The Walking Dead: Survival Instinct im Test

Getestet von | 22.03.2013 um 11:55 Uhr

Survival-Horror erster Güte versprachen die Jungs von Activision bei der Ankündigung von The Walking Dead: Survival Instinct. Die Zombies, gegen die wir antreten, sollten realistisch sein und schon in kleinen Gruppen eine ernste Gefahr darstellen, kombiniert werden soll das Ganze mit Munitions- und Rohstoffknappheit sowie Teammanagement. Auf der gamescom 2012 sahen wir erste Screenshots und die Skepsis übermannte uns. Wenig später tauchte ein Gameplayvideo auf, das Erschreckendes zeigte und von Activision als Fake abgetan wurde. Jetzt ist das Endergebnis da und wir sehen uns an, ob uns das Spiel das Fürchten lehrt oder einfach nur selbst zum Fürchten ist.

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Zombiesterben… Vor Langeweile!

Die Publisher scheinen im Jahr 2013 einen Narren daran gefressen zu haben, uns weis zu machen, dass sie in ihren Spielen Protagonisten präsentieren, mit denen wir mitfühlen können und die als glaubhafte Menschen dargestellt werden. In The Walking Dead: Survival Instinct schlüpft ihr in die Rolle von Daryl Dixon, den Comic- und Serienfans bereits kennen. Die Handlung ist vor der Fernsehserie angesiedelt, Daryl befindet sich auf dem Weg nach Atlanta und wir müssen erst noch seinen Bruder Merle finden.
Der Einstieg ins Spiel wirkt dabei noch gelungen. Zwar offenbart er bereits technisch das ganze Grauen (doch dazu später mehr), jedoch befinden wir uns direkt in einer Situation, in der wir sehen, wie mächtig die Beißer (= Zombies in The Walking Dead Sprache) sind. Wo wir eigentlich unseren Onkel aus den Fängen der Viecher befreien müssen, können wir nicht gewinnen und werden dann in einer Cutscene von den Untoten gebissen. „Wow, wenn das ganze Spiel so ist, ist es zumindest atmosphärisch cool!“, dachten wir uns da noch. Noch.
Ein wenig kann The Walking Dead: Survival Instinct den positiven Eindruck noch erhalten, doch die Story versinkt dann schnell in Belanglosigkeit. Im Grunde gibt es nämlich gar keine richtige Geschichte, sondern immer nur kurze Textfetzen, die uns während Ladezeiten zwischen den Leveln präsentiert werden. Doch diese hingeschluderten Absätze, die allerlei Übersetzungsfehler enthalten, geben uns keine Informationen über die Figuren oder ihr Vorankommen, stattdessen erzählen sie uns zum Beispiel, dass dieses oder jenes Dorf eine Verteidigungstruppe gegen die Beißer aufgestellt hat. Na, so eine Überraschung!
Wen wir dann eigentlich steuern, ist irgendwann eigentlich immer wieder egal. Wir sehen uns nicht mal im Spiegel, denn die sind alle zertrümmert. Überhaupt sind alle Figuren, die wir so treffen, austauschbare Statisten. Wir haben eigentlich die Möglichkeit, uns ein Team aufzubauen und mit verschiedenen Fertigkeiten zu arbeiten, um zum Beispiel einen Kollegen auf die Rohstoffjagd zu schicken, aber irgendwie… Um es kurz zu machen: Der Großteil ist schlichtes Blendwerk, aber dazu lest ihr gleich noch mehr.

Gutes

+ Stellenweise durchaus gelungene Atmosphäre
+ Ordentliche Soundkulisse
+ Die Schleicher können bedrohlich werden
+ So viele gute Ansätze...

Schlechtes

- ... von denen keiner ausgebaut wurde
- Lächerliches Rohstoffmanagement
- Teammanagement ebenfalls nur ein Blendwerk
- Nur eine Sterbeanimation für die Beißer (!)
- Dreistes Levelrecycling
- Tearing, Ruckler, Clippingfehler und weitere Pannen

5.0 Fans only

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