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The Sexy Brutale im Test – Was ist im Mörder Kasino passiert?

Artikel von | 11.04.2017 um 11:58 Uhr

In den letzten Wochen und Monaten gab es unzählige, riesige Triple-AAA Titel für die PlayStation 4. Wir widmen uns hier aber mal einem Titel der etwas kleineren Sorte, The Sexy Brutale. Entwickelt wurde dieses von den Cavalier Games Studios aus England und Tequilla Works aus Spanien. Während es für Cavalier das erste Spiel ist, hat Tequilla mit Rime schon ihr eigenes großes Projekt in der Pipeline und bot Unterstützung an. Ganz wichtig, nein, im Spiel übernimmt man nicht die Rolle einer brutalen Frau mit überaus viel Sexappeal, da müssen wir euch entweder enttäuschen oder erleichtern. Was aber wirklich dahinter steckt, dass erfahrt ihr in unserem Test.

Zurück in den Samstag Mittag

Jedes Jahr veranstaltet „der Marquis“ einen extravaganten Maskenball im Kasino-Anwesen The Sexy Brutale. Dieser ist der Eigentümer und Erbauer des riesigen Gebäudes. Auch Lafcadio Boone ist in diesem Jahr wieder mit dabei. Es läuft aber nicht alles so gut, wie geplant. Statt einem freudigen Maskenball erlebt ihr einen finsteren Mörderball. Das Personal des The Sexy Brutale hat es auf die Gäste abgesehen und will diese nach und nach ermorden. Auch weil die Gäste und das Personal von einer Maske auf ihrem Kopf kontrolliert werden. Lafcadio möchte dies verhindern und wacht am Samstagmittag auf, nur um den Tod seines Freundes Sixpance mitzuerleben. Als er vor seiner Leiche steht, taucht ein mysteriöser Geist in Form eine Frau auf. Sie rät Lafcadio dazu, die Taschenuhr von seinem verstorbenen Kollegen zu nehmen. Mithilfe dieser kann er den Tag erneut erleben und wacht wieder um 12:00 Uhr des gleichen Tages auf. Er hat also wieder einmal die Chance Sixpance zu retten, nur diesmal weiß er was passieren wird und kann anders reagieren. Dieses Muster der Zeitreise setzt sich im kompletten Spiel fort und man kann stets Teile des Tags erneut erleben, um alle Gäste vor dem jeweiligen Tod zu retten.

Der Tag und die Aktionen der Protagonisten verlaufen auch stets im gleichen Muster, sofern der Spieler durch seine Aktionen nichts geändert hat. Außerdem sammelt dieser stets neue Informationen, indem er anders reagiert oder schon vorher weiß, was passieren wird und dementsprechend reagiert. Während das Wissen natürlich erhalten bleibt, verliert man aber die gesammelten Gegenstände. Das sollte euch einen groben Überblick verschaffen. Hinter den mysteriösen Morden gibt es nämlich einen Zusammenhang den Lafcadio herausfinden möchte. Dieser hat zugleich unbegrenzt Zeit, da er diese stets zurück setzen kann, aber gleichzeitig wird um spätestens 24:00 Uhr der Tag automatisch wieder zurückgesetzt – da alle Gäste ermordet wurden. Das ganze dauert dann etwa 15 Minuten und das ist dann euer Spielraum um die jeweiligen Aktionen durchzuführen. Ihr könnt den Tag auch an unterschiedlichen Orten starten oder die Zeit sogar vorspulen. An dieser Stelle möchten wir aber auch erwähnen, dass wir bereits nach knapp fünf Stunden mit der Geschichte fertig waren. Nach etwa sieben Stunden hatten wir dann 100% und somit alles gesehen und erledigt.

