The Evil Within Review – Mikamis glorreiche Rückkehr auf den Horror Olymp?

Getestet von | 31.10.2014 um 17:35 Uhr

Aktuell sind Horrorspiele wieder voll im Kommen, da dachte sich Bethesda wohl, dass sie auch auf diesen Zug springen sollten. Was The Evil Within aber von anderen Spielen abhebt, ist der Director. Denn dabei handelt es sich um Shinji Mikami. Für die unter euch, die mit diesem Namen nichts anfangen können, Shinji Mikami ist der Erfinder von Resident Evil, dem vielleicht bekanntesten Survival Horror Spiel aller Zeiten. Nach Resident Evil 4 hat er Capcom jedoch verlassen und sein eigenes Studio gegründet – Tango Gameworks, die Entwickler von The Evil Within. Ob Mikami es schafft, mit diesem Titel an alte Zeiten anzuknüpfen und zurück auf den Horror Thron kommt, erfahrt ihr in unserem Test.

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Was geht den hier ab!?

Wie in vielen Filmen, Büchern und Spielen, fängt auch The Evil Within an einem verregneten Nachmittag an. Unser Hauptcharakter, Sebastian Castellanos, wird zusammen mit seinen Partnern, Joseph und Kidman, zu einer Irrenanstalt gerufen, in der ein Massenmord stattfand. Doch bereits kurz nach betreten der Anstalt, geschehen sehr ungewöhnliche Dinge, für die es keine Erklärung gibt. Ihr findet euch in einem dunklen Wald wieder und wisst nicht wo genau ihr seid, warum ihr hier seid und was hier überhaupt abgeht. Interessanterweise werdet ihr dieses Gefühl sehr oft erleben, denn ihr wechselt oft die Standorte, ohne einen Plan zu haben was überhaupt abgeht. Mit der Zeit klären sich manche Dinge nach und nach auf, aber so ganz klar durchblicken wird man lange nicht. Wenn dann später ein paar Details genauer aufgeklärt werden, stößt einem das Spiel direkt mit dem nächsten verwirrenden Moment vor den Kopf. Wir sind zwar noch am Anfang des Tests, müssen aber leider schon direkt ein wenig meckern. Denn diese Verwirrung zieht sich durch das ganze Spiel. Ihr erfahrt zwar vieles nach und nach, der Geheimnisvolle Schleier hinter den konfusen Ereignissen löst sich langsam, aber einen wirklichen Durchblick hat man irgendwie nie. Man kann es etwa damit vergleichen, dass ihr Hunger habt und ein paar Happen isst, dann wieder ein bisschen und dann noch ein bisschen – aber satt, dass seid ihr nie wirklich. Wir wollen hier natürlich nicht ins Detail gehen um euch nicht zu Spoilern. Man kann aber noch anmerken, dass man am Ende zwar nicht mehr ganz so planlos ist, aber gänzlich verstanden haben wir dennoch nicht alles.

Es kann gut sein, dass ein paar Fragen und Punkte in den DLCs geklärt werden, aber die sind noch nicht da, also sind wir weiterhin ein bisschen verwirrt. Man könnte meinen, dass die Charaktere ebenso verwirrt sind über die Geschehnisse. Zum Teil ist das auch so, aber meist wirken diese nicht allzu schockiert und erstaunt über das, was hier so teilweise abgeht. Beispielsweise treffen sich die Charaktere nach dem was passiert öfters mal wieder. Da sollte man meinen, dass sie sich über die seltsamen Ereignisse unterhalten, wo sie eigentlich sind oder sich fragen was zum Kuckuck hier überhaupt ab geht! Aber das bleibt meist irgendwie aus, normalerweise sind es relativ normale Konversationen. Man hatte einfach oft das Gefühl, als würde sie das alles immer wieder mal erleben und als wäre das nun nicht allzu besonders. Auch davon abgesehen, wirken die Charaktere immer etwas blass, dass liegt zum Teil auch an der deutschen Synchronisation. Diese ist zwar nicht schlecht und durchaus genügend, aber leider wirken die Texte oft sehr emotionslos und einfach nur abgelesen. Eine englische Tonspur ist leider nicht mit dabei. Soviel zu der Handlung und den Charakteren, weiter geht es mit dem Gameplay.

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Upgraaaaaaddesss…..

Wie für ein richtiges Survival Horror Spiel üblich, habt ihr meistens nicht allzu viel Munition dabei, deshalb muss jeder Treffer sitzen. Doch dafür muss auch das Gunplay und die Steuerung passen, damit man immer problemlos die Kugel ins Ziel bringt oder schnell weg kommt. Doch leider ist das bei The Evil Within nicht so ganz der Fall. Die Steuerung ist keine Katastrophe und erfüllt voll und ganz ihren Zweck, aber es wirkte immer irgendwie unsauber und nicht immer perfekt. Besonders wenn man mal wirklich in Bedrängnis gerät und schnell einen gezielten Schuss platzieren oder ausweichen muss oder einfach weglaufen will, geht das des Öfteren mal etwas schief. Es steuert sich alles etwas steif und ungelenk, sodass oben genannte Situationen oft in viel Schaden für euch oder gar den Tod enden. Beim Schießen liegt das auch daran, dass die Waffen einen gewissen Genauigkeitswert haben, der dafür sorgt, dass nicht jede Kugel genau dahin fliegt wohin sie soll. Zwar passiert das nicht mehr so oft, sobald der Genauigkeitswert maximiert wurde, aber komplett aus bleibt es nicht.

