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The Seven Deadly Sins: Knights of Britannia im Test

Artikel von | 09.02.2018 um 10:25 Uhr

Bereits seit 2012 arbeitet Nakaba Suzuki an dem Manga “Seven Deadly Sins” und seit 2015 gibt es auch einen dazugehörigen Anime, der dieses Jahr sogar frisch in die zweite Staffel gestartet ist. Mit The Seven Deadly Sins: Knights of Britannia erscheint dieses Jahr auch das erste Konsolenspiel zur erfolgreichen Reihe. Ob der Fans auch für diejenigen was ist, die den Anime/Manga nicht kennen, verrät unser Test.

Einmal den Anime ohne alles

Die Story von The Seven Deadly Sins: Knights of Britannia umfasst die erste Staffel des Animes, beziehungsweise die ersten rund 100 Kapitel des Manga. Für alle die so gar keine Ahnung von Seven Deadly Sins haben, reißen wir das Ganze mal an. Die Junge Prinzessin Elizabeth macht sich auf die Suche nach den Seven Deadly Sins, damit diese den Heiligen Rittern entgegen treten können. Diese starten nämlich einen Umsturz im Königreich Liones und müssen gestoppt werden. Gleich zu Beginn des Spiels trifft Elizabeth auf Meliodas, welcher die Sünde der Wut widerspiegelt. Auch er sucht die anderen Sünden und schließt sich kurzerhand Elizabeth an. Auf ihrere Reise treffen sie natürlich auf die andere Deadly Sins und zahlreiche Heilige Ritter. Selbstverständlich bleibt das alles dann nicht so simpel, wie es zuerst wirkt, doch das müsst ihr dann schon selbst im Spiel herausfinden, jedenfalls mehr oder weniger.

Denn auch wenn die Story an sich spannend ist und auch die Charaktere sehr unterhaltsam sind, spiegelt das Spiel das leider kaum wieder. Im Kern geht es zwar 1:1 um die Handlung der Vorlage, doch wurde diese extrem heruntergebrochen. Man kann es sich so vorstellen, als wollte man die 24 Folgen in einen zwei Stunden Film packen und selbst dann würde der Film wohl mehr bieten als das Spiel. Im Spiel werden teilweise ganzen Episoden des Anime durch wenige Textfenster zusammengefasst, das wars. So fehlen einem viele Hintergründe und besonders die Charaktere werden kaum aufgebaut. Die Persönlichkeiten von Meliodas, Elizabeth und Co werden so marginal angekratzt, dass man als nicht Kenner der Vorlage, nur schwer erahnen kann, wie sie wirklich ticken. Es ist als würde man Vegetas Persönlichkeit nur damit erklären, dass er der Stärkste sein will. Die Rivalität mit Son Goku, sein unendlicher Stolz, seine kalte Art und das genervt sein von allem und jeden, wird gar nicht wirklich erklärt. So in etwa werden die Charaktere in The Seven Deadly Sins: Knights of Britannia behandelt.

Klar richtet sich das Spiel komplett an Kenner und Fans der Vorlage, doch auf diese Art und Weise hat man fast keine Chance, neue Fans zu gewinnen. Das liegt auch an der Inszenierung, die genauso minimalistisch und dünn ist. Wichtige Twists werden so beiläufig und lahm erwähnt, dass man es einfach verpassen könnte, auch weils direkt im nächsten Satz um was anderes geht oder der Kampf sofort startet. Dadurch, dass die Story so dünn ist, ist auch die Spieldauer vergleichsweise kurz. Nach knapp 8 Stunden ist es auch schon vorbei, wenn man sich auf die Story konzentriert. Wenn man alle anderen Aufgaben noch erledigen will, kann man die Zahl durchaus verdoppeln. Kommen wir nun dazu, was man während der Story tut.

Ein kämpfendes Schwein!

