South Park: Der Stab der Wahrheit im Test – Abenteuer in Colorado

Getestet von | 24.03.2014 um 08:08 Uhr

Nach schier endlosen Verschiebungen und Vertröstungen ist es nun endlich erschienen. South Park: Der Stab der Wahrheit. Viele Fans der vier Freunde aus dem kleinen Städtchen in Colorado haben sich bestimmt genau so gefreut wie wir, endlich Hand an dieses Spiel legen zu dürfen. Voller Vorfreude auf das ganze Gefurze und das Verprügeln von Minderheiten, haben wir das Spiel in die Konsole geworfen, um zu erfahren, ob es wirklich so gut wie die Serie ist oder diese vielleicht sogar noch toppen kann.

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The new Kid on the Block

Das Spiel beginnt mit einem, von Cartman erzählten Intro, welches die Vorgeschichte im Spiel schon einmal grob zusammenfasst. Dabei beschreibt die toll ausgeschmückte Geschichte, dass es schon seit Ewigkeiten einen großen Streit und sogar einen Krieg gibt. Dieser herrscht zwischen den zwei wohl größten Fraktionen im Lande Zaron. Hierbei handelt es sich um die Menschen und die Elfen. Doch schon in der Legende wird von jemandem berichtet, jemand der das Gleichgewicht wieder herstellen soll und den Frieden bringt. Der Drachengeborene. Wenn euch das jetzt bekannt vorkommen sollte, dann bestimmt weil es auch bei The Elder Scrolls V: Skyrim so der Fall ist. Aber schon hier zeichnet sich ab, dass im Spiel vor nichts Halt gemacht wird. Ihr werdet auch im späteren Verlauf viele Andeutungen finden zu anderen Spielen oder Filmen.
Nachdem Cartman nun sein Intro beendet hat, beginnt endlich eure Zeit. Ihr spielt einen neunjährigen Jungen, der mit seinen Eltern nach South Park gezogen ist. Aber recht schnell wird klar, dass da was nicht stimmt, denn die Eltern reden immer zu davon, dass es hier viel schöner wird und die ganzen bösen Menschen euch hier nicht finden werden.
Anfangs finden sich aber keinerlei Hinweise auf irgendwas, denn ihr bekommt von eurem Vater eure erste Quest. Sie besteht darin, etwas raus zu gehen und Freunde zu finden. Das hatten wir auch vor, aber wir wollten uns zunächst noch etwas im Haus umschauen. Allerdings wurden wir mit den Worten: „Geh jetzt raus und folge der Hauptstory im Spiel!“ vor die Tür gesetzt.

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Ein Stock sie zu knechten

In der Welt von Zaron gibt es natürlich nicht nur Elfen und Menschen, sondern noch ganz andere Gestalten, auf die man sich vorbereiten muss. Dabei half uns ein Bewohner der Stadt und auch Star der Serie. Wir trafen Butters, welcher uns sofort ins Kingdom of Koopa Keep (dem Garten von Cartman) brachte. Da wir ja noch neu in der Stadt waren sollten wir erst mal eine Klasse wählen. Dies wäre wohl auch etwas schneller gegangen, wenn wir uns nicht über Cartmans Kommentare zu jeder Klasse gefreut hätten. Man kann so zwischen vier verschiedenen Klassen wählen. Dadurch bekommt ihr ein ganz eigenes Fähigkeiten-Repertoire. Als Jude setzt man z. B. auf die betäubenden Schläge des Jew-Jitsu oder lässt einen tödlichen Dreidel unter den Feinden kreisen. Der Dieb versteht sich hingegen wunderbar aufs Meucheln, Stehlen und Bomben werfen. Wir haben allerdings den Krieger gewählt und so die Fähigkeiten bekommen, unsere Feinde mit dem Baseballschläger auf die Bretter zu schicken oder sie zu Rambolen. Trotz festgelegter Klasse seid ihr allerdings nicht auf Waffen oder Rüstungen festgelegt. Ihr könnt sozusagen auch einen voll gepanzerten Zauberer spielen, der mit einem Bogen in die Schlacht zieht. Das ist doch mal ein echter Pluspunkt. Genau so gut ist das Inventar. Es ist nicht wie bei vielen Spielen, dass ihr nur eine bestimmte Anzahl von Sachen mitnehmen könnt. Nein, ihr könnt hier sogar mehr tragen als der Fettarsch Cartman überhaupt fressen kann.
Habt ihr eine Klasse gewählt, werdet ihr vom großen Zauberer Cartman in das Zelt gebeten, um euch endlich den Stab der Wahrheit anzusehen. Doch plötzlich kommt schon der erste Kampf, in dem ihr euch beweisen müsst.

