Sword Art Online Hollow Realization im Test – Das Spiel im Spiel

Getestet von | 14.11.2016 um 19:30 Uhr

Als 2012 der Anime Sword Art Online gezeigt wurde, fanden sich viele Fans und die Popularität war immens, selbst jetzt nutzt man die Marke für alles Mögliche. Beispielsweise waren mittlerweile sogar schon drei Videospiele für die PlayStation Plattformen erhältlich. Mit Sword Art Online Hollow Realization steht nun Spiel Nummer 4 parat und Bandai hat sich mit diesem wieder an die Anfänge des Anime gewagt, statt auf Elfen oder Schusswaffen zu setzen. Doch wie gut ist ein Japanisches Rollenspiel mit einer starken Lizenz für uns hier in Europa, wenn neben Kämpfen auch das Daten im Mittelpunkt steht?

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Ein Spiel über Menschen die ein Spiel spielen

Wer Sword Art Online bisher noch nicht kennt, der kann sich mit der Überschrift schon gut die Geschichte vorstellen. Denn in der Vorlage spielt der Hauptcharakter Kirito ein MMORPG mit eben jenem Namen durch eine VR-Brille. Doch schnell stellt sich heraus, dass sich niemand ausloggen kann, in dieser Welt gefangen und auch in der echten Welt sterben können, falls sie von einem Monster erledigt werden. Vielmehr müssen wir dazu auch nicht sagen, denn wer die Serie sowieso noch nicht kennt, der wird auch im Spiel verloren sein. Eine Charakter Einführung oder ähnliches gibt es nämlich nicht. Passend dazu dreht sich die Geschichte in Hollow Realization auch um einen NPC-Charakter den keiner kennt und der sich selbst auch nicht wirklich kennt. Ein Mädchen ohne Namen und ohne Bestimmung taucht vor Kirito auf. Sie weiß zwar nichts über sich, aber hat eine kleine Quest für euch. Doch das ist nur der erste Schritt, dazwischen liegen noch so einige Geheimnisse. Im Verlauf des Spiels deckt ihr die Wahrheit und gleichzeitig die Persönlichkeit des NPC auf und erkundet dabei die Welt von Ainground. Man findet viele Parallelen zum original Aincrad und statt Ebenen gibt es nun verschiedene Kontinente und damit die Ähnlichkeit noch stärker deutlich wird, heißt das aktuelle Spiel von Kirito auch Sword Art: Origin.

Doch bevor ihr diese neue Welt erkunden könnt, müsst ihr euch erst zurechtfinden. Das geschieht mit unzähligen Tutorials und Gesprächen. Wer nicht gerne liest, der muss entweder schnell alle Texte überspringen oder sich doch lieber etwas fernhalten. Denn man wird regelrecht erschlagen, denn das Spiel selbst bietet auch einiges an Möglichkeiten. Dabei sprechen wir erst etwas später über das Kämpfen, denn das reden ist ebenso wichtig. In der neuen Stadt angekommen, könnt ihr mit jedem NPC reden. Zwar gibt es keine Dialogoptionen, aber das macht das Spiel schon selbst. Ihr lernt neue Leute kennen, sprecht mit ihnen, macht vielleicht mal eine Quest, könnt Spazierengehen, Essen, Händchen halten oder eben zusammen am See/in der Badewanne plantschen. Das alles und noch viel mehr ist mit jedem NPC und den Serien Begleitern möglich und da wurde sicherlich mehr Arbeit reingesteckt als in die Story des Spiels. Es fängt alles mit kleinen Gesprächen an, bei dem ein paar Worte gewechselt werden und dann gibt es eine Pause. In dieser Zeit gäbe es theoretisch einen Dialog zwischen den beiden, den man aber nicht hört/liest. Kennt man sich erst einmal etwas besser, kann man dann beispielsweise spazieren gehen oder sich in einem Cafe treffen. Mit Level 3 kommt dann die Freundschaftsanfrage und wenn man dann auch noch Quests erledigt und schön miteinander redet, gibt es noch den ein oder anderen Boost bei der Freundschaft. Doch das ganze hat auch einen taktischen Hintergrund. Erreicht man erst einmal Level 4, kann man die Waffen der Charaktere ändern und mit Level 5 dann auch die Ausrüstung verbessern. Nun, aus Freundschaft wird Liebe, wenn man es will und dann kann man weitere Dates vereinbaren, heiße Gespräche im Bett miteinander führen oder geht noch weiter – aber das bleibt jedem selbst überlassen.

