Stick it to the Man – Der verrückte Test zur PS Vita

Getestet von | 03.12.2013 um 22:16 Uhr

Stick it to the Man ist ein ziemlich schräges Spiel, das es im PlayStation Store für die PlayStation 3 zu erwerben gibt. Ihr steuert dabei einen jungen Mann aus dessen Kopf ein lila Arm wächst, mit dem Mann Gedanken lesen kann! Im Ernst und vollkommen ohne Witz! Die Fassung für die PlayStation 3 ist bereits seit einer Weile im PSN erhältlich, doch wir durften nun auch einen Blick in die kommende Fassung für die PlayStation Vita werfen. Ob sich Stick it to the Man auch für Sonys Handheld lohnt?

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Am I going to be crazy?

Wer schon einmal einen Blick auf die PS3-Version von Stick it to the Man werfen konnte, wird sich noch gut an die Geschichte erinnern, denn diese ist auch auf der PlayStation Vita keine andere: Noch immer ist Rays Abenteuer schräg, skurril und absolut verrückt.
Wie bereits erwähnt, schlüpft ihr in Stick it to the Man in die Rolle von Ray, der als Tester von Schutzhelmen auf einer Baustelle arbeitet und dabei eben jene Schutzhelme ob ihrer Schutzkraft testet. Als er nach einem Schlag auf den Kopf den Heimweg antritt, geschieht jedoch etwas Seltsames, denn ihm fällt ein seltsamer Kanister auf den Kopf, der etwas noch wesentlich Seltsameres in sich trägt: Eine unbekannte Lebensform, die sich gleich einmal in Rays Kopf einnistet. Klingt das für euch schon schräg genug? Es kommt noch besser, denn dieses Wesen erlaubt es Ray, einen lilafarbenen Arm, der aus seinem Kopf wächst, zu benutzen. Mit diesem Arm kann er beispielsweise Gedanken lesen und Gegenstände einsammeln. Ziemlich schräg das Ganze. Aber wisst ihr was? Es gefällt uns! Diese abstrakte Idee des Gedankenlesens und Aliens und Geheimagenten und böse Wissenschaftler und… Wie?
Oh ja, selbstverständlich hat Ray auch eine Art Gegenspieler, der ziemlich großes Interesse an dem Außerirdischen Wesen hat. Und weil dieser Gegenspieler nicht in der Lage ist, darauf zu warten, dass das Alien samt Ray zu ihm kommt, schickt er natürlich seine finsteren Agenten aus, die uns das Leben schwer machen. Aber keine Sorge, wirklich schwierig sind diese nicht zu überwältigen, da man lediglich schneller sein muss als sie. Also alles kein Problem.
Warum, wieso und weshalb der Wissenschaftler hinter dem Alien her ist? Hey, wir wollen euch doch nicht alles verraten, ihr sollt Stick it to the Man schließlich kaufen und spielen!

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Pappe soweit das Auge reicht

Stick it to the Man bringt uns eine Welt näher, die vollkommen aus Papier und Pappe besteht, sodass Ray beispielsweise mithilfe seines Arms „Papier“ von den Häusern abreißen kann, um zu sehen, was sich dahinter verbirgt. Das ist ziemlich cool und birgt zudem verschiedene Ideen: Wenn Ray zum Beispiel abstürzt oder von einem Agenten geschnappt wird, wird er an einem Drucker in der Nähe (früher nannte man diese Dinge noch Checkpoints) wieder ausgedruckt und kann sein Glück erneut versuchen.
Zudem nimmt sich das Spiel oft selbst auf die Schippe, so wird gleich zu Beginn darauf hingewiesen, dass das Papierflugzeug wohl Probleme mit Feuer, jedoch nicht mit dem heftigen Regen hat. Ebenso ein Kommentar von Ray, der sich darüber wundert, dass er auf seinem Heimweg so viel springen muss. Sehr gut, dass sich endlich mal ein Jump ’n‘ Run Spiel selbst auf die Schippe nimmt. Obwohl sich ja der Jump ’n‘ Run Teil in Grenzen hält. Zwar muss man hin und wieder (relativ oft sogar) hin und her springen, jedoch gestaltet es sich nicht wirklich schwierig, sondern ist sehr gut zu meistern.
Wer sich jedoch nicht nur mit der Pappe auseinandersetzen kann, kann sich in aller Seelenruhe durch die verschiedenen Gedanken der NPCs hangeln, denn diese sind äußerst unterhaltsam. Zoink! punktet hier mit ziemlich schrägen Ideen, die uns immer wieder zum Schmunzeln bringen, denn auch die englische Synchronisation ist einsame Spitze, auch wenn es sich hierbei lediglich um Laien handelt, die im Internet gefunden wurden. Richtig gelesen, die Synchronsprecher wurden allesamt im Internet gefunden und haben die Texte zugeschickt bekommen. Dann wurde so lange aufgenommen, bis es gepasst hat und das Ergebnis kann sich tatsächlich hören lassen. Gut gemacht!

