The Order: 1886 im Test – Mehr als nur ein Grafikblender?

Getestet von | 21.02.2015 um 14:24 Uhr

Ready at Dawn hat uns diese Woche den ersten großen Exklusivtitel der PlayStation 4, in diesem Jahr, beschert. Die Rede ist natürlich vom Shooter The Order: 1886. Der Titel hat Anfangs besonders aufgrund seiner Optik für eine Menge Eindruck gesorgt, doch man war direkt skeptisch, ob sich hinter dieser schönen Maske, auch ein gutes Spiel verbirgt. Wir haben den Titel auf Herz und Nieren getestet und verraten euch, ob sich ein Kauf lohnt.

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Willkommen in England, wir schreiben das Jahr 1886

In The Order 1886, geht es um den Orden der Ritter, die gegen das Böse in England kämpfen. Ihr schlüpft in die Rolle von Sir Galahad, von seinen Freunden auch Grayson genannt. Das Spiel startet damit, dass ihr in Gefangenschaft seid, aus Gründen die vorerst nicht bekannt sind. Schon nach wenigen Minuten, seht ihr den Titel des Spiels und findet euch ein paar Tage vor der Gefangenschaft wieder. Hier werdet ihr direkt von einer wunderbaren Aussicht begrüßt, die einem glatt dem Atem weglässt, doch dazu später mehr. Kurz darauf, müsst ihr euch mit einer Partnerin aus dem Orden treffen, Isabeau D’Argyll, auch bekannt als Lady Igraine. Kurze Zeit später trefft ihr auf ein paar Rebellen, welche die Hauptfeinde des Spiels darstellen. Nach recht normalen Gefechten, wird es dann etwas außergewöhnlich, denn einer der Rebellen ist ein Lykaner, bzw. ein Werwolf. Auch diese stellen eine Feindpartei im Spiel dar. Nachdem ihr das Problem bewältigt habt, geht es erstmals in die heiligen Hallen des Ordens, wo die Vorfälle besprochen werden und ihr kurze Zeit später auf den nächsten Auftrag geschickt werdet, bei dem ihr mit zwei weiteren Gefährten Bekanntschaft macht. Da wäre einmal euer Mentor, Sir Percival und ein etwas jüngerer und scheinbar unerfahrener Ritter, namens Marquis de Lafayette. Während diesem und weiterer Aufträge, kommt ihr etwas auf die Spur. Viel mehr wollen wir über die allgemeine Handlung nicht verlieren, damit ihr nicht gespoilert werdet, obwohl wir gleich ein wenig spoilern, aber keine Sorge, wir warnen euch vorher. Es kann jedoch gesagt werden, dass die Handlung durchaus gelungen ist, aber viele Details und Potential verloren gehen. So wird der Orden nicht richtig etabliert und erklärt, sondern wird einfach als selbstverständlich hingenommen, dabei bestünde hier viel Aufklärungsbedarf. Dasselbe gilt für die Charaktere, denn diese sind interessant dargestellt und man bemerkt eine gute Chemie zwischen ihnen. Auch merkt man, dass sie sich schon sehr lange und gut kennen, doch leider wird hier auch viel verschenkt, da es auch hier wünschenswert wäre, wenn man mehr über deren Vergangenheit und Beziehungen erfahren würde. So scheint es, als würden Sir Galahad und Lady Igraine mehr als nur Freunde sein, doch sicher kann man sich nicht sein, da sich hier nicht genug Zeit für die Charaktere genommen wird und man halt nicht wirklich viel von ihnen erfährt. Auch die Beziehung zwischen Sir Galahad und seinem Mentor Sir Percival, scheint viel Interessantes zu bergen, dass nicht weiter aufgedeckt wird. Diese Probleme mit den Charakteren und der Handlung haben zwei Gründe. Zum einen ist das Spiel einfach zu kurz um allem die nötige Zeit zu geben. Für den anderen Grund müssen wir etwas Spoilern. Aber keine Sorge, wir verraten nichts von der eigentlichen Handlung, wer aber komplett unbefangen an die Sachen gehen will, sollte die folgenden Sätze überspringen. Zur Sicherheit haben wir den Text, dem Hintergrund angepasst, ihr müsst das Nachfolgende also markieren, um den Text lesen zu können. >Man merkt dem Spiel an vielen Stellen an, dass es zum Teil dafür da ist, dieses Universum zu etablieren und schon mal alles für mögliche Fortsetzungen vorzubereiten. Das kommt daher, dass das Ende vollkommen offen ist und sehr viele Fragen und lose Enden hinterlässt. Deswegen kann es gut sein, dass in einem Sequel viel mehr über die Charaktere und den Orden zu erfahren ist und auch ein Prequel wäre natürlich im Bereich des Möglichen.<

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Das gabs schon besser…und zwar oft

