuvor redet jedoch Kevin Flynn in einer Videobotschaft über Iso’s und Basic’s. Verstehen tut man das aber auch nicht wirklich sofern man nicht doch die Hintergrundgeschichte bzw. die beiden Filme kennt. Wir kennen die Filme leider nicht und standen damit vor einem riesigen Fragezeichen, welches sich nur sehr mühselig in ein grausig wirkendes Ausrufezeichen verwandelte. In Tron City leben sogenannte Isos und Basics. Die Isos sind sich selbst schreibende Programme die in der Stadt verantwortungsvolle Aufgaben übernehmen, bis zu dem Zeitpunkt als ein Virus namens Abraxas das Netzwerk infiltriert und die Kontrolle über das System übernimmt. Der Spieler, als Antivirus oder eher gesagt als Systemwächter muss sich auf den Weg machen um eben diesen Virus zu stoppen und zu vernichten. Wie man also sieht: Kennt man die Filme nicht, hat man nicht den Hauch einer Chance auch nur irgendeinen Einblick in die Story zu erhalten, denn eine Einführung und eine Erklärung gibt es im gesamten Spiel nicht. Auch die oben genannten Videobotschaften sorgen leider nur für mehr Verwirrung als für Aufklärung. Ebenso kommt die Frage nach einem „Wer bin ich eigentlich?“ dazu. Der Charakter der von uns gesteuert wird, ist ein Wächter ohne Gesicht und ohne Namen. Identifikation mit dem Charakter wie es die meisten Spiele eigentlich bevorzugen gibt es somit keine. Schade.

Ganz schön dunkel
Im Leveldesign von Tron setzt man ganz klar auf sehr dunkle Farben, wodurch die Lichteffekte jedoch untermalt werden. Optisch bietet Tron auf jeden Fall mehr als in der Story, denn durch diese Lichteffekte und passt durch diese Farbgebung ganz gut in die bildliche Vorstellungen eines Datenstroms in einem Computer. Effekte, wie zum Beispiel Explosionen die man mit seinem Diskus, sehen gut aus und überzeugen. Man stellt sich jedoch die Frage: Kann das Leveldesign von Tron mit einem Leveldesign von Assassins Creed, einem Uncharted oder einem Mass Effect mithalten? Theoretisch gesehen eher nicht, aber praktisch gesehen funktioniert das Leveldesign im Zusammenhang mit Tron sehr gut, da es die Assoziation mit einem Datenimperium und dem „Kern der Technik“ unterstützt. Optische Fehler bietet Tron nicht, sodass man als Tron Fan sich nicht plötzlich überladen und vor den Kopf gestoßen fühlt. Auch wenn man mit seinem Lichtrad über die Strecken fährt und das Rad eine schöne farbige Linie hinter einem her zieht, zeigt Tron was es grafisch kann. Leider gibt es bei der Lichtradgeschichte und dem Gameplay einige Mankos bezüglich der Grafik und der Kamera. So sieht man zum Beispiel nicht immer wo sich die aktuelle Kurve befindet die man nehmen muss und so sind auch wir schon einige mal in Wände reingerasselt und durften ab dem Checkpoint das ganze wiederholen. Die Kamera ist in einigen Passagen echt schlecht ausgerichtet, und eine Chance auf bessere Justierung hat man leider nicht wirklich. Mehr dazu im folgenden Abschnitt.

