One Piece: Unlimited World Red – Review

Getestet von | 10.07.2014 um 06:45 Uhr

Der Name One Piece: Unlimited World Red des neuen PlayStation 3 Spiels sagt uns zwei Dinge. Erstens: Es ist ein Videospiel im One Piece Universum, zweitens: Es wurde von einem anderen Studio und mit einem komplett anderen Konzept als die vorherigen Pirate Warriors Ableger auf der PlayStation 3 entwickelt – ganz wichtig. Dass Unlimited World Red so anders ist, liegt allem voran an der Tatsache, dass „Unlimited World“ vorher eine Nintendo Serie war und quasi für die PlayStation 3 in HD portiert wurde.

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Ein weiterer Waschbär in der Welt von One Piece?

Das Abenteuer der Strohhut Piraten geht weiter! Natürlich sind in diesem Spiel wieder alle Charaktere des Mangas von Eiichirō Oda mit dabei: Ruffy, Zorro, Sanji, Nami, Lysop, Franky, Chopper, Brook und Robin, dazu kommen noch viele bekannte Personen aus der Serie mit ins Spiel und eine besonders entscheidende Rolle spielt hier ein Waschbär, nein es ist auch nicht Chopper, aber dazu später. Da das Spiel in der original Fassung bereits im letzten Jahr in Japan erschien, ist die Geschichte natürlich nicht ganz auf dem allerneusten Stand. Sie spielt aber nach dem New World Kapitel, also nach den Ereignissen im Marineford mit Ace, und zeigt unsere Helden auch im allerneusten Look mit vielen neuen Kräften. One Piece: Unlimited World Red erzählt aber nicht die Geschichte des Manga erneut nach, sondern geht da in eine etwas andere Richtung. Um der Geschichte zu folgen, muss man nicht zwingend Fan der Serie sein. Auf der einen Seite ist die Geschichte an einigen Stellen sowieso etwas wirr, selbst für Fans, auf der anderen Seite ist sie nun einmal nicht besonders aussagekräftig oder relevant – denn ob Fan oder nicht, packend oder mitreisend ist die Geschichte leider nicht.

Das Spiel beginnt mit Redfield, der einst mit Gold Roger und Whitebeard genannt und gekämpft hatte. Monkey D. Ruffy und seine Crew setzt sich diesem im Laufe des Spiels entgegen. Während einer Einkaufstour der Piraten in der fiktiven Stadt Trans-Town werden alle Strohhut-Piraten entführt und lediglich Ruffy findet sich nach einem großen Festmahl alleine in der Stadt auf freien Füßen. Ruffy muss seine Crew aus den Fängen von Redfield befreien, gleichzeitig einen Weg finden um diesen zu besiegen und zuletzt treten auch noch die Geister der Vergangenheit auf, die für noch viel mehr Chaos sorgen. Man wird in verschiedene Szenarien der Vergangenheit geschickt und auch das Level-Design ändert sich mit jedem neuen Areal. Am Ende eines jeden Kapitels erwartet euch dann ein Endgegner aus der Vergangenheit, der nochmals zurückgekommen ist und sich euch in den Weg stellt. Ob Ruffy es schafft sich diesen Gegnern zu wiedersetzen, Redfield zu besiegen und allem voran: Was hat der Waschbär denn überhaupt für eine tragende Rolle? Das müsst ihr selbst herausfinden. Eins muss aber gesagt werden, das Ende des Spiels ist nicht nur etwas kitschig, sondern hat den typischen Anime Moralapostel-Lerneffekt und ist auch etwas abwegig.

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Gum-Gum Raktete, Gum-Gum Bazooka oder Gum-Gum Pistole?

Da es sich wie erwähnt eigentlich um eine Nintendo-Serie handelt, ist das Gameplay dementsprechend einfach aufgebaut. Jeder Strohhut-Pirat kann im Kampf gesteuert werden und hat natürlich auch seine persönlichen Attacken, Spezialangriffe und Fähigkeiten. Hier liegt es an dem Spieler selbst sein ideales Team aufzubauen, dass man vor jeder Story-Mission oder Quest auswählen kann und gut abstimmen sollte. Denn während ein Ruffy mitten in der Action sein muss, verhält sich Lysop eher im Hintergrund und schießt aus der Distanz und Chopper kann hingegen als Heiler natürlich die entscheidende Rolle über Sieg oder Niederlage spielen. Jeder Charakter kann zusätzlich noch mit einem eigenen Wort und einem Item-Wort bestückt werden. Diese verleihen euch mehr Kraft, besondere Fähigkeiten und können später sogar noch verstärkt werden.

