The Division im Test – Rettet Manhattan

Getestet von | 13.03.2016 um 16:36 Uhr

Wo sind die denn alle?

Wer mal Abwechslung von den normalen Missionen braucht und auch mal gegen andere Spieler kämpfen will, der begibt sich in die Dark Zone. Diese nimmt etwa ein Drittel der gesamten Karte des Spiels ein. Hier ist die Epidemie besonders stark gewesen und das ganze Gebiet ist abgesperrt. Neben besonders starken KI-Gegnern, trefft ihr hier auch auf andere Spieler und die sind euch nicht immer freundlich gesinnt, doch dazu gleich mehr. In der Dark Zone gibt es eigentlich nur ein einziges Ziel, Ausrüstung sammeln. Diese gibt es in Kisten und von Gegnern. Hier gibt es auch mit die beste Ausrüstung im Spiel, der einzige Haken ist, dass sie anfangs kontaminiert ist und bevor ihr sie nutzen könnt, müsst ihr sie abholen lassen. Wenn ihr allerdings einen Helikopter zum Abholen ruft, sehen das alle Spieler in der Nähe. Wenn ihr Glück habt, ignorieren sie das und ziehen einfach weiter. Sie können aber auch zu euch kommen, entweder weil sie auch etwas abholen lassen wollen oder aber weil sie euch eure Ausrüstung klauen wollen. Diese knapp 2 Minuten des Abholverfahrens sind ziemlich Spannend, da ihr eure wertvolle Beute verlieren könnt wenn letzteres passiert. Den dann kommt es logischerweise zum Kampf und die, die als erstes das Feuer eröffnen, werden als “Abtrünnige” gekennzeichnet. Je nach Schwere ihres Vergehens, dauert der Status “Abtrünnig” an und dann ist die Jagd eröffnet. Wer nämlich einen Abtrünnigen tötet, wird nicht selbst zum Abtrünnigen und darf zusätzlich noch die Beute einheimsen, einen ordentlich EP Boost gibt es noch oben drauf. Bei einem Tod verliert man nicht nur einen Teil seiner Beute, sondern auch Dark Zone Geld, Dark Zone Schlüssel und Dark Zone Erfahrungspunkte, zu denen kommen wir noch genauer. Diese permanente Bedrohung und der Zweifel an den anderen Spielern, macht einen ganz besonderen Reiz an der Dark Zone aus. Selbst euer eigenes Team kann euch verraten, wenn man kurzerhand das Team verlässt. Es wäre also ratsam, nie zu sehr mit eurer gefunden Ausrüstung zu prahlen.

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So toll und Nervenaufreibend die Dark Zone auch ist, hat sie auch ihre kleinen, unnötigen Fehler. So kann man bis zu 9 Gegenstände abholen lassen und insgesamt 30 Gegenstände aus der Dark Zone lagern, dann muss man zurück zur Basis und seine Beute aus dem Lager holen. Problem ist nur, dass man nur nach eine Abholung sieht, wie voll das Lager ist, im Menü gibt es dafür keinen Punkt. Ebenso unnötig ist, dass man ausschließlich in der Basis sein Dark Zone Kram abholen kann und wenn man dies tut, muss man jeden Gegenstand einzeln ins Inventar legen. Da man also maximal 9 Gegenstände mit einmal abholen lassen kann und das Lager nur maximal 30 Gegenstände fasst, darf man nach 3 vollen Ladungen folgendes Prozedere ausführen. Zu fußs aus der Dark Zone raus, Blitzreise zur Basis, Lager leer räumen, Gegenstände inspizieren, zum einem Punkt reisen der nahe an einem Eingang zur Dark Zone ist (da man nicht direkt zu einem Dark Zone Eingang reisen kann) und den restlichen Weg zur Dark Zone dann wieder zu fuß zurücklegen. Keine Ahnung warum man das so unnötig umständlich machen musste. Ebenso schade ist, dass nur maximal 24 Spieler in der Dark Zone sein können. Wo in der Beta an jeder Ecke ein anderer Spieler zu sehen war, muss man nun regelrecht nach ihnen suchen. Einfach ausgedrückt, die Dark Zone ist zu groß für 24 Spieler, bzw. 24 Spieler sind zu wenig. Es ist auch immer ein lustiger “Zufall”, dass wenige Sekunden vor der Abholung, nochmal eine Horde KI-Gegner auftaucht, anstatt während der Wartezeit von über einer Minute. An sich ist das ja eine nette Idee, nochmal ein wenig Spannung vor der Abholung aufzubauen. Da man aber nur ~30 Sekunden Zeit hat seine Ware abholen zu lassen und die Gegner da bestimmt nicht drauf warten, ruft man die Abholung öfters mal umsonst. Man hat dann meistens die Wahl: Risiko eingehen und eventuell sterben oder noch eine Abholung machen.

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Die beste Spielwelt aller Zeiten?

