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The Sly Trilogy – Review

Artikel von | 18.12.2010 um 00:00 Uhr

Es kommen jährlich viele Videospiele auf den Markt, da weiß man gar nicht wo man zuerst hin greifen soll. Doch lassen einige Entwickler alte Spiele gerne wieder aufleben. Die Rede ist natürlich von de HD-Collections. Hier werden PS2 Spiele überarbeitet in Grafik und Sound und werden dann alle auf eine Blu-ray gepresst und für ein wenig Bares neu verkauft und das mit Erfolg. Sony konnte bereits mit der God of War Collection so einiges Verkäufe erzielen und auch die erst kürzlich von Ubsisoft veröffentlichte Prince of Persia Trilogie, fand großen Anklang. Nun steht die dritte HD-Trilogie bereits in den Startlöchern. Hierbei handelt es sich um den diebischen Waschbären Sly Cooper und seine beiden diebischen Freunde. Die drei PS2 Games wurden nun auch der Aufpolierung unterzogen, ob die Collection nun ein Hit ist oder nicht, das lest ihr in dieser Review.

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Auf Diebesfüßen unterwegs

Der Name Sly Cooper dürfte wohl nur für einige Jump’n’Run Fans ein Begriff sein, denn genau das ist das Genre, indem wir uns nun befinden. Neben Ratchet and Clank und Jak & Daxter, stellt das Spiel eine der drei erfolgreichen PS2-Jump’n’Run-Serien dar, leider die am wenigsten erfolgreichste von den Dreien. Doch was für die meisten sicherlich interessant zu wissen ist, ist, dass die Spiele aus dem Studio von Sucker Punch stammen, die sich mit inFamous auf der PS3 einen großen Namen machten. Sucker Punch, die zurzeit mit inFamous 2 beschäftigt sind, haben Sanzaru Games Inc. die Aufarbeitung machen lassen und diese ist nun eine wahre Fundgrube für Jump’n’Run Fans, denn in ihr sind gleich drei Games plus ein paar Move-Minispiele enthalten. Zu den Spielen zählen Sly Racoon, Sly 2: Band of Thieves und Sly 3: Honor Among Thieves. Da die meisten mit Sly aber immer noch nichts anfangen können, hier eine kleine Rückblende mit was es der Spieler hier überhaupt zu tun bekommt.