Insgesamt bietet The Seven Deadly Sins: Knights of Britannia zwei ganze Modi: Abenteuer und Duell. Kommen wir zuerst zum Abenteuer, welches einfach nur die Umschreibung für die Story Modus ist. Hier bereist man verschiedene Orte, welche dann verschiedene Quests bieten. Dazu laufen wir über eine Karte, auf der neben besagten Orten, auch verschiedene Aufgaben liegen. Diese sind in drei Typen unterteilt: Prüfung, Kampf und Besorgungen. Während Prüfung und Kampf eigentlich das Gleiche sind, ihr bei Prüfung lediglich mit dem vorgegebenen Charakter kämpfen müsst, geht es bei den Besorgungen etwas anders zu. Bei diesen müsst ihr nämlich mit Elizabeth, die nicht kämpfen kann, Kram einsammeln, während das Schwein Hawk sich der Gegner annimmt. Ja, ihr könnt in The Seven Deadly Sins: Knights of Britannia mit einem Schwein kämpfen, dass auch noch sprechen kann. Da Hawk in der Vorlage nicht wirklich aktiv ins Geschehen eingreift, ist seine Wahl als Kämpfer etwas seltsam, aber nun gut. Die Besorgungen sind ehrlich gesagt sehr langweilig, da Hawk automatisch kämpft und man mit Elizabeth wirklich nur rumläuft und die Gegenstände aufsammelt: plump, langweilig und unnötig. Warum es diese Aufgaben gibt, wird aber schnell klar. Sonst gibt es nämlich nur die Standard Kämpfe, die im Kern sehr gleichförmig sind.

Man findet sich immer in einem etwas größeren Bereich wieder und muss in diesem entweder einem einzelnen Gegner, einem Zweiergespann oder einer kleinen Armee von Niemanden entgegentreten. Dabei sind wir meist allein am Start und selten haben wir einen Kameraden mit dabei. Bei den Kampf Nebenaufgaben, dürfen wir selbst unsere Kämpfer wählen, sonst übernimmt das Spiel diese Wahl. Der Kampf selbst ist ziemlich simpel gehalten. Es gibt den leichten Angriff für Kombos, den schweren Angriff um den Gegner fliegen zu schicken, einen Fernkampfangriff, drei Magieangriffe und einen Superangriff. Die Magieangriffe nutzen Energie und können daher nicht unendlich oft genutzt werden. Die Superangriffe müssen aufgeladen werden und hauen dann so richtig rein. Nett hierbei ist, dass man alle Angriffe miteinander verbinden kann und so schon ein paar nette Kombos auf den Bildschirm zaubern kann. Die Areale selbst leiden auch ordentlich unter den Angriffen und nicht selten wird auch mal ein Haus zerlegt. Diese Häuser geben oft Fallen preis. Sie werden durch Berührung aktiviert und sorgen für eine Explosion, einen Gewittersturm oder frieren den Gegner kurz ein. Aber man muss vorsichtig sein, jede Falle kann nicht nur den Gegner, sondern auch euch selbst treffen.

Die einzelnen Quests geben und Aufgaben bringen euch Kristalle und Zutaten. Diese braucht ihr, um auf einer Art Sphärobrett magische Gegenständer herzustellen, was euch dann zahlreiche Vorteile bringt. Mehr Schaden, mehr Energie, mehr Verteidigung, schnelleres aufladen des Superangriffs und und und. Damit könnt ihr jeden Charakter euren Vorlieben nach anpassen. Dies ist auch sinnvoll, da die verschiedenen Charaktere, von denen es übrigens 25 gibt, sich teilweise sehr unterschiedlich spielen. Sie werden unterteilt in Macht, Geschwindigkeit und Magie. Bei Macht wird ordentlich ausgeteilt, man ist dafür aber langsam. Geschwindigkeit stellt das Gegenteil dar und Magie ist mehr oder weniger dazwischen und setzt eher auf Fernkampf. Wie für einen Anime Prügler üblich, ist die Balance aber nicht ganz optimal. Es gibt halt gewisse Angriffe die gespammt werden können und manche Charaktere sind schon merkbar schwächer als andere. Was besonders im Duell spürbar ist, womit wir beim anderen Modus sind.

Im Duell gibt es einmal den offline und den online Part. Bei beiden kann man entweder im 1v1 oder 2v2 antreten und dabei auf alle Charaktere zurückgreifen. Gleichzeitig kann man diese mit den Verbesserungen aus dem Story Modus ausrüsten. Wer also die Story komplett fertig hat, hat schon einen merkbaren Vorteil online. Man kann offline sowohl gegen die Ki, als auch gegen Freunde spielen. Online kann man dann natürlich auch gegen Freunde ran, aber auch zusammen mit ihnen gegen andere Spieler antreten. Das Matchmaking funktioniert hierbei problemlos und schnell. Größtenteils läuft online auch alles recht geschmeidig, doch lags und andere Verbindungsprobleme sind natürlich auch mit dabei und sorgen für ordentlich Chaos auf dem Bildschirm. Wir hatten schon ein paar Matches, wo der Lag so extrem war, dass man gar nicht mehr klarkam und schon mehr oder weniger blind herum geschlagen hat. Der online Modus zeigt auch, dass Spieler die das Spiel richtig drauf haben, einen teilweise vollkommen auseinander nehmen können, eben da manche Charaktere besser sind als andere. Kurzum ist der Duell Modus nett und mit Freunden kann man sicher eine Weile Spaß haben, man sollte aber nicht zu viel davon erwarten. Das gilt übrigens auch bei der Optik und dem Sound.

