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The Darkness 2 – Review

Artikel von | 06.03.2012 um 00:00 Uhr

2007 machte sich auf unseren TV-Geräten mit The Darkness erstmals die Finsternis breit und verschlang uns mit einer einzigartigen Story und einer beklemmend dichtend Atmosphäre. 2012 lassen die Jungs von Digital Extremes sie wieder frei und sorgen für viel Blut und Zerstörung auf unseren Bildschirmen. Doch werden wir wieder von der Finsternis verschlungen oder sorgt sie bei uns für nicht mehr als ein müdes Gähnen? Das erfahrt ihr in der folgenden Review zu The Darkness 2.

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Am Anfang war das Nichts

Doch wo kommt die Finsternis überhaupt her und was sind ihre Ziele? Nur einer kann Licht ins Dunkel bringen und das ist in diesem Fall Johnny Powell, der Experte auf dem Gebiet der mystischen Dinge rund um die Finsternis. Von ihm erfahren wir, dass die Finsternis länger als das Universum existiert, als völlige Dunkelheit herrschte. So gefiel es der Finsternis auch, erst als Gott rief „Es werde Licht“, die Planeten, ersten Lebewesen und schließlich die Menschen entstanden, war die Finsternis sauer. Fortan streifte sie durch die Welt von einem menschlichen Wirt zum nächsten und sorgte für Chaos und Zerstörung. Bis sie schließlich bei Jackie Estacado und wir somit bei dem ersten Teil angelangt sind. Jackie Estacado, ein Waisenjunge, der für den Mafiosi Franchetti Leute umlegte und dessen Leben düsterer kaum sein konnte, wurde an seinem 21. Geburtstag der neue Wirt der Finsternis und geriet in das Visier der Franchetti’s. Die Finsternis war ein mehr als nützliches Werkzeug für ihn, doch hinderte sie ihn im entscheidenden Moment seine einzige Liebe zu retten, sodass sie vor seinen Augen erschossen wurde. Jackie schwor Rache zu nehmen und spürte Pauli Franchetti, den Don der Franchetti Familie und Mörder seiner Freundin auf und tötete ihn. So wurde Jackie zum neuen Paten der Familie und schaffte es die Finsternis fortan zu unterdrücken, in seinem Inneren wegzusperren. Nach diesem kurzen Rückblick durch Johnny Powell sind wir auch schon bei den Geschehnissen des zweiten Teils angelangt, zwei Jahre nach dem Ende des Ersten. Als Boss der Franchetti Familie führen wir so ein ganz angenehmes Leben und sitzen gerade in einem Restaurant mit zwei hinreißenden Damen, als ein Wagen in das Restaurant rast und wir so den ersten Schlag unserer neuen Widersacher zu spüren bekommen. Schwer verletzt werden wir von unserer rechten Hand Vinnie durch das Restaurant gezogen, während wir unterdessen die hereinstürmenden Gegner erledigen. Unsere kurze Flucht endet in der Küche des Restaurants, wo zu allem Überfluss auch noch Gas ausströmt und nur einen Augenblick später fliegt ein Molotowcocktail in die Küche und eben diese uns um die Ohren. Als wir das Bewusstsein wieder erlangen klafft ein großes Loch in der Küche und draußen steht unser wohl härtester Gegner, Victor Valente, ein alter Mann, Anführer der Bruderschaft, einem geheimen Orden, der sich mit Artefakten rund um die Finsternis beschäftigt und nun hinter uns her ist, um uns die Finsternis selbst abzunehmen und für sich zu nutzen. Da wir aber immer noch bei Bewusstsein sind, scheucht Victor seine Untergebenen an uns weiter zu provozieren. Während wir auf einen Kontrahenten zu kriechen, hören wir die Stimme der Finsternis, sie will endlich wieder raus und da wir uns nicht mehr alleine wehren können, bleibt uns schlussendlich auch nichts anderes übrig als nachzugeben und der Finsternis ihren Lauf zu lassen.

