Toy Story 3 – Review

Getestet von | 24.07.2010 um 00:00 Uhr

Mitte der Neunziger Jahre brachten Pixar Studios und die Walt Disney Company den ersten vollständig computeranimierten Film in die Kinos. Toy Story schlug ein neues Kapitel Kinogeschichte auf und inzwischen geht die Geschichte um den kleinen Woody in die dritte Runde. Selbstverständlich darf das passende Videospiel zum Kinofilm nicht fehlen. Also testen wir für euch rechtzeitig zum Kinostart, ob das Abenteuer auf der PS3 dem Sesselerlebnis im Kino gewachsen ist. Vorhang auf!

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Alle Mann hinterher

Der inzwischen erwachsen gewordene Andy bereitet sich auf das College vor. Sein Spielzeug hat dort keinen Platz mehr und soll zukünftig sein Dasein auf dem Dachboden fristen. Nur Woody darf den Teenager auf seinem neuen Lebensabschnitt begleiten. Der kleine Cowboy will selbstverständlich nicht auf seine Freunde verzichten und sie vor einem Schicksal im Hausmüll bewahren. Andys Mutter hat nämlich andere Pläne mit dem Sack voll Spielzeug. Die Geschichte beginnt also mit einer Rettungsaktion. Woody ist jedoch nicht der einzige Charakter, den wir durch die Geschichte von Toy Story 3 begleiten. Das Abenteuer darf ebenfalls aus der Sicht von Buzz und Jessie gespielt werden. Das Spiel stellt sich auf dem Bildschrim als Brettspiel-Variante dar. Von hier aus kämpfen sich unsere Plastikfreunde durch die verschiedenen Stationen. Von Andys Zuhause über den Kindergarten geht es durch die ganze Spielzeugwelt. Diese einzelnen Stationen sind zur Einzelspielerkampagne zusammengefasst. Daneben kann in der Spielzeugkiste im freien Spiel die Open World erkundet werden. In diesem Modus macht Bürgermeister Mac Schwein uns zu seinem Sheriff. In der beschaulichen Westernstadt gibt es jede Menge Aufgaben für unseren Helden zu erfüllen. Das Stadtbild muss verschönert und die entlaufenen Kühe müssen wieder eingefangen werden. Etwas weniger ins Stadtbild passen die Aliens, die uns während des ganzen Spiels über den Weg laufen. Dieser niedlichen Bedrohung kann sich mittels Außerirdischen-Weitwurf entledigt werden. Daneben kann noch jede Menge Gold geschürft werden, wofür etliche Extras erworben werden können. Auf dem Spielbrett ist nämlich noch Al´s Spielzeugscheune ein dritter wichtiger Anlaufplatz. Hier können für kleines Geld jede Menge Upgrades für die einzelnen Charaktere erhascht werden. Toy Story 3 bietet von allem ein wenig. Es müssen Rennen gefahren werden, Buzz muss in seinem eigenen Videospiel in bester Shooter-Manier die Welt retten und alle drei müssen aufgrund ihrer körperlichen Defizite immer wieder Kletterpartien in der riesigen Menschenwelt absolvieren, die selbst Lara Croft den Schweiß auf die Stirn zaubern würden. Diese Vielseitigkeit ist in toller Disney-Atmosphäre verpackt und mit Pixar-Charme versehen worden. Die Zielgruppe ist klar: kleine Kinder und junggebliebene Erwachsene sollen mit dem Abenteuer von Toy Story 3 angesprochen werden. Und das gelingt den Entwicklern ziemlich gut. Die Herausforderungen sind allesamt zwar ziemlich kurz gehalten. Dafür gibt es aber jede Menge davon. Für Abwechslung ist also garantiert. Besonders die Spielzeugkiste sorgt für lang anhaltenden Spielspaß. Ansonsten gibt es noch die Möglichkeit, einen zweiten Spieler hinzu zu schalten. Im Splitscreen laufen die Aufgaben ebenso flüssig wie im Einzelspieler. Und das wars dann auch schon. Weitere Multiplayer-Möglichkeiten bietet Toy Story 3 leider nicht.

