Trine 2 – Review

Getestet von | 10.04.2012 um 00:00 Uhr

Wieder mal hat ein kleines Studio bewiesen, dass sie sehr wohl großartige Spiele produzieren können. Das Studio Frozenbyte hat mit ihrer Trine-IP einen Überraschungserfolg feiern können. Jetzt wollen die Herren und Damen mit Trine 2 zeigen, was sie wirklich im Köpfchen haben. Ob die Rechnung aufgeht?

Drei Helden für ein …
Wie schon im Vorgänger setzt sich das Helden-Trio aus den 3 bekannten Helden zusammen. Amadeus der Magier, Zoya die Diebin und Pontius der Ritter gesellen sich wieder zusammen, um ein neues Abenteuer zu erleben. Denn die Trine (ein magisches Artefakt) schickt das Trio auf eine neue Reise. In den „Wäldern“ geht etwas Schreckliches vor. Goblin tauchen überall auf und groteske Formen und Mutationen nehmen überhand. Sprechende Blumen, riesige Schnecken und Kröten, im Wald ist nichts mehr so wie es zu scheinen mag. Hinzu kommt noch, dass die Königin Rosabel vom Goblin-König aus ihrem Schloss vertrieben worden ist. Kurzum wird das Trio gebeten, der edlen Königin zu helfen. Doch schnell stellt sich heraus, dass die Königin selbst auch nicht mit fairen Bandagen kämpft. Die Geschichte in Trine 2 ist nicht wirklich originell, aber das muss sie auch nicht sein. Die Story wird ohnehin dazu genutzt, um das Spielgeschehen voranzutreiben und zu verbinden. Im Kern ist Trine 2 weiterhin ein simples, aber faszinierendes 2D Jump n’ Run mit vielen Rätseleinlagen.

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Auch wenn der Magier Amadeus schmächtig daherkommt, muss er sich vor den anderen beiden Helden nicht verstecken. Mit seiner Magie lässt er Kisten und Planken erscheinen. Im späteren Spielverlauf hat er sogar die Möglichkeit Gegner in der Luft zu halten etc. Die Physik im Spiel kommt bei Amadeus recht zur Geltung. Da auch die meisten Rätseleinlagen solche Fähigkeit beanspruchen.
Die Diebin Zoya ist die Fernkampfexpertin der Truppe. Mit ihrem Bogen erreicht sie auch weit entfernte, oder gut verschanzte Gegner. Des Weiteren lernt die flinke Diebin auch mit Feuer- und Frostpfeilen umzugehen. Doch am liebsten schwingt sie sich mit ihrem Enterhacken durch die Levels.
Der Rabauke Pontius setzt ganz auf seine Stärke. Mit Schwert und Schild ist er bestens für das Robuste gerüstet. Sogar einen Hammer hat der Ritter als Zweitwaffe bei sich und davon wird er viel Gebrauch machen müssen.
Das Ganze wird noch mit einem Fertigkeitsbaum abgerundet. Dieser ist nicht sonderlich groß, kommt aber mit interessanten Fähigkeiten daher. Sobald man in den Levels mindestens 50 Stück an bläulichen Lichtkugeln eingesammelt hat, von denen einige noch dazu recht gut versteckt sind, darf man im Punkteschritt die Fähigkeiten verteilen. So erlernen die Helden entweder Feuer- oder Eismagie. Können Waffen werfen, oder mehrere Objekte herbeizaubern. Solche Fähigkeiten werden nicht zwangsläufig gebraucht um die Geschichte zu beenden. Sie werden aber gebraucht, wenn man wirklich alles aus Trine 2 herausholen möchte. Denn einige Passagen erreicht man nur, wenn man gewisse Fähigkeiten freigeschaltet hat.

