Syndicate – Review

Getestet von | 02.03.2012 um 00:00 Uhr

Lang, lang ist es her, da erblickte 1993 das Echtzeit- Strategiespiel Syndicate, entwickelt von Bullfrog Productions, das Licht der Welt. Mit der Zeit mauserte sich das Game als echter Geheimtip und die Fangemeinde rund um das Agentenspiel vergrößerte sich. Fast 20 Jahre später war die Freude dementsprechend groß, als Electronic Arts zusammen mit den Starbreeze Studios Syndicate wieder zum Leben erwecken wollten. Angekündigt wurde eine Neuauflage des damals so erfolgreichen Spiels und hier erfahrt ihr, ob das Spiel eine würdige Neuauflage geworden ist, oder wir uns erst mit einem Überzeugerstrahl zum Zocken zwingen mussten.

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Mein Agent ist ein Ego

Die ersten Infos und Gameplayszenen verrieten es: Syndicate wird ein Ego- Shooter und die „Schräg von oben Sicht“ des Originals wurde gestrichen. Entsetzen und Ärger machte sich unter den Fans breit. Syndicate ist ein linearer mit Strategie- und Rollenspielelementen versehener Shooter. Die offene, frei begehbare Stadt fehlt. Zu Beginn des Spiels steht die Auswahl für die Kampagne und den KO-OP Modus. Zu Letzterem kommen wir später, wir starten die Kampagne. Im Jahre 2069 herrschen Hightechkonzerne, sogenannte Syndicate, auf der Erde. Diese Syndicate versuchen sich gegenseitig, mit einem Wettrüsten der Technologien, den Platz an der Spitze streitig zu machen und das mit aller Gewalt. Die Rede ist von einem Chiptuning des menschlichen Körpers. Nanochipimplantate sind die Zukunft und jeder in der Bevölkerung legt sich dafür unter das Messer. Diese Implantate haben zwei Aufgaben: Zum einen unterstützt es den normalen Bürger im Alltag und zum anderen bedeutet das eine Flut an Informationen für die Konzerne. Jede Handlung, in Verbindung mit diesen Chipimplantaten, bedeutet eine Vielzahl an Daten und das bringt die alleinige Kontrolle für die Konzerne. Wissen ist Macht und diese Macht ist der Grund für dieses brutale Vorgehen zwischen den Syndicaten. Aufträge für Spionage, Exekution und Sabotage werden durch eine Eliteeinheit, den Agenten, ausgeführt. Miles Kilo ist der Agent den wir verkörpern. Miles erledigt Aufträge für den Konzern EuroCorp und er ist der Prototyp einer neuen Chipgeneration, dem DART 6. Gefesselt auf einem Stuhl, werden wir sanft mit ein paar Schlägen in die Magengegend und ins Gesicht geweckt. Ein gekonnter Fußstritt und Miles streckt den Widersacher nieder. Befreit von den Fesseln wird unser Agent auch schon gejagt. Die Steuerung wird erklärt und wir werden in die ersten Gefechte verwickelt. Zum Schluss stellt sich heraus, dass alles nur ein Training für die neue Chipgeneration gewesen ist. Nach einem zufriedenstellenden Ergebnis, geht es auch schon zu einem echten Auftrag. Das konkurrierende Syndicat ASAPI steht kurz vor der Fertigstellung eines neuen Chips und EuroCorp toleriert das nicht. Der Auftrag besteht darin, den Konzern zu infiltrieren und den Chip mit samt seinem Entwickler zu eliminieren. In Begleitung des Agenten Merit geht es im Heli zum ASAPI Gebäude. Dort angekommen fallen die ersten Schüsse und das ganze kommentiert von Agent Merit mit: „Zivile Opfer werden toleriert.“

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Höher, schneller, weiter mit DART 6