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Leichtfüßiger Waschbär

Im Sly Universum ist jede Figur ein Tier und unser Protagonist ist ein Waschbär, aber nicht irgendein stinknormaler. Er ist ein hinterlistiger Meisterdieb, der in eine Familie von unzähligen Dieben hinein geboren wurde. In Slys Familie gibt es außerdem ein paar Grundregeln. Es werden nur Diebe bestohlen, da dies „ehrenhaft“ ist und der Nachfahre ist immer der neue Hüter des Stabs der Cooper-Familie. Sly Cooper, nun jüngster Nachfahre der Coopers, sollte die Familientradition, also das stehlen von wertvollen Gegenständen und Hüten des Stabs, weiterführen, doch dazu kam es nicht, da eine geheimnisvolle Bande sein Elternhaus angriff und er so ins Waisenhaus musste. Dort lernte er die beiden nächsten Protagonisten der Spiele, Murray, ein Nilpferd und Bentley, eine Schildkröte, kennen. Zusammen sind die drei die Cooper-Bande und dessen Abenteuer erlebt ihr als Spieler mit. Das Spiel ist so eine Art Open-World-Jump’n’Run und ist eigentlich mit nichts vergleichbar. Fangen wir aber von vorne an, also beim Hauptmenü. In diese gelangt der Spieler recht schnell und hat hier mehrere Punkte zur Auswahl. Einmal die Credits, dann die drei verschiedenen Spiele und die Sly Minispiele. Wählt ihr eines der drei Spiele, dann fängt es ohne Umwege sofort an und ihr findet euch nach kurzer Zeit im Hauptmenü wieder. Dabei bietet jedes Sly eigentlich dasselbe Menü, nämlich Neues Spiel, Option und gegebenenfalls noch Spiel Fortsetzen. Startet ihr ein neues Spiel, geht das Spiel sofort ins eigentlich Spiel über und euer Sichtkommunikator öffnet sich. Dies ist eine Art Fernglas, mit dem ihr mit euren Kameraden kommunizieren könnt. Ihr werdet über dieses Ding immer über den aktuellen Plan informiert und was ihr tun müsst. So müsst ihr bei Sly Racoon in das Pariser Polizei-Hauptquartier einbrechen und die Akte von Sly stehlen. Bei dieser Mission wird eine weitere wichtige Person in das Spiel eingeführt, nämlich Carmelita, eine Füchsin und eine Polizisten. Sie ist sozusagen der größter Wiedersache der Bande und versucht die Bande schon seit Jahren zu stellen, erfolglos. Nach dem kleinen Auftrag, dem sogenannten Prolog, startet das eigentliche Spiel dann. Das Spiel ist immer in Kapitel unterteilt, die ihr nach und nach freischaltet. Dabei wird die Story, sowie die einzelnen Kapitel immer durch kleine Comic-Filme eingeleitet, welche exakt so gestaltet sind, wie man es aus inFamous kennt. In Sly Racoon will sich Sly die Bande vorknöpfen, die seinen Vater ermordeten und den größten Familienschatz stehlten, das Buch des Meisterdiebs. Hier stehen alle Tricks der Cooper-Familie drin und Sly will es sich zurückholen. Die Jagd auf insgesamt 5 Personen ist somit eröffnet. Euer erstes Ziel ist ein Frosch, der sich der Piraterie verschrieben hat. Ihr macht euch auf den Weg und kommt irgendwann zu seiner Einsatzbasis an. Bevor ihr ihn allerdings stellen könnt, müsst ihr erst ein paar Schlüssel sammeln. Diese bekommt ihr, indem ihr bestimmte Aufträge erledigt. Ihr müsst dazu durch das Gebiet streifen und dann zu den Einsatzorten gehen. Diese sind dann mehr oder weniger Eigenständige Level, die ihr durchlaufen müsst, um den Schlüssel zu erreichen. Doch natürlich stellen sich euch da einige Hindernisse in den Weg. Das sind zu einem die Wachen, oder scheinbar unüberwindbare Hindernisse. Die Wachen könnt ihr zum Glück mit eurem Stab eine überbraten, aber Vorsicht. Werdet ihr getroffen, verliert ihr ein Leben. Damit ihr aber nicht von Vorne anfangen müsst, gibt es immer Checkpoints auf dem Weg. Die anderen Hindernisse könnt ihr mit Hilfe von Slys Geschick ganz leicht überwinden. Sly beherrscht nicht nur Sprünge, er kann auch auf kleinen Kanten laufen, auf Seile entlang klettern und noch so einiges mehr. Die Steuerung dazu ist allerdings total simpel wie genial. Diese ganzen Dinge macht ihr immer mit eurer Kreis-Taste. Sobald ihr blaues Glitzern seht, könnt ihr Springen und immer die Kreis-Taste drücken und schon führt Sly die tollsten Kunststücke vor. Dabei lässt die Steuerung kaum Fehler zu und ist nahezu perfekt, Kaum Befehle und trotzdem ein großes Reportai an Moves. Die Aufarbeitung von Sanzaru ist auch gut geworden. Die Grafik wurde gut aufpoliert, auch wenn sie natürlich nicht mit Grafikperlen wie God of War 3 oder Uncharted 2 mithalten kann, dazu sieht es dann doch noch zu PS2 aus. Die Grafik ist übrigens im schicken Comic-Look gehalten, was das ganze aber gut aussehen lässt. Tiere in realer Grafik zu Steuern wäre ja auch komisch. Aber man merkt das Sanzaru ordentlich am Ton und an den Ladezeiten geschraubt hat. Der Ton wirkt klar und gut gemacht und auch die Ladezeiten sind merklich kürzer im Vergleich zu den PS2 Titeln. Für alle 3D Fans ist der dritte Teil auch komplett in Steroscopic 3D spielbar.

