Tiny Trooper´s: Joint Ops im Test – Knallhart oder Erbsenshooter?

Getestet von | 24.11.2014 um 17:23 Uhr

Auf Smartphones ein Hit, Tiny Trooper´s: Joint Ops, gibt´s den Top-Down-Shooter jetzt auch für PlayStation 3, PlayStation Vita und mittlerweile auch für PlayStation 4. Gelingt die Rekrutierung vom Smartphone auf die heimische Konsole, oder endet der ganze Spaß als Kanonenfutter? Erfahrt es in unserem Test!

Tiny-Trooper-Joint-Ops

Melde mich zum Dienst! Sir?

Wir haben Tiny Trooper´s: Joint Ops für PlayStation 3 geladen und können direkt nach der Installation loslegen. Zumindest sind wir davon ausgegangen. Doch im Menü angekommen mussten wir feststellen, dass wir uns erst durchs Tutorial arbeiten müssen, bevor wir uns letzten Endes in die Operationen stürzen dürfen. In den wirklich sehr kurzen Missionen wird uns die Steuerung erklärt und auch gleich ausprobiert. Was auf jeden Fall gefällt, ist die Tatsache, dass die Steuerung unserer Fußsoldaten so simple wie eingängig ist. Mit dem linken Analogstick bewegen wir uns, der Rechte wird zum Abfeuern von Waffen benutzt. Natürlich haben wir auch die Möglichkeit spezielle Waffen einzusetzen. Granaten, Raketen oder auch Luftschläge werden über die jeweiligen Schultertasten aktiviert. Eine Karte gibt es natürlich auch noch, aber die haben wir nie wirklich benötigt. Das Tutorial ist sehr schnell abgearbeitet und stellte uns vor keine großen Herausforderungen. Wir können also endlich loslegen.

 

Rekruten auf Shoppingtour

Vor jeder Mission haben wir die Möglichkeit uns ein Team aus maximal 3 Mitgliedern zusammenzustellen. Im Normalfall sind das ganz einfache Soldaten ohne irgendwelche Spezialfähigkeiten. Aber, komplett zwecklos sind die natürlich nicht. Denn mit Hilfe verschiedenster Upgrades können wir Werte wie Waffenreichweite, Panzerung oder aber auch die Tarnfarben individuell anpassen oder verbessern. All diese Modifizierungen sind natürlich nicht ganz umsonst und müssen gekauft werden. Anders als bei den Versionen für das Smartphone, braucht ihr hier aber keine Angst haben, Echtgeld ausgeben zu müssen. Alles kann durch das Abschließen von Missionen erarbeitet werden – denn damit verdient ihr Geld. Entweder ihr gebt es vor dem Einsatz aus, oder ihr benötigt während einer Mission Granaten, einen Luftschlag oder ähnliches – kein Problem, zahlt man einfach aus der Portokasse. Wenn die normalen Soldaten dann doch mal an ihre Grenzen geraten und eine Mission einfach zu schwierig ist, dann muss eventuell etwas Besseres her – Spezialeinheiten. Auch die könnt ihr von eurer hart erarbeiteten Kohle anheuern, um so euren Einsatztrupp zu verstärken. Von Grenadieren, über Sanitäter bis hin zum Seal ist alles möglich. Schade nur, dass man sich die harten Jungs immer nur für eine Mission ausleihen kann.

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Schon mal Gurken durch den Wald rennen sehen?

