Start the Party!: Review

Getestet von | 26.09.2010 um 00:00 Uhr

Bereits zu Zeiten der PS2 sorgte EyeToy für Motion-Spaß für die ganze Familie. Mit verbesserter Technik und Motion-Controller greift Sony das Konzept nun wieder auf. Start the Party! ist eine Minispiel-Sammlung, ausgelegt für Partyspaß. Ganz wie im inoffiziellen Vorgänger EyeToy müssen die Spieler in mehreren Spielehäppchen ihr Geschick beweisen. Doch kann die Move-Steuerung punkten? Kommt das Spiel auf einer Party gut an oder artet es schnell in öder Fuchtelkost aus? Wir haben die Party für euch starten lassen und berichten, was mit Start the Party! erlebt werden kann.

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Der Move-Titel verfügt über neun Spiele und einige weitere Minispiele, die sich im Verlauf blicken lassen. Wer alleine spielt, kann auf den Überlebensmodus zurückgreifen, bei dem ein Spiel nach dem anderen auftaucht, bis der Spieler zuviele Fehler gemacht hat. Weiterhin ist es möglich, die individuellen Spiele einzeln auszuwählen, um neue Rekorde aufzustellen. Der wohl interessantere Partymodus steht in zwei Varianten zur Verfügung. Der „Party-Mix“ kann konfiguriert werden, indem die Spiele bestimmt werden, bei denen sich mehrere Personen behaupten müssen. Bei der „Party“ wird die Auswahl der Spiele dem Zufall überlassen, die Anzahl der Runden kann aber wieder bestimmt werden. Bis zu vier Spieler können an der Party teilnehmen. Jeder Mitstreiter knipst ein Foto und vertont seinen Namen – oder andere kreative Ausrufe. Außerdem lässt sich für jeden Teilnehmer eine individuelle Schwierigkeitsstufe einstellen. Das geht übrigens in jedem Modus, auch beim Solospiel. Sind alle Spieler bereit, geht die erste Runde los. Bei dieser muss sich jeder im selben Spiel behaupten. Das Spiel lässt sich mit einem Move-Controller spielen, der an den aktiven Spieler gerreicht wird. Das kann zum einen als positiver Punkt aufgefasst werden, birgt aber auch große Nachteile. Es wäre wünschenswert gewesen, die Möglichkeit einzubinden, dass mehrere Spieler gleichzeitig spielen können. So ließen sich kooperative Modi oder andere kreative Spielarten integrieren, darauf wurde aber leider verzichtet. Je nach in der vorgegebenen Zeit erreichten Punkte erhält jeder Spieler Sterne. In den folgenden Runden gibt es noch andere Disziplinen. In der Zeit-Runde hat jeder die Möglichkeit, in bestimmter Zeit möglichst viele Spiele zu absolvieren. In der Räuber-Runde erkämpft jeder in einem Spiel Sterne, die dann einem der anderen Teilnehmer, der ausgesucht wird, geklaut werden. Für die Letztplatzierten gibt es Zwischendurch mehrere Bonus-Runden. In der Joker-Runde können das Bild eines Mitstreiters übermalt oder der ausgerufene Ton neu aufgenommen werden. Für kleine Kinder eine nette Zugabe. In weiteren Bonus-Runden können die Zurückliegenden wichtige Sterne ergattern und sich so zurückkämpfen. In der finalen Runde werden die ergatterten Sterne in Zeit gewandelt. Zeit, die die Spieler haben, um im letzten Spiel möglichst viele Punkte zu holen. Der krönende Abschluss einer Partie ist eine Gallerie aus Bildern, die während dem Spielen geschossen wurden. So lassen sich absurde Posen der Kollegen bestaunen – speichern ist hingegen leider nicht möglich. Genug von den Spielmodi. Wie fallen die einzelnen Spiele an sich aus?

