Tom Clancy’s Splinter Cell Trilogie – Review

Getestet von | 16.03.2012 um 00:00 Uhr

Vor zehn Jahren erschuf Ubisoft eine der besten Stealth-Serien der Videpspielgeschichte, die Rede ist natürlich von Splinter Cell. In diesen zehn Jahren veröffentlichte Ubisoft insgesamt 5 Teile für die Heimkonsolen um den Third Echelon Agenten Sam Fisher und wie es heute bei erfolgreichen und gut bewerteten Serien Usus ist, werden die alten Teile nochmal aufpoliert und als HD Collection neu vermarktet, so nun auch geschehen bei Splinter Cell mit den ersten 3 Teilen.

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Was kann da schon schief gehen

Was erwartet man als Gamer der, um drei seiner Lieblingsspiele zu spielen, zu einer HD Collections greift? Exakt, nur eine bessere Optik und nicht viel mehr, das Spielgefühl sollte weitgehend erhalten bleiben und auch sonst sollten die Entwickler besser die Finger von den Spielen lassen. Das ganze hört sich so also nicht allzu schwer an, hier etwas Kantenglättung, da etwas schönere Texturen. Und auf einer PS3 sollten diese alten Schinken doch sowieso eins a laufen, oder? Nicht so bei Splinter Cell, zwar sind Missionen und Gameplay weitestgehend erhalten geblieben, dafür wurden beim Aufpolieren scheinbar so einige Fehler begannen, denn egal welchen der drei Teile wir starten, uns verging teilweise Hören und Sehen bei der Palette an Fehlern. Doch fangen wir beim Offensichtlichsten an, so sind die Spiele alle grafisch ordentlich aufpoliert und vor allem Chaos Theory könnte fast ein Ubisoft Spiel der aktuellen Generation sein. Auch die Ladezeiten wurden im Vergleich zu den PS2 Spielen deutlich verkürzt, dafür erhalten wir aber eine fast durchgehende Ruckelorgie auf dem Bildschirm, alle paar Meter stockt das Spiel. Das ganze wird zwar von Teil zu Teil etwas besser, aber mit der Zeit ist das einfach nur nervtötend, zudem es gelegentlich auch der Grund ist, warum man entdeckt wird. Das ganze spielt sich dann in etwa so ab, dass Sam nach dem Stocken ab und zu einen größeren Satz macht, so rempeln wie den Gegner an, den wir gerade in den Schwitzkasten nehmen wollten oder machen zu viele Geräusche. Der ein oder andere wird da schnell genervt das Spiel verlassen, es sei denn man sieht es als Herausforderung an besonders vorsichtig vor zu gehen, dann unterstützen die Ruckler vielleicht sogar noch den Schwierigkeitsgrad. Beim Sound sieht es da auch nicht besser aus, so sind gerade die Stimmen sehr holprig, Aussetzer, Stotterer und Wiederholungen sind an der Tagesordnung. Da ist selbst die gute Vertonung von Sam, mit seinem bitter bösen Humor nur ein kleiner Trost.

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Wie war das noch mal vor zehn Jahren

Zehn Jahre ist es fast her, da erschien Splinter Cell, der erste Teil der Serie. Die Handlung spielt im Jahre 2004 und wir, Sam Fisher, werden nach Tiflis, Georgien geschickt, um das Verschwinden zweier CIA Agenten zu untersuchen. In dem örtlichen Polizeirevier können wir aber nur noch ihre leblosen Körper auffinden. Unsere Suche gilt fort an ihren Mördern und dabei stoßen wir auf Information die einen bevorstehenden Krieg andeuten, denn der georgische Präsident Kombain Nikoladze will mit aller Waffengewalt Aserbaidschan erobern und die beiden Agenten sind ihm wohl zu sehr auf die Schliche gekommen und mussten sterben. Von diesem Zeitpunkt an ist es unsere Aufgabe wichtiges Intel zu finden, um einen Krieg zu verhindern, oder wenn er nicht mehr zu verhindern ist, dann wenigstens um ihn schnell zu beenden. Dabei setzt Splinter Cell auf eine Spielmechanik, die man sich heute kaum noch vorstellen kann. Kein wildes herum rennen und Geballere steht im Vordergrund, es ist eigentlich gar nicht existent in Splinter Cell, es geht vielmehr möglichst unentdeckt an Information von größter Bedeutung zu gelangen. Dabei umgehen wir Gegner indem wir uns an Rohren oder Kanten entlang hangeln, oder aber wir schleichen uns an sie heran, packen sie und wenn unser Opfer dann noch einige nützliche Informationen für uns hat, lassen wir es in einer dunklen, gemütlichen Ecke liegen. Aber auch auf Waffen brauchen wir nicht zu verzichten, neben einer Pistole steht uns auch ein SK 20 Gewehr zur Verfügung, mit dem wir Ringflächengeschosse oder Elektroschocker verschießen können, aber meist sind Lampen im Visier unseres Fadenkreuzes, damit wir im Dunkeln unbemerkt an Gegner vorbei kommen. Ein Wehmutstropfen für die PS2 Spieler dürfte der Fakt sein, dass wir es hier mit dem Port der PC Version zu tun haben und die Mission im Atomkraftwerk komplett fehlt, auch einige andere Stellen spielen sich leicht anders, als im PS2 Klassiker.