The Sexy Brutale PS4 Review Test PlayStation 4

Ein mörderischer Maskenball

Zu Beginn ist das Gameplay an sich relativ simpel. Ihr steuert euren Charakter und könnt mit einigen Objekten aus dem Zimmer interagieren. Habt ihr das gemacht, könnt ihr durch die Tür ein anderes Zimmer betreten oder fürs erste nur durch den Türspion schauen. Dort könnt ihr sehen, ob eine Person im Nachbarraum ist, bzw. wo sie sich befindet. Mit diesem Grundwissen könnt ihr euch im jeweiligen Stockwerk bewegen und Informationen sammeln. Wie erwähnt, setzt sich dann die Zeit zurück und man bleibt nur mit dem neuen Wissen zurück. Und hier wird das Rätsel-Spiel besonders spannend. Durch den immergleichen Ablauf wird auch auf der Karte angezeigt, um wie viel Uhr welcher Charakter wo ist, sofern ihr ihn einmal beobachtet habt. Ihr lernt also stets dazu und könnt mit einer kleinen Änderung vielleicht auch viel Neues erfahren und auch taktisch vorgehen. Das ist der Kern des Spiels. Wenn ihr wisst, dass der Mörder nach rechts läuft, könnt ihr euch bereits dort platzieren, um sich beispielsweise in einem Schrank zu verstecken und den Charakter zu belauschen. Das ist aber nur das Grundgerüst, es kommt im Spielverlauf aber noch viel mehr. Ihr könnt also einiges ändern und damit die Zukunft neu gestalten, sofern die Entwickler dies bedacht haben. Ihr habt nicht die völlige Freiheit. Doch die Rätsel sind teils durchaus knackig indem es verschiedene Räume, Gegenstände und Zeiten gibt.

Habt ihr eine Person gerettet und dessen Fähigkeit erhalten, gibt es viel mehr Möglichkeiten. Beispielsweise ermöglicht dies dann das belauschen durch den Türspion, wodurch ihr alles versteht und selbst geheime Botschaften oder Eingaben in ein Terminal erkennen könnt. Solche Dinge sind überaus wichtig. Es kann nämlich sein, dass zwei Charaktere gerade darüber sprechen, dass ein Schalter in einem Bücherregal versteckt ist. Danach kann man zu diesem gehen und weitermachen. Man kann aber nicht einfach so im gleichen Zimmer wie die anderen Protagonisten sein. Falls das passiert, dann wird man von deren Maske gejagt bis man den Raum verlassen hat. Aber wieder zu den Geheimnissen. Gerade weil es im späteren Verlauf unzählige Räume und damit auch Möglichkeiten gibt, kann man schnell etwas verpassen.

Zwar sind die Abläufe komplett durchgetaktet und wiederholen sich, aber ist man nicht zur richtigen Zeit am richtigen Ort, dann hat man eventuell ein wichtiges Ereignis verpasst. Das ist, wenn man so will, schon durchaus ein Kritikpunkt. Bei einem Rätsel kann man durch Zufall zur Lösung kommen und sich wundern, wieso das so schnell ging – ist bei uns passiert. Bei einem anderen Rätsel läuft man ewig umher und macht alles dreimal und verpasst eine Kleinigkeit und hängt ewig dran – ist bei uns passiert. Eine richtige Hilfe gibt es nämlich nicht. Anhaltspunkte werden auf der Karte markiert und dienen als Orientierung, aber den nächsten Schritt bekommt man nicht erklärt. Es ist ein Rätselspiel und dementsprechend auch völlig legitim, dass man nicht automatisch die Lösung präsentiert bekommt, aber nichtsdestotrotz kann das durchaus frustrieren und viel Zeit in Anspruch nehmen, nur weil man eine Kleinigkeit vergessen hat.