Sword Art Online Hollow Realization

Sei Kirito mit dem legendären zwei Schwerter-Skill

Was das Gameplay angeht, da hat man sich bei Sword Art Online Hollow Realization doch sehr an die Vorlage gehalten. Neben dem normalen Angriffen, hat man auch viele Skills die man erst durch das meistern der Waffe freischaltet. Ausweichen und springen gibt es auch noch und neben Taktischen Befehlen auch die Möglichkeit die Skills mit seinen Begleitern zu timen und so richtig Schaden auszuteilen. Da ein Kampf doch etwas schneller zugeht, muss man stets ein Auge auf seine Umgebung und den Gegner haben, um diesem schnell noch ausweichen zu können. Das wichtigste sind aber die Skills. Denn nach bestimmten Aktionen (Charakter oder Waffen leveln) bekommt man nämlich Skill-Punkte, diese kann man dann auch komplett frei belegen. Doch hier gilt Vorsicht. Wer ein 1-Hand Schwert nutzt und einen Skill für sein Katana lernt, kann diesen natürlich nicht nutzen ohne die passende ausgerüstete Waffe. Dennoch hat man bei der gewählten Klasse die freie Auswahl. Man kann sie jederzeit wechseln und hat dafür separate Skill-Bäume, selbst ein Hybrid wie ein Offensiver Heiler wäre durchaus möglich. Auch die Wahl eurer Begleiter und deren Werte hängen von euch ab. Zwischen Charakteren wie Asuna, Lisbeth, Sinon, Klein oder allen NPC aus der Stadt könnt ihr wählen. Dabei unterscheidet sich jeder einzelne in seinen Attributen. Die Klasse und wie sie kämpfen, liegt aber unter eurer Obhut. Trefft ihr diese nämlich in der Stadt, könnt ihr die Klasse wählen und unter bestimmten Eigenschaften wählen ob ihr sie mögt oder nicht. Euch gefällt bei Sinon, dass sie eher vorsichtig spielt und nicht die Aggro zieht, dann könnt ihr das Sinon mitteilen und im Kampf bestimmte Aktionen mit einem Kompliment belohnen um dies deutlich zu machen. Ihr habt also viele Taktische Möglichkeiten. Euer Charakter steht aber im Mittelpunkt und wenn erst mehrere davon im Multiplayer aufeinander treffen, dann… lasst uns das auf später verschieben.

Die meiste Zeit werdet ihr anfangs auch damit verbringen die passenden Skills, Waffen und Ausrüstungen zu finden und dementsprechend für den Kampf bereit zu sein.Kämpfe laufen dann nach Schema X ab. Es gibt entweder die Möglichkeit eine Quest zu bekommen, bei dem ihr Feinde besiegen müsst oder ihr müsst Gegenstände von erlegten Feinden bekommen. Dazwischen geht es dann immer von der Stadt zum Bereich und zurück. Ihr merkt also schon, dass das ganze recht fix doch etwas eintönig werden kann. Doch dafür gibt es ja dann noch zum Glück den Date-Simulations Teil. Aber zuvor kommen wir noch zu einem kleinen Highlight: den Raid-Bossen. Diese sind echt super gemacht, wenn auch dementsprechend selten, und bieten nochmal deutlich mehr als es ein Date in Sword Art Online könnte. Wenn ihr das erste Mal dort eintrefft, dann seht ihr schon 2-3 Gruppen die am Raid Boss bereits gescheitert sind. Diese verraten euch, was sie bereits erfahren haben und mit dieser Strategie könnt ihr dann mit 16 Mann gegen den Raid Boss kämpfen. Das funktioniert bis auf die etwas chaotische Ordnung doch echt gut und macht Laune. Meist sind die Bosse etwas härter, haben viele Lebenspunkte und den ein oder anderen verheerenden Angriff. Alles in allem sind sie aber nicht unfair, ein echtes Highlight im Spiel und geben uns ein Gefühl vom Anime. Apropos Anime Vorlage, so wie Kirito, könnt ihr auch  mit genügend Training den zwei Schwerter-Skill erlernen.