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3 Freunde müsst ihr sein

Bei den ganzen Sly Titeln muss man allerdings eine wichtige Unterscheidung machen und zwar zwischen dem Ersten und den Zweiten und Dritten Titel, da diese wesentliche Unterschiede beinhalten. Zu erst einmal die Grafik, die besonders im zweiten Titel merklich angehoben wurde. Außerdem wurde das Konzept weiter ausgebaut und so sind es besonders die neuen Ideen, die die beiden letzten Teile eigentlich so genial machen und den Ersten ein wenig alt aussehen lassen. Fangen wir am besten mit Sly 2 an. Ihr startet in Kairo bei einem kleinen Einbruch im Nationalen Museum um die Klockwerkteile (ein Widersacher aus Sly Racoon) zu stehlen um sie zerstören. Natürlich geht das nicht glatt und die Teile wurden schon gestohlen, außerdem kommt euch Carmelita auf die Schliche und so müsst ihr schnell fliehen. Nachdem Prolog kommen wieder die berüchtigten Comic-Sequenzen. Hier wird klar, wer der neue Feind ist. Die Klaw-Gang hat die Teile gestohlen und diese gilt es nun einzeln aufzuspüren und ihnen die Klockwerk-Teile abzunehmen. Euer erster Auftrag ist in Paris. Hier müsst ihr den Nachtclub-Besitzer Dimitri bestehlen. Als ertses müsst ihr erstmal euer Einsatzgebiet erkunden. Hier fällt eins sofort auf. Das Areal indem ihr euch aufhalten könnt, ist wesentlich größer als das von Sly Racoon. Außerdem wurden eure Jobs anders gemacht, so lauft ihr nun quer durch das Areal und geht zu einem Startpunkt. Außerdem gibt es nun ein bestimmtes „Jobmuster“ für die Gebiete. So darf Sly erstmal ein paar Aufklärungsfotos schießen. Diese braucht Bentley, die Schildkröte dann für einen Plan. Diese Pläne sind euren nächsten Aufgaben und immer nett als Diashow inszeniert. Erstmals könnt ihr auch mit Bentley und Murray durch das Gebiet gehen und Aufträge machen. Diese steuern sich fast identisch zu Sly, nur müsst ihr auf die ganzen Klettereinlagen verzichten. Dafür haben sie alle Drei unterschiedliche Waffen. So ist Murray zum Beispiel ein riesen Muskelprotz und kann mit bloßen Fäusten die Wachen verdreschen. Bentley hat eine Armbrust mit Schlafpfeilen und kleine Bomben im Gepäck. Auch sind die Leben gewichen und ihr habt nun eine Energie Anzeige die euch gleichzeitig wichtige Information über eure Situation liefert. Hie könnt ihr nämlich sehen, ob ihr von Wachen verfolgt werdet, oder ob ihr euch in unmittelbarer Nähe befindet. Das wird dann musikalisch auch schön hervorgehoben. Apropos Musik. Diese ist sehr gut für das Spiel getroffen. Ihr hört immer Instrumentale Stücke, die immer gut in das Szenario passen. In den insgesamt acht Kapiteln bei Sly 2 gibt es so ziemlich alles an Umgebung. Ein Dschungel, die Stadt Prag, Kanada und sogar ein Luftschiff. Mit jedem neuen Kapitel gibt es auch immer ein neues Areal. Irgendwann habt ihr immer alle Aufträge durch und dann kommt der große Beutezug. Dieses stellt ein großen Spielerische Herausforderung dar, denn diese Aufträge dauern immer recht lange und sind meist mit einem Bosskampf verbunden. Hier kommt Storytechnisch auch sehr schöne Seite des Games zum Vorschein. Die Story ist für so ein Game unfassbar aufwendig gemacht und bietet ein paar echte Überraschungen und Wendungen, die gerade immer bei den großen letzten Aufträgen anwesend sind. Man kann sich auf jeden Fall gewiss sein, dass Storytechnisch bei allen Spielen was geboten wird. Im großen und ganzen ist Sly 3 ähnlich wie Sly 2, nur die Story ist selbstverständlich anders, baut allerdings ein wenig auf Teil 2 auf. Sly findet heraus, wo die ganze Cooper-Familie ihre ganzen Reichtümer versteckt haben. Auf einer kleinen unbedeutenden Insel mitten im Pazifik. Dort liegt der Cooper-Tresor, der nur durch den Hüter des Stabs, also Sly, geöffnet werden kann. Im Prolog tut ihr genau das, doch werdte von einem Typ namens Dr. M aufgehalten, der seit Jahren versucht den Tresor aufzubrechen. Ihr versucht zu fliehen, doch Dr. M hält euch mit Hilfe eines Monsters fest und Sly droht zu sterben. Hier beginnt einmal mehr mit den Comic-Sequenzen die Story und ihr erfahrt, wie es überhaupt dazu gekommen ist, sprich, euch wird die Story erzählt. In dieser müsst ihr neue Mitglieder rekrutieren, um die Tresor überhaupt erreichen zu können. Dazu müsst ihr zunächst einmal Murray zurück ins Boot holen. Diesen spürt ihr in Venedig auf, wo ihr auch gleich den örtlichen Mafia-Boss aufs Kreuz legt und euch natürlich mit Carmelita einmal mehr anlegt. In Sly 3 haben Bentley und Murray zudem neue Moves drauf und auch die Areale sind unterschiedliche denn je. Ihr seid in Venedig, Australien und sogar in Holland unterwegs. Auch Storytechnisch wird wieder einiges geboten und hier begegnet der Spieler auch Leuten aus den ersten beiden Teilen erneut wieder.

