Menü

The Elder Scrolls V: Skyrim – Review

Artikel von | 17.01.2012 um 00:00 Uhr

Seit The Elder Scrolls IV: Oblivion ist die Entwicklerschmiede Bethesda in allen Köpfen der Rollenspieler eingebrannt. Überzeugt haben Umfang und die spielerische Freiheit. Mit der fortgeführten Reihe Fallout festigte sich der Standpunkt in der Spielergemeinde. Nun, nach mehreren Jahren Abstinenz von Cyrodill, Morrrowind und Co. wird ein neues Kapitel der Elder Scrolls aufgeschlagen: The Elder Scrolls V: Skyrim. Dieses Mal verschlägt es euch hoch in den Norden, nach Himmelsrand. Ein Land mit hohen Bergen, niedrigen Temperaturen und noch weiteren Landschaftsabschnitten wie Wälder und Sumpfgebiete. Es ist das Land der Nord, die mit den Wikingern vergleichbar sind. Ein Schlag Menschen, der mit der Kälte und den Kreaturen des Landes umzugehen weiß, deren Lieblingsgetränk Met heißt und die Ehre nur mit einem guten Faustkampf aufrecht erhalten bleibt. Auf nach Himmelsrand!

Screenshot

Es beginnt

Der Prolog beginnt auf einem Pferdewagen, gefesselt und mit anderen Gefangenen. Nach einem Gespräch mit den Anderen erfährt der Protagonist sehr schnell, dass das die letzte Fahrt für ihn wird. Am Bestimmungsort angekommen, rollen auch schon die ersten Köpfe, im wahrsten Sinne des Wortes. Es ist ein Lager der kaiserlichen Armee und bevor es dem Alter Ego an den Kragen geht, erscheint ein gewohnter Bildschirm. Die Wahl des Charakters. Rasse, Haare, Gesichtsform und Körpergröße, alles ist veränderbar. Gut zu überlegen ist jedoch die Auswahl der Rasse. Es stehen zur Verfügung: der Rotwardon, ein Kaiserlicher, der Kahjiit, der Wald-, Hoch- und der Dunkelelf, der Ork, Nord, Bretone und der Argonier. Jede hat eine spezielle Fähigkeit. Der Nord hat z.B. eine 50%-ige Immunität gegen Kälte während der Dunkelelf eine schnellere Magickaregenerierung hat. Der Argonier kann unter Wasser atmen. Diese Auswahl muss gut überlegt sein. Ist das Alter Ego erstellt, geht es zur Hinrichtung. Er kniet sich vor dem Henker nieder. Die Axt wird erhoben und es scheinen die letzten Atemzüge zu sein. Doch ein Grollen ist von den Bergen zu hören und es bricht Panik aus. Ein DRACHE!! Er greift sofort an und verhindert somit den sicheren Tod. Doch der Drache ist kein Freund. Er greift alles um sich herum an. Flammen schießen aus seinem Maul und stecken alles in Brand. Soldaten kommen bei dem Versuch den Angriff abzuwehren ums Leben. Diese Ablenkung wird gleich von den anderen Überlebenden genutzt, um zu flüchten. Der Glückspilz schließt sich an. Dem Flammenmeer entkommen, beginnt das eigentliche Abenteuer. Die Welt von Himmelsrand liegt zu unseren Füßen und will erforscht werden.

