The Unfinished Swan – Review

Getestet von | 13.11.2012 um 00:00 Uhr

Explizite Movekost für die PlayStation 3 muss man weiterhin noch suchen. Umso erfreulicher ist es wenn eine exklusive Episode für und mit den Movecontrollern angekündigt wurde. Giant Sparrow wagt sich an ein innovatives, frisches Spielkonzept. Ob sie damit Erfolg haben, wird unser Test zeigen!

Ein Königreich so weiß wie Schnee
Weiß, unendlich viel Weiß. Der kleine Junge Monroe muss sichtlich verzweifelt sein, als er in ein Königreich eindrang, das keine Farbe kennt. Doch fragt man sich, warum ist er in diesem Königreich gelandet? Monroes Mutter ist verschwunden und Monroe durfte ein Bild von zu Hause mitnehmen. Da aber seine Mutter viel angefangen, aber fast nichts beendet hat, waren alle Bilder zu Hause unvollständig. Er entschied sich für den unvollkommenen Schwan, den er als sein Lieblingsbild bezeichnet. Eines Abends verschwand der Schwan aus dem Bild und Monroe bemerkte dies. Eine fremde Tür erschien und Monroe schritt hindurch und fand sich in einem leeren, weißen Bereich wieder. Doch der kleine Junge hatte einen feinen silbernen Pinsel bei sich. Damit fing er an, die Umgebung zu bemalen. Das Weiße bekam Konturen bekommen und zum Vorschein kam ein majestätisches Königreich. Und kurz darauhin hörte er den Schwan in der Nähe und ging ihm nach. Kreuz und Quer, durch dunkle Wälder und endlose Labyrinthe verfolgte der kleine Junge den unfertigen Schwan, bis er vor dem König des Königsreichs steht. Doch wer der König ist, warum es ihn antreibt alles in Weiß zu lassen, und warum Monroe einen silbernen Pinsel besitzt? All das sind die kleinen großen Fragen die das Spiel beantwortet.

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Konturen hier, Schatten da
The Unfinished Swan ist ein reinrassiges Movespiel. Eine Pad-Unterstützung ist nicht gegeben. Durch das Drehen des Movecontroller schwenkt man die Kamera hin und her. Drückt man noch die Move Taste verschiesst Monroe kleine schwarze Farbbällchen. Damit holt man die Umgebung aus ihrem tristen Weiß heraus und gibt der Welt Konturen und Schatten. Mehr oder weniger. Denn wenn alles schwarz ist, sieht man bekanntlich auch wieder nichts. Eigentlich kann man alles mit dem Movecontroller erleben. Einfacher geht es, wenn man den Navigations-Controller ebenfalls besitzt. Das Move-Spiel ist in vier Kapiteln unterteilt, die wiederum in einzelne Passagen aufgeteilt wurden. In allen Kapiteln geht es darum, den meist linearen Weg nachzugehen. Während man die Zeit im ersten Kapitel damit verbringt, der weißen Welt ein bisschen Farbe zu geben, ändert dies sich im zweiten Kapitel schlagartig. Der Silberpinsel ist jetzt zu einem Wasserschlauch geworden. Mit Hilfe von Wassertropfen sucht man sich seinen Weg durch das Schloss, während Ranken den kleinen Jungen begleiten und immer da weiterwachsen, wo das kühle Nass hingeschleudert wird. Hier kommen dann kleinere Rätselpassagen zum Zuge, die aber alle leicht zu lösen sind. Zu guter Letzt noch, muss sich Monroe durch ein dunkles Gebiet schlagen, das mit unfreundlichen Kreaturen aufwartet, bis er schlussendlich vor dem König steht.

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Drei kleine aber feine Gameplayvarianten bekommt man in The Unfinished Swan zu Gesicht. Obwohl sie verschieden daherkommen, basieren sie trozdem alle auf dem gleichen Konzept. Der Umgebung Farbe / Konturen zu geben. Leider hat man verpasst, etwas mehr oder eine andere neuartige Ausrichtung in Sachen Gameplay zu geben. Das hätte dem Spiel sehr gut getan. Hin und wieder erscheinen Textbilder, die die Geschichte rund um den unfertigen Schwan vorantreiben. Die Erzählstruktur ist herrlich einfach und fesselnd. Der Humor ist ebenfalls gegeben und zaubert einem hin und wieder ein kleines Lächeln ins Gesicht. Der Soundtrack fügt sich direkt in das Setting ein, auch wenn es manchmal so scheint, als wäre er keineswegs vorhanden.
Findige Spieler dürfen auch noch auf Ballonjagd gehen. Hat man eine gewisse Anzahl an Ballons gefunden, darf man sich im Hauptmenü vereinzelt Cheats damit freischalten.

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Gute Idee, kleiner Umfang
Giant Sparrow hatte mit The Unfinished Swan eines der guten Movekonzept in der Hand. Was daraus wurde, ist leider ein bisschen enttäuschend. Nicht weil es nicht funktioniert. Eher der Umfang ist hier das, was man ankreiden muss. Auch wenn es sein Geld wert ist, hätte man das besagte Abenteuer besser gestalten sollen. Die Idee der Spielwelt durch Verschießen von Farbkugeln Konturen zu verleihen, ist ja schon mal was Erfrischendes. Leider hat man hier verpasst, dem Ganzen eine weitere Variante zu geben oder was gänzlich Neues zu zeigen. Wieso benutzt man ausschließlich Schwarz und keine weiteren Farben? Wieso ist das große Labyrinth nur so klein? Warum hat man alles in Linearität gelassen, obwohl das Spiel einem eine große Umgebung vorgaukelt? Wieso gibt es keine schweren Rätsel?

The Unfinished Swan ist ein PlayStation Network exklusives Move Spiel, das ein interessantes Spielkonzept bereithält. Leider wurde die Idee nicht konsequent umgesetzt und man bekommt für sein Geld zwar eine innovative Software, die man aber leider schnell durchgespielt hat. Kindern und Spielern, die Movekost brauchen, legen wir das Spiel zu Herzen.

Gutes

- Innovatives & frisches Gameplaymechanik
- Exklusive Movekost
- Netter Soundtrack

Schlechtes

- Idee wird nicht konsequent weitergeführt
- Umfang ist zu kurz geraten
- Kaum Wiederspielwert

8.0 Sehr gut

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