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Wie bereits erwähnt gibt es neun „Haupt“-Minispiele. Die überall auftauchen können und auch jederzeit anwählbar sind. Weitere 11 Minispiele können in verschiedenen Spielarten aufgefunden werden. So lassen sie sich z.B. zufällig in einer Zeitrunde oder in einer Bonus-Runde blicken. Kommen wir aber erst einmal zu den Hauptspielen im Detail. Der Bildschirm ist abgedunkelt, ein schummriges Areal ist zu sehen. Der Move mutiert zu einer Taschenlampe. Who ya gonna call? Nein, nicht die Ghostbusters. Geister müssen mit dem Move abgeschossen werden, die Taschenlampe dient zur Beleuchtung kleiner Bidschirmabschnitte und gleichzeitig als Schusswaffe. Taucht ein großer Geist auf, muss die Kugel des Moves schnell abgedeckt werden, um sich vor dem Geist zu verstecken. Auf leichten Schwierigkeitsgraden erweist sich die Geisterjagd als spaßig und genau, auf schwer endet die Bedienung schnell im wirren und zufälligen Schießen. Zu viele Geister rasen zu schnell auf den Bildschirm, die Kontrolle über das Geschehen zu behalten ist schwer. Wer kennt es nicht? Lästige Insekten machen sich im Raum breit – da hilft nur die Fliegenklatsche. In einem Spiel lassen sich herumschwirrende Insekten mit einem Tennisschläger kleinschlagen. Doch Vorsicht vor den roten, großen Viechern; sie zerstören den Schläger und nehmen so wertvolle Zeit. Auch Fische haben einen Auftritt im Spiel. In Platzspaß gilt es, bunte Plastik-Kugelfische mit einer Harpune zum Platzen zu bringen. Fische aller Farben erstrecken sich auf den Bildschirm. Die Kunst besteht darin, nur Fische einer Farbe zu zerstören. Ein goldene Figur bringt Bonus-Punkte. Ein weiteres Tier mit Move-Auftritt ist das Vogelküken. Es ist der Star in einem Spiel, bei dem der Move Controller zum Ventilator wird. Mit Hilfe von diesem lassen sich vom Himmel fallende Küken in Neste steuern. Nachdem ein Nest drei Küken umfasst, wird es ausgetauscht. Ein goldenes Küken gibt auch hier Bonus-Punkte. In einem anderen Spiel müssen kleine Menschen durch erzeugten Wind mit einem Move-Palmwedel auf kleine Flösse gebracht werden. Fallen sie ins Wasser oder werden von Haien gefressen, bleiben die Punkte aus. Auch Bomben fallen vom Himmel und können die Flösse mitsamt geretteten Menschen zerstören. Um die Punkte also zu behalten, muss die Bombe mit dem Move ins Wasser geweht werden. Wenn der Move die Form eines Rasierers annimmt, steckt der Spieler in einem Friseursalon. Den Kunden muss ein vorgegebener Haarschnitt verpasst werden, Teile des Haares müssen wegasiert werden. Bei höheren Stufen kommt noch die Färbung der Haare dazu – und das alles auf Zeitdruck. Noch dazu verwehrt euch ein unzufriedener Kunde, dem in den Kopf geschnitten wurde, die volle Punktzahl. Auch das nächste Spiel erfordert Konzentration in kurzer Zeit. Roboter kommen auf den Spieler zu. Auf den Robotern sieht sich der Spieler mitsamt den Move als eine Art Waffe. Auch ist eine Zielscheibe abgebildet, auf die mit dem Move gezielt und geschossen werden muss. Der Clou an der Sache: Entweder bewegt sich das Bild oder die Zielscheibe. Mal ist das Bild auch verzerrt oder spiegelverkehrt abgebildet. Auf schwerer Stufe schwindet die Koordination schnell, die Roboter sind zu schnell, die Darstellung zu unübersichtlich. Ein weiteres Spiel erinnert an den Film Godzilla. Ein riesiger Dino treibt in einer Stadt sein Unwesen. Der Move lenkt über Neigung ein Rettungshelikopter, an dem eine Seilleiter befestigt ist. Wird nun über ein kleines, nach Hilfe schreiendes Wesen gesteuert, hält sich dieses an der Leiter fest und der Heli muss zurück zum Krankenhaus. Abgerundet wird das Spielelineup von einem Spiel, das die künstlerische Ader anspricht. Formen müssen ausgemalt werden, was mit dem Move als Pinsel recht gut funktioniert. Ein gutes Ergebnis zu erzielen, ist trotzdem schwer, da das Spiel die Formen auch bei präziser Ausmalung schlecht bewertet. Am Ende setzen sich die Formen zu einer netten Animation zusammen. So kann z.B. betrachtet werden, wie sich viele runde ausgemalte Schablonen zu einem Vogel zusammensetzen.