Standardkost

Kommen wir nun noch zur technischen und akustischen Seite des Spiels. Grafisch wird nichts wirklich besonderes geboten, wirklich schlecht sieht das Spiel aber nicht aus. Die Charaktere sehen ok aus, lediglich die Mimik ist ein wenig dürftig. Die Areale, deren Zerstörung und manche Angriffe sehen jedoch ordentlich aus. Wenn man einen Gegner mit einem starken Angriff durch ein Haus prügelt, sieht das schon nett aus. Größtenteils läuft das Spiel dabei auch sehr rund, wenngleich man in manchen Situationen auch merkt, wie die Framerate nicht mehr ganz mithalten kann. Wenn Angriffe, Fallen, Zauber und Zerstörung zugleich passieren, läuft das Geschehen halt kurz in Zeitlupe ab. Ähnlich durchwachsen ist der Sound. Nett ist, dass die japanischen Stimmen am Start sind. Die Musikalische Untermalung ist auch ok. Sie ist nicht nervig oder störend, doch wirklich hervorstechen kann sie auch nicht und man hört immer wieder die gleichen Stücke. Alles in allem kann man sagen, dass die Optik und der Sound sich mit dem restlichen Punkten des Spiels einreihen und halt ok sind. Man hat ein wenig das Gefühl, dass man erstmal weniger investieren wollte und schauen wollte, wie der Titel denn allgemein ankommt, bevor man mehr Geld in die Hand nimmt und halt mehr Qualität und Inhalte bietet.

Fazit – Für Fans interessant

The Seven Deadly Sins: Knights of Britannia ist ein erster Versuch, den populären Anime auf die Konsole zu bringen und das merkt man auch. Es wurde alles sehr simplifiziert und aufs nötigste runter gebrochen. Besonders die Story und die Charaktere leiden massiv darunter, da man als Kenner der Vorlage weiß, dass dort viel geboten wird. Das Spiel kann das leider kaum widerspiegeln und frühstückt das Ganze in unter 10 Stunden ab. Spielerisch wird da auch nicht sonderlich viel Finesse oder Abwechslung geboten, da es eigentlich nur drei richtige Missionstypen gibt, von denen zwei fast identisch sind und die dritte langweilig und unnötig ist. Auch optisch und akustisch bietet man nur Standardkost, wenngleich auch die Kämpfe und Areale nett in Szene gesetzt sind. Neben der Story hat man dann noch den Duell Modus, bei dem man mit Freunden online und offline kämpfen kann. Hier und da hat man aber nicht nur mit der Balance zwischen den 25 Charakteren zu kämpfen, sondern auch mit gelegentlichen Lags. Abschließend kann man sagen, dass Fans durchaus ihren Spaß mit dem Titel haben könnten, die Erwartungen aber nicht zu hoch schrauben dürfen. Alle anderen sollten lieber erstmal den Anime schauen, um sicher zu gehen, dass einem das Setting und die Charaktere überhaupt zusagen.

P.S. FANS DES ANIME DÜRFEN AUF DIE WERTUNG DURCHAUS NOCHMAL 1.0 PUNKT DRAUFSCHLAGEN.

 

The Seven Deadly Sins: Knights of Britannia Testbericht

The Seven Deadly Sins: Knights of Britannia

  • Release: Anfang 2018
  • Genre: 3rd Person Action, Beat 'em up
  • Entwickler: Bandai Namco
  • Publisher:

Gutes

- 25 Abwechslungsreiche Charaktere
- Kurzweilige Kämpfe in zerstörbarer Umgebung
- Freischaltbare Fähigkeiten sorgen für mehr Tiefgang

Schlechtes

- Story und Charaktere werden nur sehr minimalistisch behandelt
- Story ziemlich kurz und arm an Abwechslung
- Balancing nicht optimal
- Optik und Sound nur 08/15

6.4 / 10 Nicht so gut

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