Transformers: Untergang von Cybertron – Review

Getestet von | 31.08.2012 um 00:00 Uhr

Was sind wohl die Lieblingsspielzeuge der der großen und kleinen Jungs? Autos, Roboter und Waffen, was sonst? Und Transformers nahm sich diesen drei Dingen bereits in zahlreichen Umsetzungen an und lieferte gerade mit den Filmen ein Action Spektakel ab, in denen sich Autos in riesige Roboter verwandeln, die auch noch bis an die Zähne bewaffnet sind. Da schlägt das Männerherz schon mal höher. Bei den Spielumsetzung stand man da aber eher vor dem Infarkt, was High Moon Studios nun ändern wollen und sich mit Untergang von Cybertron an dem Transformers-Universum versuchen. Ob sich das Spiel dabei in Optimus Truck verwandelt oder eher in Opas alten Trabi, erfahrt ihr in dieser Review.

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Autobot oder Decepticon?

Die Heimat der Autobots und Decepticons, Cybertron, sieht ihrem Ende entgegen, die Energonvorkommen wurden fast vollständig ausgebeutet. Die Autobots, angeführt von Optimus Prime machen sich daran Cybertron zu verlassen, mit der Arche wollen sie eine neue Heimat hinter einem Portal finden, doch Megatron, der Anführer der Decepticons hat andere Pläne. Er will mit der Nemesis das Portal selbst nutzen und die Autobots vorher vernichten. Seite an Seite steuern die beiden Schiffe auf das Portal zu, als der Angriff der Decepticons auf die Autobots beginnt und ihr werdet genau hier in das bereits effektvoll, gewaltig startende Spiel geworfen. Zu Anfang dürft ihr Bumblebee steuern, auf ein richtiges Intro wird verzichtet, kurz die Kamera richtig einstellen und schon dürft ihr euch in den Kampf stürzen. Die auf die Brücke gelangenden Decepticons werden mit dem MG mit Leichtigkeit abgewehrt. Mit R1 nehmt ihr dabei eure Gegner aufs Korn, durch Drücken der Kreis-Taste könnt ihr die Waffenhand wechseln und mit Dreieck zwischen zwei Waffen eurer Wahl. Die Waffen sind dabei nicht auf einen Transformer beschränkt, ihr habt hier die freie Wahl eurer Waffe, die ihr in der Spielwelt und an Terminals findet. An diesen Terminals könnt ihr eure Waffen zudem noch sehr effektiv aufrüsten und verschiedene Gegenstände, wie eine Angriffsdrohne, kaufen. Dazu könnt ihr noch allgemeine Verbesserungen erwerben, die euch mehr Munition für eure Waffen bescheren, die Fahrzeugpanzerung oder euer Schild verbessern. Aber weiter geht’s mit Bumblebee, als nächstes müsst ihr die Verteidigung der Arche wieder zum Laufen bringen und bahnt euch so einen Weg durch das Schiff, welches weiter unter den Angriffen der Decepticons leidet und Explosionen und umherfliegende Roboter und Schiffsteile sind überall zu bestaunen, bei den spektakulären Animationen und Effekten macht High Moon Studios in Transformers wirklich vieles richtig.

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Das ist nicht wirklich Hightec

