Street Fighter X Tekken – Review

Getestet von | 15.04.2012 um 00:00 Uhr

Unter Fans von Prügelspielen gab es immer die große Frage, was besser ist. Street Fighter oder Tekken, die beiden Ikonen, die sich durchgesetzt haben. Und endlich vereint in Street Fighter X Tekken, das erste Crossover von zweien, deutlich im Zeichen von Capcom steht. Der markante Grafikstil wurde übernommen, ebenso das Kampfsystem. Können sich die Fans beider Reihen über eine gelungene Vereinigung freuen oder müssen sie dieses Projekt bedauern? Wenn ihr mehr wissen wollt, dann ist diese Review genau das Richtige für euch!

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Wie man zusammenfindet

Typisch für ein Spiel aus dem Beat’Em’up Genre ist auch diese Rahmenhandlung plump, es fiel eine geheimnisvolle Box vom Himmel, die auf unheimliche Weise Personen stärker macht. Die einen wollen es für das Böse verwenden, andere wie Jin Kazama hoffen auf Heilung, und wieder andere wollen größeren Schaden verhindern. So machen sich die unterschiedlichen Kämpfer der Tekken- und Street Fighter-Serie auf um diese Box, auch Pandora genannt, zu suchen. Stumpf aber effektiv, so lassen sich die beiden Universen zusammenlegen und man kann mit jede mögliche Kampfpartnerschaft eingehen. Leider sind die Zwischenhandlungen nur bei einigen bestimmten Paaren vorhanden, den sogenannten Tag-Partner, wie Ryu und Ken oder Xiaoyu und Jin, und selbst dann gibt es nur relativ langweilige Dialoge und nur zum Abschluss bekommt man mal ein kleines Video. Da hätten sich die Entwickler ruhig ein wenig mehr einfallen lassen können, aber es geht primär ja eh nicht um die Geschichte. Es geht um das Prügeln, um gute Kombos mit denen man seine Gegner auf die Bretter schicken kann und da zeigt Street Fighter X Tekken seine Trümpfe.
Um in den Prügelspaß einzutreten kann der Spieler in einen der verschiedene Modi gehen. Besonder für Neulinge der Street Fighter Serie, aber auch für die alten Hasen lohnt sich der Blick in den Trainingsmodus, um mit dem Kampfsystem vertraut zu werden, denn es gibt einige Neuerungen. Um der Geschichte zu folgen wählt man den Arcade-Modus, im Herausforderungsmodus kann der Spieler entweder das Tutorial belegen oder gleich sein ganzes Können in den Missionen zeigen und im Versus-Modus könnt ihr entweder mit bis zu vier Spielern gegeneinander im Team spielen oder einfach nur so Gegner plätten. Im Shop können zusätzliche Spielinhalte wie verschiedene Outfits oder Gems gekauft werden, um die Figuren noch mehr an den eignen Stil anzupassen.

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Cross-Wechsel und Gems

Für Tekken-Fans wird es hier etwas schwieriger, denn die Kampfsteuerung ist von Street Fighter übernommen worden und es gibt auf einmal sechs Prügeltasten anstatt vier. Leichter, Normaler und Harter Schlag oder Tritt. Am besten geht man einmal das komplette Tutorial durch, das dauert zwar eine ganze Weile, jedoch ist es besonders für Neulinge ein guter Einstieg um die verschiedenen Kombinationen kennen zu lernen. Und auch die alten Hasen können noch einiges Lernen, denn die Cross-Attacken, die Kraft von Pandora oder der Einsatz der Gems dürften auch diesen noch nicht geläufig sein. Wichtig bei den Tag-Team-Kämpfen ist, anders als man es vielleicht von anderen Beat’Em’ups kennt, es braucht nur ein Kämpfer zu Boden gehen und der Kampf ist verloren. Dementsprechend muss man häufig zwischen den Partner wechseln, um die Chance der Niederlage zu verringern, denn jedesmal wenn ein Partner nicht kämpft erholt er sich wieder ein bisschen und so kann der Kampf länger andauern.
Die Cross-Attacken sind verschiedene Angriffe, bei denen die Charaktere gewechselt werden oder sogar beide gleichzeitig auf den Gegner eindreschen. Um diese einzusetzen braucht es eine aufgefüllte Cross-Anzeige, die sich automatisch während des Kampfes durch Angriffe und eingesteckte Treffer auflädt. Die Cross-Anzeige wird nicht nur für Cross-Attacken benötigt, sondern auch für die starken Special Moves. Auch neu ist die Nutzung von Pandora. Pandora ist der letzte Ausweg, wenn der Kämpfer weniger als 25% seines Lebens hat kann er seinem Partner zusätzliche Stärke verleihen ist dafür aber für den Rest der Runde nicht mehr einsatzfähig. Man opfert somit den einen und geht ein erhebliches Risiko ein, um den anderen deutlich mehr stärker zu machen, damit man das Ruder doch noch rumreißen kann und den Sieg davon trägt.
Dazu kommt dann noch der Einsatz von Gems. Gems sind nützliche Zusätze die in zwei Kategorien eingeteilt werden: Boost und Assist Gems. Die Assist Gems helfen dem Spieler indem sie zum Beispiel spezielle Attacken mit geringeren Tastenkombinationen zulassen oder automatisch Angriffe abgeblockt werden, sie sind also besonders nützlich wenn man noch die Steuerung noch nicht so gut beherrscht. Gems werden im Allgemeinen durch vorangegangene Angriffe oder Treffer aktiviert und nicht durch eine spezielle Taste. Die Boost Gems erlauben es dem Charakter stärker oder schneller zu werden, sie erhöhen die Schadensreduzierung oder stellen die Vitality wieder her. Je höher das Level des Gems ist desto mehr Bedingungen müssen erfüllt werden, um ihn zu aktivieren und manche haben zusätzlich noch Nebenwirkungen, sodass zwar die die Geschwindigkeit erhöht wird, der Charakter aber anfälliger für Schaden ist. Gems können also sehr nützlich sein und man sollte sich ein passendes Gem-Set für jeden Charakter erstellen im Anpassungsmenü. Dort sollten auch die Quick-Combos eingestellt werden, denn diese ermöglichen es schwierige Angriffskombinationen durch eine leichte Tastenkombination, von hartem Tritt und hartem Schlag und umgekehrt, einzutauschen. Hier gilt es für jeden Charakter die richtige Kombination von Quick-Combo und Gems auszuwählen, damit man stets den Sieg mit sich trägt.

