Test Drive Unlimited 2 – Review

Getestet von | 13.02.2011 um 00:00 Uhr

Mit Test Drive Unlimited wurde das Genre des MMO auch für Rennspiele umgesetzt. Eden Games schuf daher den Begriff MOOR (Massively Open Online Racing). TDU hatte rund 1.600 Kilometer Straße sowie die Umgebung der Insel Oahu des Hawaii-Archipels realistisch nachgebildet. Das Spiel erschien für die Xbox 360, PSP, PS2 und den PC, wobei die Versionen für PS2 und PSP im Umfang stark reduziert wurden. Ob der zweite Teil jetzt auch auf Sonys Konsole punkten kann, lest ihr auf PS3inside.

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Test Drive Unlimited II ist die Fortsetzung und es stehen 101 Fahrzeuge zu Beginn zur Verfügung. Dazu gehören Wagen von Herstellern wie Aston Martin oder Ferrari. Man spielt in der Anfangsphase auf der balearischen Insel Ibiza und später im weiteren Spielverlauf ist es möglich, auch die aus Test Drive Unlimited bekannte Insel O‘ahu zu erkunden. Weitere Neuerungen sind etwa ein Tag-Nacht-Wechsel (24 Stunden entsprechen etwa zweieinhalb Stunden Realzeit) sowie ein dynamisches Wettersystem. Des Weiteren wurde in diesem MOOR der Kontakt zwischen einzelnen Spielern erleichtert. Sie haben nämlich beispielsweise die Möglichkeit im Casino mit anderen Spielern in Kontakt zu treten. Beginnen wir aber von Anfang an.

Das Abenteuer beginnt mit guter Musik, einer Party mit feiernden Menschen und einer netten Dame, die einem zum Geburtstag ein Geschenk macht. Ein nagelneuer, roter Ferrari wartet in der Garage im großen Haus und man kann sein Glück kaum fassen. Man setzt sich also hinter das Steuer, will eine Ausfahrt machen, und alles scheint wunderbar zu sein… bis der Protagonist aufwacht. Leider meint es das Schicksal nicht so gut mit uns. Man spielt einen Parkwächter, der in einem schicken Vorort arbeitet und seinen Job so gut macht wie möglich. Dumm nur, dass man für eine Frau einen Wagen holen musste (den Ferrari) und dabei eingedöst ist! Vor Wut kochend telefoniert die wichtige Dame mit dem Chef, welcher via Telefon sagt, man sei gefeuert. Doch die Dame hat Besseres zu tun und weiß, dass der noch namenlose Parkwächter davon träumt, mit den besten Fahrern der Welt Rennen zu absolvieren. Ein kurzes Gespräch später fährt man also mit einem hochgezüchteten Ferrari durch die Stadt, allerdings unter großzügig gesetztem Zeitdruck.

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Grafik und Sound

Test Drive Unlimited 2 ist ein MMO Spiel, das sei gesagt. Es bietet einen dank der beiden Inseln Tausende Kilometer befahrbare Strecken, und auch abseits der Straße darf man überall hin. Zahlreiche Events bereichern das Spiel, doch optisch bleibt das Game hinter sämtlichen Erwartungen zurück. Die Innenansicht in den über 100 Fahrzeugen bietet zu wenig Übersicht, der Fahrer ist nicht flüssig animiert und das Cockpit selbst ist nicht mal bei den Top-Modellen so richtig ansprechend. Darüber hinaus wurde bei den Effekten gut gespart, soll heißen, wenn man durch Laub oder Regen rasen will, bewegen sich ein paar Blätter stellvertretend für alle. Das selbe erwartet eine bei Regenrennen. Es kann wie aus Eimern schütten, doch auf der Anzeige bleiben immer nur ein paar Tropfen gleichzeitig haften. Das Schadensmodell ist nur optisch vorhanden, wirkt sich also nicht auf die Fahrzeugleistung aus, was ein kluger Zug ist. Niemand hat in einem MMO Spaß daran, ständig von irgendwelchen herrgelaufenden Rasern gerammt zu werden und seinen Wagen stets reparieren zu müssen. Allerdings sieht nicht mal der ausschließlich sichtbare Schaden irgendwie ansprechend aus, sondern wirkt, als hätte man halt das Markenzeichen aus „Test Drive“ wieder verwendet und sich mit zersprungenen Scheiben und Kratzern am Lack zufriedengegeben. Das sind Details, die den Spaß doch trüben, denn ganz so leicht hat es ein Nachfolger eines relativ erfolgreichen Rennspiels dann auch wieder nicht. Akustisch kann sich Test Drive Unlimited 2 nicht unbedingt auszeichnen. Die Boliden klingen allesamt ganz gut, doch die vertonten Zwischensequenzen mit den Charakteren wirken zu statisch und aufgesetzt. Für das Fahrverhalten stehen ganze drei Einstellmöglichkeiten parat, zwischen denen man wechseln kann. Nur die Umsetzung fehlt ein wenig, es gibt keine wirklichen Unterschiede.

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Der Multiplayer-Modus

Hier geht der Spaß erst so richtig los, denn während man über das In-Game-Casino mit anderen Spielern in Kontakt treten kann, darf man aber auch andere Fahrer einfach bei Sichtkontakt mit der Lichthupe herausfordern. Es gibt genügend Spielmodi, die man im Mehrspielermodus austesten darf: Platzierungswettkämpfe, Hochgeschwindigkeitspassagen, Radar-Herausforderungen, Knock-Out-Wettkämpfe usw. Der Mehrspielermodus funktioniert sehr gut, wie schon im ersten Teil, ist das Herumheizen mit anderen einfach stilvoller, doch täuschen darf man sich nicht.

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Atmosphäre

Auch wenn Test Drive Unlimited 2 über 3000 Kilometer an Strecke zu bieten hat, trüben die Kleinigkeiten den Spielwert. Es ist ein gigantischer Umfang, egal welchen Maßstab man anlegen will. Doch das Problem ist, dass das Fahrgefühl einfach nicht stimmen will. Zwischen Gut und Böse, Arcade und Simulation, realistisch und überraschend will sich der Spaß an der Freude nicht so recht einstellen. Das fehlende Schadensmodell hat in einem Rennspiel-MMO laut Eden Games nichts zu suchen, nur dann sollte es gar komplett erweitert werden oder doch komplett weggelassen werden. Ansonsten ist TDU 2 eine Fortsetzung, die nicht ganz an den Glanz des Vorgängers anknüpfen kann. Der Umfang und die technische Umsetzung insgesamt verhelfen dem Spiel dann aber doch zu einer vernünftigen Wertung.

Gutes

- MMO Aspekt
- Über 3000 Kilometer Terrain
- Schöner Sound
- Nette Zwischensequenzen

Schlechtes

- Halbherziges Schadensmodell
- Grafik Effekte

8.5 Sehr gut

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