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Pistolen sind so was von gestern

Das die Finsternis nicht nur verdammt cool aussieht, sondern sogar richtig nützlich ist wird uns schnell klar, als zwei Dämonenarme links und rechts des Bildschirms auftauchen und Körperteile unserer Gegner nur so herumwirbeln. Dabei kommt jedem Arm seine eigene kleine Aufgabe zu. Mit dem Arm zu unserer Linken, welchen wir mit L2 steuern, können wir zum Beispiel Objekte wie Kisten, Parkuhren oder Autotüren greifen, welche uns dann als Schutz vor den gegnerischen Salven dienen oder wir zerteilen, erschlagen oder pfählen unsere Widersacher mit eben diesen Sachen nach belieben. Aber warum den Umweg nehmen und erst Kisten greifen um sie auf die Gegner zu werfen, wenn wir die Kontrahenten gleich selbst am Kragen packen können und danach lediglich die Qual der Wahl zwischen 4 Hinrichtungen haben, die uns entweder Leben, Munition oder andere nützliche Hilfsmittel spendieren. Den verbliebenen Arm auf der rechten Seite nutzen wir hingegen etwas aktiver im Kampf, indem wir durch Kombination von R2 und rechtem Stick auf das Polygonopfer unserer Wahl einschlagen, bis es in zwei Teilen vor uns liegt. Doch die Dunkelheit hat für uns noch viel mehr parat, was wir aber, wie auch die schon angesprochenen Exekutionsmöglichkeiten, erst an über die ganze Spielwelt verteilten Schreinen frei schalten müssen. An so einem Schrein offenbart sich uns der doch recht umfangreiche Skilltree von The Darkness 2 und was braucht man so um ein paar Talente frei zu schalten? Richtig, ein paar Opfergaben. Bei The Darkness 2 werden diese durch Essence dargestellt, welche wir durch das Töten von Gegnern bekommen, oder indem wir im Spiel verstreute dunkle Reliquien finden. Mit der gesammelten Essence können wir dann Fähigkeiten verbessern und erweitern, oder auch ganz neue Talente erwerben. So gesellen später zu den zwei schlagkräftigen Argumenten, die uns das Spiel von Anbeginn bietet, noch weitere fiese Varianten, um unseren Gegner das Leben aus zu hauchen. So erlangen wir bei Einsatz von genügend Essence die Fähigkeit einen Schwarm zu rufen, welcher über Gegnerhorden, wie einst die Heuschrecken über Ägypten, herfällt, oder wir erschaffen eben mal ein schwarzes Loch, was prompt ein begrenztes Areal von frei umher laufenden Widersachern säubert. Wer mehr auf das klassische Handwerkszeug eines Shooter-Spielers steht, darf sich im Akimbostil durch die Gegnerhorden ballern, oder aber, wenn es etwas zielsicherer sein darf nur mit einer Waffe, wo L1 dann zum Zielen, statt zum Abfeuern unserer Zweitwaffe, dient. Zeitweise kann die Dunkelheit auch durch unsere Ballermänner fließen, was nicht nur zu kurzzeitig unbegrenzter Munition führt, auch der Schaden erhöht sich beträchtlich, sodass die Gegner nicht mehr einfach nur tot umfallen, nein, sie explodieren regelrecht vor unseren Augen und verabschieden sich in einer Blutlache vor unseren Füßen, dies, wie auch weitere Rag-Doll Effekte können Käufer der USK Version des Spiels aber nicht bestaunen. Wer mitgezählt hat wird festgestellt haben, dass wir mehr als 4 Interaktionen gleichzeitig ausführen können und im Spielverlauf auch dazu gezwungen werden, dies funktioniert auch bereits nach kurzer Zeit Problemlos und wir bedienen Arme und Waffen synchron. Hier liegt auch der große Reiz und Wiederspielwert von The Darkness 2, denn die vielen, unterschiedlichen Aktionsmöglichkeiten im Kampf sind wohl einzigartig und machen einfach nur Laune. Wer jetzt aber denkt für unsere Gegner kann es schlimmer nicht kommen, der irrt, denn gerade als wir durch eine Explosion niedergestreckt vor einem Gegner liegen, der nur danach sinnt uns das Leben zu nehmen, kommt uns ein kleiner, bekannter Freund zu Hilfe. Die Rede ist von dem Darkling, einem Gnomähnlichen Wesen, was nicht nur Gegner ablenkt und gelegentlich seine Notdurft auf ihren leblosen Überresten verrichten, sondern uns auch mit einer ordentlichen Portion schwarzem Humor unterhält. Wir sind somit bestens gerüstet gegen die Bruderschaft unter Victor Valente.

