Split/Second: Velocity – Review

Getestet von | 23.05.2010 um 00:00 Uhr

Herzlich Willkommen zu Split/Second, dem großen TV-Ereignis des 21. Jahrhunderts. Hier sehen sie Top-Fahrer die mit waghalsigen Aktionen und Explosionen versuchen das Rennen für sich zu entscheiden und sie können dieses Spektakel live mit verfolgen. Was, sie wollen lieber zeigen was sie drauf haben? Na dann rein in den Wagen für ‚ne Proberunde.
Ist Split/Second tatsächlich ein großer Spielspaßknüller, oder wollen uns die Entwickler mit Hilfe der großen Explosionen blenden? Das Ergebnis unserer Proberunde und unser Fazit lest ihr hier, in dieser Review.

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Szenario der Superlative

Die Blackrock Studios in Verbindung mit Disney haben schon 2008 mit der ATV-Raserei Pure gezeigt, dass sie spaßige Fun- und Actionraser entwickeln können.
Nun steht mit Split/Second Velocity ein weiteres Rennspiel vor der Tür, was euch nur eines vermitteln will. Ohne Risiko geht hier gar nichts.
Das Spiel findet in einer fiktiven Stadt statt, die extra nur für diese Rennen errichtet wurde. Der Hintergrund dieser Veranstaltung ist nämlich eine TV-Show mit dem Namen Split/Second. Diese werben damit, dass sie live Rennen mit großen Explosionen, Crashes und viel Spannung präsentieren. Ihr wollt als kleines Licht in dieser Show mitmischen und euer Glück bei der Meisterschaft versuchen.
Bevor ihr euch allerdings einen wahren Fahrer nennen dürft, müsst ihr zunächst einen Test bestehen. Dieser Test ist aber vielmehr ein Tuturial, indem euch alles gezeigt wird, was ihr für die Rennen wissen müsst. Habt ihr den Test bestanden, lässt euch die Show antreten bei der neuen Staffel. Diese besteht aus insgesamt 12 Folgen. Diese stellen die einzelnen Phasen eurer Karriere dar. Jede Folge besteht aus vier Events, die regulär frei sind. Dann gibt es noch ein Bonus-Event und zu guter Letzt noch das Elite-Event. Das heißt es gibt pro Folge 6 Rennen und das macht 72 Events insgesamt in der Karriere, was durchaus ein angemessener Umfang ist.

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Die Konkurrenz schläft nicht!

Kein Rennspiel wäre ein Rennspiel ohne Gegner und gerade bei Split/Second sind die Gegner bissig und zum Teil sehr hart zu schlagen, denn der Schwierigkeitsgrad ist alles andere als leicht. Zwar ist das Spiel nie wirklich unfair, wird allerdings zunehmend schwerer. Damit ihr allerdings immer an erster Stelle steht, könnt ihr Fallen aktivieren.
Dies stellt das Herzstück des Spiels dar, denn bei den Rennen geht es nicht darum, wer das dickste Auto hat, oder wer am schnellsten daher kommt, sondern vielmehr wer mit Raffinesse Sprengfallen aktiviert.
Überall auf der Strecke stehen nämliche Dinge, die in die Luft gejagt werden können. Das Ganze nennt sich Powerplay und sieht wie folgt aus:
Ihr habt eine Anzeige die in drei Abschnitte unterteilt ist. Für bestimmte Aktionen könnt ihr die Anzeige Stück für Stück füllen. Das sind z.B Driften, über Hügel springen, oder aber ihr Draftet, also im Windschatten Anderer fahren. Ist ein Abschnitt eurer Anzeige voll, werden euch über Gegner blaue Symbole angezeigt. Mit Hilfe der X-Taste könnt ihr nun Sprengfallen aktivieren, die für den Gegner bestimmt sind, für den ihr die Falle aktiviert habt. Es können aber natürlich noch mehr Gegner getroffen werden.