Screenshot

Es steckt in dir, also schrei, wenn du kannst

Ein Blick auf die Weltkarte macht deutlich, wie riesig Himmelsrand ist. Es gibt neun Fürstentümer in Himmelsrand und jedes hat einen Herrscher. Der nennt sich Jarl. Der König herrscht über ganz Himmelsrand und er wird von den neun Jarl gewählt. Auch in der Politik gibt es Streit. Die kaiserlichen Anhänger verfolgen andere Ziele als die Gruppe der Sturmmäntel. Das zeigt sich noch an mehreren Stellen im Spielverlauf. Das nächste Ziel wird im oberen Teil des Bildschirms auf der Navigationsleiste angezeigt. Das Ziel ist die Stadt Weißlauf. Die teils weiten Strecken können zu Fuß oder auch mit dem Pferd zurückgelegt werden. Die Pferde werden als Leihgabe in einem der Ställe gegen Geld hergegeben. Der Jarl soll über die Rückkehr der fliegenden Echsen informiert werden. Alles klingt unglaubwürdig und keiner kann so recht glauben, was passiert ist. Um die Glaubwürdigkeit des Helden sicherzustellen bittet der Jarl ihn um einen Gefallen. Er soll mit den Gefolgsleuten des Jarl einen Angriff auf einen Stützpunkt untersuchen. Am Ort des Geschehens angekommen, wird schnell klar: Hier gibt es nicht viele Überlebende und die, die überlebt haben, berichten von einem Drachenangriff. Der lässt auch nicht lange auf sich warten. Dieser Kampf ist wahrlich nicht einfach und fordert noch mehr Opfer. Letzten Endes fällt das Biest. Unter den Augen der restlichen Soldaten nimmt der Protagonist seine erste Drachenseele auf und erlernt die erste Stimme. Sie nennt sich Unerbitterliche Macht. Jetzt wird auch den Anderen klar, dass die Drachen zurück sind. Mit ihnen auch der Erlöser, der sich ihnen entgegenstellen soll. Im Verlauf der Hauptstory erfährt der Held, dass er einer ganz besonderen Art angehört. Er ist ein Drachenblut, ein Dovahkiin. Der Dovahkiin hat die Fähigkeit Drachen zu verstehen und die Macht mit seiner Stimme Drachen zu erlegen. Es ist eine sehr alte Sprache und Drachen galten als längst ausgestorben. Das gleiche Schicksal ereilte auch die Art der Dovahkiin. Das dachten die Bewohner Himmelsrands jedenfalls. Irgendetwas hat die Drachen offensichtlich wieder zum Leben erweckt. Der Ältestendrache Alduin hat die Fähigkeit Drachen zum Leben zu erwecken. Er will die Drachen wieder an die Macht bringen und alles andere zerstören. Der Dovahkiin ist der Einzige der Alduin, den Zerstörer, aufhalten kann. So viel zur Hauptstory.

Screenshot

Es gibt viel zu tun

Neben dem Hauptplot gibt es zahlreiche Nebenquests zu erfüllen. Von den einfachen Botengängen bis hin zur Ausradierung ganzer Banditennester. Sämtliche Quests sind im Tagebuch nachlesbar. Hier können sie aktiviert und deaktiviert werden. Mit einem Knopfdruck ist das nächste Ziel auf der Karte markiert. Die Karte zeigt sich etwas futuristischer. Sie ist nicht gezeichnet, sondern stellt sich als Satellitenbild dar. Himmelsrand hat im Vergleich zu Oblivions Cyrodil die gleiche Größe, aber es gibt viel mehr Orte und auch Dungeons zu entdecken. Letztere haben teilweise ein enormes Ausmaß. Die Entscheidung durch den Dungeon in Conan: Der Barbar Manier zu bestreiten oder eher als Schattenkrieger, ist jedem selbst überlassen. Das heißt: Zückt die Waffe und geht mit brachialer Gewalt durch oder schleicht und tötet hinterlistig. In beiden Fällen ist der Verzicht auf Ausrüstung undenkbar. Es gibt zwei Arten, um an Ausrüstung zu kommen. Das Auffinden von Waffen und Rüstungsteilen in Höhlen, Schreinen, Banditenlagern, Festungen oder selbst ist der Mann/ die Frau. Waffen und Rüstungen können in den Schmieden selbst hergestellt und sogar aufgewertet werden. Schmieden ist natürlich erst dann möglich, wenn ihr die nötigen Materialien habt. Reparaturen gehören damit der Vergangenheit an. An sogenannten Tischen der Arkanen Zauber kann die selbst hergestellte Rüstung oder Waffe verzaubert werden. Vorausgesetzt der nötige Zauber ist bekannt. Es gibt sie zu kaufen oder eine verzauberte Waffe / Rüstung wird am Arkanentisch zerstört. Dann wird der Zauber erlernt. Der Ausrüstungswechsel kann über die Schnelltastenfunktion im Steuerkreuz erfolgen. Ohne langes Suchen im Inventar kann die Waffe oder die Rüstung schnell gewechselt werden. Der Freiraum ist enorm und das fesselt somit für eine lange Zeit bis alles ausprobiert und hergestellt ist. So auch die Fertigkeit der Alchemie. Es gibt viele Zutaten zu vermischen, um neue Tränke herzustellen. Der Levelaufstieg gestaltet sich einfacher als in Oblivion. Es geht nur darum, Fähigkeiten einzusetzen. Sei es zu zaubern, zu blocken oder einfach die Waffe zu gebrauchen. Es gibt keine Hauptfertigkeiten mehr sondern es gelten alle. Wenn ein neuer Level erreicht, ist kann man einen Talentpunkt auf einer der drei Hauptattribute: Magika, Gesundheit und Ausdauer und einen in einer der Fertigkeiten verteilen. Alle Fertigkeiten sind als Sternenbilder aufgeführt, in denen man die Punkte verteilen kann. Hier zeigt sich wieder, wie umfangreich dieses Spiel ist. Die Talent Sternenbilder reichen von den verschiedenen Zauberarten, Zweihandwaffen, Blocken über Schleichen bis hin zum Schlösser knacken und mehr. Jedes dieser Talente beinhaltet viele Fähigkeiten und es scheint keine Levelgrenze zu geben. Somit kann eine beachtliche Anzahl an Fertigkeiten erlernt werden.