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Runde für Runde

Bei South Park: Der Stab der Wahrheit handelt es sich um rundenbasierende Kämpfe. Wer jetzt sagt, dass er das schon aus Final Fantasy oder sonst woher kennt, dem sei gesagt, dass das Kämpfen in South Park richtig viel Spaß macht. Es ist zwar trotzdem das typische rundenbasierte Kämpfen wie in manch anderen Spielen, aber durch den typischen Humor macht richtig Lust auf mehr. Ihr Kämpft immer zu zweit gegen mehrere Gegner und müsst weise wählen, welche Attacke oder Fähigkeit ihr einsetzt. Dabei müsst ihr auch auf eure Anzeigen achten, denn der Einsatz von verschiedenen Fähigkeiten kostet euch auch immer ein paar MP. Natürlich könnt ihr auch die verschiedensten Objekte einsetzen, um euch den Kampf zu erleichtern. Habt ihr zum Beispiel alle MP aufgebraucht, so könnt ihr euch einfach ein Red Bull hinter die Binde kippen und schon ist eure MP-Anzeige wieder aufgefüllt. Ihr könnt aber auch einfach ein paar Chips oder gar einen Kuchen essen, um eure Gesundheit wieder aufzufüllen. Es gibt allerdings auch noch solche Sachen wie Buritos oder Chinesisches Essen. Damit füllt ihr eure Mana-Anzeige auf, um mächtige Fürze zu entfesseln. Aber Vorsicht, denn eine Mana-Überladung führt dazu, dass ihr euch schlicht in die Hose scheißt.

Am Anfang werdet ihr noch keine gute Rüstung haben, geschweige denn Waffen, aber ihm weiteren Spielverlauf findet ihr alles, was das Herz begehrt. Sei es eine Vibratorklinge oder die Klauen des Schweinebärmanns, wichtig ist nur, dass ihr den Gegnern zeigt, wo der Hammer hängt. Sollte euch das allerdings mal nicht so ganz gelingen, könnt ihr auch Wesen herbeirufen, die euch im Kampf helfen. Ob es sich dabei um Jesus mit seinen Maschinenpistolen handelt oder um Mr. Hankey, der einen richtigen Shitstorm auf die Gegner loslässt, ist dabei wieder euch überlassen. Um diese Fähigkeiten allerdings zu erlangen, müsst ihr gewisse Quests erledigen.

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Ein kleiner Stadtrundgang

Ist es dann endlich geschafft und ihr habt den ersten Kampf hinter euch gebracht, werdet ihr feststellen, dass der Stab der Wahrheit gestohlen wurde. Nun bekommt ihr euren ersten großen Auftrag, denn ihr müsst im Namen von Cartman ein starkes Team aufstellen, um den Stab wieder zu erlangen. So macht ihr euch auf den Weg um Token, Tweek und Craig für das Köngreich von Koopa Keep zu rekrutieren. Wir haben das gleich mal ausgenutzt, um uns in der Stadt sehr gründlich umzusehen. Wir waren echt gespannt wie alles zusammenhängt und können euch sagen, dass die Stadt, welche man nun schon aus den 17 TV Staffeln kennt, wirklich perfekt für jeden Fan ist. Ob man nun in Jimbos Waffenladen gehen will oder auch in das Geheimversteck von Professor Chaos, es ist wirklich für jeden was dabei. Was die ganze Erkundungstour noch besser macht, sind die ruckelfreien Übergänge, wenn man von einem Stadtteil in den nächsten geht.

