The Division 2 im Test – Ein weiteres Open-World Spiel vom Fließband

Als The Division 2013 angekündigt wurde, gab es einen riesigen Hype um das neue Online Open-World Spiel von Ubisoft. Nach der Veröffentlichung gab es aber gewissermaßen auch direkt die Ernüchterung: Grafik Downgrade, das Gameplay hatte einige Macken, es fehlten einige Funktionen und das Endgame war nahezu nicht existent. Der einstige Destiny Killer hat sich selbst erledigt. Das sollte sich mit The Division 2 ändern und Ubisoft wollte aus den Fehlern lernen und wenn man so will, nun der Destiny 2 und Anthem Killer sein, ob das gelungen ist. Das erfahrt ihr in unserem Test.

Tom Clancys The Division 2 Review Test

The Division zu Besuch in Washington D.C.

Im Vorgänger fing die Geschichte damit an, dass in New York City ein Virus ausgebrochen ist und sich über Geldscheine verbreitet hat. Menschen wurden krank, die Wirtschaft zerbrach und der Staat verlor seine Macht – es herrschte Chaos. Man selbst ist jedoch Teil der Division, einer geheimen Spezialeinheit, die in genau solchen Fällen eingreift um wieder für Recht und Ordnung zu sorgen. Am Ende des Erstlings, Vorsicht Spoiler, haben wir ein Gegenmittel gegen die Epidemie gefunden und somit zumindest die Krankheit gestoppt.

The Division 2 spielt sieben Monate nach den Geschehnissen aus dem ersten Teil und während das Virus jetzt zwar keine direkte Gefahr mehr darstellt, so sind die Folgen dennoch überall zu erkennen. Auf der einen Seite gibt es immer noch Leute, die für Chaos sorgen und mit Gewalt über bestimmte Bereiche herrschen. Dazu kommen auf der anderen Seite auch noch Organisationen, die im geheimen genau dieses Chaos für sich nutzen möchten und noch viel größere Ziele vor Augen haben. Ein besonderer Brennpunkt ist selbstverständlich die Hauptstadt der Vereinigten Staaten. Wir als Division Agent reisen selbstverständlich nach Washington D.C. um den Verfall des Staates zu verhindern und dort wieder für Recht und Ordnung zu sorgen.

Das wäre in etwa die Prämisse der Story von The Division 2. Klingt an sich echt gut, oder? Könnte man meinen, aber leider bleibt im Spiel davon nicht viel übrig. Es liegt natürlich auf der Hand, dass es The Division 2 als Fortsetzung nicht so leicht hat, Neueinsteiger und Experten gleichermaßen zu unterhalten. Dazu hat es ein online Koop Spiel mit Story meist etwas schwerer, weil man Action statt Story will oder die Spieler nicht ganz so aufmerksam sind.

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Nur blöd, wenn nicht einmal versucht wird eine Geschichte besonders zu erzählen. Der Einstieg des Spiels, dass wir scheinbar ein Soldat sind und wegen eines Notfalls nach Washington müssen und dort direkt alleine das weiße Haus erobern, ist ein Sinnbild für die Geschichte des Spiels. In der Theorie macht das alles vielleicht Sinn, aber es fehlt der rote Faden, es fehlt die Motivation und die Hintergründe. So herrschen in der Stadt drei Fraktionen: True Sons, Hyenas und Outcasts. Die klassischen (und wichtigen) Fragen werden in der Story einfach nicht geklärt, beispielsweise wer diese Fraktionen sind, warum sie hier sind, wer sie anführt und was für eine Motivation sie haben. Natürlich kann man diese Informationen im Internet nachlesen, in der Geschichte wird das aber nicht geklärt und somit wirken sie für den Spieler einfach nur wie Feinde mit etwas anderer Ausrüstung und Aussehen. Ganz zu schweigen von der vierten Fraktion, die nach dem durchspielen der Story einfach auftaucht und die große Gefahr darstellen soll. Auch hier fehlt eine wirkliche Einführung, Hintergrundinfos oder ähnliches, sie sind einfach da.

