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The Last of Us: Left Behind – Der Ellie-DLC im Test

Artikel von | 14.02.2014 um 14:16 Uhr

Naughty Dog spendiert uns zum Valentinstag 2014 endlich die langerwartete erste (und vermutlich schon wieder letzte) Einzelspielererweiterung zu ihrem Apokalypse-Abenteuer The Last of Us. Left Behind lässt euch ausschließlich in die Rolle von Ellie schlüpfen und bietet eine faszinierende Geschichte rund um wahre Freundschaftsliebe – Und vielleicht mehr als das.

Geh nicht!

The Last of Us Left Behind füllt zwei Leerstellen in der Geschichte: Zum einen spielt ihr eine Art Vorgeschichte von Ellie, bevor sie Joel kennen lernt. Im Hauptspiel hat Ellie ihm einmal von ihren letzten Minuten mit ihrer besten Freundin Riley erzählt, und den zugehörigen Tag könnt ihr nun selbst erleben. Zum anderen erfahrt ihr, wie Ellie es schafft, Joel nach einer schweren Verletzung, die er sich in einer Auseinandersetzung mit den Fireflies zuzieht, notdürftig zu versorgen. Left Behind springt immer wieder zwischen diesen beiden Episoden hin- und her und schlägt gekonnt eine Brücke zwischen diesen Erlebnissen der jungen Protagonistin.
Gemeinsam mit Riley erlebt Ellie einen Tag, der ihr viele Erinnerungen bescheren wird, die für einen jeden von uns selbstverständliche Kindheitserinnerungen sind. Da lernt man als Spieler, dass einfache Wasserpistolen echte Schätze sein können. Die beiden jungen Frauen schaffen es, einen Vergnügungspark mit Strom zu versorgen, doch ebenso wie an den hell erleuchteten Attraktionen erfreut sich Ellie auch an einem Witzebuch, das man im Laufe der Episode findet. Sehr gelungen sind in Left Behind kleinere Entscheidungsfreiräume sowie optionale Gespräche – Ob ihr beispielsweise alle Witze aus dem Buch erzählt und gemeinsam lacht, bleibt euch überlassen. Dennoch wird aber ein gefestigtes Bild von Ellie und ihrer Freundin vermittelt.
In der Episode rund um Ellies Vergangenheit geht es um wahre Freundschaftsliebe – Aber vielleicht auch mehr als das. Es war wohl nicht ganz unbeabsichtigt, dass der DLC ausgerechnet am Valentinstag erscheint. In beiden Teilen der Erweiterung steht Ellies größter Wunsch an ihre Freunde im Vordergrund: “Geh nicht!” Und so ergiebt sich die zuvor genannte Brücke zwischen den Ereignissen, die die Figur Ellie durchaus gelungen ergänzt.

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Lohnt sich das?

Käufer des Season Pass zu The Last of Us haben im Vorfeld etwas Unmut geäußert, dass es wohl bei einer Einzelspielererweiterung bleiben wird. Insbesondere durch die kurze Spielzeit des DLC von etwa zwei Stunden stellt sich für alle Käufer die Frage: Lohnt sich das?
Ja, sagen wir. The Last of Us Left Behind ist von der Story her einer der stärksten, wenn nicht sogar der stärkste Abschnitt des Spieles und wartet zudem mit erfrischenden Gameplayelementen auf. Zwar werdet ihr auch mit Ellie einige Gegner ausschalten, jedoch kann fast immer gut mit Ablenkungsmanövern gearbeitet werden und Gegner aufeinander gehetzt werden. In der Geschichte um Ellie und Riley muss man erfreulicherweise (fast) gar nicht kämpfen, sondern es gibt neue Elemente wie die Wasserpistolenschlacht oder aber ein gelungenes Minispiel, das wir allen Retro-Fans ans Herz legen können – Mehr sei an dieser Stelle nicht verraten!
Wenn dann nach der recht kurzen Spielzeit auch schon der Abspann über den Bildschirm läuft, dann hat man den Eindruck, eine wirklich sinnvolle Erweiterung gespielt zu haben. Tatsächlich würde man sich sogar mehr wünschen, insbesondere wenn man bedenkt, dass es auch noch einiges von Joel zu erzählen gibt. Entsprechendes scheint man bei Naughty Dog aber nicht in Planung zu haben.
Der sehr gute Gesamteindruck von The Last of Us Left Behind wird zwischenzeitlich nur durch die sehr schlechte Tonabmischung getrübt – Trotz korrekter Einstellungen auf unsere Soundumgebung waren die Figuren zwischenzeitlich nur anhand der Untertitel (die übrigens teilweise nicht mit dem Gesprochenen übereinstimmen) zu verstehen, ein anderes Mal aber viel zu laut eingestellt. Zudem scheint das optional angebotene Tutorial fehlerhaft, denn obwohl wir es aktiviert hatten, wurde uns lediglich an einigen wenigen Stellen das Einschalten der Taschenlampe und das Herstellen eines Medikits erklärt, obwohl auch andere Mechaniken wie das Klettern und Ducken zum Einsatz kamen – Hier blieb die Erklärung jedoch aus.

The Last of Us Left Behind

Mehr davon!

The Last of Us Left Behind ist das stärkste Kapitel des Spieles und hinterlässt trotz seiner kurzen Spielzeit einen sehr guten Gesamteindruck. Gekonnt werden Brücken zwischen zwei Einzelepisoden geschlagen, die den Charakter Ellie gelungen festigen und erweitern. Besonders erfreulich sind die frischen Gameplayelemente, die eine willkommene Abwechslung zwischen den Schießeinlagen darstellen, von denen es in Left Behind nicht noch mehr hätte geben dürfen. Zudem darf man hin und wieder kleinere Entscheidungen treffen, die zwar keine bahnbrechenden Konsequenzen haben, aber das starre Muster des Hauptspieles aufbrechen. Trotz kleinerer Pannen wie der schlechten Tonabmischung und des fehlerhaften Tutorials ist man nach dem Abschluss von Left Behind angetan von der gut inszenierten Geschichten und den emotionalen Momenten, die am Ende ihren Höhepunkt erreichen. Naughty Dog konnte mit dieser Erweiterung seine Stärken zeigen, und wir würden uns wünschen, in Zukunft mehr davon zu sehen!

The Last of Us: Left Behind Testbericht

The Last of Us: Left Behind

  • Release: 14.02.2014
  • Genre: 3rd Person Action, Adventure
  • Entwickler: Naughty Dog
  • Publisher: Sony

Gutes

+ Faszinierende Geschichte
+ Emotionale Momente
+ Erfrischende Gameplayelemente
+ Kurz und knackig

Schlechtes

- Miese Tonabmischung
- Fehlerhafte Untertitel + Tutorial

8.9 / 10 Sehr gut

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