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Lauf Pferdchen

Die Steuerung war vermutlich die größte Herausforderung für das Entwicklungsteam. Bei so vielseitigen Spielen ist das Balancing extrem wichtig. Das hat die Spieleschmiede erkannt und gut umgesetzt. Toy Story 3 spielt sich ziemlich intuitiv. Egal ob Kletter-Einlage, Renn-Modus oder Action-Shooter. Alle zu absolvierenden Aufgaben lassen sich gut mit dem Controller erledigen. Stehen alle drei Charaktere zur Auswahl, kann der persönliche Favorit mit R1 ausgewählt werden. Dabei ist zu beachten, dass die Hauptfiguren sich in ihren persönlichen Fertigkeiten unterscheiden. Während Woody hoch zu Ross nicht zu schlagen ist, glänzt Jessie mit akrobatischen Sprungeinlagen. Buzz ist das Spielzeug für´s Grobe. Neben seinem praktischen Jet-Pack punktet der Superheld durch große Kraft. Wenn ein Vorsprung zu weit entfernt ist, kann er sich einen seiner beiden Partner schnappen, zielen und mit R2 einfach auf den unerreichten Abhang feuern. Damit ist auch schon ein wichtiger Taktik-Aspekt angesprochen: um bestmöglich durch die Spielzeugwelt zu kommen, empfielt es sich, für die anstehende Aufgabe die Fähigkeiten der drei Helden abzustimmen. Teilweise kommt man wirklich nur durch Teamwork weiter. Steht allerdings wieder eine Weltraum-Schlacht an, macht Buzz sich lieber allein auf den Weg. Die rasanten Flüge durch die Schluchten einzelner Asteroiden erinnern ein wenig an einen Grabenflug auf dem Todesstern in Star Wars. Hier haben Disney und Pixar ganze Arbeit geleistet. Alle Aufgaben lassen sich gleich gut bedienen.

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Noch nicht kinoreif

Der Bedienbarkeit steht die KI ins nichts nach. Toy Story 3 ist selbstverständlich kein bockschweres Spiel. Trotzdem wird für so manche Aufgabe ein zweiter oder dritter Anlauf benötigt. Das Spiel erkennt die jeweilige Schwierigkeit und senkt den Schwierigkeitsgrad ab, indem es beispielsweise eine zusätzliche Plattform einfügt, die uns vor dem Sturz ins Bodenlose schützt. Zusätzlich gibt es überall im Spiel Hinweise, die Tipps für das weitere Vorgehen geben. Kommt der Spieler an einer Stelle überhaupt nicht weiter, so kann mittels R1 die anstehende Sequenz einfach virtuell vorgespielt werden. Das hält den Frustfaktor extrem niedrig. Diese freundlich gemeinten Hinweise sind allerdings so zahlreich im Spiel verstreut, dass gelegentlich zufälliges Auslösen der Tipps nicht ausgeschlossen ist. Das kann dann schon nerven, weil die angefangene Sequenz sich nicht abbrechen lässt. Passt man aber auf, wo man hintritt, lässt sich das weitestgehend vermeiden. Dieser Tipp von uns sollte übrigens während des gesamten Spiels beherzigt werden. In einigen Levels stört die Kameraführung. Wenn Buzz in engen Gängen den Elektroblitzen ausweichen muss, erscheint schonmal eine Säule im falschen Moment vor der richtigen Stelle. Das war dann aber auch schon die Mängelliste von Toy Story 3. Die Grafik kann zwar nicht an die Qualität der Filme heran reichen. Im Gegensatz zu so manch anderer Film-Auskopplung kann sich das Spielzeug-Abenteuer aber durchaus sehen lassen. Der Soundtrack ist ebenfalls gelungen und unterstreicht die spielerisch gute Laune, die man bei Toy Story 3 automatisch während des Spielens bekommt.

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Der Vorhang fällt!

Die schlechten Erfahrungen, die wir alle schon mit Film-Lizenzen auf der PS3 gemacht haben, setzen sich mit Toy Story 3 nicht fort. Das Spiel ist technisch fast ohne Tadel. Die Charaktere der Trilogie haben im Spiel einen hohen Wiedererkennungswert. Die gelungene Atmosphäre täuscht gekonnt darüber hinweg, dass der Umfang nicht sehr üppig ist. Kurze Ladezeiten und flüssiges Gameplay machen den Spielspaß komplett und Toy Story 3 für Fans der Filme zu einem absoluten Muss. Alle anderen können sich weitab von Blut, Tod und Zerstörung ein paar schöne Stunden entspannenden Spielspaß gönnen. Im Regal der Film-Auskopplungen landet Toy Story 3 ganz weit vorne.

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Gutes

Tolle Atmosphäre
Viele Original-Charaktere
Abwechslungsreich
Tolle Spielzeugkiste

Schlechtes

Geringer Umfang
Grafisch nicht einwandfrei

8.0 Sehr gut

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