The Crew – Review

Getestet von | 10.12.2014 um 09:22 Uhr

Der November schien der Lieblingsmonat von Ubisoft zu sein. Ob taktisch unklug oder gerade noch das Weihnachtsgeschäft mitnehmen zu wollen, das sollte jeder für sich selbst beantworten können. Der Termindruck ist ein ständiger Begleiter und so gibt es Unruhen rund um die Qualität der bereits erschienen Spiele. Assassins Creed: Unity ist da das beste Beispiel. Schadensersatzzahlungen auf Gamerart, durch kostenlose DLCs oder sogar ganzer aktueller Spiele. So bekommt der genervte Unity Spieler, der sich gleich einen Season Pass gekauft hat, bekommt, unter anderem, die aktuellen Far Cry 4 oder The Crew als Pflaster geschenkt. Zwei der drei November Spiele haben wir getestet, nun kommen wir zu unserer Review vom Raser, The Crew. Ubisoft versprach zu Beginn kein Serverdesaster, wie bei Sonys Driveclub. Da The Crew ein online Spiel ist, sind wir auch echt darauf angewiesen und während unserer Testphase lief nicht alles Rund mit den Servern. Das schon mal vorweg genommen. Hört jetzt mal nicht auf eure Eltern und steigt in eine fremde PS Schleuder und erkundet Amerika. Wir zeigen euch wie sehr uns das Land gefallen hat.

the-crew

Never Drive alone – Eine Ansage von Ubisoft an uns

Der Raser braucht eine Story und altbackener kann sie nicht sein. Wie schon aus anderen Rennspielen bekannt, kann der Fahrer entweder nur ein Undercover Cop oder ein Sträfling sein, der für die Gesetzeshüter fährt. Alex ist Letzteres. Sein Bruder Dayton, hat den Streetclub Five Ten – 5 10- für öffentliche Rennspektakel aller Nitrojunkies gegründet. Als eines Abends Dayton bei einem Treffen mit einem anderen Fahrer erschossen wurde, geratet ihr schnell ins Visier der Polizei und somit als vermeidlicher Mörder unschuldig in den Knast. Fünf Jahre dauerte es bis das FBI, Zoe auf euch ansetzt. Die Agentin unterbreitet euch ein Angebot. Sie will den korrupten FBI Agenten Coburn und seinen Komplizen Shiv dingfest machen. Alex erinnert sich an Shiv, denn er steckt hinter dem Tod seines Bruders. Somit fällt die Antwort schnell. Jagt den Agenten und sorgt für eure Vendetta. Shiv hat aus dem Streetclub, während eures Gitteraufenthalts, einen Schmugglerring gemacht, der in ganz Amerika dreckige Geschäfte abwickelt. Umso mehr will Alex an den Ranghöchsten V8 im Club. Die Aufgabe ist einfach, macht euch in dem Club einen Namen und steigt zu Shiv auf, um ihn und Coburn auffliegen zu lassen. Soweit zur Theorie, dennoch wird die Story etwas lieblos erzählt.

Assassins Crew

Ubisoft Spiele zeichnen sich auch Genre übergreifend dadurch aus, eine stark überladene Karte zu haben. Alle möglichen Aktivitäten, Sehenswürdigkeiten und für den einen interessante oder eben uninteressante Orte, werden angezeigt. Egal wie groß die Karte ist und in diesem Fall umfasst sie ganz Amerika. Das soll erst einmal nichts Negatives bedeutet, nur dass die Abwechslung, gerade in einem Rennspiel, überschaubar bleibt. Die Aufgaben wiederholen sich von Zeit zu Zeit, nur der Schwierigkeitsgrad wird härter. Amerika klingt groß. Die Entwickler haben sich auch an die Vorgaben gehalten, die unsere Mutter Erde dem Kontinent gegeben hat, aber mit der originalen Größe hat das nichts zu tun. Eine Fahrt von der West- zur Ostküste sollte in ca. 1 Stunde abgefahren sein. So habt ihr ungefähr mal eine Vorstellung davon. Zu Beginn des Spiels müsst ihr eine erste schwere Entscheidung treffen: Die Wahl eures Fahrzeugs. Mit einem läppischen Startkapital das euch vom FBI gestellt worden ist, begrenzt sich die Auswahl auf eines von vier Boliden. Als wahre Entscheidungshilfe soll die Probefahrt dienen. Wir haben uns für die neue 2013´ner Version des Ford Mustang GT entschieden. Liegt wie ein Brett auf der Straße und die Beschleunigung passt. Von nun an ist euer Fahrzeug euer Avatar. Diesen levelt ihr und zusätzlich steigt auch eure Fahrerstufe mit jeder abgeschlossenen Prüfung oder Mission. Das Fahrzeug wird mit verschiedensten Bauteilen versorgt, die das Fahrzeuglevel steigen lassen. Dazu gleich mehr. Zoe wird ab jetzt zu eurer Frau im Ohr. Sie veranlasst Treffen mit wichtigen V- Männern oder versorgt euch mit genug Infos, wo ein wichtiges Rennen stattfindet, um Ansehen zu erlangen. Ansonsten habt ihr die freie Wahl, euch an die Story zu binden oder alles zu entdecken. Wie schon erwähnt gibt es einige Aktivitäten auf der Karte. Sie lässt sich, so nebenbei, leider nicht stufenlos einstellen. Das nervt etwas. Die Karte liegt aber noch größtenteils verdeckt und ihr seht Radarschüsseln aufleuchten. Das werden doch wohl nicht……doch das sind die Assassins Creed typischen Aussichtstürme, nur hier Datenstationen genannt. Findet eine und deckt einen Teil der Karte auf. Alle Missionen im Umkreis werden angezeigt. So können Wegpunkte gesetzt werden oder schon besuchte Orte per Blitzreise besucht werden. Es klappt auch hier.