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TRON of Persia
Die Steuerung von Tron erinnert einen sehr stark an Prince of Persia und dort scheinen sich die Entwickler einiges abgeschaut zu haben, denn generell läuft man genauso wie der Prinz die Wände hoch, springt von Wand zu wand, läuft diese Matrix-Like entlang und hangelt sich von einem Vorsprung zum nächsten. Schwierigkeit ist bei diesen Passagen jedoch Fehlanzeige. Denn diese Kletterpartien, die einen Großteil von Tron ausmachen, sind alle sehr einfach, das einzige was einem einen Strich durch die Rechnung macht ist die Steuerung und die Ausrichtung der Kamera. So switcht die Kamera zum Beispiel erst so spät um, während man an einer Wand entlangläuft, dass man keinerlei Chance mehr hat sich von dieser Wand abzustoßen um den gegenüberliegenden Vorsprung zu erreichen. Hier haben die Entwickler echt einige Male geschludert. Ebenso muss man leider bei einigen Abschnitten auch erst mal diverse Vorsprünge runterfallen bevor man dann wirklich weiß was die Entwickler von einem wollen wo man hin läuft bzw. springt. Zwar sind die meisten Level durch Markierungen an den Wänden so ersichtlich, dass es eigentlich nicht möglich ist sich zu „verlaufen“. Aber wie soll man sich in einem linearen Level auch verlaufen? Auch bei den Fahrten mit dem Lichtrad kollidiert man des öfteren mit „unsichtbaren“ Wänden, die aufgrund der Dunkelheit leider erst dann sichtbar werden wenn es schon zu spät ist. Noch viel schlimmer sind aber die Panzer, die sich so schlecht steuern das man sich fragt ob der Kontroller eventuell kaputt gegangen ist. Jedoch ist das nicht der Fall, nein, die Panzer lassen sich wirklich grausig schlecht steuern, sodass man mit diesen riesigen Gefährten etwas ziellos umherfährt und auf die, gegen diesen Koloss macht losen, Viren feuert. Generell läuft die Steuerung sehr gewöhnungsbedürftig, denn unser werter Charakter hat auch oft seinen eigenen Kopf und läuft die Wände nicht seitlich entlang, sondern einfach hoch, oder umgekehrt. Ebenso springt er manchmal von einer Wand schräg ab anstatt gerade, das sind Aspekte die bei einem Spiel in dem auf einen solchen „Kletterpart“ gesetzt wird, nicht passieren dürfen. Nach einiger Zeit jedoch gewöhnt man sich an die Steuerung und kommt recht flott durch die, leider zu einfachen, Level.
Die Gegner sind auch nicht gerade eine Herausforderung für uns, nachdem man sehr schnell die ersten Kampftechniken erlernt hat stellen die unterschiedlichen Viren keine Probleme mehr da. Zwar haben diese verschiedenen Viren ihre eigenen Eigenschaften, sodass man manche nur mit schweren Attacken besiegen kann, manche nur mit kurzen und schnellen Attacken, aber im großen und ganzen läuft es auf einen Konter-Kampf raus. Hält man die L1 Taste gedrückt, stellt sich unser Charakter mit seiner Diskus so hin, dass er quasi alle Attacken abwehrt und sobald die feindliche Diskus die unsere berührt, wird das Spiel für ganz kurze Zeit in eine Art Slow-Motion versetzt und wir können einfach einen Knopf drücken für einen Konterwurf der es in sich hat und größtenteils direkt tötet. Viel Taktik ist also bei dem Kampfsystem nicht gefragt. Buzzern ist die Alternative.

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Power-Up
Während wir uns mit etlichen Viren auseinandersetzten, diverse Schädlinge in die virtuelle Quarantäne verschieben und uns als der beste Antivirus präsentieren, steigt unser Charakter immer weiter auf und gewinnt dadurch an Megabyte (Mb), also Speichervolumen die wir an sogenannten Diskusstationen für Upgrades und Ausrüstungen verwenden können. Natürlich sind diverse Ausrüstungsgegenstände erst ab einem bestimmten Level zu erhalten, und die meisten Upgrades sind auch nicht wirklich teuer, sodass man seinen Diskus recht schnell zu einer sehr effektiven Virenvernichtungsmaschine ausgerüstet hat. Generell erscheint uns dieses Aufrüstungssystem aber sehr unübersichtlich, sodass man sich erst mal ein bisschen damit auseinander setzten muss um das Ganze zu verstehen und sinnvoll zu Nutzen.

Zeigt was ihr könnt!
In dem Multiplayermodus von Tron kämpft ihr mit bis zu 10 Spielern in verschiedenen Modi wie zum Beispiel Capture the Flag oder in verschiedenen Deathmatches gegeneinander an. Viel kann man zu dem Modus allerdings nicht sagen. Die Maps sind sehr weitläufig, weswegen primär auf die Lichträder gesetzt wird und eher weniger auf Kämpfe zu Fuß. Auch die Panzer werden eher selten genutzt aufgrund der schrecklichen Steuerung. Allgemein ist der Multiplayermodus aber eine angenehme Abwechslung zum Storymodus.
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Fazit
Alles in allem kann Tron leider nicht wirklich überzeugen. Dem Spiel mängelt es an einer Einführung für absolute Tron-Neulinge und versagt sehr oft bei der Steuerung sowie der Kameraausrichtung. Auch die Kämpfe werden, nachdem man alle Gegnerklassen kennen gelernt hat, sehr monoton und zu einfach. Die Steuerung des Lichtrads und des Panzers erweisen sich leider als nicht gelungen. Jedoch wirkt die Grafik und die digitalen Sounds sehr atmosphärisch und stimmen mit den Filmen überein. Generell also kann man sagen, dass Tron ein Spiel für alle Tron-Fans und Fanatiker ist, jedoch sollte man sich, wenn man sich mit dem Gedanken anfreundet sich Tron zu kaufen, erst einmal die Filme ansehen da man sonst kläglich in einer Ungewissheit der Story untergeht.

Gutes

- Ganz passable Grafik
- Interessante Sounds
- Gute Verbindung für Fans
- Recht guter Multiplayer

Schlechtes

- Schlechte Einführung in die Story für Neulinge
- Schlechte Kameraführung / Kameraausrichtung
- Fehlerhafte Steuerung
- Zu einfache Gegner
- Schnell monoton und langweilig

6.0 Mittelmäßig

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