Und genau das zieht sich durch die ganze Geschichte. Wir sind ein Division Agent und scheinbar etwas Besonderes und retten Washington D.C. mit unseren Taten. Wir reden aber kein einziges Wort dabei, was genauso blöd wie auch in anderen Spielen wirkt. Wir begegnen einer Person, diese hat ein Problem, wir gehen dahin, töten alle Feinde und kehren zurück. So kann man natürlich jede Story in jedem Shooter runterbrechen, aber in The Division 2 fehlt einfach das, was es besonders macht. Es macht vielleicht Sinn, dass wir jetzt in ein Gebäude stürmen, hunderte Leute töten, um am Ende Batterien für den Wiederaufbau zu erhalten – ABER: Man fühlt sich eher wie ein Hausmeister, dem gesagt wird was er machen soll, dann dort mal kurz was sauber macht oder repariert und dann auf den nächsten Auftrag wartet. Es fehlt die Motivation, emotionale Momente, besondere Charaktere oder ein Highlight jeglicher Form. Die Geschichte tröpfelt vor einem hin und es gibt natürlich wichtigere Aspekte in einem Loot Shooter – aber in The Division 2 hätte man auch vor einer Mission einfach sagen können „Geh hin und töte alle“ und es würde aufs Gleiche hinauskommen. Es gibt einfach keinen treibenden Faktor in der Geschichte, bis auf den Fakt, dass man Washington befreien soll, aber das wars dann auch schon mit der Story. Die Charaktere können wir genauso schnell abhandeln. Sie sind halt da und sagen uns was wir tun sollen. Sie haben keinen Background, keine Tiefe oder sonst was, es sind einfach Auftraggeber.

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Wie ein Besuch in einem Fast Food Restaurant

Was es mit der Überschrift auf sich hat? Dazu kommen wir etwas später, aber reden wir erst einmal allgemein über das Gameplay des Spiels. The Division 2 ist ein klassischer Loot Shooter wie er im Buche steht. Ihr habt eine Primär- und Sekundärwaffe, dazu noch eine Pistole, Granaten, Medi-kit und zwei Fähigkeiten-Slots. Die acht Fähigkeiten schaltet ihr im Verlauf der Story nach und nach frei. Von einer fliegenden Drohne, bis hin zu beweglichen Bomben, Heilung, einem Geschütz oder einem Schild habt ihr viel Auswahl – dazu kommen noch Anpassungen um beispielsweise euer Geschütz statt mit einem MP, mit einem Flammenwerfer oder Scharfschützengewehr auszustatten. Dazu kommen noch klassische RPG-Elemente, in dem ihr eure Ausrüstung immer wieder anpassen könnt. Destiny, Diablo oder Borderlands Spieler kennen das sicherlich und auch den Verlauf des stets besser werdenden Loot, der alle paar Minuten von Gegner oder Kisten ergattert werden kann. Egal ob neue Ausrüstung, neue Waffen oder Mods – es droppt immer wieder was Neues und man hat stets eine Motivation weiter zu spielen um sich zu verbessern. Durch die stetigen Belohnungen hat man auch nie das Gefühl, man würde etwas umsonst machen.

Neben purem Schaden und Verteidigung, bietet die Ausrüstung auch viele Besonderheiten. Schnelleres Nachladen, mehr Schaden bei Kopftreffern oder längere Fertigkeitendauer sind beispielsweise möglich. Außerdem lassen sich noch eure Waffen, Fertigkeiten und Ausrüstung mit den erwähnten Mods ausstatten, was diese noch besser macht und einen Hauch von Individualität zu eurem Set hinzufügt. Eine Waffe die langsam nachlädt, könnt ihr dadurch beispielsweise ausgleichen und ein für euch optimales Set erstellen. Relevant wird das jedoch erst im Endgame, weil ihr zuvor stets bessere Ausrüstung erhaltet. Hier gibt es eine Menge Tiefgang und Variationen, die für Abwechslung sorgen.