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Finsternis bekämpft man mit Finsternis?

Und diese wirft uns so einiges zum Töten vor die Flinte oder hier wohl besser vor die Dämonenarme. Anfangs schnetzeln wir noch durch die typischen Mafiosi-Horden, welche für einen Mann wie uns, mit zwei zusätzlichen Armen um Prügel auszuteilen, eine leicht zu bewältigende Aufgabe sind. Mit der Zeit wird die Bruderschaft aber ungeduldiger und schickt deutliche stärkere und gewieftere Soldaten in den Kampf und spätestens hier bemerken wir, dass die Bruderschaft sich mehr als nur zu Gut mit der Finsternis auskennt. So kennt sie unsere sprichwörtliche Achillessehne, das Licht, denn mit unseren Dämonenarmen können wir nur in der Dunkelheit agieren, wird es zu Hell verschwinden sie und das Bild wird Schwarz-Weiß, und so bekommen wir es immer wieder mit hinderlich platzierten Scheinwerfern zu tun, oder mit Lampen und Lichtgranaten bewaffneten Gegnern, die wir schleunigst ausschalten müssen, um die Kräfte der Finsternis zurück zu gewinnen. Doch Victor Valente und seine Gefolgschaft kennen nicht nur diese Schwachstelle, sie sind bereits im Besitz von einem Teil der Kraft der Finsternis, was dazu führt, dass die Soldaten Rüstungsteile oder Schilde aus der dunklen Macht tragen, was sie deutlich widerspenstiger als ihre klassischen Kumpanen macht, und dann gibt es da ja noch die Cowboys unter der Bruderschaft, die mit einer Art Lasso uns die Waffen entreißen, sodass wir plötzlich unbewaffnet vor einer Gruppe Gegner stehen. Kommen dann noch Lichtquellen dazu ist die Verwirrung bei uns perfekt und wir sehen uns in dem Dilemma wieder, wo wir nicht wissen wen wir zuerst ausschalten sollen, oder ob es nicht doch besser ist erst einmal die Beine in die Hand zu nehmen und sich ein neues Vorgehen zu überlegen. In diesen Szenen sind wir auch als einziges wirklich gefordert, sonst macht es uns das Spiel auch auf höheren Schwierigkeitsgraden nicht besonders schwer. Storytechnisch geraten wir dennoch ein paar Mal kurz vor den Punkt des Ablebens und finden uns urplötzlich in einer Nervenheilanstalt wieder, wo auch einige bekannte Gesichter wieder auftauchen. Spieler des Vorgängers werden sich sofort an die Albtraumsequenzen erinnern, doch sind sie es auch diesmal, oder verlor unser alter Ego im ersten Teil mehr als nur seine Freundin? Spätestens an diesen Stellen wird der Spieler merken, das The Darkness 2 ein Story intensiveres Spiel ist, als viele Genrekollegen und gerade unter diesem Gesichtspunkt ist der Singleplayer mit ca. acht Stunden doch recht knapp bemessen. Glücklicherweise gibt es mit der Spiel+ Option wenigstens einen Grund das Spiel noch einmal durch zuspielen und die verbleibenden Talente zu erwerben.

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Neues Studio, neuer Look

Während der erste Teil unter Starbreeze noch mit einer realeren Grafik uns ein beklemmendes Gefühl vermittelte, versucht nun Digital Extremes mit einer Comicartigen Grafik näher an der Vorlage zu sein. Ein gewagtes Unterfangen, den gesamten Grafikstil zu ändern, was aber keineswegs gescheitert ist. Charaktere und Umgebung wirken regelrecht Handgemalt, sodass wir uns wie in einem bewegten Gemälde fühlen. Auch atmosphärisch leistet Digital Extremes ganze Arbeit, kann zwar nicht ganz mit dem Einser mithalten, dennoch bietet sich auch hier dem Spieler eine grandiose und seltene Erfahrung, sei es durch die Untermalung der Gefühlsebene Jackies, durch seine Monologe zwischen einzelnen Spielabschnitten, dem Inneren Kampf mit der Finsternis, oder auch die verschiedenen „Traumabschnitte“, in denen wir Jackies verstorbener Liebe Jenny wieder begegnen. The Darkness 2 schafft es uns auf eine Art und Weise, Abseits der Action, anzusprechen, wie wir es kaum bei den Shooterkonkurrenten vorfinden.