Dann weißt du, wie schnell die sind! Bei unseren Schützlingen ist das da schon etwas anderes. Vielleicht liegt es daran, dass unsere Soldaten keine Knie haben, wir wissen es nicht, aber eben diese bewegen sich wirklich langsam. Sehr langsam. Die Kartengröße variiert von Mission zu Mission. Bei größeren Einsätzen kann es bei diesem Fortbewegungstempo schon einmal etwas Zeit in Anspruch nehmen. Die Missionen haben zwar immer unterschiedliche Namen, unterscheiden sich aber so gut wie gar nicht voneinander. Heißt es etwa: „Zerstöre alle Gebäude!“, so gibt es das optionale Einsatzziel, sämtlichen feindlichen Einheiten die Lichter auszupusten. Besteht die Mission nun darin, alle gegnerischen Einheiten auszuschalten, so darf man optional alle gegnerischen Gebäude dem Erdboden gleich machen. Ab und zu eskortiert ihr Fotografen, oder rettet Gefangene, aber im Grunde ist eure Aufgabe immer die selbe: Töte alles was da keucht und fleucht. Das ist nicht wirklich fordernd und wird ziemlich schnell langweilig. Bei der Missionsauswahl habt ihr auch immer die Möglichkeit, den Schwierigkeitsgrad anzupassen. Abgesehen davon, dass es dann mehr oder eben weniger Gegner zu erledigen gibt, ändert sich aber nichts. Die Korridore, in welchen ihr euch bewegt, sind teilweise wirklich weitläufig, und auch wenn eure Rekruten beim Wandern fast einschlafen, lohnt es sich, alles zu erkunden. Man findet Medaillen, welche man dazu verwenden kann, gefallene Kameraden wiederzubeleben oder Spezialeinheiten freizuschalten, oder aber Hundemarken, welche euch einen kleinen Geldbonus bescheren – was in den späteren Missionen von Vorteil sein kann. Wem die Missionen nicht ausreichen, darf sich im Zombie-Überlebensmodus austoben. Hier besteht eure Aufgabe darin, gegen immer stärker werdende Zombiewellen zu bestehen. Habt ihr 3 Wellen überstanden, erweitert sich die Arena und ihr bekommt einen weiteren Soldaten in euer Team. Eure Leistung in Punkten könnt ihr dann Online mit Anderen vergleichen. Der Zombiemodus gefällt und macht wirklich Spaß.

Aaah, meine Augen!

Ein Punkt ist uns allerdings von Anfang an übel aufgestoßen: Die Grafik. Während die Soldaten und auch die Gegner wirklich knuffig, fast schon niedlich daher kommen, wirkt die Umgebung alles andere als schön. Alles ist kantig, schwammig und lieblos. Hier hätten sich die Entwickler ruhig etwas mehr Mühe geben können. Es wirkt wirklich so, als hätte man die Grafik vom Smartphone direkt auf die PlayStation 3 geswitcht. Dieser Umstand gefällt überhaupt nicht. Abgesehen vom grafisch dargestellten Stellungskrieg ist auch der Sound nicht wirklich überzeugend. Gerade in den ersten Missionen fällt das enorm auf. Um euch eine Vorstellung zu geben: Ein lauer Sommerabend, 10.000 Grillen singen ihr einsames Lied, und irgendwo in der Ferne hat jemand verdammt viel Spaß mit Knallerbsen. Wer mehr erwartet hat, wird hier leider enttäuscht – denn viel mehr Geräuschkulisse bietet dieser Titel nicht. Auch können wir nicht wirklich nachvollziehen, warum es innerhalb der Menüs Hintergrundmusik gibt, in den Missionen selbst aber nicht.

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Fazit: Missionserfolg fraglich!

Tiny Trooper´s: Joint Ops ist im Grunde ein solides Spiel für zwischendurch. Es ist sehr zugänglich, die Steuerung simpel und auch der Umfang stimmt. Die Möglichkeit seinen Einsatztrupp zu verbessern oder zum Beispiel Spezialeinheiten anzuheuern, ohne dafür wie beim Smartphone Echtgeld ausgeben zu müssen, gefällt, und schafft es auch ( die richtige Zielgruppe ) bei der Stange zu halten. Allerdings täuscht dies nicht darüber hinweg, dass Grafik und Sound, selbst für die gute alte FAT Lady unwürdig sind. Missionen gibt es sicherlich genug, nur sind diese einfach zu identisch um hier wirklich von Abwechslung sprechen zu können. Wahrscheinlich wussten das auch die Entwickler und haben dem Titel deshalb einen Zombiemodus spendiert. Dieser Modus hat uns mehr gefallen als das ganze Spiel, bietet er doch eine willkommene Abwechslung zum tristen Soldatenalltag. Letzten Endes können wir diesen Titel wirklich jedem empfehlen, der auf „Zwischendurchspiele“ steht. Wer den Titel allerdings bereits fürs Smartphone besitzt, sollte dabei bleiben – denn die Konsolenfassung macht nicht glücklicher.

Gutes

-Eingaengige Steuerung
-Netter Umfang
-Kein Echtgeld noetig für Upgrades

Schlechtes

-Schwache Grafik
-Minimalistischer Sound
-Kaum Abwechslung

6.5 Mittelmäßig

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