Durch die Erfahrung aus dem Vorgänger bietet The Division 2 auch viele Mechaniken, die in einem Loot Shooter relevant sind. Gegenstände können schnell inspiziert werden und direkt beim aufheben kann man sehen, ob die Werte besser als der aktuell ausgerüstete Gegenstand sind, man kann es direkt zum Verkaufen/Verschrotten markieren und innerhalb kürzester Zeit das Inventar bereinigen. Gegenstände können auch innerhalb von einer Stunde nach Erhalt mit den Mitspielern geteilt werden. Es gibt Ausrüstungssets mit besonderen Boni, das Inventar kann nach eigenem Gusto sortiert werden, man kann seine Ausrüstung speichern und dadurch Situationsbedingt in wenigen Sekunden alles wechseln. Diese Mechaniken, die ein Loot Shooter braucht, hat Ubisoft super hinbekommen und diese Komfort Features macht The Division 2 auch deutlich besser als die direkten Konkurrenten Destiny und Anthem. Schnell, simpel und komfortabel, einfach so wie es sein muss bei einem Loot Shooter.

Tom Clancys The Division 2 Review Test

Der Gameplay Kern ist jedoch deutlich geerdeter als bei den anderen beiden. Neben laufen und sprinten könnt ihr vereinzelt auf Objekte klettern. Man kann nicht springen, es gibt keine Fahrzeuge, Superkräfte oder ähnliches. In den meisten Fällen geht ihr irgendwo in Deckung, schießt von dort auf eure Feinde und aktiviert eure Fähigkeiten, wenn sie nicht gerade in der Abklingzeit sind. Das macht ihr eigentlich ständig und bewegt euch entweder von Bereich zu Bereich oder müsst in diesem erst einmal alle Feinde besiegen und ihn danach verteidigen. Und genau das ist der Punkt, bei dem The Division 2 gleichermaßen Destiny und Anthem ähnelt, sich gleichzeitig aber auch unterscheidet. Denn der Kern, das Gameplay und die Kämpfe, machen in The Division 2 einfach deutlich weniger Spaß. Es ist ein guter Deckungsshooter, aber er hat hier keine Besonderheiten die es von anderen Spielen abhebt. Während ihr in Destiny und Anthem besondere Waffen besitzt, fliegen und springen könnt, Superkräfte und ähnliches habt – einfach etwas das wirklich Spaß macht, besonders ist und euch das Gefühl gibt, ihr seit eine Kampfmachine, gibt es genau das nicht wirklich in The Division 2. Ihr geht von Deckung zu Deckung, von Raum zu Raum und von Gegnerwellt nach Gegnerwelle. Es hat seine Momente und man ist unterhalten, aber man ist nie wirklich komplett gepackt und fühlt sich Besonders in der Rolle als Division Agent. Man ist ein einfacher Soldat mit ein paar Gadgets, aber selbst die Gegner haben teilweise bessere Fähigkeiten als man selbst und so fehlt einem nach einer gewissen Zeit einfach die Abwechslung und Motivation, was bei jedem Spiel entscheidend ist.

Alles rund um den Loot macht das Spiel richtig, das Endgame wirkt durch die neue Fraktion etwas frischer und auch die Mods oder andere Features sind super Sachen – viele Punkte die Besonders Anthem oder auch Destiny einfach fehlen. Das führt dazu, dass die vielen Aspekten die The Division 2 nun einmal gut macht, einfach nicht diesen Kern füllen können. Es wirkt einfach wie Videospiel Fastfood. Es sieht schön auf den Bildern aus und deshalb möchte man es unbedingt essen, doch mit jedem Bissen merkt man einfach, dass die Qualität einfach nicht den geweckten Vorstellungen entsprechen. Eine Tiefkühlpizza kann viele Beilagen haben, gut aussehen und schmecken, aber eine gut gemachte Pizza vom Italiener nebenan wird meistens einfach besser schmecken, unabhängig vom Aussehen. So können auch die guten Seiten von The Division 2, nicht über den nicht ganz so gut gelungenen Kern des Spiels hinwegtäuschen – leider. Und als wäre das nicht schon schlimm genug, macht es auch noch einiges falsch oder zumindest fragwürdig.

