The Amazing Spider-Man – Review

Getestet von | 13.07.2012 um 00:00 Uhr

Seit rocksteady und Batman: Arkham Asylum wissen wir, Lizenz-Spiele können richtig gut sein und seit dem Nachfolger wissen wir, dass sie sogar großartig sein können. Dennoch bieten auch heute noch die meisten Lizenzspiele eine eher mäßige Unterhaltung, gerade bei Filmadaptionen spürt man den Zeitdruck und den Zwang zur Vorlage bei den Entwicklern, sodass es kaum ein Spiel in den Wertungsolymp geschafft hat. Dazu zählt, mit seinen mittlerweile zahlreich erschienenen Teilen, auch die Spiderman-Serie von Activsion, die uns seit PS2 Zeiten zu jedem Film auch mit einem Spiel bedient. Doch was erwartet uns bei dem neusten Ableger The Amazing Spider-Man? Endlich ein Pendant zu Batman von rocksteady, oder ist es das typische Lizenzspiel, was in der Regel nur durch Wühltisch und Langeweile bei uns landet?

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Von der Leinwand in die Konsole?

Bei einem Spiel zum Film stellt sich einem als erstes die Frage, haben wir es mit dem Nachspielen der gleichen Story zu tun, oder geht das Spiel hier eigene Wege? Bei The Amazing Spiderman trifft letzteres zu, es gibt eine eigene Story, orientiert sich aber an dem Film. Das Spiel beginnt damit, dass Peter von Gwen in eine Oscorp Forschungseinrichtung eingeladen wird, was sich Peter natürlich nicht entgehen lassen will. In der Forschungseinrichtung müssen wir feststellen, dass die Forschungen an den Artenkreuzungen fortgesetzt werden, zuständig dafür ist Alistair Smythe. Als wir uns einem Container, in dem sich eine der Artenkreuzungen befindet, nähern, reagiert diese auf uns, wacht auf und lässt sich nicht mehr unter Kontrolle bringen. Was folgt ist schnell klar, die Artenkreuzungen brechen aus, die Forscher und Gwen werden infiziert und beginnen sich langsam zu verwandeln. Da wir auch eine Artenkreuzung sind, Spinne – Mensch logischerweise, müssen wir fliehen, denn die Sicherheitsroboter sind darauf programmiert alle Artenkreuzungen anzugreifen und diese laufen nach dem Ausbruch nun in allen Gängen umher. Wir können zwar aus der Forschungseinrichtung entkommen, doch werden wir von den zahlreichen Artenkreuzungen begleitet, die fortan die Stadt tyrannisieren und hilflose Passanten ebenfalls infizieren. Eine Seuche, die sich über ganz Manhatten ausbreitet, ist losgetreten. Trotz Superkräften können wir nicht Herr der Lage werden, wir brauchen Hilfe und ein Gegenmittel. Und wer kennt sich mit Artenkreuzungen am Besten aus? Genau, unser alter Freund der Lizard oder nun Doktor Connors. Unser nächster Weg führt uns deswegen direkt zu ihm, unserer einzigen Hoffnung auf ein Gegenmittel für die Forscher, Gwen und nicht zuletzt ganz Manhatten. Doch da tut sich uns und Spidy schon das nächste Problem auf, denn Doktor Conners sitzt in einer Psychiatrie und so wirklich möchte er dort nicht weg, den er ist sich seiner Schuld bewusst, erst als wir ihm versprechen ihn nach der Rettung Manhattens wieder in die Nervenheilanstalt zurück zu bringen, ist Connors bereit mit uns zu kommen. Doch nicht nur Connors holen wir raus, durch ein Missgeschick, werden auch noch die übrigen Gefangenen frei gelassen. Unser Fokus liegt aber auf Connors und der Rettung Manhattens, weswegen wir keine Zeit haben, die übrigen Insassen wieder einzusperren, zu mindestens jetzt nicht. Fortan läuft die Zeit wie üblich gegen uns, während Connors an einem Gegenmittel forscht, müssen wir uns um die Artenkreuzungen kümmern. Doch nicht nur die wollen uns ans Leder, denn Smythe versucht ebenfalls Manhatten zu retten, zwar auf Fragwürdige Weise, doch wie heißt es schön, der Gedanke zählt. Doch gerade die Gedankengänge von Smythe scheinen nicht mehr ganz klar zu sein und anstatt gemeinsam an einem Heilmittel zu arbeiten, versucht Smythe uns davon abzuhalten mit Connors ein Gegenmittel zu entwickeln, sodass wir es nun auch noch mit kleinen bis großen maschinellen Gegnern Oscorps zu tun bekommen. Gegen, diese doch begrenzte Gegnervielfalt, dürfen wir summa summarum knappe 8 Stunden ankämpfen. Was doch recht wenig ist, umso bedauerlicher ist es, dass sich viele Spielinhalte während der Story auch noch öfters wiederholen. Neben der Story gibt es zwar noch einige Nebenmissionen, doch sind auch diese nicht wirklich das Gelbe vom Ei, der Großteil spielt sich gleich und ist zu simpel um lange bei Laune zu halten, denn Infizierte oder Verrückte durch die Gegend schwingen und irgendwo abzuliefern haut einen heute nicht mehr vom Hocker, wobei es das noch nie wirklich getan hat. Kämpfen dürfen wir dann auch noch einige Male, doch auch diese Nebenmissionen sind recht kurz gehalten, sodass man mit allen Nebenmissionen und der zusätzlichen Sammelaufgabe von Comicbuchseiten die Spielzeit um vielleicht ein bis zwei Stunden verlängern kann. Doch zu mindestens einen kleinen Lichtblick gibt es, denn zwischen dieser Vielzahl an eher langweiligen Nebenmissionen gibt es vereinzelt auch sehr gelungene Nebenmissionen, die teilweise sogar an die Hauptmissionen ran reichen. Leider kann man diese Nebenaufgaben an einer Hand abzählen.

