The Division im Test – Rettet Manhattan

Getestet von | 13.03.2016 um 16:36 Uhr

Looten, Leveln und immer den gleichen Gegner töten

Wenn es dann endlich in den Kampf geht, habt ihr neben euren Fähigkeiten natürlich noch mehr dabei. So habt ihr verschiedene Granaten und Verbrauchsgegenstände dabei und natürlich auch ordentliche Schießeisen dürfen nicht fehlen. Hier dürft ihr immer 3 ausgerüstet haben, zwei Primärwaffen und eine Pistole. Diese könnt ihr dann noch mit zahlreichen Aufsätzen pimpen und individualiseren. Dadurch habt ihr beispielsweise mehr Kugeln im Magazin, ladet schneller nach, habt mehr Präzision oder eine höhere Feuergeschwindigkeit. Oben drauf gibt es dann noch 6 Rüstungsteile. Alle Waffen und Rüstungen kommen in 5 Seltenheitsgraden daher.

  • Weiß -> Gewöhnlich
  • Grün -> Ungewöhnlich
  • Blau -> Selten
  • Lila -> Professionell
  • Gelb -> High-End

Tom Clancy's The Division™_20160308142939

Zusätzlich gibt es noch Kleidung, mit der könnt ihr aber ausschließlich euer Äußeres verändern, diese werden in Türkis angezeigt. Es gibt verschiedene Möglichkeiten an neue Ausrüstung zu kommen. Hierbei bleibt man beim 1×1 von Rollenspielen. Da hätten wir dann Händler, Kisten und Belohnungen für Aufträge. Zusätzlich könnt ihr euch aber auch eure Ausrüstung selbst anfertigen. Dazu braucht man Baupläne, die man bei Händlern findet oder als Belohnung erhaltet. Zum Bauen benötigt ihr Materialien, die ihr nur in Kisten findet oder wenn ihr überflüssige Ausrüstung zerlegt. Wenn ihr bessere Belohnungen wollt, müsst ihr die Story-Missionen auf höheren Schwierigkeitsgraden beenden und den jeweiligen Boss legen. Da wäre Schwer, was eigentlich noch gut machbar ist und Herausfordernd. Bei letzterem muss man schon ein top ausgerüstetes und perfekt eingespieltes 4er Team am Start haben. Umso höher die Schwierigkeit, umso mehr Schaden macht der Gegner und umso Kugel schluckt er. Es ist eigentlich so gut wie unmöglich, die herausfordernden Missionen mit weniger als 4 Spielern zu schaffen.

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Und wo wir gerade bei den Gegnern sind, hier war Ubisoft besonders kreativ, nicht! Das Spiel bietet folgende Gegner-Gruppierungen.

  • Rioters – Die wollen einfach nur Chaos anrichten und Leben nach dem Motto, „der stärkste überlebt“.
  • Rikers – Diese Gruppe besteht aus Flüchtigen aus dem Riker Gefägnis, die die Straßen jetzt für sich beanspruchen.
  • Cleaner – Die Cleaner wollen die Krankheit ausrotten und verbrennen dabei alles was eine Gefahr darstellen könnte.
  • Last Man Battalion – Diese Fraktion ist der Division am ähnlichsten. Sie wollen mit eiserner Faust regieren und dabei wird jeglicher Widerstand eliminiert.

An sich unterscheiden sich diese zwar merkbar, doch untereinander gibt es scheinbar nur einen Genpool. Beim Last Man Battalion kann man das zwar noch verstehen, da es sich hier um eine geschlossene Armee handelt, doch bei den Rioters sieht das ganz anders aus. Das sind stinknormale Leute, die einfach nur Ärger machen, aber dennoch sehen sie alle gleich aus. Das wird durch ein lustiges Beispiel auch noch unterstrichen. Die Gegner reden natürlich auch mal und lassen ein paar One-Liner ab. Einer davon ist, “sie haben Alex erwischt”. Diesen haben wir gefühlte hundert mal zu hören bekommen, was irgendwie passend zum optischen Einheitsbrei der Gegner ist. In jeder Gruppierung gibt es auch die gleichen Gegnertypen, lediglich die Optik und Ausrüstung variiert. So haben alle Nahkämpfer oder Grenadiere. Besonders erstere sorgen für reichlich Frust und das liegt an einem der Makel des Spiels.