Screenshot

Das Inventar ist aufgeräumt. Alles ist in Kategorien aufgeteilt und schnell auffindbar. Einige Kategorien sind z.B. Zutaten, wichtig für Alchemisten, Bücher und Schriftrollen. Im Magie Inventar stehen die gelernten Zauber und die aktiven Effekte, die auf den Helden wirken. Besonders wichtig: Hier sind auch die erlernten Drachenschreie nachzulesen. Es gibt viele verschiedene Stimmen, die es zu erlernen gibt und auch die Möglichkeit, die bereits erlernte Stimme zu erweitern. Ein Beispiel: Mit einer Stimme ist es möglich, einen Gegner zu verlangsamen damit Zeit genug bleibt, um ihn auszuschalten. Mit der Erweiterung verlängert sich die Zeit. Oder mit der Stimme Feueratem brennen gleich mehrere Feinde nieder. Erweitert sich dieser Drachenschrei erreicht das Feuer mehr Gegner. Aber so einfach lässt sich das alles nicht erlernen. Die Stimme muss erst gefunden und dann mit einer Drachenseele aktiviert werden. Die Seele wiederum gibt es, wie zu erwarten, von einem erlegten Drachen. Drachen erscheinen mit Zufall und es gibt sie in zwei Stärkegraden. Die normalen, schwächeren Drachen greifen mit Eis- oder Feueratem an. Diese Sorte ist nicht so gefährlich. Viel schlimmer hingegen sind die Ältestendrachen. Hier ist ein wenig Taktik gefordert. Diese stärkere Version teilt hart aus und steckt viel ein. Das Auffinden der Altäre, wo die Schreie eingraviert sind, ist nicht leicht. Meist stehen diese Altäre in den weitläufigen Höhlen und das fordert den Entdeckergeist, wenn alle gefunden werden wollen. In Himmelsrand gibt es neben den Drachen auch noch eine Vielfalt an Monstren. Sie hausen in Wäldern oder in den dunklen Höhlen. Von Bären und Trollen bis hin zu Untoten und mechanischen Kreaturen. Sie alle sind nicht unverwundbar. Mit der Fähigkeit Drachenschreie ausstoßen zu können lassen sich Gegner eliminieren. Aber es gibt viele andere Möglichkeiten, Kreaturen den Gar auszumachen. Entweder mit Einhand- /Zweihandwaffen oder mit Magie. Es geht sogar beides auf einmal. Während in einer Hand eine Waffe geschwungen wird kann mit der anderen Magie gewirkt werden. Wenn sogar in beiden Händen der gleiche Zauber benutzt wird, verstärkt sich dieser sogar. Es ist auch möglich in beiden Händen eine Waffe zu führen. Die traditionelle Art mit Einhandwaffe und Schild geht auch. Große Zweihandwaffen sind langsamer aber umso stärker. Irgendwann fällt jeder Gegner in sich zusammen. Das besondere im Kampf sind die Finish Moves. Ein besonders spektakulär in Szene gesetzter Schlag. Ist eine Gilde oder Interessengemeinschaft besonders interessant, gibt es auch wieder die Möglichkeit sich ihr anzuschließen. Magier gehen am besten gleich nach Winterfeste. Dort gibt es die Magiergilde, der sie beitreten können, um mehr über Zauberei zu erfahren. Die Diebesgilde in Rifton schult auf schnelles Leeren der Brieftaschen Anderer. Die Gefährten in Weißlauf sind eine Art der Kämpfergilde. Hier wird der Umgang mit der Handwaffe bevorzugt. Es gibt noch mehrere dieser Gilden und Gruppierungen. Aber kein Beitritt ist zwingend. Wo alles so schön sonnig ist, da gibt es auch Schatten. Ein Kritikpunkt gilt besonders hervorgehoben zu werden. Bei all der Menge, die das Spiel abspeichert wächst der Speicherstand. Getötete Monster, liegen gelassene Objekte alles wird sich gemerkt. Dadurch kann es zu einem Speicherbug ab einer Größe von 10 MB kommen. Spielabstürze und Gameplayfehler sind dann vorprogrammiert. Bethesda arbeitet an einem Patch der das beheben soll. Es bleibt abzuwarten, wann der erscheint.