Neben der Genauigkeit, kann man die üblichen Werte verbessern. Bei den Waffen ist das beispielsweise Feuerrate, Magazingröße, Nachladegeschwindigkeit oder Schaden. Ebenso könnt ihr euer Gepäck verbessern, damit ihr mehr Munition oder andere Items tragen könnt. Dann ist da noch der Bereich Fitness, bei dem ihr Gesundheit, Ausdauer oder Nahkampfschaden erhöht. Als letztes gibt es noch die Qualen Armbrust, deren Geschosse separat verbessert werden können. Für diese gibt es nämlich mehrere Arten wie Harpunen, Explosive, Elektro oder Eis Geschosse. Bei Explosiven könnt ihr dann den Schaden erhöhen, wobei bei Elektro die Dauer der Lähmung verlängert wird. All das verbessert ihr durch Grünes Gel, welches ihr überall in den Levels findet und teilweise von Gegnern bekommt. Die Möglichkeit dazu habt ihr auch nicht jederzeit, sondern nur im Ruheraum. Diesen erreicht ihr durch Spiegel, die vereinzelt in den Leveln verteilt sind und meist schon früh durch eine gewisse Melodie zu erkennen sind. Durch diese Melodie und die Sicherheit des Ruheraums, fühlt man sicher an die Speicherräume aus den klassischen Resident Evil Teilen erinnert. Jedenfalls gibt es dort einen Speicherpunkt, den ihr übrigens immer nutzen solltet, einen sehr einladenden Stuhl zum Leveln, eine Reihe von Schließfächern, die ihr durch die in Leveln versteckten Schlüsseln öffnen könnt und die Munition und mehr für euch haben. Dazu gibt es noch eine sehr sympathische Krankenschwester, die euch immer wieder aufs Neue begrüßt.

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Klick Klick……verdammt, keine Munition mehr

Eure Waffen wählt ihr über ein radial Menü, aber Vorsicht. Während ihr in diesem Menü seid, steht die Zeit nicht still, sondern ist nur stark verlangsamt, dadurch müsst ihr mitten im Gefecht vorsichtig sein. Zur Not gibt es noch das Steuerkreuz, auf dem ihr auch Waffen packen könnt, um durch einen Druck schnell auf die geeignete Waffe zu wechseln. Aber um nochmal auf die Munition zurückzukommen, neben der normalen Munition, die in den Leveln verteilt liegt und die es gelegentlich von Gegnern gibt, gibt es noch die bereits angesprochenen Geschosse für eure Armbrust. Diese findet ihr wirklich selten in den Leveln, aber es gibt die Möglichkeit die Geschosse auch selbst herzustellen, durch Werkzeugteile die es zu finden gibt oder die ihr durch das entschärfen von Fallen bekommt. Von diesen Fallen gibt es zahlreiche im Spiel, diesen müsst ihr euch immer sorgsam nähern, um sie dann entschärfen zu können. Bei manchen Fallen kann das auch fehlschlagen und ihr müsst mit einem großen Stück eurer Energie bezahlen, was natürlich auch der Fall ist, wenn ihr sie überseht und in sie reintappt. Ihr könnt sie auch gegen eure Feinde einsetzen, so könnt ihr Sprengfallen auch durch einen gezielten Schuss zur Detonation bringen und dann gibt es einen netten Regen aus Fleisch und Blut. Allgemein geizt das Spiel nicht mit Gewalt, was in dem Genre nicht verwunderlich ist. Gehen wir aber etwas genauer auf die Gegner ein. Diese sind meist menschenähnlich und können auch Waffen benutzen. Sagen wir es mal so, wenn ihr die Ganados und Majinis aus Resident Evil 4 und 5 kennt, habt ihr schon ein gutes Bild der Gegner. So gibt es Standard Gegner mit Messern oder Äxten oder später auch mit Dynamit oder Schusswaffen. Natürlich gibt es auch einige Ausnahmen. Da wären beispielsweise unsichtbare Gegner, bei denen ihr genau auf eure Umgebung achten müsst, um zu sehen, ob der Gegner irgendwo aneckt und sich etwas bewegt, wie eine Dose auf dem Boden. Leider sind diese Gegner recht selten im Spiel vertreten.

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Gutes

+ Super Atmosphaere
+ Klasse Designte und Abwechslungsreiche Settings
+ Gutes Upgrade System

Schlechtes

- Grafisch stark Schwankend
- Viel Try and Error
- Konfuse Handlung
- Schwache Charaktere

7.4 Gut

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