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Ein Brett vor dem Kopf !!
Wie schon sein Vorgänger beruht das Spielprinzip von Trine aus Jump ‚n‘ Run mit vielen seichten Rätseleinlagen. Dies hat sich auch im Nachfolger nicht verändert. Weiterhin rennt / springt man von links nach rechts durch malerische bunte Gegenden. Obwohl das Spielgeschehen in 2D abläuft, wurde alles in 3D gehalten. Nebst der herrlichen bunten Grafik, die einem an manchen Stellen ein „wow“ entlocken kann, sind es vor allem die Lichtpartikel des Spiels, die einen in den Bann ziehen. Egal ob Sonnenstrahlen, Blitze, oder die magischen Waffen der Helden sind, es reflektiert was reflektieren darf. Hinzugekommen ist noch das kühle Nass. In unbestimmten Abständen geht es diesmal auch unter Wasser, wo man meistens aber nur Wege entlang schwimmt. Bei den Rätseln wurde das Wasser hingegen gut eingebaut. Somit baut das Spiel eine ungeheuerliche Atmosphäre auf, die man selten in einem PSN Spiel erleben darf.

Die Jump n’ Run Passagen funktionieren dank der guten Steuerung perfekt und man „fließt“ nur so durch die einzelnen Stages. Wären da nicht die vereinzelten Logikrätsel, die einem immer wieder zur Verschnaufpause zwingen. Denn die meisten Rätsel basieren auf simplen Physikspielereien. Immer wieder wird der Weg versperrt, sei es mit Fallen, Gegnern oder Sonstigem. Während man am Anfang der Saga noch mit leichten Physikrätseln konfrontiert wird, wo man Gegenstände einfach richtig platzieren muss, um weiterzukommen, arten solche Rätsel im späteren Spielverlauf regelrecht aus. Da muss man schon genauer hinsehen und probieren, bis man auf den Lösungsweg kommt. Da es aber immer mehrere Wege gibt, um das nächste Etappenziel zu erreichen, sind die Rätsel selten schwer ausgefallen. Auch wenn die Lösungswege stets simpel gehalten sind, sieht man sie meistens dank dem Brett vor dem Kopf nicht gleich auf Anhieb. Leider ist es schade, dass man für das Lösen der Rätsel kaum von den Fähigkeiten der Helden Gebrauch machen muss. Jeder Held kann jedes Rätsel überwinden, mehr oder weniger. Hier wurde viel Potenzial verschenkt. Der Soundtrack hingegen macht vieles richtig. Auch wenn er meistens ruhig im Hintergrund vor sich her dümpelt, hat er Stücke im Petto, die perfekt zum Geschehen auf dem Bildschirm passen. Die deutschen Sprecher hingegen sind wie schon in vielen Spielen einfach zu flach herausgekommen. Da sind die Originalsprecher auf Englisch schon viel besser anzuhören.

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Jetzt auch mit Freunden oder Fremden
Hat man im ersten Teil noch einen echten Koop-Modus vermisst, ist dieser jetzt mit dabei. Wahlweise kann man Online mit drei Freunden, oder Fremden die ganze Geschichte erleben. Auch Offline ist dies möglich. In diesem Story-Modus spielt jeder der drei Spieler ausschließlich einen Charakter. Leider ist der Online Modus ein bisschen chaotisch ausgefallen. Da man nur mit eingeschaltetem Headset miteinander kommunizieren kann, sind Probleme vorprogrammiert. Dies fängt beim Herangehen der Rätsel an. Da jeder Spieler seinen eigenen Vorgang hat, kann es schon sein, dass man hier und da in die Arbeit des anderen hineinpfuscht, bis man sich schlussendlich auf einen Lösungsweg geeignet hat.
Beim sogenannten „Unlimited Mode“, fällt das Ganze ein bisschen verträglicher aus. Da jeder Spieler in die Charaktere schlüpfen kann, egal ob dieser von einem anderen Spieler schon besetzt worden ist. Somit vereinfacht sich die Spielweise extrem, macht aber mehr Laune im Onlinespiel.

Gutes

- malerische Umgebung
- wunderschöne Musik
- viele Rätseleinlagen
- auch online spielbar

Schlechtes

- chaotischer Onlinemodus
- viel verschenktes Potenzial bei den Rätseln
- Geschichte zu vorhersehbar / Lückenfüller

9.0 Must Have

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