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Die Sache mit der Vita

Vielleicht hattet ihr schon einmal die Gelegenheit, einen Blick auf die Fassung der PS3 zu werfen: Stick it to the Man steuert ihr auf der PlayStation 3 mit den beiden Sticks (höhö, Wortspiel) und nutzt die Schultertasten, um entweder die Gedanken der NPCs zu lesen oder aber um Gegenstände aufzuheben. Auf der PlayStation Vita macht ihr es genauso, nur dass ihr eben L1/R1 benutzt, um dies zu tun, mit dem rechten Stick steuert ihr den Arm. Klingt jetzt ziemlich einfach, gestaltet sich auf dem Handheld jedoch äußerst schwierig: Durch den kleinen Bildschirm und die schlecht eingestellte Kamera ist es ein Graus, ein gewisses Gehirn anzuwählen. Die Sticks der Vita sind leider nicht so feinfühlig, wie sie sein sollten, sodass immer wieder das Falsche angewählt wird, was ziemlich ärgerlich ist, wenn man dieselben Gedanken dreimal hintereinander hören muss. Das ist ziemlich mies umgesetzt – Könnte jedoch auch einfach nur daran liegen, dass die Fassung für die PlayStation Vita nicht ganz optimiert wurde.
Wie bereits erwähnt, sorgen auch der kleine Bildschirm und die schlechte Kamera für Frustmomente, denn oft zoomt das Bild einfach heraus und man selbst hat keine Möglichkeit, wieder hinein zu zoomen. Hier wird eben doch deutlich, dass Stick it to the Man eher etwas für den großen Bildschirm ist – Was jedoch ziemlich schade ist, da man die Geschichte gern auch unterwegs weitererleben möchte. Wer damit kein Problem hat, der kann beherzt zur Vita-Fassung greifen.
Ansonsten funktioniert Stick it to the Man auf der PlayStation Vita genauso gut wie auf der großen Schwester: Ray lässt sich gut steuern, der Sound ist gut, die Grafik ein kleines bisschen schärfer als auf der PlayStation 3 und das Gameplay funktioniert auch – sofern ihr nicht das Problem habt, das wir bereits bei der PS3 angesprochen habt. Denn hin und wieder reagiert der Arm nicht ganz so wie er sollte, sodass ihr gezwungen seid, den Stick noch einmal nach unten zu ziehen, um die gewünschte Aktion durchzuführen. Weiter gibt es jedoch nichts zu bemängeln.

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Ja, wir sind verrückt, definitiv

Was soll man groß sagen? Stick it to the Man bringt eine ziemlich schräge Geschichte auf Sonys Handheld Nummer 1, die uns zum Lachen und Schmunzeln bringt, zum Rätseln und Nachdenken. Wir haben uns in Ray und seine skurrile Geschichte mit all seinen Höhen und Tiefen (vor allem seinen Tiefen, der Arme (im Sinne von arm. Das hat jetzt nichts mit seinem Arm zu tun)) verliebt, auch auf der PlayStation Vita. Auch wenn sich die Handheld-Fassung nicht ganz so harmonisch spielt wie auf der PlayStation 3, ist sie dennoch eine Überlegung wert, denn für unterwegs sorgt Stick it to the Man für gelungene Unterhaltung.
Doch nicht nur die Geschichte ist witzig und humorvoll, sondern auch die Synchronsprecher liefern eine sensationelle Leistung ab, die die Atmosphäre unterstreicht und vervollständigt. Ebenso ist die Grafik gelungen und schräg, ganz zum Spiel passend, allerdings leidet die PlayStation Vita Fassung unter einer nicht ganz optimierten Kamera, die viel zu oft herauszoomt, obwohl der Bildschirm des Handhelds nicht sonderlich groß ist. Das ist manchmal sehr nervig, da man dann nicht den entsprechenden Gegenstand auswählen kann.
Aber gut, „Sponge over“, wie man so schön Neudenglisch sagt, denn Stick it to the Man ist auf jeden Fall einen Blick wert – Für unterwegs auf der PlayStation Vita, sofern man mit den Macken leben mag, oder aber zu Hause dann auf der PlayStation 3. Empfehlen können wir den Titel jedoch auf jeden Fall.

Gutes

+ Interessante Story und Charaktere
+ Innovatives Gameplay
+ Witzige Welt
+ Sehr gut Synchronsprecher

Schlechtes

- "Arm" funktioniert nicht immer wie er soll
- Kamera zoomt zu weit heraus
- Anwählen einzelner Gegenstände schwierig

8.2 Sehr gut

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