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Weitere Minispiele tauchen hin und wieder auf. So müssen einem Krokodil die Beißerchen geputzt werden, der Move dient als Zahnbürste. Winzige Insekten krabbeln auf dem Bildschirm herum. Mit Hilfe der Move-Lupe müssen diese gefunden werden. Wenn der Controller die Form eines Bretts mit einer Pizza annimmt, fallen allerlei Zutaten herum, die aufgefangen werden müssen. Auch Obst wirbelt durch die Luft. Move wird zum Schwert und zerschneidet das Gesunde. Eine Pinata lässt sich mit einem Baseballschläger zerkleinern. Maulwürfe kriechen aus Löchern und lassen sich in Hau-den-Lukas Manier mit einem Hammer zerdreschen. Insgesamt mag es so klingen, als sorge die Auswahl an Spielen für viel Abwechslung. Tatsächlich sind die 20 Spiele relativ wenig, man sieht sich schnell an jedem Spiel satt. Deshalb verliert es besonders im Solospiel bald seinen Reiz. Fast alle Disziplinen lassen sich präzise steuern, einige Spiele verlangen bei schwerer Stufe auch eine gehörige Portion Glück, um die Ziele zu lösen. Grundsätzlich eignet sich das Spiel also sowohl für Anfänger und für kleine Kinder, aber auch für Geübte. Allen voran die Darstellung der Augmented Reality, die Objekte, die der Move den Spielern in die virtuelle Hand zaubert, fasziniert. Die Familie hat Spaß, wenn die sich das virtuelle Krokodil mit einer virtuellen Bürste putzen lässt. Es fühlt sich natürlich an zu spielen und man vergisst oft, dass sich eigentlich nur der Move-Controller in der Hand befindet. Die Darstellung der Spiele trumpft voll auf, auch wenn die Abwechslung schnell den Bach runter geht. Auch die Präsentation der Menüs sind kindgerecht gestaltet. Ein stimmiges Intro zeigt, was das Spiel bietet. Knallbunte Logos und Hintergründe, der schöne Grafikstil sowie die musikalische Untermalung unterstützen die kindliche Ausrichtung. Auch die Dokumentation mit flotten Sprüchen kann überzeugen. Nur so am Rande: Trophäenjäger kommen voll auf ihre Kosten. In der ersten Stunde regnet es etwa 20-30 Trophäen, ohne überhaupt die Liste mit den Vorgaben angesehen zu haben.

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Fazit

Start the Party! hätte ein grandioses Party-Spiel sein können. Das Konzept geht auf, der Großteil der Minispiele machen Spaß und unterhalten. Die Aufmachung ist lustig, kindgerecht und passend für ein Partyspiel. Die Einbindung von Augmented Reality (Move verwandelt sich in Objekte) fasziniert. Die Partysammlung scheint auf den ersten Blick alles zu haben, was sie braucht; würde die Begeisterung nur längere Zeit anhalten. Sowohl alleine als auch mit mehreren Personen ist schnell die Luft raus, die Abwechslung fehlt. Kreative Modi, bei denen Spieler gleichzeitig mit- oder gegeneinander auftreten, fehlen leider ebenfalls. Ob der Umfang zum Kauf reicht, muss jeder für sich entscheiden. Wir hoffen auf einen Nachfolger, der den Spaß länger erhalten kann und mehr Möglichkeiten beim Mehrspieler-Aspekt bietet.

Gutes

+ kurzzeitiger (Party-)Spaß für Jedermann
+ tolle Darstellung der Augmented Reality
+ Aufmachung und Optik kindgerecht
+ Gallerie mit zufälligen Fotos

Schlechtes

- Mehrspieler-/Partymöglichkeiten werden kaum ausgenutzt
- Abwechslung fehlt schnell bei "nur" 20 Spielen
- bei der Gallerie fehlt eine Speicherfunktion

7.0 Gut

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