Während man selbst als Division Agent nur in festen Deckungen sicher ist, können Feinde sich hinlegen und mit einem MG fast ununterbrochen schießen – dazu bekommen sie, wieso auch immer, noch eine harte Rüstung dazu, selbst wenn sie sie vor dem hinlegen nicht hätten. Das Visier der Scharfschützen blendet euch, der Gedanke dahinter ist, dass ihr ihn so schnell entdecken könnt. Jedoch ist der Effekt so extrem, dass man den Schützen nicht sieht. Bei einigen Feinden kann man 5, 6 oder noch mehr Magazine auf sie schießen, ohne dass ihre Rüstung kaputt geht, während man selbst mit einer Salve nahezu tot ist. Natürlich müssen manche Gegner stärker sein als man selbst, jedoch ist bei manchen die Diskrepanz so enorm, dass es irgendwann einfach nur noch nervt.

Die KI liegt zwischen einigermaßen clever und vollkommen idiotisch. Einige Gegner laufen ohne Deckung einfach auf einen zu, weil sie genau wissen, dass ihre Rüstung mehr aushält, als ihr mit einem Magazin Schaden machen könnt und dann töten sie einen in einem Augenblick. Fähigkeiten, die mit das wichtigste im Kampf sind, funktionieren teilweise nicht oder auch nicht richtig. Der Schaden ist nicht wirklich ausgeglichen, gerade wenn die Feinde ständig mit Molotows werfen oder einen Flammenwerfer haben, der dann auch durch Wände hindurch Schaden macht. Das Deckungssystem kann in brenzligen Situationen nicht unterscheiden zwischen Rollen oder in Deckung gehen, muss ja beides auf der gleichen Taste liegen. Kisten öffnen, Gegenstände nehmen, interagieren und andere Funktionen liegen auch alle auf einer Taste. Man kann teilweise nicht an den Orten respawnen an denen man gestorben ist, hängt irgendwo fest, kann kurz nicht schießen, Gegner verschwinden plötzlich, Granaten explodieren nicht und und und…
Ich glaub ihr solltet jetzt einen groben Überblick darüber bekommen haben und wir hören an dieser Stelle damit auf, auch wenn wir die Liste noch deutlich länger fortsetzen könnten.

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Aber genug davon, kommen wir lieber mal zu etwas Positivem. Neben der Geschichte gibt es auch andere Aktivitäten in Washington D.C. um die Zeit zu vertreiben. So gibt es an vielen Ecken feindliche Kontrollpunkte, die man erobern kann und danach verteidigen muss. Manchmal muss man die Feinde schnell erledigen um eine Geisel zu retten oder Funksender hacken. Dazu kommen sowohl Konvois von Unterstützern die man beschützen kann oder feindliche Konvois die man angreifen kann, in allen Fällen gibt es auch eine angemessene Belohnung. Eine Besonderheit sind Kopfgeldaufträge, die es vereinzelt gibt. Durch eine Markierung auf der Karte sieht man, dass irgendwo in dem Gebiet ein besonders harter Gegner lauert den man innerhalb eines gewissen Zeitraums besiegen muss. Mit der Darkzone gibt es außerdem noch eine richtige Besonderheit im Spiel. Dabei handelt es sich um ein kontaminiertes Gebiet, bei dem man zwar auch gegen Feinde kämpft, aber neben dem eigenen Team auch andere Spieler mit dabei sind. Man kann zusammenarbeiten und als Team Loot sammeln, aber sich auch jederzeit einfach gegen die anderen Spieler wenden, um deren Loot zu kassieren, bevor sie es an speziellen Stellen abgeben können. Das sorgt natürlich für einen besonderen Reiz und Spannung und funktioniert genauso gut wie im ersten Teil. Wer eher das klassische Team Deathmatch mag, kann dies auch in Division 2 machen, ganz ohne NPC Feinde.