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Netzdüsen verstopft?

Über viele kleine Fehler könnte man in einem Spiel hinwegsehen, wenn wir dafür mit einem gelungenen, fehlerfreien Gameplay versorgt werden, dass auch noch nach Stunden Spaß macht. Spider-Man macht Anfangs auch tatsächlich den Eindruck das Gameplay wäre wirklich gut. So greifen wir auf ein simples Kampfsystem zurück, mit Viereck führen wir Attacken aus, mit Dreieck weichen wir aus und mit Kreis feuern wir unsere Spinnenfäden ab oder erledigen unsere Gegner mit einem Finisher. Diese Steuerung ist recht eingängig, kennt man sie fast eins zu eins aus Batman. Doch Spiderman ist eben kein Batman und so wirkt die Steuerung zwar auf den ersten Blick stimmig und einfach, doch entpuppen sich die Probleme schnell. So ist es nicht immer nicht ganz klar, wen unserer Gegner wir nun gerade angreifen, da unsere Blickrichtung nicht automatisch unsere Angriffsrichtung ist, so fällt es teilweise schwer bestimmte Gegner anzugreifen oder mit Objekten im Kampf zu agieren. Einen weiteren Strich durch die Rechnung mit dem Gameplay macht uns dann noch die Kamera, denn die hat hier und da ihren eigenen Kopf, sodass wir immer wieder kurzzeitig den Überblick verlieren, wenn wir zum Beispiel durch Räume schwingen, uns an Wände ziehen oder ähnliches. Hier hilft der „Netzsprint“, indem die Zeit verlangsamt wird und man sich besser orientieren kann, da man auch sieht wo man hin schwingt. Der Einsatz dieser Funktion ist so zwar nützlich, man will aber es aber nicht ständig nutzen. Aber auch das restliche Gameplay ist nicht immer gelungen, zu gleich spielen sich die Kämpfe, es fehlt an Gadget oder echten Kombos, die eben ein Batman ausmachen. Bei den Zwischen- und Endgegnern sieht es da auch nicht viel besser aus, die Kämpfe sind im Großen und Ganzen Quick-Time Events und laufen immer nach Schema F ab, haben wir einmal den Weg gefunden, den das Spiel zum Besiegen unseres Widersachers vorzieht, wird es selbst auf Schwer Leicht. Was gerade bei Spielen zu Filmen nicht zu vernachlässigen ist, ist die Synchronisation und hier müssen wir leider auf die aus dem Film bekannten Stimmen verzichten. Dennoch ist es kein Graus die Stimmen zu hören, sie sind allesamt ganz ordentlich und so ist der typische Spider-Man-Humor wieder mit von der Partie. Auch sonst ist die Vertonung solide, was auch auf die Grafik zutrifft. Beides ist nicht perfekt, aber man kann gut damit leben, so muss man bei der Grafik schlechte Animationen und Texturen an einigen Stellen hinnehmen, und bei dem Sound eben das Fehlen der Synchronsprecher aus dem Film.

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Amazing?

The Amazing Spiderman ist weit entfernt davon als Lizenschrott bezeichnet zu werden, dafür bietet es dann doch mehrere Stunden soliden Spielspaß. Doch ist es eben so weit davon entfernt ein Titel zu sein den man gespielt haben sollte. Man hat nicht das Gefühl hier etwas Besonderes zu verpassen, in jedem Bereich gibt es Konkurrenten die es besser machen. Doch dürfte für viele die Tatsache genügen, dass es an Spider-Man-Spielen keine besseren Alternativen gibt. Somit ist The Amazing Spiderman etwas für Fans des schwingenden Helden; aber auch all jene, die im bekannten Sommerloch ein Spiel für ein paar Stunden suchen, können einen Blick riskieren.

Gutes

+ simple Kampf-Steuerung
+ Spidy Humor

Schlechtes

- insgesamt zu kurz
- Kamera immer wieder mit Problemen
- zu wenig Abwechslung

7.0 Gut

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