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Sword Art Online: Fatal Bullet im Test – Der japanische RPG-Shooter

Artikel von | 04.03.2018 um 19:32 Uhr

In diesem Jahr feiert das Sword Art Online Game Committee ihr fünfjähriges Jubiläum. Seit 2013 arbeiten diese nämlich jährlich an einem neuen SAO Videospiel, nachdem Fans einen riesigen Gefallen am Manga und Anime gefunden haben. In diesem Jahr heißt der Titel Sword Art Online: Fatal Bullet und basiert auf der zweiten Staffel des Animes. Mit einer neuen Engine, Schusswaffen und mittlerweile fünf Jahren Erfahrung – was kann da schon schief gehen? Das könntet ihr vielleicht in unserem Test herausfinden.

Die Zauber sind weg, holt die Schusswaffen heraus!

Wie bereits in der Einleitung erwähnt, spielt Sword Art Online: Fatal Bullet während der zweiten Staffel des Animes. In der VR-Spielewelt von Gun Gale Online erstellen wir zu Beginn unseren neuen Charakter. Dieser wurde von seiner Freundin Kureha dazu überredet mit dem Spiel anzufangen. Kaum im Spiel, treffen sich die beiden und entscheiden sich, bei einem Event mitzumachen. Während diesem interaktiven Tutorial lernen wie die Basics des Spiels, aber auch eine Belohnung scheint es bei diesem Event zu geben – ein super seltener Gegenstand den noch kein anderer bisher hat. Wie der Zufall es will, erreicht der Spieler durch ein Portal zu einen geheimen Raum. Dort aktiviert sich die Kammer und man landet erneut in einem Charakter Editor und erstellt ein zweites Ich. Während man anfangs noch verwirrt ist, stellt sich heraus, dass es sich dabei um eine KI handelt, eine sogenannte ArFA-sys Einheit. Kaum gestartet, hat man auch direkt das seltenste Objekt im ganzen Spiel und ist natürlich überall bekannt. Auch die Gruppe rund um Kirito wird auf einen aufmerksam, die ebenso gerne die KI gehabt hätten. Diese hat aber einige Beschränkungen und man muss erst nach Teilen suchen, um das ganze Potential auszuschöpfen. Deshalb erkundet man die Welt während sich stets neue Charaktere vorstellen und mitmachen wollen, davon gibt es nicht wenige. Aber was sich nach einer netten und lustigen Geschichte anhört, könnte sich später durch einige Erlebnisse komplett ändern.

Während der Story bekommt ihr das meiste der Geschichte in kleinen Dialogen zwischen den Charakteren und einen festen Hintergrund erzählt. Der Start hat recht viele davon und ist durchaus trocken und zieht sich etwas hin, auch weil sich alle einmal vorstellen müssen und irgendwas erklären wollen. Für erfahrene JRPG Spieler natürlich nichts Neues. Im Gegensatz dazu sind die Optionen in den Dialogen doch recht neu. Damit seid ihr etwas aktiver darin verwickelt und da einige Dialoge durchaus anders verlaufen können, sollte man schon aufpassen – auch wenn es bei unwichtigen Gesprächen völlig irrelevant ist, was man letztlich wählt, da es stets zur gleichen Antwort führt. Desweiteren könnt ihr von all euren Freunden drei in euer Team holen. Umso mehr ihr mit ihnen unternehmt, desto besser ist eure Beziehung und es schalten sich weitere Funktionen frei, darunter natürlich auch die klassischen Dating-Events, in Japan sicherlich ein wichtiger Faktor. Während ihr also die Charaktere kennenlernt, erkundet ihr die VR-Welt und spielt quasi ein offline-MMO. Mit dabei natürlich alle Personen aus dem SAO Universum, auch aus vorherigen Videospielen, und jeder Menge Fanservice. In leicht veränderter Form sind auch die Erlebnisse des Animes enthalten. Alles in allem für SAO Fans sicherlich super, alle anderen sollten jetzt keine zu hohen Erwartungen haben, dafür bietet die Story zu viel Standardkost.

Sword Art Online Fatal Bullet Review Test PS4

So viele Features wie Charaktere

Kommen wir zum Gameplay des Spiels und damit dem Kern von SAO Fatal Bullet. Die Entwickler haben erstmals die Unreal Engine genutzt, um auch technisch etwas Neues zum Shooter-Setting zu probieren. Gespielt wird aus der Third-Person Perspektive, die Art und Weise ist aber neu. Es ist weder ein Deckungs-Shooter wie Uncharted noch ein richtiger Action Shooter wie beispielsweise Doom es ist. Man kann nämlich in Deckung gehen und sich schützen, aber aus dieser Position nicht aus der Deckung heraus schießen, manchmal aber dennoch getroffen werden. Gleichzeitig ist es auch etwas träge und nicht wirklich präzise, um wirklich gezielt und gut zu schießen.