Das Gameplay an sich ist ein einfaches Beat em Up Kampfspiel, ihr als 3-er Team gegen verschiedene Gegnerwellen. Man sollte aber beachten, dass es wie erwähnt kein Pirate Warriors Ableger ist, also ist es nicht wie Dynasty Warriors mit hunderten über tausenden von Gegner, sondern konzentriert sich eher auf weniger Gegner. Es ist dadurch automatisch nicht so überladen, das heißt aber auch nicht gleich, dass es übersichtlicher ist. Bei den anderen Teilen war es einfach eine Horde Marine-Soldaten die Fischfutter waren und mittendrin waren einige härtere Brocken. Bei Ultimate World Red sind es viel weniger Feinde, doch diese sind schon eher eine Herausforderung, ein einfacher Marine Soldat kann jetzt schon den ein oder anderen Schlag aushalten, umso härter sind dann auch die stärkeren Gegner und die größte Herausforderung ist natürlich der Endgegner eines jeden Kapitels. Diese bringen auch etwas Abwechslung in das sonst so trockene Gameplay und sorgen auch für eine etwas größere Herausforderung, alles in allem ist aber der Schwierigkeitsgrad im kompletten Spiel keine besondere Herausforderung. Nach dem Durchspielen gibt es aber die Option die Story mit einer höheren Schwierigkeit zu starten. Recht früh kommt aber der Punkt, an dem sich der Spieler für eine Kombo-Sammlung entschieden hat und jeden Kampf gleich vorgeht und so wirkt das Gameplay allgemein sehr flach. Die verschiedenen Charaktere bringen dafür noch frischen Wind rein, doch das Gameplay an sich ändert sich so natürlich nur minimal.

Zwischen den Missionen hält man sich in der fiktiven „Trans Town“ auf, dem zentralen Aufenthaltsort für eure Aktionen und eure Basis für Quests, Abenteuer und Besorgungen. Die Stadt müsst ihr aber erst einmal aufbauen, die Materialien findet ihr auf Missionen, erst dann schalten sich Gebäude wie die Apotheke, Fabrik oder Restaurant frei. Rumtoben könnt ihr aber die ganze Zeit in der Stadt. Ihr könnt zwar mit den Einwohner sprechen, einige Aufgaben erfüllen oder Gegenstände kaufen – alles in allem ist die Stadt jedoch eher unnötig aus unserer Sicht. Man wird einfach in ein weiteres riesiges Areal hineingeworfen, bei dem man keine Übersicht oder einen tieferen Grund zum Entdecken bekommt, letztlich findet sich das meiste in einer Ecke und viel zu erkunden gibt es nicht. An der Stelle sollte man aber erwähnen das das herum springen in der Stadt dann doch ganz cool ist. Ok und zugegeben, man kann während Missionen noch Angeln und Käfer fangen, sollte man nicht vergessen, denn viel mehr zu tun gibt es wirklich nicht.

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Auch als Piraten Crew hat man viel spaß

In Sachen Mehrspieler und anderen Modi bietet One Piece: Unlimited World Red auch so einiges. Allem voran das Kampfkolluseum macht viel spaß, wenn man pure Kämpfe ohne viel Gerede ausfechten will, dann ist das euer neues Mekka. Beginnend mit Ruffy und Trafalgar Law startet man in diesem Kolluseum gegen Flamenco, der dieses Event gestartet und womöglich etwas Böses vor hat. Mit einem eigenen Liga-System kämpft man sich dort an die Spitze der Piraten-Welt und schaltet dabei viele neue Charaktere frei. Seien es Kämpfe gegen Gegner-Horden, Boss-Kämpfe oder Team Kämpfe – man findet seinen spaß. Bei der Auswahl der Charaktere ist das Kolusseium auch nicht nur auf die Strohhut-Piraten begrenzt, sondern mit Trafalgar Law, Mr. Crocodile, Portgas D. Ace und vielen weiteren Kämpfern des Anime bekommt man noch zusätzlich jede Menge Motivation um hier weiterzukämpfen. Denn für viele ist es sicherlich interessant, wie sich die Bösewichte im Vergleich zu den Srohhut-Piraten spielen.

Wenn man aber lieber ein Freund des lokalen Mehrspieler ist, dann findet man in One Piece: Unlimited World Red auch seinen Spaß. Denn alles im Spiel, sei es die Story, die Quests oder auch das Kampfkolusseum, alles lässt sich mit einem einfachen Klick auf die Start-Taste mit seinem Freund zusammen spielen. Die Quests sind hier jedoch nicht besonders abwechslungsreich und bieten die gleichen Level, nur mit minimal veränderten Zielen, die Anzahl steigt aber mit dem Fortschritt der Story. Was den Inhalt allgemein betrifft, sollte man nicht zu viel erwarten, die Geschichte dauert einige Stunden und wenn man noch etwas im Kolosseum oder einige Quests erledigt, dann sollte man nach etwa zehn Stunden mit dem Spiel wohl soweit durch sein, dass man fast alles erlebt hat – wobei sich das von Fan oder nicht Fan wohl unterscheidet. Einen Online-Modus gibt es keinerlei Form, es gibt nur die lokale Option und das ist dann auch ein großer Rückschlag für alle Freunde des Pirate Warriors Universum.