Kommen wir zum Gameplay, welches das wohl größte Problem des Spiels ist. The Order 1886 ist ein normaler 3rd Person Shooter, zwar trifft das auf viele Spiele zu, doch stehen die meisten sich nicht selbst im Weg. So ist das allgemeine Gunplay eigentlich ganz gut und geht auch super von der Hand, aber an vielen Stellen hätte das Spiel vieles besser machen können. Da wären zum einen die Gegner, von denen es nur drei Typen gibt, die sich aber nicht sonderlich voneinander abheben. Da wären die normalen Soldaten, welche nunja ganz normal sind. Dann gibt es noch gepanzerte Soldaten mit speziellen Waffen. Deren Unterschied besteht darin, dass sie deutlich mehr einstecken können und stärkere Bewaffnung haben. Im ganzen Spiel trefft ihr aber nur auf eine Handvoll dieser Gegner. Zuletzt wären da noch die Lykaner, die eigentlich bedrohlich sein sollten und für harte Gefechte sorgen sollten, doch im Prinzip macht ihr bei denen dasselbe wie in allen anderen Kämpfen, ihr schießt solange bis der Gegner umfällt, nur das ihr die Lykaner noch im Nahkampf den Gnadenstoß geben müsst, was einen simplen Knopfdruck benötigt. Das klingt natürlich nach etwas harter Kritik, aber bei solchen Gegner, wäre so viel mehr drin gewesen, dass lässt sich an einer Beschreibung eines Lykaner Kampfes gut erkennen. Ihr seid auf einer relativ offenen Fläche und aus 2-3 Richtungen können die Lykaner auf euch zukommen. Diese seht ihr meist schon sehr früh, wodurch ihr sie direkt beschießen könnt. Wenn sie dann nah genug dran sind um euch anzugreifen, drückt ihr kurz X um auszuweichen und platziert noch ein paar Treffer. Dann kommt der Lykaner wieder aus eine der 2-3 Richtungen angelaufen und dann nochmal dasselbe. Wenn der Lykaner dann genug eingesteckt hat, geht ihr zu ihm hin und verpasst ihm den Gnadenstoß. Mehr passiert in diesen Kämpfen auch nicht. Die Ausnahme bilden dabei die Bosskämpfe. Hier bedarf es etwas mehr als stumpfes geballere, obwohl es hier nur darum geht, die richtige Taste, im richtigen Moment zu drücken. Das Ganze wird nochmal dadurch getoppt, dass der zweite Bosskampf den gleichen Ablauf wie der erste hat und es handelt sich nicht um den gleichen Gegner. Selbst die Animationen und Angriffe sind identisch.

Aber kommen wir nochmal auf die Standard Gegner zurück. Die Gefechte mit den Soldaten könnten deutlich mehr Spaß machen und spannender sein, wenn diese nicht immer an den gleichen Stellen spawnen würden. Ihr seid also beispielsweise auf einem Hof, dieser hat mehrer Zugänge, doch die Gegner spawnen nur auf einem Balkon und in einer Gasse. Wenn man also schnell genug ist, kann man alle Gegner töten, bevor diese überhaupt richtig in Aktion treten können. Die Waffen könnten hier für etwas Spaß und Abwechslung sorgen, doch sind diese zum größten Teil recht einfallslos und das obwohl Nikola Tesla eine Rolle im Spiel hat und einiges an Ausrüstung für euch entwickelt. Da gibt es eine Blitzkanone und ein Thermitgewehr, bei welchem ihr zuerst das Thermit verschießt und dieses dann mit einem Feuergeschoss entzündet. Die restlichen Waffen sind leider ziemlich uninspiriert und Standardisiert. Einzelschussgewehr, Maschinengewehr, Schrotflinte und Pistolen, halt das Shooter 1×1. Wahlweise könnt ihr auch in den Nahkampf gehen, zwar sieht das dann recht imposant und brachial aus, doch leider müsst ihr auch hier nur einmal kurz einen Knopf drücken und der Rest passiert von selbst. Dies ist auch in den Schleichabschnitten der Fall, wenn man einem Gegner lautlos ausschalten will. Einmal Knopf drücken und fertig. Die Schleichpassagen sind zwar an sich nicht schlecht gelungen, aber fehlt es dem Spiel an verschiedene Herangehensweisen, aber dazu später mehr. Zurück zur Bewaffnung, da gibt es noch Granaten. Hier haben wir normale Splittergranaten und Rauchgranaten zur Auswahl. Falls es dann doch einmal passiert, dass ihr in Bedrängnis geratet, gibt es noch die Blacksight, die sich durch Kills auflädt. Wenn ihr diese aktiviert, dann könnt ihr durch automatisches zielen, schnell nacheinander, mehrere Ziele ausschalten.

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Gutes

-Grandiose Optik (Beste auf Konsole bisher)
-Tolle Atmosphaere
-Gute deutsche Synchro
-Interessante Handlung und Charaktere...

Schlechtes

-...die aber leider zu kurz kommen
-Zu kurz und kein Wiederspielwert
-Viele Skriptsequenzen und Quick-Time-Events
-Endboss/Finale Enttaeuschend
-Fehelende Freiheiten, Interaktionen und Dynamik

7.0 Gut

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