The-Crew-Cockpit

Die Cockpit Ansicht lässt uns so richtig ins Geschehen eintauchen auf Kosten der Übersicht.

Mit nur einer Tankfüllung

Mit Geld lassen sich viele Dinge am Fahrzeug ändern. Was alleine im visuellen Sektor machbar ist, ist lobenswert. Verschiedene Tuningschmieden im Land verteilt, lassen euer Auto fast einzigartig aussehen. Vom Lack, über sämtliche Karossen Teile, bis hin zur Innenausstattung, alles ist ersetzbar. Wollt ihr unter der Haube etwas machen, dann solltet ihr schon früh mit den, im Land verstreuten, Herausforderungen anfangen. Auch die vielen Missionen sollten euch genug Erfahrung zum Aufstieg bringen. Der Fahrerlevel bestimmt welche Teile ihr verbauen dürft. Neue Reifen, Bremsen, Chiptuning, Getriebe und und und, lassen sich nur auf der Straße verdienen. Wie gut die Aufgabe dann gelöst wurde, zeigt eine Wertung von Bronze bis Gold. Diese Bauteile erhöhen dann die Fahrzeugstufe. So verbessert sich per Zufall der Grip oder ihr bekommt einen Bonus auf Bremse oder Beschleunigung. Wie sehr euer Schatz verändert werden kann, seht ihr bei den Tuninghändlern, die sich auf eine Fahrzeugklasse spezialisiert haben. Amerika lädt zum Straßen- oder Off Road Rennen ein. Ein Fahrzeug für Beides zu gleich wird nicht funktionieren. Straßenflitzer haben andere Voraussetzungen als Geländekarossen, da sind nicht nur die Reifen der einzige Unterschied. Ein Fahrzeug kurz umgerüstet oder ihr erweitert euren Fuhrpark und habt einen Wagen für jede Gelegenheit. Umsteigen könnt ihr bei jedem Autohändler, Hauptquartier (HQ) oder von eurer nützlichen Handy App aus. Im HQ lagern auch Tuningteile, die schlechter oder noch nicht einsetzbar sind, da ihr den Level noch nicht habt. Zudem wächst die Anzahl der Mitglieder im weiteren Storyverlauf. Für abgeschlossene Missionen bekommt ihr neben Erfahrung, auch Vorteilspunkte. Diese gebt ihr dann bei, z.B. Zoe oder Harry aus, um mehr Handling, bessere Bremsen oder Nachlässe auf Auto- und Tuningteilehändler zu erhalten. Hier merkt man erst richtig den Rollenspielanteil und es passt richtig gut. Auch das Leveln der einzelnen Fahrzeugklassen, durch reine Benutzung und Absolvierung von Aufgaben, lässt das Rennspiel mit dem Genre verschmelzen.

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Einfach nur schön

Die Abwechslung wurde schon angesprochen und so sind die Herausforderung oder die Missionen begrenzt. Ob nun ein Slalomkurs in einer bestimmten Zeit befahren werden muss oder eine Ideallinie gehalten werden soll, wiederholt sich. Bei den Missionen habt ihr nie die Wahl, ihr müsst Erster werden im Rennen. Mit Zeitdruck im Nacken kommen noch Checkpoint- Rennen hinzu oder Fahrzeuge durch Rammen zerstören. Andere Missionen sind, z.B. einfach nur das Auto in einem Stück von A nach B zu bekommen und das über mehrere Kilometer lang. Die Schwierigkeit steigert sich dabei. Mit einem gut gelevelten Wagen, holt ihr den Schwierigkeitsgrad aber runter und so sind die Rennen erträglicher.
Schwerer werden da schon die Fluchtversuche vor der Polizei, die immer und überall zu sein scheint. Rüppelhaftes Benehmen auf der Straße, hetzt euch die Hüter auf den Hals. Hier heißt es durchhalten und irrwitzige Fahrmanöver eingehen. Während eines Events halten sie sich noch zurück, es sei denn es ist so vorgegeben. Bei der freien Fahrt solltet ihr eure Mini Map im Auge behalten. Sie warnt vor der Polizei. Die Gegner KI macht eigentlich einen guten Job. Neben der Ideallinie, passieren auch der Konkurrenz Fahrfehler. Zwischenzeitlich hat man aber das Gefühl des Gummibandeffekts. Der Abstand zum Gegner scheint sich irgendwie immer wieder anpassen zu wollen. Das nervt besonders bei der Flucht vor der Polizei.

Gutes

+ Amerikanische Erkundungstour
+ Tolle Optik trotz Umfang
+ Viele Fahrzeugklassen
+ Tuning
+ Eingaengige Steuerung

Schlechtes

- Keine wirklichen Vorteile mit dem Crew Feature
- Technische Schwaechen, Tearing, Ruckler,Framerate bricht ein
- Banale Story schlecht erzaehlt
- Gummiband Effekt KI

7.8 Gut

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