Screenshot

Episch in jeder Hinsicht

Skyrim sieht richtig gut aus. Verschneite Berge, große Wälder und reißende Flüsse. Die Landschaft ist glaubwürdig umgesetzt. Der neu eingeführte Wetterwechsel funktioniert. Von der einen auf die andere Spielstunde geht der Sonnenschein und wechselt zu Schmuddelwetter. Nachts in der verregneten, großen, weiten Landschaft umher zu streifen, verleiht ein Gefühl mittendrin zu sein. Ist die Nacht mit einem klaren Himmel gesegnet, erscheint der Mond im wundervollen Glanz. Die Dörfer und die größeren Städte sind lebhaft und voller Details. Die Dungeons sind voller Fallen und teils stark verwinkelt. Richtig liebevoll gestaltet. Licht und Schatten spiegeln sich lebhaft wieder. All das spricht für die Kreativität der Entwickler. Das Kampfsystem läuft flüssig und die Finish Moves sehen super aus. Nicht übertrieben gewaltvoll sondern passend integriert.
Episch untermalte Kampfmusik besonders bei einem Drachenfight ist genial. Hier zeigt sich wieder, dass Musik zum Gesamtbild dazu gehört. Sie treibt einen an, alles zu geben damit dieser Drache endlich ins Gras beißt. Die Soundkulisse des Waldes oder wenn mal wieder ein Schneesturm wütet bringt ein passendes Gefühl. Die Synchronisation der einzelnen Bewohner Himmelsrands ist ausreichend. Die Sprecher hören sich vernünftig an und es gibt wenige Momente, wo es nicht passend klingt.

Screenshot

Alles richtig gemacht?

Die Entwicklerschmiede Bethesda ist und bleibt Referenz der Rollenspiele. Der Umfang wurde im Gegensatz zu Oblivion gehalten und sogar erweitert. Grafisch ein echter Hingucker. Ins besondere wenn der Blick von einem Berg ins Tal schweift. Eine sehr schöne Weitsicht. Der Sound wird sanft in Dieses Epos gebettet und integriert sich super. Wenn dann noch der Speicherbug gepatched wird, ist es ein rund um gelungenes Spiel. Dieser Bug bringt das Spiel oft zum Absturz und zu derben Rucklern. Alles in allem ein MUSS für Fans der Serie und auch für Einsteiger ein leichter Einstieg. Storytechnisch braucht man hier keine Vorkenntnisse. Die Story ist solide. Kein Knüller. Aber hey, mal ehrlich, da kommen Drachen drin vor!!!

The Elder Scrolls V: Skyrim Testbericht

The Elder Scrolls V: Skyrim

  • Release: 11.11.2011
  • Genre: Rollenspiel
  • Entwickler: Bethesda Softworks
  • Publisher: Bethesda Softworks

Gutes

+ Spielumfang und dadurch die Spielzeit ist enorm
+ Kampfsystem gut gelöst. Waffenbenutzung in Kombination mit Magie
+ Spielerische Freiheit
+ Umfangreiches Fertigkeitensystem
+ Aufleveln einfacher gestaltet
+ Grafik und Sound auf hohem Niveau

Schlechtes

- Speicherbug der bei einer Speicherstandgröße ab 10 MB auftritt.
Bethesda versucht diesen Fehler mit einem Patch zu beheben.Das nagt vorerst sehr ans Gameplay. Daher keine 90% Wertung
- Stellenweises Nachladen des Hintergrunds

8.5 / 10 Sehr gut

Deine Meinung? Let's Chat!

Jetzt einloggen oder registrieren um ein Kommentar zu schreiben

Anmelden