Kommen wir aber letztlich zum überaus wichtigen Endgame. Hier macht The Division 2 wie erwähnt einiges richtig. Nach dem durchspielen kommt wie erwähnt eine neue Fraktion in die Stadt. Diese sorgen nicht nur für eine größere Herausforderung durch neue Fähigkeiten und eine bessere Panzerung, sondern auch für frischen Wind bei den Story Missionen. Dadurch gibt es bei jeder Mission zwei Varianten, was eine gute Idee ist. Hinzu kommen besondere Belohnungen, die dann bessere Waffen, Ausrüstung und Mods versprechen. Mit den Sets und Mods gibt es auch viele Möglichkeiten zur Anpassung, genauso wie durch das neuwürfeln von Attributen im Lager. Hinzu kommt im Endgame dann auch noch die Spezialisierung. Hier habt ihr die Wahl zwischen Überlebensspeziallist (Armbrust), Zerstörungsexperte (Granatenwerfer) oder dem Scharfschützen (Sniper). Neben der erwähnten individuellen Waffe die ihr als vierte Option erhaltet, gibt es auch noch einige nützliche Fähigkeiten in einem Skill-tree. Aber auch so machen die Waffen einen großen Unterschied und sorgen für massiven Schaden, wobei die Munition logischerweise nur begrenzt verfügbar ist. Hier macht das Spiel einiges richtig und sorgt für Motivation, auch nach dem beenden der Geschichte. Zu einem späteren Zeitpunkt kommt dann auch noch der Raid ins Spiel, bei dem dann acht Agenten zusammen an einer Mission teilnehmen können.

Tom Clancys The Division 2 Review Test

Zwischen Weltuntergang und Wiederaufbau

Wie erwähnt ist der Schauplatz von The Divison 2 Washington D.C. und hier hat Ubisoft sich auch richtig Mühe gegeben, um die historische Stadt auch richtig ins Spiel zu integrieren. Der spielbare Bereich ist nämlich 1:1 nachempfunden, mal abgesehen davon das es natürlich einige Anpassungen gibt, gerade weil überall Chaos herrscht, die Fraktionen Bereiche für sich beansprucht haben und die Flora Teile der Stadt wieder für sich erobert hat. Dabei stechen natürlich die bekannten Sehenswürdigkeiten der Stadt heraus. Sei es das Weiße Haus, das Kapitol, das Washington Monument oder das Lincoln Memorial – so realistisch wurde die amerikanische Hauptstadt noch nie in einem Spiel abgebildet. Neben diesen bekannten Orten gibt es auch einige schöne Szenerien im Spiel, die den Spieler auch kurz pausieren und die Landschaft bestaunen lässt.

Aber auch hier wird der gute Eindruck wieder getrübt durch viele Details. Viele Missionen laufen einfach nach Schema X ab und weil es nun einmal ein Deckungsshooter ist, sind auch die Bereiche dementsprechend gestaltet und sind selbst weniger Besonders. Gerade auch weil diese zum Großteil natürlich in den Gebäuden abspielen und sich dadurch nur selten von anderen Räumen abheben. Das ist aber halb so schlimm, was aber gar nicht geht ist das Nachladen von Texturen und Pop-ups. Dieses Problem haben zwar viele Open-World Spiele, aber selten ist das so extrem wie in The Division 2, auch wenn wir auf der PlayStation 4 Pro gespielt haben. Wenn man eine längere Strecke sprintet, sieht man an vielen Ecken noch Texturen die nachgeladen werden müssen, ganz zu schweigen von dem Bild was uns nach einer Schnellreise erwartet. Es wirkt einfach so, als wäre die Engine einfach nicht gut genug optimiert für das, was die Entwickler eigentlich bieten wollen auf der PS4 und das sieht man dann halt auch an vielen Ecken. Dazu kommen noch vereinzelte Framerate Einbrüche und technische Probleme, wie das feststecken in Objekten oder ähnlichem.