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Eine nette Überraschung

Nun aber mal zu den Jobs die ihr machen müsst. In Sly Racoon sind sie Level mit ein paar kleineren Tricks und Rätseln. In Sly 2 und 3 sieht das etwas anders aus. Hier sind die Aufträge oftmals viel abwechslungsreicher und umfassen dabei viele Dinge und Minigames. So müsst ihr RC-Helikopter steuern, ein Geschütz bedienen, mit Leuten tanzen, einen RC-Bomber bedienen und, und, und. Natürlich müsst weiterhin durch „Level“ laufen, dies wurde aber auch anders gemacht und beinhaltet nun weitaus mehr, als einen Schlüssel zu erreichen. So müsst ihr z.B etwas zerstören, Wachen ihre Schlüssel stibitzen, um eine Brücke herunter zu lassen, oder ihr hackt ein paar Computer und noch so einiges mehr. Den Wachen etwas stehlen ist übrigens ganz wichtig, denn so könnt ihr euch Unmengen an Geld zusammen kratzen umso Power-Ups zu kaufen. Power Ups gibt es in eurem Unterschlupf. Dies ist ein Punkt der irgendwo auf dem Areal ist. Hier könnt ihr euren Charakter wechseln und auch Beute verkaufen. Dies geht, indem ihr wachen beklaut, die Klitzer an ihrer Tasche haben. Dort befinden sich immer Wertgegenstände drin, wie ein goldener Ring, oder ein kleiner Diamant. Da die Wachen immer willkürlich auf dem Gebiet verteilt sind und immer wieder welche dabei sind, die solche Wertgegenstände haben, kann man sich auch mal ne Stunde damit aufhalten, ordentlich Kohle zu machen, wenn man ein paar bestimmte Power-Ups haben will. Für jeden Charakter gibt es dabei unterschiedliche Sachen. So gibt’s z.B. ein Hoverpack und eine Dösbombe für Bentley, für Murray flammende Fäuste, oder ein angsteinflößendes Brüllen. Für Sly ein Stummen Tarnangriff oder einen Paragleiter. Diese Power-Ups sind alle sehr nützlich und werden zum Teil sogar voraus gesetzt, um weiter zu kommen. Wem es bis hier her nicht aufgefallen sein sollte. Die Sly Spiele haben wesentliche Elemente von inFamous mit drin. Dies ist auch nicht weiter verwunderlich, hat sich Sucker Punch bei inFamous immerhin bei Sly ordentlich bedient. Dies ist aber nicht weiter schlimm, nur kann man durchaus behaupten, dass Sly das Kinderfreundliche inFamous ist. Auch lustig, der Synchronsprecher von Zeke aus inFamous ist der gleiche, der Benley in Sly spricht, ansonsten sind Power-Ups, eine offene City, Aufträge und eine gute Story in beiden Serien vorhanden. Kommen wir aber nun zu den Move-Minispielen, die Sanzaru mit dazu gepackt hat. Kurz und knapp, diese sind nicht wirklich der Hammer und sind eigentlich der einzige Kritikpunkt an der ganzen Collection. Die insgesamt 4 Minispiele sind alle sehr simpel und sind nach spätestens einer halben Stunde total langweilig. Sie dienen eigentlich nur, wenn man ein paar Trophies haben will, denn die paar Trophäen bekommt man ohne mit der Wimper zu zucken. Ansonsten gibt es nicht wirkliche Kritik zu üben. Das einzige was noch ein wenig nervt ist, dass sobald man in einem Spiel drin ist, man nicht wieder zurück ins Menü der Collection gehen kann. Das hätte man zumindest noch machen können.

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Fazit:

Wer noch nie ein Sly Game gespielt hat, dem dürfte ein Vergleich mit inFamous wohl mehr helfen, denn diesen kann man definitiv ziehen. Sucker Punch hat in Sly genau das drin, was auch inFamous hat, bloß alles viel gewaltloser, dafür mit genialer Story. Die Collection kommt also mit drei tollen Jump’n’Runs daher und wurde gut überarbeitet. Man bekommt für ein wenig Geld sehr viel geboten und wird garantiert nicht enttäuscht. Man darf sich aber nicht zu fein sein, ein etwas kindlicheres Game anzufassen, denn das ist Sly in jedem Fall. Es ist aber trotzdem ein einmaliges Erlebnis, das man mal gespielt haben sollte. Es ist einen Kauf also allemal wert.

The Sly Trilogy Testbericht

The Sly Trilogy

  • Release: 03.12.2010
  • Genre: Action, Adventure
  • Entwickler: Sucker Punch
  • Publisher: Sony

Gutes

Schlechtes

8.5 / 10 Sehr gut

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