Vielleicht ist doch nicht die Dark Zone das Highlight des Spiels, vielleicht ist es doch die Spielwelt. Auch wenn es einen sichtbaren Downgrade seit der Enthüllung des Spiels gab, sieht das Spiel immer noch sehr gut aus. Besonders die Details sind klasse, es gibt einfach überall was zu sehen und kein Bereich wirkt leer, karg oder langweilig. Zwar gibt es viele Spielwelten die größer sind, doch sind sie nicht so dicht wie die von The Division. Bereichert wird das noch durch die tollen Licht- und Wettereffekte. Die Atmosphäre und der Detailreichtum sind einfach fantastisch. Auch der Sound ist alles in allem ordentlich. Musik gibt es leider so gut wie nie zu hören, aber die Umgebungsgeräusche und Waffensounds sind stimmig. Selbst die Synchro erfüllt voll und ganz ihren Zweck. Anders als die Steuerung. Diese ist zwar eingängig und schnell erlernen, doch ab und an bockt sie schon ein wenig rum. In hitzigen Situationen geht man öfters mal in die Falsche Deckung oder der Charakter klettert nicht wie er soll oder anstatt auf die Pistole zu wechseln, wird auf die Zweite Pimärwaffe gewechselt. Letzteres kommt daher, dass man durch zweimaliges drücken der Dreieck-Taste auf die Pistole wechselt. Simples halten von Dreieck wäre da wahrscheinlich besser gewesen. Aber das ist wirklich nur ein minimaler Fehler. Das Gunplay hingegen wirkt sehr gut, es ist nicht perfekt und das hat man vielleicht auch schon besser gesehen, aber es ist auf jeden Fall sehr gut.

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Was viele sicher noch interessiert, ist die Langzeitmotivation. Für das abschließen der Story kann man in etwa 20 Stunden einplanen. Wenn man alle Nebenmissionen auch noch erledigen will, kommen da noch 5-10 Stunden drauf, von den knapp 300 Sammelgegenständen ganz zu schweigen. Aber am wichtigsten ist bei einem MMO ja eh das Endgame und das scheint, im Moment, ganz ordentlich zu sein. MMO typisch macht man öfters das gleiche und arbeitet einfach nur auf bessere Ausrüstung hin, was in The Division super funktioniert. Wenn ihr den maximalen Level erreicht habt (30), schaltet ihr das Endgame frei. Hier könnt ihr tägliche Missionen abschließen, für besondere Belohnungen und Credits. Dann gibt es auch die Herausforderungen, die besonders schwer sind und noch bessere Belohnungen bieten. Das Hauptziel ist es jedoch, unseren Ausrüstungswert zu verbessern. Dies ist quasi das Äquivalent zum Lichtlevel von Destiny. Und die Dark Zone gibt es auch noch und hier geht es bis Level 50. Wichtig zu erwähnen wäre noch, dass es 3 Währungen im Spiel gibt: Credits, Dark Zone-Credits und Phönix-Credits. Credits sind die Standard-Währung für normale Händler. Dark Zone-Credits sind, wer hätte das gedacht, für Dark Zone-Händler. Am wichtigsten und seltensten, sind die Phönix-Credits. Diese bekommt ihr durch das abschließen von täglichen Missionen oder Herausfordernden Missionen. Man kann sie aber auch in der Dark Zone finden. Mit Phönix-Credits kann man sich so ziemlich den besten Shit kaufen, daher sind sie auch so selten.

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Fazit – Ja, nein, doch, ich weiß nicht, doch

The Division hat zwar einige Probleme und erfüllt die Erwartungen von manchen sicher nicht, aber ist es deshalb ein schlechtes Spiel? Nein! Die Story könnte besser sein, die Charaktere könnten mehr im Fokus stehen, besonders der eigene Charakter ist einfach nur Soldat X. Die Missionen sind größtenteils recht einseitig. Es gibt viele, kleine Fehler, von denen die meisten ziemlich unnötig sind, aber dennoch macht es einfach Spaß und man will es immer wieder anmachen. Das liegt am ewigen Kreislauf des Loots und der funktioniert super bei The Division. Man bekommt immer wieder neue Ausrüstung, doch man will einfach immer mehr. Dazu kommt noch die absolut geniale Spielwelt, die nur so vor Details strotzt und eine unglaubliche Atmosphäre bietet. Dazu kommt noch die Dark Zone, die einfach super funktioniert. Der permanente Druck, die Zweifel bei jeder Begegnung mit anderen Spielern, selbst dem Team darf man nicht trauen. Es klickt einfach. Das Gunplay funktioniert auch super. Man darf auch nicht vergessen, The Division ist kein Shooter mit Rollenspiel-Elementen, es ist ein Rollenspiel mit Shooter-Elementen. Wer an Destiny schon seine Freude hatte, wird auch mit The Division seinen Spaß haben. Alle anderen sollten zumindest mal einen Blick riskieren.

Gutes

- Grandiose Spielwelt mit toller Atmosphäre und Optik
- Gelungener Loot-Kreislauf der permanent motiviert
- Spannende und innovative Dark Zone
- ALLES mit bis zu 3 Freunden spielbar

Schlechtes

- Viele unnötige und kleine Fehler
- Maue Story, die umständlich erzählt wird
- Auf Dauer einseitige Missionen
- Steuerung und Gegner-KI nicht immer optimal

8.3 Sehr gut

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