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Superhot im Test – Einzigartig

Artikel von | 11.08.2017 um 17:33 Uhr

Eigentlich ist Superhot bereits im Februar 2016 erschienen, doch es hat ein weilchen gedauert, bis der “Shooter” seinen Weg auf die PlayStation 4 gefunden hat. Vor ein paar Wochen war es aber soweit und falls ihr euch Superhot nicht schon längst gekauft habt, kann euch vielleicht unser Test überzeugen.

Was geht hier ab?!

Normalerweise fangen wir mit der Story an, doch allein diese anzureißen, könnte bei Superhot schon zu viel verraten. Sagen wir einfach, sie ist etwas seltsam, ziemlich meta, nimmt hier und da andere Spiele auf die Schippe, hat aber auch einen tieferen Sinn und ist ziemlich einzigartig. Das beginnt schon beim Hauptmenü, das an ein sehr altes PC Spiel erinnert und während der Story immer wieder aufgerufen werden muss, da das Spiel „abstürzt“ oder ihr chatten müsst. Einziger Haken an der Story, sie ist zu kurz. Nach gerade mal zwei Stunden ist der Trip leider schon vorbei. Glücklicherweise sorgen in den Leveln versteckte Geheimnisse für Wiederspielwert. Doch auch abseits der Story gibt es noch einiges zu tun. So wird ein Challenge Modus und ein Endlos Modus geboten. Letzterer bietet verschiedenen Arenen in denen ihr gegen, wer hätte das gedacht, unendliche Gegnerhorden antreten. Umso mehr Gegner ihr schafft, umso mehr Variationen schaltet ihr frei. Anstatt einfach nur so viele Gegner wie möglich zu besiegen bis man stirbt, muss man dann beispielsweise in kurzer Zeit möglichst viele töten. Dann wäre da noch der Challenge Modus. Hier spielt ihr die einzelnen Level der Story nochmal, doch die Regeln sind immer wieder anders. So habt ihr keine Schusswaffen, könnt nur noch eure Fäuste benutzen, müsst bestimmte Zeiten schlagen oder spielt die 2013 Version des Titels, wo das alles noch ein wenig anders aussah. Zu guter letzt gibt es dann noch zwei gesonderte Minispiele. Bei einem muss man fast schon wie Pac-Man einzelne Punkte einsammeln, bei dem anderen möglichst schnell einen Baum fällen. Klingt sehr simpel, ist es auch, aber irgendwie auch ganz kurzweilig und eine nette Zugabe. Wo wir grad bei simpel sind, kommen wir nun zu dem, was Superhot wirklich besonders macht, das Gameplay.

SUPER HOT SUPER HOT SUPER HOT SUPER HOT

Ebenso besonders wie die Story von Superhot, ist auch das Gameplay des Puzzle Shooters. Diese seltsame Kombination kommt durch eine einzigartige Funktion zustande. Die Umgebung bewegt sich nämlich nur, wenn ihr euch bewegt. Ihr startet immer ohne Waffen oder andere Utensilien, ihr habt nur eure Hände. Mit diesen könnt ihr verschiedene Gegenstände greifen und werfen oder einfach mit den Fäusten zuschlagen. Richtig interessant wird es aber erst, wenn Schusswaffen zum Einsatz kommen. Da sich das Spiel wie gesagt nur bewegt, wenn ihr euch bewegt, müsst ihr nicht einfach auf eure Gegner schießen, sondern eher dahin schießen, wo sie sein werden wenn die Kugel ankommt. Gleichzeitig muss man aber auch auf die Kugeln der Gegner achten. Solange man nämlich still stehen bleibt, sieht man genau wo sie herkommen und demzufolge auch, wohin man ausweichen muss. Durch diese Mechanik, ist Superhot nicht nur ein stumpfer Shooter, sondern es kommt auch darauf an, den richtigen Gegner, zur richtigen Zeit anzugreifen, damit man seine Waffe bekommt oder in Deckung gehen kann. Es ist auch faszinierend, wie stockend und unsauber alles wirkt, durch die verschiedene Geschwindigkeit der Zeit während der Bewegung, doch wenn dann die Wiederholung läuft und alles in Echtzeit abläuft, sieht man erst wie geschmeidig und stylish es eigentlich aussieht.