Im Gegenzug ließ man die Grafik jedoch mehr als nur schleifen, die meisten Areale wirken Textur- und Detailarm, schlicht und trist. Schade, denn dieser große Kritikpunkt steht unter anderem auch der mehr als gelungenen Steuerung gegenüber. Beim Laufen mit den monströsen Maschinen merkt man zwar das Gewicht, dennoch agieren die Transformers recht flink. Mit L2 könnt ihr so zu kurzen Düsensprints ansetzen, oder seitlich ausweichen und mit X dann auch noch springen. So bewegt und ballert ihr euch dann weiter durch das Schiff, bis ihr dem Übeltäter für die deaktivierte Verteidigung gegenübersteht. Da dieser sich gerade intensiv der Konsole vor sich widmet hat er euch noch nicht bemerkt und so stürmt ihr auf ihn zu und mit R3 verpasst ihr ihm einen Schlag, der ihn gleich von der Brücke fegt. Schnell die Verteidigung wieder aktivieren und die Decepticons zurückschlagen! Falsch gedacht. Denn gerade als die Waffen wieder Online sind, schlägt ein Arm der Nemesis kurz vor Bumblebee ein, der sich gerade noch in einen Lüftungsschacht retten kann. In dem nun folgenden Abschnitt müsst ihr euch auf die Suche nach Optimus machen, der Megatron gegenüber getreten ist. Da Eile geboten ist, verwandelt sich Bumblebee eben schnell in einen kleinen, gelben Flitzer. Neben Boost auf L1 könnt ihr auch weiterhin auf eure Waffe mit R1 zugreifen. Ihr bahnt euch den Weg durch immer schlimmer zerstörte Teile des Schiffs, bis ihr euch wieder zurückverwandelt, um durch eine Öffnung zu gelangen. Die Sicht ist Bumblebee durch Rauch versperrt, so dass er den anfliegenden Optimus nicht sieht. Bumblebee wird von den Beinen geholt und rutscht einen kleine Senke auf dem Schiff hinunter. Optimus steht Megatron bereits wieder gegenüber und sein Ende scheint gekommen zu sein, doch im letzten Moment springt Bumblebee in den Todbringenden Schuss, der für Optimus bestimmt war und rettet so dem Anführer der Autobots das Leben. Im Angesicht des schwer getroffenen Bumblebees wird der Bildschirm weiß und eine Rückblende folgt, vor dem Start der Arche, 6 Tage vor dem eben erlebten. Die Arche wird auf ihren Start vorbereitet und die Decepticons starten soeben einen Angriff, um die Autobots vor dem Starten zu hindern. Was nicht ganz geklappt hat, wie wir bereits wissen. Wer hier jetzt denkt, dass ihr das Spiel weiterhin mit Bumblebee bestreitet, der irrt. In den nächsten Abschnitten dürft ihr Optimus steuern, aber auch andere Autobots. Doch nicht nur in die Rolle der Helden dürft ihr schlüpfen, ihr bekommt auch die Möglichkeit das Spiel aus der Sicht einiger Decepticons, wie Starscream und Megatron zu erleben. Und dies ist ein großer Gewinn für das Spiel, nicht nur das man die Geschichte aus verschiedenen Blickwinkel erfährt und so mehr Details erfährt, auch der Abwechslung tut dies sehr gut. Da die meisten Abschnitte sich doch sehr um das Abschießen von Gegnern drehen, ist es schön wenn man mit den unterschiedlichen Transformers auf die jeweiligen Fähigkeiten zurückgreifen kann, so könnt ihr euch mit Cliffjumper kurzzeitig tarnen, mit Megatron schweben oder mit Swindle einen Haken a la Just Cause 2 nutzen, um nur ein paar der Fähigkeiten zu nennen. Daneben besitzt aber jeder Trasformer natürlich noch seine eigene Transformation, während ihr bei den Autobots euch selbstverständlich in Fahrzeuge verwandelt, könnt ihr mit Starscream euch in einen Jet verwandeln und eure Gegner aus der Luft attackieren. Damit erhält das Gameplay die nötige Abwechslung zu den Feuergefechten und einfachen Aufgaben, wie eine Sicherung irgendwo einzusetzen.