Sword Art Online Hollow Realization

Kommen wir nun zu den Punkten, die eher weniger einem Highlight entsprechen. Allem voran die Kleinigkeiten sind hier entscheidend. So fühlt man sich am Anfang doch sehr verloren, zwar hat man unzählige Tutorials, doch wenn Begriffe wie „SWS“ oder Klassen wie Heiler mit einer Zahl und einer Hand repräsentiert werden, ist man hier einfach überfordert weil es nicht erklärt wird. Das Auslösen von Kombos, bestimmte Tasten oder das Skill System fehlen einfach bei einigen Spielern zu Beginn. Dennoch muss man sagen, dass dadurch ein konstanter Wissensanstieg spürbar ist – auch wenn man dabei vieles selbst herausfinden und probieren muss. Hat man aber erst ein Gefühl vom Spiel, macht es dann auch mit der Zeit deutlich mehr Spaß, greifen dann nicht wieder die Kleinigkeiten dazwischen. Das Gameplay könnte noch etwas schneller und flüssiger sein, die Kamera ist durchaus noch verbesserungsfähig und dann gibt es auch noch die nicht ganz so clevere KI. Wenn ein riesiger Schadensbereich zu sehen ist oder diese nicht ausweichen ist es das eine. Wenn man aber den Befehl für Zurückziehen nutzt und diese trotzdem nicht aus dem Schadensbereich rennen, ist das was anderes. Besonders lustig sind dann auch Momente wenn man selbst fast keine Lebenspunkte hat, zwei Heiler im Team hat und diese sowas rufen wie „Du brauchst Heilung“ oder „Heil dich!“… aber dich nicht heilen wollen, statt ihren Job zu erledigen. Was auch für viel Spaß sorgt ist, wenn eure Kameraden dauernd sterben, ihr sie immer wiederbelebt und sie dann binnen Sekunden wieder mit im Dreck liegen. Wenn man die Gegner problemlos alleine killen könnte, wäre das nicht so schlimm, doch zum einen müssen die KI Mitstreiter manchmal Aggro ziehen, zum anderen braucht man sie für Kettenangriffe und spezielle Techniken. Ohne diese macht ihr nämlich nur mäßigen Schaden. Hier steht sich das Spiel schön selbst im Weg. Apropos stehen, im Quest Board gibt es jede menge.Und so kommt man recht schnell an einen Punkt, bei dem man durch das Quest Board über 100 aktive Quests hat und wie dumm erstmal alle vorher aktivieren muss, statt einen Befehl „alle annehmen“ zu haben. Nicht weniger nervig ist es, dass man Skills stets neu ordnen muss oder manche Feinde/Mitstreiter durch Wände gehen können oder darin feststecken. Es gibt da noch so einiges was man hätte besser machen können in diesem Spiel, hauptsächlich Kleinigkeiten, was Schade ist, hat dieses doch Unmengen an Potential und zum wohl schlimmsten Punkt kamen wir noch nicht mal.

Gutes

+ Viele Charaktere zum kämpfen... und zum daten
+ Spaßiges & Forderndes Gameplay
+ Raid Bosse

Schlechtes

- Der katastrophale Multiplayer
- Eine alles andere als clevere KI
- Gameplay wird mit der Zeit sehr repetitiv

6.9 Mittelmäßig

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