Aber kommen wir doch wieder zu etwas Positiven. Unabhängig davon wie die Geschichte ist, ist die deutsche Sprachausgabe in den Sequenzen gut gelungen und gibt wenig Angriffsfläche für Kritik. Die Kommentare von einigen Feinden sind zwar etwas weniger sinnvoll, denn quer durch den Raum zu rufen „Ich flankiere jetzt“ macht vielleicht wenig Sinn, aber gut. Die Sounds für Waffen und Explosionen sind gut und schön wuchtig. Von Scharfschützengewehren, bis hin zu MGs oder Schrotflinten gibt es fast durchgehend auch einen passenden Sound der schön knallt. Die Musik des Spiels drängt sich nur selten in den Mittelpunkt und weder gibt es ein wirklich markantes Lied, noch kann man irgendwas negativ hervorbringen.

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The Division 2 – Fazit: Es fehlt das Herz und die Seele

Wer jetzt den ganzen Test gelesen hat und sich denkt, dass das alles doch viel zu negativ klingt, der hat womöglich recht. Letztendlich macht The Division 2 auch vieles richtig und es ist auch kein schlechtes Spiel, wenn man jetzt die vielen Mechaniken betrachtet, die eben in anderen Loot Shootern fehlen und für einige Spieler essentiell sind. Auch das Endgame ist gut durchdacht und erfüllt den gewünschten Zweck die Spieler auch nach der Story zu motivieren. Der Loot kommt am Laufenden Band, man kann es direkt sortieren, individualisieren und bietet einiges an Abwechslung. Sowohl das Gameplay, als auch Optik und Sound sind auf hohem Niveau (die Story lassen wir mal außen vor) und haben einen gewissen Reiz.

Aber was fehlt, sind die letzten Prozente, die eben ein eigentlich gutes zu einem sehr guten oder außergewöhnlichen Spiel machen. Es ist wie Far Cry ohne die Story und abgedrehten Charaktere, wie Watch Dogs ohne die coolen Fähigkeiten, wie Ghost Recon ohne die taktischen Möglichkeiten oder wie Assassins Creed ohne schleichen. Es fühlt sich wie die genannten Spiele an, nur das man alles in einen Topf gibt und umrührt und am Ende etwas von allem hat, aber halt nur etwas. Die Seele, das außergewöhnliche oder einfach das, was den Spieler auch nach 30 Stunden überrascht, unterhält und weiterspielen lässt, genau das fehlt einfach. Das Gameplay funktioniert, macht aber nicht so viel Spaß wie beispielsweise in Destiny oder Anthem. Das Lootsystem ist theoretisch super, aber ein Sturmgewehr mit mehr Schaden ist und bleibt ein Sturmgewehr, während man in Destiny irgendwann ein Schwert hat oder Laser schießen kann. Die Fähigkeiten sind nett, aber die Feinde haben teilweise bessere und man selbst MUSS beispielsweise eine Heilungsfähigkeit dabei haben, da man sonst nur stirbt. Die KI ist gleichermaßen dumm, wie clever und macht so viel Schaden, dass man teilweise einfach den Spaß verliert. Für alles was The Division 2 richtig macht, gibt es gleich wieder zwei Sachen, die das Spiel falsch macht.

Und das führt dazu, dass das eigentlich ganz gute Spiel sich selber im Weg steht und durch die vielen genannten Punkte auch noch vieles kaputt macht. Daher kann The Division 2, gerade mit Freunden im Koop, für eine gewisse Zeit durchaus seinen Reiz haben. Dieser verfliegt aber mit der Zeit immer und immer weiter und reiht sich an die anderen Ubisoft Spiele an, die mittlerweile für den Massenmarkt perfekt sind, aber denen einfach der Mut zum gewissen etwas fehlt, was für ganz Besondere Spielerlebnisse sorgen kann. Denn genau das ist The Division 2 nämlich nicht.

Gutes

+ Loot-System motiviert und belohnt den Spieler stetig
+ Mods sorgen für Individualität und Tiefgang
+ Endgame und Spezialisierungen gut durchdacht

Schlechtes

- Story und Charaktere sind nahezu irrelevant
- Wenig Abwechslung beim Missionsdesign, Gameplay sehr repetitiv
- Viele kleine Fehler im Spieldesign
- Texturen laden oft nach und andere technische Fehler

7.1 Gut

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