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Entweder Rambo oder feige Ratte

Einer eurer stetigen Begleiter ist der Radar, der jedoch ziemlich Misslungen ist. So zeigt dieser nur die Richtung in der die Gegner stehen und den ungefähren Abstand. Dadurch passiert es nicht selten, dass plötzlich ein Nahkämpfer direkt hinter euch steht und mit seiner Schrotflinte “Hallo” sagt. Aufgrund der eher mauen KI der Gegner, stürmen diese auch rücksichtslos auf euch zu und wenn sie einen hohen Level haben, gehen die nicht so einfach in die Knie. Man könnte sich zwar mit einem behrezten Nahkampfangriff helfen, doch diese sind so schwach, dass man sie sich auch schlichtweg hätte späten können. Und wenn ihr mal nicht total überrannt werden, von den aggressiven Nahkämpfern, dann hockt der Gegner bequem hinter seiner Deckung und da kommt er manchmal auch nicht so schnell raus. Des Öfteren hatten wir einfach die Nase voll und sind zum Gegner hingelaufen und haben ihn aus nächster Nähe den gar ausgemacht. Es gab zwar hier und da lichte Momente, wo die Gegner mal versucht haben zu flankieren, dass ist jedoch eher eine Seltenheit. Man hat eher das Gefühl, dass Ubisoft eine Art “Intelligenz” eingebaut hat. Sobald der Feind nämlich merkt, dass er von der Überzahl oder Feuerkraft euch überlegen ist, ist dieser Aggressiv ohne Ende, ansonsten versteckt sich “Alex” statt sich mal wieder dem Ende zu stellen. Eine ebenso nervige Kleinigkeit ist, dass man nicht einfach alle Aufsätze von einer Waffe entfernen kann, man muss alle einzeln abnehmen und auch nur so kann man Waffen miteinander vergleichen, da Waffen mit Aufsätzen natürlich besser Attribute haben. Unnötig und umständlich.

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Genauso wenig durchdacht ist das Munitions Management. Später werden Gegner so stark, dass sie problemlos mehrere Magazine schlucken. Munition gibt es durch, mal gut und mal weniger gut, verteilte Munitionskisten. Gegner lassen zwar manchmal auch Munition fallen, jedoch nur spärlich. Man kann auch durch verschiedene Talente für mehr Munition sorgen, doch ist das ein kleines Glücksspiel. Fraglich ist auch, warum man sich andere Spieler und deren Ausrüstung nicht ansehen kann, selbst bei Freunden und Squad-Mitgliedern nicht. Dann wären da noch die Passanten. Immer wieder mal sieht man Überlebende auf den Straßen und manchmal brauchen die Wasser oder was zu essen. An sich ja schön und gut, doch leider hat man hier ein wenig geschlampt. Manchmal kommt einen jemand entgegen, der topfit aussieht, aber dringend Wasser braucht und 10 Meter weiter ist eine halbtote Frau, die kaum noch laufen kann und die Hände nach Hilfe ausstreckt. Diese können wir uns dann angucken und danach weiterlaufen. Das wirkt einfach seltsam und zieht einen irgendwie raus. Was nicht unbedingt ein Fehler ist, aber dennoch ein wenig Schade, sind die Hochhäuser. Man kann zwar mehrere Gebäude betreten, aber die zahlreichen Hochhäuser sind leider nur Dekoration. Bevor wir nun zu ein paar weiteren Kleinigkeiten kommen, müssen wir das heimliche Highlight des Spiels abhandeln, die Dark Zone.

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Gutes

- Grandiose Spielwelt mit toller Atmosphäre und Optik
- Gelungener Loot-Kreislauf der permanent motiviert
- Spannende und innovative Dark Zone
- ALLES mit bis zu 3 Freunden spielbar

Schlechtes

- Viele unnötige und kleine Fehler
- Maue Story, die umständlich erzählt wird
- Auf Dauer einseitige Missionen
- Steuerung und Gegner-KI nicht immer optimal

8.3 Sehr gut

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