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Es sieht ja fast wie im Anime aus!

Die Grafik ist hübsch, ja. Man muss schon sagen, dass die Entwickler die Portierung auf die PlayStation 3 gut hinbekommen haben. Dafür das es vorher ein Nintendo 3DS Spiel war, ist das Spiel dann auf der HD Konsole schon sehr schön anzusehen. Gerade der Cell-Shading Look im Anime-Stil ist super dargestellt worden und ähnelt sehr dem original. Besonders die Charaktere sind ein Augenschmaus auf dem Bildschirm. Jedoch alles in allem ist Unlimited World Red nicht so schön wie die Pirate Warriors Titel zuvor. Für Fans ist die Grafik wohl ausreichend und grafisch muss das Spiel euch auch nicht vom Hocker reißen, aber der Stern am Grafik-Himmel ist auch was anderes. Das jedes Story-Kapitel jedoch ein eigenes Design hat und den Stil der Anime-Welt super aufnimmt, ist schon super und für One Piece Fans natürlich umso besser.

Doch beim Testen fiel schon fast zu Beginn der wohl größte Kritikpunkt an der Grafik des Spiels auf. Die Kamera, diese kleine aber extrem wichtige Sache, euer größter Feind im Spiel und doch stetiger Begleiter. Sie ist ganz nah an der Action dran, eigentlich fast schon zu nah, und lässt sich auch nicht wirklich einstellen. Aber es kommt alle paar Meter mal vor, dass man diese kurz richten muss, gerade unbewusst, und vor allem während dem Kampf ist die Übersicht gleich null, wenn es Mal mehr als zwei, drei Gegner sind. Hier kommt vermutlich der größte Kritikpunkt an der Portierung des Spiels hervor.Weniger Auffällig ist dafür der Sound des Spiels, er ist schön und betont einige Szenen, sticht aber nicht besonders heraus oder zieht einen in den Bann. Fans werden sich in Sachen Sound allem voran bei der Synchronisierung der Charaktere freuen, da es die gleichen Stimmen wie im originalen japanischen Anime sind. Aber gerade weil die Stimmen auch gleich sind, kommt auch wirklich das Anime Gefühl hervor und der ständige Humor im Spiel fühlt sich wie in einer Folge des Anime an – und ihr seid mittendrin. Dazu kommen noch die Zwischensequenzen, die den Stil perfekt einfangen und auch recht hübsch sind. Die Dialoge zwischen den Charakteren fallen etwas ab, da man typisch japanisches Videospiel, einfach nur die Charaktere sieht, den Dialog auf Japanisch hört und unten die Übersetzung lesen muss – besonders viel geht während diesen Dialogen auch in Sachen Stimmung nicht. Eine englische Sprachausgabe gibt es hier an keinem Punkt, was Fans des Originals wohl verschmerzen können.

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Fazit

One Piece: Unlimited World Red ist ein solides Kampfspiel, dass durch die etwas anderen Angriffe sehr spaßig sein kann. Für Hardcore-Gamer oder Spieler mit ganz hohen kreativen Erwartungen gegenüber einem Videospiel ist Unlimited World Red leider nicht, wobei zumindest das Gameplay Einsteiger freundlich ist. Nur ist es aber weder grafisch, noch Gameplay-mäßig oder auch in Sachen Story-Telling besonders stark sondern eher so Mittelmaß und gerade im Vergleich zu den Pirate Warriors Ablegern für PlayStation Spieler eher ein Rückschritt. Nichtsdestotrotz werden One Piece Fans auf ihre Kosten kommen. Sei es durch die originalen Stimmen, der Humor und das Anime-Feeling oder auch einfach nur um mit seinen Lieblings-Charakteren etwas spaß zu haben. Spaß haben wird mit dem Spiel aber jeder.

Gutes

+ Alle Charaktere sind mit dabei
+ Kampfkolusseum sorgt für Langzeit-Spaß
+ Synchronsprecher und Sound sind super

Schlechtes

- Grafik und Gameplay eher schlecht
- Kamera nicht optimal
- Keine Original Geschichte
- Multiplayer gibt wenig her

6.5 Mittelmäßig

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