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Ein Job für vier, spezielle Typen

Neben der Story bietet The Darkness 2 noch einen Mehrspieler Koop-Modus, genannt Vendetta. Wie mittlerweile bei vielen Spielen üblich, bietet dieser eine eigene, kleine Story, welche sich aber mitten in die eigentliche Hauptgeschichte um Jackie eingliedert. Bei The Darkness 2 wurden vier Träger von Objekten der dunklen Magie angeheuert, um den Finsternis Experten Johnny Powell aufzuspüren und zu Jackie zu bringen. Stellen wir die vier, sehr speziellen Akteure für diesen Job einmal genauer vor. Zum einem haben wir da Shoshanna, die einzige Frau unter den Vier, sie ist eine ehemalige Mossad-Agentin und besitzt eine Waffe, die ein Fragment der Dunkelheit in sich trägt, wodurch sie besondere Durchschlagskraft und unbegrenzte Munition besitzt. Als zweites hätten wir den Arzt JP Dumond, der zur Heilung seiner Patienten einige Voodoo Künste anwendete und diese wegsperrte. Durch die so gewonnene Kraft der Finsternis besitzt er die Möglichkeit schwarze Löcher herbei zu beschwören. Zwei der Vier wären somit bekannt und kommen wir nun zu Jimmy Wilson, einem Alkoholliebenden, Axtschwingenden Schotten und eben besagte Axt besitzt ebenfalls ein Fragment der Dunkelheit, sodass er sie nachdem werfen sie zu sich zurückrufen kann. Um die Runde der Vier zu komplettieren fehlt nur noch einer und zwar Inugami, dessen Eltern durch die Hand der Bruderschaft starben und so schwor Inugami Rache für ihren Tod. Dabei zur Seite steht ihm sein Schwert Kusanagi, welches von der Finsternis durchflossen ist und nach dem Tod von Gegner dürstet. Mit einem der vier können wir nun On- oder Offline in die Schlacht ziehen, dabei besitzt jeder Charakter durch seine spezielle Waffe, auch eigene Steuerungsmöglickeiten und Fähigkeiten, die wie in der Hauptstory über die Schreine erweitert werden können. Da die Charaktere nicht ganz so Schlagkräftig sind wie Jackie mit seinem 2 Dämonarmen, ist Anfangs eine kleine Gewöhnungsphase einzuplanen, danach zerlegen wir aber auch hier mit größter Lust unsere Gegner. Nachdem Beenden dieser kleineren, aber ebenfalls gelungen Story erwarten uns noch verschiedene kleiner Aufträge, genannt Hit-List. So umfasst der Koop-Modus etwa die Hälfte der Spielzeit der Kampagne und obwohl die Spielmöglichkeiten mit den 4 Charakteren immer wieder Spaß bringen, hält sich der Wiederspielwert des Koops doch in Grenzen.

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Fazit

The Darkness sticht mit vielen Eigenarten aus der breiten Shootermasse hervor, sei es der Cell-Shading Grafikstil, die zusätzlichen Aktionsmöglichkeiten durch die Finsternis, oder eben auch die gut erzählte Story und gelungene Atmosphäre, um einen nicht zu beneidenden Protagonisten. Das sich unter all diesen Elementen doch nur ein recht mittelmäßiger Shooter, mit einer mittlerweile leider durchschnittlichen Kampagnenlänge befindet fällt hier und da ins Auge. Dennoch kann The Darkness 2 überzeugen und Shooter Fans sollten einen Blick auf diese seltene Randerscheinung legen.

The Darkness 2 Testbericht

The Darkness 2

  • Release: 10.02.2012
  • Genre: Action, Ego Shooter, First Person Action
  • Entwickler: Top Cow Productions
  • Publisher: 2K Games

Gutes

+ Quad-Wielding sorgt für Frische im Gameplay
+ gut erzählte Geschichte, mit einer dichten Atmosphäre
+ jeder Koop-Charakter besitzt eine eigene Finsternis-Waffe

Schlechtes

- Gesamtspielzeit recht kurz
- im Kampf kann man gelegentlich den Überblick verlieren

8.0 / 10 Sehr gut

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