Splatterhouse – Review

Getestet von | 05.12.2010 um 00:00 Uhr

1988 erschien Splatterhouse zum ersten Mal auf verschiedenen Systemen und brachte es auf zwei Fortsetzungen. Jetzt bringt Namco Bandai das Remake wieder in die Hände der Gamer.

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Auferstanden von den Toten

Die Neuauflage von Splatterhouse folgt der ursprünglichen Storyline von 1988. Rick und Freundin Jennifer landen im West Mansion, welches gerne das „Splatterhouse“ genannt wird. Dort erwartet sie der durchgeknallte Dr. West, der Jennifer entführt und Mutanten auf Rick hetzt, die ihn attackieren und letztlich zum Sterben zurücklassen. Während ihm die Gedärme aus der Bauchdecke hängen, vernimmt er eine Stimme, die ihn erklärt, dass er Jennifer noch retten kann. Also setzt sich Rick die Maske auf, von der die Stimme kommt. Seine Wunden verheilen in Sekunden und er verwandelt sich in einen Muskelprotz. Der macht sich nun mit der nach Blut gierenden Maske auf den Weg, Jennifer zu retten. Davon bekommt ihr erstmal gar nichts mit. Splatterhouse beginnt mit dem in der Blutlache liegenden Rick Taylor, weitere Details zur Vorgeschichte bekommt ihr zwischen den Levels beim Ladebildschirm serviert. Eine mal andere Erzählweise einer Story. Die Maske verschmilzt mit Ricks Gesicht und ihr übernehmt die Kontrolle. Und Splatterhouse legt direkt los und hetzt Rick die ersten Gegner auf den Hals. Diese nimmt man mit der Terrormaske auseinander und dabei geht es wahrlich zur Sache. Selbst leichteste Schläge fördern literweise Blut aus den Gegnern zutage. Das Spiel heisst ja auch Splatterhouse und nicht Mickey Maus. Entsprechend geht es weiter. Zwei Schlag- und eine Grifftaste genügen erstmal, um in der Lobby des West-Anwesens ein Blutbad anzurichten. Prügelt man eine ganze Weile auf die Gegner ein, so erscheinen sie rot umrandet. Durch einen Griff hat man dann die Möglichkeit, einen „Splatterkill“ auszuführen. In einer kurzen Sequenz nimmt Rick dann den Gegner regelrecht auseinander, dabei muss man nur die angezeigten Tasten betätigen. Ist man erfolgreich, wird das jeweilige Monster auf besonders blutige Weise erledigt. Dabei kann es passieren, dass auch mal Körperteile wie die Arme liegenbleiben. Und die sollte man dann aufnehmen und als Waffe verwenden. Selbst seinen eigenen abgetrennten Arm kann Rick aufnehmen und ihn den Gegnern um die Ohren prügeln. Zudem findet man in Splatterhouse noch jede Menge anderer Waffen. Dazu gehören unter anderem: Baseballschläger, 2×4-Kantholz, Macheten, Schwerter, Schrotflinten oder Kettensägen. Allerdings kann man immer nur eine Waffe bei sich tragen, die zudem nach einiger Zeit abnutzt.

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Blut, Blut und nochmals Blut