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Der Klang des Kampfes

Da es unter dem Zeichen von Capcom steht ist natürlich auch der Stil von den vorigen Street Fighter übernommen worden. Die neuen Kämpfer aus der Tekken-Reihe wurden sinnvoll im selben Stil animiert und sehen so nochmal deutlich muskulöser aus als je zuvor. Auch der 2D-Stil hat sich durchgesetzt und es ähnelt allgemein sehr dem Street Fighter IV. Es punktet somit bei den schönen Animationen und Mimiken der Charaktere, auch die Hintergründe sind sehr detailreich auch wenn man sich mehr verschiedene gewünscht hätte. Dafür wechselt man während des Kampfes nach einer gewonnen Runde den Schauplatz, in dem die Charaktere zum Beispiel ein Stück herunterfallen und auf einer neuen Platform landen, oder mal eben einen Teil der Gebäude zerstören. Diese Animationen sind schön gemacht und überraschen den Spieler zu Anfang positiv. Auch die Artworks der Hintergrundbilder des Menüs fügen sich gut in das Gesamtbild ein und machen direkt Lust eine weitere Runde des Prügelspaßes anzufangen.
Die Menütexte und die Gespräche werden alle in deutscher Sprache angezeigt, zu hören gibt es jedoch die japanischen oder englischen Sprecher. Aber so etwas ist man als deutscher Spieler ja schon gewöhnt, nett ist jedoch, dass man selbst auswählen kann für welchen Charakter man welche Sprache eingestellt haben möchte. Zudem ist die Hintergrundmusik stets stimmig und lässt einen in die richtige Kampfstimmung eintauchen. Auch der Song der bei jedem Spielstart mit dem dazugehörigen Video abgespielt wird, ist sehr hörens- und sehenswert, sodass kein Zwang besteht das Video wegzudrücken.

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Die Laune steigt mit der Anzahl der Gäste

Das dachten sich wohl auch die Macher von Street Fighter X Tekken. Zu zweit, zu dritt, zu viert oder online ist alles möglich im Versus- und Netzwerk-Modus. Im Versus-Modus kann man entweder mit bis zu vier Spielern sich gegenseitig im Team verprügeln oder mit Hilfe der CPU die fehlenden Spieler simulieren. Es bleibt jedoch beim Kampf eins-gegen-eins und die Team-Partner sind nur an der Reihe, wenn ihr Charakter im Ring ist. Da muss man sich schon gut absprechen, denn sonst wechselt Spieler 1 den Charakter aus und Spieler 2 hat damit nicht gerechnet und kassiert erst einmal Schläge vom gegnerischen Team.
Im Netzwerk-Modus kann der Spieler dann mit einem Partner, der nicht an der gleichen Konsole sitzt, zusammen oder alleine gegen den Rest der Welt antreten. Auch hier gibt es verschiedene Auswahlmöglichkeiten, wie die Ranglisten-Spiele, mit denen man seine Kampfpunkte erhöhen kann, um einen besseren Listenplatz zu erhalten, oder endlose Kämpfe, in denen man innerhalb einer Lobby eine Art Turnier veranstaltet, sodass die Sieger immer zum nächsten Kampf aufrücken. Im Gruppenkampf gibt es wieder ein solches Turnier, diesmal treten jedoch Zweier-Teams gegeneinander an. Die Online-Spiele lassen sich ohne Probleme spielen, die Wartezeiten sind minimal und auch die Gegnersuche lässt sich gut anpassen.

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You Win oder You Lose?

Die große Frage die bleibt ist: Ist es ein würdiges Zusammenspiel der beiden Spielereihen? Dazu gibt es ein klares Ja, es ist gut gelungen. Endlich kann man die härtesten Kerle und die heißesten Damen der Prügelspielserien gegeneinander antreten lassen. Dabei ist es jedoch besonders für Tekken-Spieler schwer in die Steuerung reinzukommen, denn diese ist ja von Street Fighter übernommen und angepasst worden, sodass die Kombos und Spezialangriffe plötzlich ganz anders ausgeführt werden als man es gewöhnt ist. Die Gems sind eine Neuheit, die den Kampf nochmal interessanter werden lässt, ebenso sind die Tag-Team-Kämpfe interessant gestaltet, besonders da keiner der Partner sterben darf. Der markante Grafikstil überzeugt und auch der Multiplayer lässt die Fanherzen höher schlagen. Für Beat’Em’Up-ler ein wirklich interessantes Werk, das auf jeden Fall mal gespielt werden sollte.

Gutes

+Grafikstil überzeugt
+Neuerungen wie Gems

Schlechtes

-Plot? Welcher Plot?

8.0 Sehr gut

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