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In den Kampf um Cybertron

Mittlerweile kommt kaum ein Spiel mehr ohne Multiplayer aus und wenn die Story, wie bei Transformers, mit knapp 8-9 Stunden dazu noch recht kurz ist erst recht nicht und so spendierte man Transformers: Untergang von Cybertron ebenfalls einen Mehrspielerpart. Dieser setzt sich aus einem kompetitiven Part und einem Wellenmodus zusammen. Bei dem Wellenmodus kämpft ihr mit bis zu 3 Mitstreitern auf einer von vier Karten gegen Autobots oder Decepticons, ihr stellt logischerweise die jeweils andere Seite dar. Vor dem Start der Ersten von 15 Runden könnt ihr euch dann noch einen von vier Transformers aussuchen, hier ist Schnelligkeit von Vorteil, will man mit dem Transformer seiner Wahl in den Kampf gehen. Jeder Transformers hat hier eine spezielle Fähigkeit, so könnt ihr unter anderem Verbündete heilen, oder ein Munitionsdepots aufstellen. Die Wellen gestalten sich dann, wie in fast jedem anderen Spiel, durch spezielle Türen strömen die Gegner hinein, die dann ausgeschaltet werden wollen. Geht euch dabei Munition oder Leben aus, findet ihr dies, wie auch neue Waffen auf der Karte verteilt, was ihr aber mit Credits bezahlen müsst um es aufzunehmen. Zudem gibt es noch verschiedene Terminals, die entweder neue Areale freischalten, die Waffen der Spieler upgraden, oder spezielle Fallen auf der Karte freischalten, wie unter anderem Geschütztürme. Die erworbenen Credits können also Gewinnbringend eingesetzt werden. Die Gegnertypen im Wellenmodus reichen dabei von dem Gegner auf Augenhöhe, bis zu richtigen Giganten, welche dann auch nur mit Teamwork ausgeschaltet werden können. Dabei ist dieser Modus auf „Normal“ zum Ende schon recht fordernd, wem das zu leicht oder zu schwer ist, kann auf „Einfach“ oder „Schwer“ ausweichen.
Neben diesen Wellenmodus gibt es dann noch den besagten kompetitiven Multiplayer, der auf dem ersten Blick wenig umfangreich anmutet. So gibt es nur vier Spielmodi, klassisches Team-Deathmatch; Eroberung, wo drei Zonen erobert und gehalten werden wolle; Capture the Flag und Kopfjäger, wo ihr die Sparks der erledigten Gegner einsammeln und abgeben müsst. Recht übersichtlich, aber die essentiell wichtigsten Modi sind dabei, zudem mit Kopfjäger noch etwas Eigenes kreiert wurde. In den Kampf zieht ihr dann mit einer von vier Klassen. Zur Auswahl stehen der Infiltrator, der sich in einen kleinen Rennwagen verwandeln kann und als Zusatzfähigkeit Tarnung und EMP-Granaten bietet. Bei der Zerstörerklasse bekommt ihr es mit größeren Trucks zu tun, die unter anderem auf ein Schutzschild zurückgreifen können. Die Titanklasse stellt hier die größten Transformer dar, die sich in schlagkräftige Panzer verwandeln können. Zu guter Letzt gibt es noch die Wissenschaftler, die sich in Helis oder Jets verwandeln können und als Zusatz ein Kampfgeschütz haben. Jede Klasse bietet uns drei Charakterslots, wo ihr euren Transformer nach Belieben einstellen könnt. So könnt ihr die Panzerung und Farbe auswählen, die das Aussehen eures Transformers verändern, aber auch Haupt- und Zweitwaffe bestimmen und eben eine Zusatzfähigkeit. Die verschiedenen Ausrüstungsgegenstände schaltet ihr entweder mit Levelaufstiegen frei oder indem ihr sie mit den erworbenen Credtis kauft. In Transformers gibt es da im Übrigen keinen allgemeinen Level, ihr müsst hingegen jede Klasse einzelnen aufleveln, was doch einige Zeit in Anspruch nimmt. Die Kämpfe in Transformers sind dabei vor allem durch die Verwandlungsfähigkeiten geprägt, der richtige Einsatz davon kann euch enorme Vorteile bringen. Die Möglichkeit sich jederzeit in einen Panzer oder Jet zu verwandeln ist auch der besondere Reiz an dem Multiplayer, denn sonst wird gewohnte Standardkost geboten, die man schon besser gesehen hat. Doch die Möglichkeiten mit den Transformers macht hier dann eben den Unterschied und erschafft so ein doch einmaliges Multiplayererlebnis, was überzeugen kann und für einige Stunden Spielspaß sorgt.

Fazit

Transformers: Untergang von Cybertron ist ein kleiner Überraschungshit, den wohl keiner so auf seiner Liste hatte. Die Story ist gut erzählt und packend inszeniert. Ihr werdet durchgehend bei Laune gehalten, was vor allem an den ständig wechselnden Transformers liegt, die ihr steuern dürft. Und auch bei dem Onlinemodus sind es eben die Transformers, die den Unterschied machen und einen eher durchschnittlichen Multiplayer auf die nächste, deutlich spaßigere Stufe heben. Da ist die doch sehr unterdurchschnittliche Grafikqualität ein echter Dorn im Auge und nach jedem Start des Spiels müssen sich die Augen erstmal daran gewöhnen. Dennoch ist Transformers: Untergang von Cybertron eine absolute Kaufempfehlung für jeden Transformersfan und wer eine Abwechslung zu den typischen Militärshootern sucht, was Einzel- und Mehrspieler betrifft, kann hier einen Blick riskieren und dürfte abgesehen von der Grafik nicht enttäuscht werden.

Gutes

+ Echte Abwechslung zu den Standard-Shootern
+ Gelungene,abwechslungsreiche Story
+ Netter Multiplayer im Transformersgewand

Schlechtes

- Veraltete und unangemessene Grafik
- nur englischer Ton mit deutschem Untertitel
- kurzer Einzelspieler

7.5 Gut

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