Blut, jeden zweiten Meter gibt es Blut. Man muss sich schon Fragen, wo denn das ganze Blut hingeht. Klar, an Wände und Böden. Aber einiges wird auch automatisch von euch eingesammelt. Dieses Blut erfüllt zwei Zwecke. Zum einen dient es als Währung, um neue Moves und Fähigkeiten freizuschalten. Zum anderen füllt es die Nekroanzeige. Die wiederum kann man anzapfen, um etwa die Lebensenergie wieder aufzufüllen. Sind drei Felder der Anzeige gefüllt, kann zudem in den Berserker-Modus gewechselt werden. Damit füllt sich die Lebensenergie wieder vollständig auf und Rick verwandelt sich in eine Kreatur mit Krallen statt Händen. Diese Verwandlung hält an bis die Nekroanzeige geleert ist oder der Modus abgebrochen wird. Wenn man als Berserker unterwegs ist, verliert die Umgebung ihre Farbe und wird in schwarz-weiß dargestellt. Später erhält man mit dem Splatter Slash und dem Splatter Smash noch weitere Moves, die von der Nekroanzeige zehren, aber gerade gegen größere Gegner äusserst effektiv sind. Zum Glück spielt Splatterhouse nicht nur im West-Anwesen. So kommt man im Verlauf der ungefähr acht bis zehn Stunden Spielzeit während der Story auf einen Schrottplatz, in den Scream-Park und viele andere, abwechslungsreiche Areale. Mal muss man durch einen Schlachthof, mal durch die Eingeweide des… ihr werdet schon sehen! Jedenfalls sind die Areale voller Blut und Splatter und eklig in Szene gesetzt, wie man es eben von einem solchen Spiel erwarten darf. Verlaufen kann der Maskenmann sich auch nicht, es gibt immer nur einen Weg und sollte der nicht gefunden werden, so hilft euch die Maske auf Knopfdruck. Die unterschiedlichen Bereiche sind oft auf thematische Gegner angepasst, wie beispielsweise die Clowns im Scream-Park. Überhaupt kann man das Gegnerdesign als gelungen bezeichnen. Die Mutanten – sogenannte Corrupts – sind dem Leveldesign in Sachen Widerlichkeit absolut ebenbürtig. Besonders hervorstechend sind natürlich die Endgegner. Nicht nur an Hässlichkeit überragen sie die kleineren Gesellen, auch sind einige aufgrund ihrer schieren Größe schon furchterregend. Wer das 1988er Splatterhouse durchgespielt hat, dürfte manch alten Bekannten im ganz neuen Gewand wiedersehen. Ein wenig deplatziert wirken die Plattform-Einlagen, in denen wir etwa über eine einstürzende Brücke klettern müssen. Dagegen wirken die Abschnitte in Seitenansicht, welche stark an das klassische Serien-Gameplay erinnern, erstaunlich gut. Diese scheinen fast schon ideal für ein Download-Game und hätten gerne häufiger vorkommen dürfen. Und wer richtig losschnitzeln will, dem bieten sich sechs Survival-Arenen an, welche im Spielverlauf freigeschaltet werden. In diesen bekommt man es mit Scharen an Gegnern zu tun, die allesamt ausgeschaltet werden müssen.

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Guter Fanservice

Doch das ist nicht das einzige, was es freizuschalten gilt. In den Levels sind Schnippsel von Jennifers Bildern versteckt, die ihr so wieder zusammensetzen könnt. Ausserdem findet ihr hier und da Plattenspieler, an denen ihr mehr über Dr. West und die Motive seines Wahnsinns erfahrt. Zudem könnt ihr die klassische Splatterhouse-Trilogie freispielen. Diese müsst ihr nichtmal groß in den Abschnitten suchen, sondern erhaltet sie nach Erledigung bestimmter Level automatisch. Aus dem Hauptmenü heraus könnt ihr diese dann spielen.

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Fazit

Grafisch ist die Neuauflage stimmig in Szene gesetzt. Allerdings leidet die Darstellung an gelegentlichen Rucklern. Das ist insbesondere aufgrund der hohen Ladezeiten zwischen den Arealen nervig. Wenn schon langes Laden, dann bitte auch ein Spielablauf ohne Ruckler! An der Kamera könnt ihr auch nichts ändern. Diese ist teils fest fixiert, meistens jedoch frei um Rick bewegbar. Allerdings erweist sie sich manches Mal als äusserst zickig, was die Übersicht in Auseinandersetzungen dann entsprechend einschränkt. Ordentliche Pluspunkte fährt Splatterhouse aber für seinen Sound ein. Der US-Synchronsprecher Jim Cummings spricht die Maske mit einer blutgierigen Hingabe. Seine Sprüche sind voller Zynismus und Ironie. Die restliche Sprecherriege fällt dagegen etwas ab aber das wahre Klang-Highlight ist ohnehin der Metal-Soundtrack: Songs von Bands wie Mastodon, Cavalera Conspiracy, Lamb of God oder auch Goatwhore runden das Gemetzel erst richtig ab. Aufdrehen der Anlage ist also Pflicht!

Gutes

+ Überraschender Storyverlauf
+ Sound

Schlechtes

- Grafik-Ruckler
- Nicht einstellbare Kameraführung
- Teilweise eintönig

7.0 Gut

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