Am Anfang ist das Feeling im Spiel ein wenig seltsam, doch umso länger man spielt, umso mehr fuchst man sich rein und irgendwann läuft es fast wie von selbst. Ein Glas zum linken Gegner, während das Glas fliegt den Gegner rechts mit den Fäusten nieder machen, dann die Waffe vom Gegner links aufheben und ihn damit erschießen, während man schon die Laufbahn vom nächsten Feind erahnt. Durch die Zeitmechanik, wird die eigentliche Spielzeit auch ein interessanter Faktor. So dauert ein Level durch die Zeit Manipulation gut und gerne mal ein paar Minuten, während der Level in Echtzeit eigentlich nur wenige Sekunden gedauert hat. Genial wie das alles auch ist, gibt es auch einen Makel hierbei. Und zwar, dass man öfters mal von hinten erschossen oder erschlagen wird, denn während man sich dem Gegner vor einem widmet, stehen die hinter einem ja nicht still. Da die Gegner teilweise aus dem nichts erscheinen, weil die Level auch sehr klein sind, wird man in den ersten Anläufen immer wieder mal von einem überraschungs Gegner erwischt. Man muss vielleicht ein paar Trial & Error Durchläufe erleben, bis man das Level komplett analysiert hat. Zum Glück sind die Ladezeiten aber ziemlich kurz geraten.

Das ist ein ganzer Level – In Echtzeit

Retroschick

Kommen wir nun zur Optik und dem Sound. Grafisch wird mehr auf Stil, als auf protz gesetzt, was für einen Indi-Titel nicht ungewöhnlich ist. Ein wenig erinnert der Stil an Mirror’s Edge, da dort auch nur wenig Farbe im Spiel ist und die wichtigen Merkmale halt farbig sind. So sind die Level immer weiß, Gegner sind rot und Waffen/Gegenstände sind schwarz. So steril wie das ganze auch gehalten sein mag, hat es einen gewissen Charme und ist auch zum Teil in der Story begründet, doch dazu sagen wir lieber nicht zu viel. Was den Sound angeht, nunja, hier wird nicht wirklich viel geboten. Es gibt so gut wie gar keine Musik, eigentlich nur zwei Lieder, von denen eins bei den Minispielen läuft und eins im Abspann. Im Spiel selbst gibt es nur die Waffensounds und hier und da ein paar Effekte. Irgendwo ist es verständlich, da es durch Musik und die Zeit Manipulation sicher Probleme gegeben hätte, auf der andere Seite hätte es auch cool implementiert werden können, aber naja.

Fazit – Einzigartig

Superhot ist ein sehr spezielles Spiel und das merkt man sowohl bei der Story, als auch beim Gameplay. Doch schadet es dem Titel in keinster weise, im Gegenteil, er wird dadurch besonders. Besonders ist auch die Optik, wenn auch manche dadurch abgeschreckt werden könnten, da der Stil recht eigen ist. In sachen Sound wird noch weniger geboten, eigentlich nur das nötigste. Ebenso schade ist, dass die Story etwas kurz geraten ist, aber zum Glück gibt es noch andere Modi. Wer den Titel noch nicht gespielt hat, sollte ihm definitiv mal eine Chance geben, auch wenn es erst soweit ist, wenn der Preis mal stimmt.

Superhot Testbericht

Superhot

  • Release: 19.07.2017
  • Genre: Action Shooter
  • Entwickler: SuperHot Team
  • Publisher: Indie

Gutes

- Unterhaltsame Story
- Geniale Zeitmechanik sorgt für einzigartiges Gameplay
- Stylische Wiederholungen

Schlechtes

- Sounddesign eher mau
- Story zu kurz

8.3 / 10 Sehr gut

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