The Sexy Brutale PS4 Review Test PlayStation 4

Ein klassischer Stil in einem ungewöhnlichen Kasino

Die Optik von The Sexy Brutale ist schon etwas Besonderes. Der Stil ist doch sehr klassisch angehaucht und in Kombination mit dem Sound gibt es doch eine eher erheiternde Atmosphäre. Doch dies ist nur der erste Eindruck, denn dahinter steckt noch viel mehr. Die Morde sind teils doch sehr brutal und unheimlich. So kann die Grafik also durchaus punkten, ist aber natürlich nicht das schönste was man je auf der PlayStation 4 gesehen hat. Wie man bereits in den Screenshots sieht, ist auch stets nur ein Raum zu sehen, die Umgebung daneben ist stets komplett schwarz, was den Fokus auf das wesentliche legt. Insgesamt hat The Sexy Brutale natürlich noch einen gewissen „Indie“ Look, dass sollte aber keinen Abschrecken, denn die Stärken liegen auch woanders.

Gerade weil es im späteren Spielverlauf auch öfter mal zu kürzen Freezes bzw. Framerateneinbrüchen kommt. An einigen Stellen spielt es sich auch etwas träge oder Animationen laufen etwas unglücklich ab. Besonders überzeugen kann dafür aber der routinierte Ablauf im Kasino. Die gleichen Aktionen aus verschiedenen Sichten zu erleben ist schon interessant, gerade weil man einige Highlights hat und sie stets mitbekommt. Wird um 13:00 Uhr eine Pistole abgefeuert, dann hört man das stets unabhängig davon, wo man selbst ist. Das gibt einem einen guten Überblick und man merkt, wie verbunden die Aktionen miteinander sind. Gleichermaßen sind der Sound und die Atmosphäre schon super. Ist man in einem Kasino gibt es einer sehr heitere Musik, das wechselt aber, wenn man die Räume durchläuft. Die Durchgänge sind nicht immer perfekt, aber insgesamt wurde hier gute Arbeit geleistet. Aber wir sollten noch einmal erwähnen, dass eine Sprachausgabe nicht vorhanden ist und man stets alles lesen muss.

The Sexy Brutale PS4 Review Test PlayStation 4

Fazit: Ich sehe tote Menschen, in der Zukunft, immer wieder

The Sexy Brutale sieht auf dem ersten Blick nicht so besonders aus, aber hat durchaus einen eigenen Charme. Denn auch wenn man stets den gleichen Tagesablauf erlebt und das eigentlich eher nervig klingt, so ist das eben besonders interessant. Durch kleine Änderungen an einem Raum kann sich plötzlich viel ändern und man kann eine Person retten. Natürlich hat man nicht die komplette Freiheit, aber die Idee dahinter kann überzeugen und sorgt für einen Krimi der anderen Art. Man ist dazu motiviert jedes Detail zu beachten und die Aktionen aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten. Auch weil man die wahren Hintergründe herausfinden möchte. Der Stil des Spiels und auch der Sound können mehr als nur überzeugen, auch wenn es hier und da teils größere Schwächen gibt. Die Spieldauer ist wohl einer der größten Kritikpunkte. Man ist nach nur wenigen Stunden komplett fertig mit dem Spiel und hat alles gesehen, außer man hängt an einigen Kleinigkeiten die man einfach als unwichtig betrachtet hat. Dies sollte man sich bewusst machen vor dem Kauf, dafür gibt es aber auch eine relativ fixe Platin Trophäe, für die Trophy Hunter unter euch.

The Sexy Brutale Testbericht

The Sexy Brutale

  • Release: 25.04.2017
  • Genre: Adventure, Strategie
  • Entwickler: Cavalier Games Studios, Tequila Works
  • Publisher: Avanquest / Modern Games

Gutes

+ Gameplay Idee erfrischend anders
+ Sehr durchdachte und variantenreiche Rätsel
+ Optik und Sound ergeben tolle Atmosphäre

Schlechtes

- Das übersehen einer Kleinigkeit kann frustrieren
- Im späteren Verlauf des öfteren schlechte Performance
- Relativ kurze Spieldauer

8.3 / 10 Sehr gut

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  1. User Avatar

    Klingt schon sehr interessant, werde ich mal probieren. 🙂

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