Die magischen Wörter heißen hier Geschosskreis und Zielhilfe. Klingt komisch? Ist es anfangs auch. Statt manuell zu zielen, habt ihr mit dem Geschosskreis einen Bereich inmitten des Bildschirms, bei dem ihr mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit den Gegner trefft, mit der Zielhilfe natürlich etwas besser. Indem ihr im späteren Verlauf eure Statuswerte erhöht, könnt ihr die Präzision des Kreises erhöhen. Ihr könnt dennoch manuell zielen, aber die Gegner bewegen sich doch ganz gerne sehr merkwürdig, stürmen auf euch oder die Präzision passt nicht und euer Schuss geht einfach ins Leere. Daran muss man sich erst einmal gewöhnen und gleichzeitig sieht man eben auch die fehlende Erfahrung von Bandai, die dem Shooter Markt nicht unbedingt oft bedienen.

Sword Art Online Fatal Bullet Review Test PS4

Gleichzeitig gibt es dem Spiel auch eine Besondere Dynamik. So könnt ihr beispielsweise im Laufen schießen und treffen, eure Umgebung besser im Blick haben und eben auch mal etwas entspannter spielen. Ihr könnt zwei Waffen gleichzeitig ausgerüstet haben (Pistole, MG, Schrotflinte, Sniper, Automatikwaffe, Granatenwerfer, Raketenwerfer und Schwert & Pistole) und zwischen diesen beiden im Kampf wählen. Hinzu kommen noch Fähigkeiten die von der Waffenart abhängig sind und Gadgets. Fähigkeiten sind beispielsweise besondere Angriffe, Buffs/ Debuffs oder Heilungen. Gadgets sind Granaten, Erste-Hilfe Gegenstände oder ähnliches – alles kommt mit einer Abklingzeit, muss aber vorher freigeschaltet werden. Als Neuerung gibt es diesmal auch einen Greifhaken, vergleichbar mit Just Cause. Damit könnt ihr höher gelegene Orte erreichen und kleine fliegende Gegner auf den Boden werfen. Die Reichweite davon ist nicht wirklich groß und daher ist auch der Nutzen eher klein.

Bei der Ausrüstung kommen auch noch die Kleidung, die rein optisch ist, aber auch die Accessoires hinzu. Zwei davon können ausgerüstet werden (beispielsweise ein Hut, Ring oder eine Augenklappe) und verleihen dem Charakter zusätzliche Attribute um die Verteidigung zu erhöhen, mehr Schaden anzurichten oder automatisch Lebenspunkte zu generieren. Sowohl Waffen, Ausrüstung, Accessoires, wie auch Skills und Gadgets können für euch, aber auch eure KI angepasst werden – ihr habt also stets die Qual der Wahl, gerade wegen des sehr ausgeprägten Loot Systems.

Und hier zeigt sich wohl die große Erfahrung der Entwickler mit Rollenspielen. Ihr könnt von jedem Gegner theoretisch eine Waffe oder einen anderen Gegenstand erhalten. Meist sind diese in unterschiedliche Seltenheitsstufen unterteilt (Selten, Legendär, Episch) und haben daher andere Attribute. Neben den Klassikern wie Schaden, Feuerart (Automatisch, manuell), Gewicht oder Magazingröße, gibt es noch viele zusätzliche Werte. Zusätzlich kann die Waffe je nach Seltenheit noch unzählige optionale Boni haben, um mehr Munition zu erhalten oder mehr Schaden zu machen. Diese müssen teilweise erst beim Waffenhändler freigeschaltet werden. Aber das ist erst der Anfang. Ihr könnt die Waffen auch mit den richtigen Materialien bis zu drei Mal verbessern um die Attribute zu erhöhen. Ihr könnt sie aber auch verwandeln. Dafür nehmt ihr zu eurer Basiswaffe noch eine andere Waffe aus eurem Inventar und könnt dann die Boni tauschen und die Waffe nochmals besser machen. Hinzu kommen noch optische Anpassungen, indem ihr Ausrüstung und Waffen farblich ändern könnt. Klingt zwar überaus kompliziert das Ganze, aber zeigt ganz gut auf, welche Möglichkeiten Fatal Bullet mit sich bringt. Für Fans von Looten und Leveln ein Fest, naja wobei das Leveln jetzt weniger gut ist.

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Sword Art Online: Fatal Bullet Testbericht

Sword Art Online: Fatal Bullet

  • Release: 23.02.2018
  • Genre: Rollenspiel, Shooter
  • Entwickler: Dimps
  • Publisher: Bandai Namco

Gutes

+ Gameplay bietet neue Ansätze
+ Alle SAO Charaktere mit dabei
+ Riesiger Inhalt

Schlechtes

- Technisch nicht au dem neuestem Stand
- Gameplay nicht immer flüssig
- Optisch nicht unbedingt ein Hingucker

7.1 / 10 Gut

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