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Pandorra Tomorrow

Zwei Jahre später wird Sam Fisher erneut auf eine brenzlige Mission geschickt, dieses mal geht es für uns nach Osttimor. Das US Militär errichtete dort eine Militärbasis um die dortige Armee auszubilden und um Truppen in nähe Nordkoreas zu haben. Jedoch ist ihr Aufenthalt nicht von Allen gern gesehen, so auch von Suhadi Sadono, der die US Botschaft in Dili, Osttimor mit seiner Miliz überfällt und etliche Geiseln nimmt. Unser Auftrag ist es jetzt aber nicht die Geisel zu retten, wir müssen dafür sorgen, dass wichtige Dokumente nicht in die Hände Sadonos fallen. Während unserer Infiltration finden wir einen alten Freund gefangen wieder, dieser hat nach seiner Befreiung auch ein Präsent für uns, einen Datenstick, welcher uns nach Paris führt. Dort sollen wir einen Mann unter dem Synonym „mortified penguin“ enttarnen, doch die Beweise die wir finden, scheinen in die eigenen Reihen zu führen, was unserer Mission eine noch größere Bedeutung zukommen lässt. Von der spielerischen Seite hat sich nur wenig im Vergleich zum ersten Teil getan, so sind nur wenige neue Bewegungsmöglichkeiten dazu gekommen, wie eine Swat-Rolle, um unentdeckt von einer Deckung in die Nächste zu gelangen, sonst wurde nur noch das Huddesign leicht überarbeitet.

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Die Chaos Theorie

Kommen wir zum letzten Teil der HD Collection, Splinter Cell: Chaos Theory. Bei diesem Spiel brachte Ubisoft gleich mehrere technische Neuerungen, zum einen haben wir nun eine Anzeige, die signalisiert, wann unsere eigenen Geräusche über dem Umgebungslärm liegen und Gegner uns so entdecken können. Neben Nacht- und Thermalsicht gibt es in Splinter Cell: Chaos Theory mit der Magnetwellensicht nun noch die Möglichkeit elektrische Geräte und Kabel zu erkennen. Unser Einsatz beginnt erneut mit einem Notruf. Dieses mal wurde der Spitzeninformatiker Bruce Morgenholt verschleppt und unsere Aufgabe ist es ihn und die Daten, die er bei sich hat, zu finden und zu retten. Für Morgenholt kommt jedoch jede Hilfe zu spät und so vernichten wir die Daten, damit sie der Separatistengruppe unter Hugo Lacerda nicht in die Hände fallen. Unser nächstes Ziel ist Hugo Lacerda selbst, wir finden jedoch schnell heraus, das Lacerda nicht der Kopf hinter der ganzen Sache ist und Morgenholt scheint nicht allein an einem wichtigen Projekt gearbeitet zu haben und wichtige Daten könnten bereits in den falschen Händen liegen und erneut operieren wir an der Schwelle zu einem Krieg. Dabei müssen wir aber nicht so vorsichtig wie in den Vorgänger agieren, das Spiel stellt uns hingegen vor die Wahl, ob wir eher möglichst unentdeckt vorgehen möchten, oder ob wir es auf Feuergefechte ankommen lassen. Daneben besitzen wir erstmals auch ein Messer, mit dem wir Gegner schnell und lautlos ausschalten können, auch haben wir die Wahl ob wir Gegner exekutieren, oder nur K.O. schlagen.

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Fazit

Mit der Splinter Cell HD Collection kommen drei wirklich gute Stealth Spiele auf die PS3 und wären die Fehler nicht, könnte man sie auch jedem Freund der lautlosen, heimtückischen Attentate empfehlen. So bleibt die Collection wohl eher was für die Liebhaber der alten Teile, wobei man hier auch verzichten könnte, wenn man noch eine PS2 und die Splinter Cell Teile sein Eigen nennt. Alle, die dennoch einem Kauf nicht abgeneigt sind, sollten sich den technischen Problemen, die die Collection mit sich bringt, aber bewusst sein.

Gutes

+ drei sehr gute PS2 Stealth Klassiker in HD
+ klasse Stealthgameplay
+ kurze Ladezeiten

Schlechtes

- dauernde Ruckler während des Spielens
- Soundaussetzer und stotternde Sprecher

8.0 Sehr gut

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