Transformer: Rise of the Dark Spark Testbericht

Getestet von | 24.07.2014 um 14:10 Uhr

Optimus Prime, Starscream, Megatron, Bumblebee, Sideswipe, Ironhide, Jazz – wer nicht mit mindestens einem dieser Namen etwas anfangen kann, hat die letzten Jahre vermutlich in einem Loch verbracht. Die Namen stammen natürlich aus dem Transformers Franchise, welches ursprünglich für seine Spielzeug-Action-Figuren bekannt war, heute jedoch eher für seine Kinofilme mit Starbesetzung. Transformers: Rise of the Dark Spark wurde passend zum aktuellen Kinofilm Transformers: Ära des Untergangs veröffentlicht, ist aber kein Spiel zum Film. Es folgt einer eigenen Story, die lediglich Parallelen zum Film beinhaltet. Ob Optimus im neusten Ableger trotz des womöglich knappen Veröffentlichungstermin das Optimum rausholt, oder ob man sein Geld lieber doch in Nachos, Popcorn und eine Kinokarte für den neuen Film investieren sollte, haben wir für euch in unserem Test herausgefunden.

Man sollte sich aber stets vor Augen halten, dass sowohl Spiele die auf einem Film basieren, aber auch Filme die auf einer Videospiel-Reihe basieren, nur in wenigen Fällen besser als Mittelmaß sind. Ob nun ein Spieder-Man, Blade oder X-Men als relativ miese Spiele oder Batman oder Deadpool auf der anderen Seite – Fans kommen jedes mal mit hohen Erwartungen und werden eigentlich immer Enttäuscht, immerhin etwas ändert sich nicht. Als Mann musste man schon fast die Transformers Filme anschauen (ähh wegen der Action und so), dort hat Michael Bays Werk mit hunderten von Explosionen, einem gewaltigen Sound und atemberaubenden Effekten geglänzt. Bei den Spielen erwartet man also ähnliches, aber wie unterschiedlich kann so was denn sein? Das haben wir für euch herausgefunden.

trans-1

Autobots, transformiert euch

Ich mache es kurz und schmerzlos. Transformers: Rise of the Dark Spark ist keinesfalls ein Comic/Cartoon/Spielzeug Spinoff, welches mit der Qualität eines Batman: Arkham Asylum mithalten kann. Als ich den Test dieses Spieles startete, hatte ich die Hoffnung, einige positive Dinge finden zu können, die andere Redaktionen übersehen haben. Im Nachhinein ist man immer schlauer, jetzt weiß ich, dass es einfach nichts zu übersehen gab. Bitte nicht falsch verstehen, Rise of the Dark Spark ist nicht das schlechteste Spiel das jemals geschaffen wurde, doch die Nadel im Heuhaufen gibt es hier einfach nicht, was sich durch das komplette Spiel zieht. Bei der Kampagne beginnt man auf einer völlig zerstörten Erde, die Gründe dafür blieben zumindest für mich unergründlich. Nun ist die Aufgabe der Menschen den Autobots wieder vertrauen zu schenken, was zumindest eine Parallele des Films ist. Man muss an diesem Punkt sagen, dass weder der Film das Spiel noch andersrum groß spoilert und man daher keine besondere Fähigkeit für Zusammenhänge braucht.

Dieses Vertrauen schenken die Menschen den Autobots scheinbar blind, weil wirklich kein einziger Mensch im Videospiel zu sehen ist – so viel zur „Zusammenarbeit“. Selbst der Hauptprotagonist des Films Marky Mark (Mark Wahlberg) bekommt nicht mal eine Nebenrolle zugesprochen und nimmt dem Spiel noch ein paar Aspekte ab. Wenn man die Story komplett mitverfolgt, dann muss man schon einiges aushalten können, da diese einfach sehr öde ist. Man stelle sich einen Kaugummi mit ein wenig Geschmack vor, nach ein paar bissen ist dieser Geschmack komplett verblast, nur muss man diesen insgesamt 14 Kapitel lang kauen (spielen) – ganz ohne Nachgeschmack oder Spannung. Von Kapitel zu Kapitel wechselt der Spieler die Fraktion und spielt somit Kapitel 1 als Autobot und Kapitel 2 als Decepticon. Dies wäre eine tolle Grundlage gewesen um eine Geschichte aus zwei Perspektiven zu erzählen, was auch sicherlich der Plan war, jedoch hat dies leider alles andere als geklappt. Es ist eher so, dass durch das schwache Storytelling, Kapitel für Kapitel, immer mehr den Anschluss verloren ging und ich mich in der Mitte des Spieles fragen musste: „Worum geht’s hier noch mal?“. Das Ende ist dann eine Erlösung und dennoch kommt es ganz plötzlich. Gäbe es einen Koop oder ähnliche Funktionen, dann wäre dies zumindest ein Kopf-Aus Shooter, dass man auch ohne Geschichte mit einem Freund spielen könnte.

Grafikengine, transformiere dich

Nachdem ich meine bewaffneten Roboter gefühlte 10x transformiert hatte, fragte ich mich: „Ob sich die Grafik auch transformieren kann?“. Fehlanzeige. Weder L3+R3+digital nach oben+Touchpad gegen den Uhrzeigersinn drehen, drei mal gegen die Wand werfen und dabei Penny rufen, noch die berühmte Konami-Universal-Cheat Tastenfolge transformierte diese (höchstens) PS3-Niveau Grafik in etwas, dass dieser Generation würdig ist. Obwohl es sich hier um Roboter aus außerirdischem Metall handelt, sehen diese eher wie Hochglanz- Plastiksoldaten mit Neonbeleuchtung aus. Sehen wir an diesem Manko vorbei und betrachten die Spielwelt, so sehen wir eine schön modellierte Szenerie, die jedoch mit sehr verwaschenen Texturen überzogen und altertümlichen Lichteffekten – nicht – in Szene gesetzt wird. Habe ich schon erwähnt, dass das Spiel wie ein PS3 Spiel Erster Generation aussieht? Grafik ist nicht alles, sagt man, also kann Transformers: Rise of the Dark Spark vielleicht noch an anderer Stelle punkten. Eine Möglichkeit wäre der Sound des Spiel – doch leider bleibt es nur bei der Möglichkeit. Der Sound ist nicht sonderlich schlecht, aber auch alles andere als außergewöhnlich gut. Die englische Sprachausgabe der Transformers ist vom Klang her authentisch im Vergleich zu den Filmen, der Sprachfluss klingt jedoch wie bei so vielen anderen Spielen einfach nur aneinander gereiht / gescriptet. Es gibt keine Konversation die realistisch klingt. Hintergrundmusik gibt es bestimmt auch, kommt jedoch keinesfalls zur Geltung, da man Gameplay bedingt konstant am ballern ist und somit nur Pew-Pew, Ratatatat und Boooom- Geräusche auf die Ohren bekommt. Ich hätte mir gewünscht, dass die aus den Kinofilmen berühmten, Transformers-typischen Geräusche mehr zur Geltung kommen.

Gutes

+ Für Trophäen Sammler interessant

Schlechtes

- Grafikniveau höchstens PS3
- Langweilige Geschichte
- Nur noch rundenbasierender PvE Multiplayer ohne großen Wiederspielwert

5.5 Fans only

Kommentare

Du hast etwas zu sagen?

Jetzt einloggen oder registrieren um ein Kommentar zu schreiben

Das könnte dich auch interessieren