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Grafisches Feuerwerk

Die Fallen sind alle recht unterschiedlich gestaltet, sind vom Ergebnis allerdings sehr überzeugend. Es werden Fahrer von plötzlich explodieren Fahrzeugen am Rand getroffen, ein Heli der über der Strecke fliegt, lässt eine Bombe fallen, oder eine Tankstelle fliegt in die Luft. Dies sind nur ein paar Beispiele und sie alle sind schön anzuschauen.
Trotz mehrerer Gegner, Explosionen und Befehelen, läuft das Spiel ziemlich ruckelfrei und auch die Framerate bleibt stabil. Besonders die Grafik weiß zu gefallen, denn die Strecken sind alle recht detailreich, die Wagen wurden schön gestaltet und auch der Sound versorgt euch mit brachialem Motorgeräauchen und Explosionen. Im Hintergrund läuft ein eigens für das Spiel entwickelter Soundtrack aus reiner aggressiver Electro-Musik. An dieser Stelle ist es natürlich unnötig zu erwähnen, dass die Explosionen mit am besten Aussehen.
Aber das war längst noch nicht alles. Wer es richtig drauf anlegen will, der gibt sich mit den „normalen“ Powerplays nicht zufrieden, nein, dieser füllt seine komplette Anzeige auf und hat somit Level 2 Powerplays. Diese mächtigen Werkzeuge sind sowohl Effektiv, als auch schön anzuschauen. Auch wie bei den Level 1 Powerplays wird ein Symbol über eure Gegner angezeigt, jedoch ist es hier rot und es werden hier die großen Dinge gezündet. So lasst ihr in einen Kraftwerk einen ganzen Kühlturm hochjagen, oder bei einem Stadtkurs einen übergroßen Turm, der mitten auf die Strecke und somit auf eure Gegner kracht.
Neben dem netten Spektakel was sich vor- und um euch dabei abspielt, haben Level 2 Powerplays auch die Eigenschaft, den Streckenverlauf zu verändern. So werden Umleitungen, oder ganz neue Wege freigeschalten. Oft führen diese Umleitung auf Teile von anderen Strecken, da die Strecken nach einzelnen Themen sortiert sind und somit zum Teil auf denselben Straßen verlaufen, bloß in anderen Richtungen weitergehen.

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Auf den letzten Metern

Wie bereits beschrieben ist Split/Second Velocity ein recht anspruchsvolles Spiel. Mal eben nur ‚ne Runde drehen und immer gewinnen kann man hier vergessen. Denn nicht nur ihr könnt Powerplays einsetzen, auch eure Gegner machen ganz gerne mal Gebrauch davon, um euch und natürlich sich gegenseitig auszuschalten. Oftmals erwischt euch noch jemand auf den letzten paar Metern und somit fallt ihr erstmal etwas zurück. Dies kann für großen Frust sorgen, denn das passiert euch gerne auch mehrere male.
Besonders fies können Detonator Events sein. Diese sind Zeitrennen und ihr müsst die vorgegebenen Bestzeit schlagen, doch dies ist gar nicht mal so einfach. Der Computer lässt vor euch nämlich Fallen am laufenden Band hochgehen um euch zu behindern und außerdem sind die Zeiten extrem knapp bemessen. Oft waren wir nicht mal eine Sekunde hinter der Bestzeit. Alle anderen Spielmodi sind aber einfacher und erscheinen nicht ganz so „unfair“, sind jedoch auch nicht immer ein Zuckerschlecken.
Zu Detonator gesellen sich noch normale Rundkursrennen, Eliminator, Himmlische Rache, Luftangriff und Überleben.
Rundkursrennen erklären sich von selbst. Bei Eliminierung scheidet immer der letzte nach einem Countdown aus. Interessant sind die drei letzten Modi.
Bei Überleben fahrt ihr für euch alleine und müsst immer große Trucks überholen. Diese Werfen Fässer ab, die euch entweder kurz die Kontrolle über euren Wagen verlieren lassen, oder euch ganz zum explodieren bringen. Je mehr Trucks ihr überholt ohne zu crashen oder explodieren, desto mehr Punkte bekommt ihr.
Bei den anderen zwei Modi übernimmt ein Kampfhubschrauber die Hauptrolle. Ihr fahrt alleine und beides mal gegen den Heli. Bei Luftangriff werdet ihr mit Wellen von Raketen bombadiert und ihr müsst diesen nun ausweichen. Für jede Welle die ihr schafft gibt’s Punkte. Bei Himmlische Rache wird der Spieß umgedreht. Mit Hilfe eurer Energie müsst ihr nun den Heli außer Gefecht setzten.