Die Steuerung des Agenten ist Shooter Standard und geht somit schnell in Fleisch und Blut über. Schießen, rennen, springen, in Deckung gehen; der Agent ist vielseitig und kampferprobt. Eine Erweiterung seiner Fähigkeiten bringt das Chipimplantat. Mit einem Knopfdruck schaltet sich der DART 6 ein und unterstützt mit zusätzlicher Power. Eine Art Visor, genannt das DART Display, öffnet sich und die Umgebung zeigt strategisch wichtige Positionen, explosive Objekte und verdeckte Feinde an. Unteranderem läuft die Umgebung in Zeitlupe ab und Miles bekommt einen Boost auf Körperpanzerung, Beweglichkeit und Angriffskraft im Nahkampf. Einen Nachteil gibt es: Die Benutzung des DART Displays ist zeitlich begrenzt, denn während der Nutzung verringert sich eine Energieleiste und diese füllt sich erst wieder auf, wenn das Display ausgeschaltet ist. Da die Feinde klug agieren und sich oft Schutz hinter Wänden und Säulen suchen, erfordert der Einsatz des Displays eine taktische Vorgehensweise. Zu den Rollenspielelementen trägt die Agentendatenbank bei. Hier werden neue Fähigkeiten erworben und bestehende geupgradet. Freigeschaltet werden die Fähigkeiten durch die Vergabe von Skillpunkten. Nach jedem Spielabschnitt erscheint eine Bewertung mit der Bestleistung. Die Punktzahl wird durch die Geschicklichkeit des Agenten beeinflusst und je nach Höhe werden Skillpunkte vergeben. So lässt sich z.B. die Panzerung des Körpers verbessern oder die Selbstheilung beschleunigen. Seit ihr mit eurer Leistung nicht zufrieden, dann zockt den Abschnitt noch einmal, denn das ist jederzeit möglich. Zusätzlich zu den Fähigkeiten hat der Agent auch ein umfangreiches Wissen über das Hacken. Das Hacken geschieht mit nur einem Knopfdruck, so lassen sich Geschütztürme umprogrammieren, Schutzschilde deaktivieren und Fahrstühle manipulieren. Der Clou daran ist, dass das Hacken, durch den DART 6, von Ferne durchgeführt werden kann. Im Spielverlauf kommen weitere Hackprogramme hinzu. Diese werden im Trainingsbereich zwischen den Aufträgen erklärt und hinzugefügt. Die Ausführung dieser Programme ist unbegrenzt, aber es muss eine Leiste gefüllt werden bis zur nächsten Benutzung. Die Hackerangriffe sind Adrenalin gestützt und je mehr ihr euch im Kampf ins Zeug legt, umso mehr füllt sich die Leiste. Ein fieses Programm z.B. hackt den Chip vom Gegner und lässt ihn Selbstmord begehen oder überzeugt ihn, um auf eurer Seite zu kämpfen. An originellen, zukunftsorientierten Waffen fehlt es auch nicht. Von der normalen 9mm Handfeuerwaffe bis hin zum Hightech Snipergewehr ist alles dabei. Nebenbei sei erwähnt, dass der Gewaltgrad etwas höher angelegt ist. Es fliegen, gerade bei Explosionen, Körperteile durch die Gegend und die Gegner verlieren, gerade bei dem Suizid Hack, den Kopf. Eine USK Freigabe gab es deshalb noch nicht. Die Steuerung hört sich im ersten Moment überladenen an, ist es aber nicht. Es ist alles sehr gut umgesetzt und die Steuerung im Gefecht läuft flüssig, während gleichzeitig das Hackerprogramm ausgeführt werden kann. Grafisch liegt das Zunkunftsscenario über Durchschnitt. Der Blick in die Häuserschluchten sieht gut aus auch die Umsetzung der Stadt ist futuristisch gestaltet und passt. Was zwischendurch auffällt, sind unscharfe Abläufe und unschöne Texturen. Bei dem Sound haben sich die Entwickler was ganz besonderes einfallen lassen. Sie haben sich den Grammy Preisträger von 2012 DJ SKRILLEX an Bord geholt. Der Sound beschreibt sich als Dubstep und ist eine Mischung aus Elektro, Techno und House Musik.

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Vier Agenten solltet ihr sein

Online trefft ihr euch, entweder mit Freunden, oder fremden Agenten, um die verschiedensten Aufträge zu erledigen. Bevor es losgeht, wählt ihr im Menü einen von vier Agenten aus, wobei jeder eine bestimmte Spezialisierung besitzt. Es gibt Agenten die mit einem Snipergewehr aus sicherer Entfernung unterstützen, oder Agenten die schwer bewaffnet vorne an der Front zu finden sind. Die Aufträge werden auf verschiedenen Maps durchgeführt, die ihr aus dem Kampagnemodus kennt. Die Ziele bestehen z.B. aus Datenklau und Objektzerstörung. Teamplay wird dabei groß geschrieben, denn die Gegnerwellen sind groß und alleine ist es schwer sich durchzuschießen. Mit jedem erfüllten Auftrag, abgeschossenem Feind und mit jeder Unterstützungsaktion, gibt es Punkte die den eigenen Agenten einen Rang aufsteigen lassen. Der KO-OP Modus soll eine kleine Erinnerung zum Original aus den ´90-iger Jahren sein. Da war es auch schon möglich, mit bis zu vier Spielern gemeinsam zu zocken.

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Überzeugt?!

Die Neuauflage ist leider nicht ganz geglückt. Es gibt keine frei begehbare Stadt und das Bionic- Technikcenter, verantwortlich für die Entwicklung der einzelnen Körperteile, aus dem Original, wurde ganz gestrichen. Trotzdem macht das Agentenspektakel Spaß. Es ist ein guter Ego-Shooter mit den Elementen aus dem Klassiker. Es gibt viele Momente die daran erinnern. Das Hacken ist gut gelungen und das DART Display macht Spaß. Das düster gehaltene Setting, mit dem dazu gehörigen Dubstep Sound passt zu der Agentenstimmung. Hätte EA eine Fortsetzung mit Neuorientierung angekündigt, wären die Fans sicherlich anders an das Projekt gegangen.

Gutes

+ Gute Story
+ Die Steuerung ist gelungen
+ Das DART Display ist cool

Schlechtes

- Keine Neuauflage des Klassikers, eher Neuerschaffung in anderem Genre
- Zu linear, keine frei begehbare Stadt
- Grafisch hätte es besser werden können
- Zu wenig neue Ideen

8.0 Sehr gut

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