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Hast du sein Handicap gesehen?

Natürlich bietet Split/Second euch auch die Möglichkeit euer Können online gegen Menschliche Fahrer unter Beweis zu stellen. Es stehen allerdings nur drei der sechs Varianten an Rennen zur Verfügung. Ihr habt die Wahl zwischen Rennen, Eliminator und Überleben. Ihr könnt entweder öffentlich in ein Spiel joinen, oder ihr eröffnet eins was privat ist und ladet Freunde ein. Dies kann manchmal allerdings etwas umständlich sein, da manchmal der Kumpel nicht rein kommt in den Raum. Ansonsten gibt es online kaum Probleme. Es ruckelt kaum und auch die Kommunikation via HeadSet funktioniert, ist allerdings nicht ganz so gut wie in anderen Spielen.
Ihr habt außerdem so etwas wie einen Rang, dass nennt sich hier Handicap. Jeder Spieler startet mit einem Handicap von 99. Ihr müsst euch nun so erfolgreich wie möglich platzieren um eure Zahl zu verringern. Fahrt ihr wiederum schlecht und platziert euch weit hinten, dann steigt die Zahl wieder.
Fahren tut ihr die Wagen, die ihr offline freigeschaltet habt. Hierbei gilt es offline, also in den Staffeln, Credits zu verdienen. Es wird euch stets angezeigt wann der nächste Wagen in Empfang genommen werden kann. Alle Wagen sind übrigens reine Fantasie Wagen, die alle recht schön anzuschauen sind. Die Auswahl geht hier von reinrassigen Sportwagen bis hin zu großen Pick-Ups. Jeder Wagen steuert sich auch individuell. Zwar weichen die Unterschiede nicht groß von einander ab, aber merken tut man es schon.
Die Wagen haben auch vier Werte, Beschleunigung, Tempo, Drift und Stärke.
Schnelle Wagen sind oftmals schnell an der Spitze, wohingegen jedoch starke Wagen viel widerstandsfähiger gegen Explosionen sind. Es gilt für jedes Event den passenden Wagen zu finden, eigentlich sogar schon fast für jede Strecke.
Die Strecken sind aller unterschiedlich gestaltet und stellen verschiedene Gegenden der Stadt dar. So gibt es Innenstadt-Kurse, ein großes Hafengebiet oder auch ein Canyon-Gelände. Abgerundet wird das ganze durch ein riesen Industriegebiet mit einem Kraftwerk.
In der Grafik und mit den Explosionen macht jeder einzelne Kurs was her, vor allem wegen den vielen Details.

Fazit:

Mit Split/Second Velocity liefern Blackrock Studios einen großen Rennspielknüller ab. Auch wenn viele an Burnout denken wenn sie den Titel hören und sehen, aber sowas hat es noch nicht gegeben und man kann es nicht wirklich als einen Burnout-Klon bezeichnen. Die Gegner sind bissig, die Grafik hübsch anzuschauen und der Adrenalin-Pegel dank Explosionen am laufenden Band immer hoch oben. Das Spiel fordert geübte Spieler, ist aber auch fair zu etwas unerfahrenen Spielern. Es ist mitunter das Rennerlebnis des Jahres und daher sollte sich jeder Rennspiel-Fan dieses Spektakel nicht entgehen lassen.
Dasselbe gilt auch für Spieler, die mit Rennspiele noch keine große Erfahrung gemacht haben, dies wäre ein toller Titel um damit zu beginnen.

Gutes

Schlechtes

8.5 Sehr gut

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