Wenn man allerdings keine Lust hat alle Straßen in South Park abzulaufen, kann man auch die Schnellreisefunktion nutzen, um von A nach B zu kommen. Diese Funktion ist aber nicht so wie in anderen Spielen, denn ihr müsst euch dafür an Timmys Haltestellen begeben, welcher euch dann zu eurem nächsten Ziel fährt. Ihr könnt uns aber glauben, dass das Laufen durch die Stadt schöner ist. Nicht nur, dass ihr immer von guter und epischer Hintergrundmusik begleitet werdet, sondern es gibt auch genug Sammelobjekte oder andere Sachen zu entdecken.

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Bei der Macht von Facebook

Ganz genau. Wir leben ja alle in der Zeit, in der schon kleine Kinder Smartphones haben und warum dann nicht auch alle Einwohner von South Park. So gilt es, immer mehr Freunde zu zu finden. Stellen sich manche die Frage, warum man in einem Spiel Facebookfreunde suchen sollte. Die Antwort ist dabei relativ einfach, denn um so mehr Freunde ihr habt, umso mehr Vorteile habt ihr im Kampf. Dabei handelt es sich um passive Fähigkeiten wie zum Beispiel, dass ihr weniger Schaden erleidet, wenn euch jemand in die Eier tritt oder wenn ihr euch mit Chips heilt noch einen extra Bonus bekommt. Jedoch ist es nicht so, dass euch die Freundschaftsanfragen hinterher geworfen werden, sondern ihr müsst euch manche sehr hart verdienen, indem ihr die verschiedensten Quests erledigt. So ist es zum Beispiel eine Aufgabe mehrere Penner in der ganzen Stadt zu verprügeln, um die Bürgermeisterin als Freund haben zu dürfen. Es gibt allerdings auch gewaltfreie Aufgaben. So müsst ihr immer wieder Jesus finden, da er ein Fan von Versteck spielen ist.
Da euch aber mehr passive Fähigkeiten wie Freunde zur Verfügung stehen, müsst ihr weise und mit Bedacht wählen, was ihr wirklich braucht.

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Nicht alles was glänzt, ist Judengold

Kommen wir doch jetzt mal zum dem Abschnitt, der wohl viele von euch auch sehr interessieren wird, denn wir werden jetzt mal das Spiel in Sachen der Technik untersuchen. Also sagen wir eher wir würden gerne, denn es gibt bei dem Spiel an sich nichts auszusetzen. Es läuft komplett ruckelfrei und auch die Steuerung geht einem butterweich von der Hand. Allerdings werden bei South Park: Der Stab der Wahrheit bestimmt nicht alle auf ihre Kosten kommen. So werden Freunde von Grafik Blockbustern, wie zum Beispiel Killzone Shadow Fall, wohl etwas enttäuscht werden. Jedoch sollte man sich das auch bei einem solchen Spiel denken können. Wer nun ein Fan des typischen South Park Looks ist, wird sich wohl in das Spiel verlieben können.
Ein weiterer Punkt ist die musikalische Untermalung. Hier werdet ihr immer wieder von epischer Kampfesmusik begleitet, die euch schon richtig auf die Kämpfe heißmacht. Diese machen durch die vielen verschiedenen Fähigkeiten und Ausrüstungsgegenstände auch immer wieder Lust auf mehr.

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Aus was ist der Stab der Wahrheit nun geschnitzt?

Das Spiel macht echt vieles richtig. Es ist kaum zu glauben aber teilweise könnte man sich fragen, was die Anzeigen oben im Bild machen, da einem das Spiel wie eine Staffel der Serie vorkommt. Von der Stadt, zu den Personen, bis hin zum harten und schwarzen Humor ist wirklich alles dabei, was einen Fan der Serie zum Strahlen bringt. Wir konnten kaum die Finger vom Spiel lassen. Das liegt daran, dass wir so begeistert waren, allerdings aber auch daran das es doch recht knapp ist. So beläuft sich die Spielzeit auf 15 bis maximal 20 Stunden. Auch wenn man die Hauptstory beendet hat, hat man im Anschluss recht wenig zu tun. Leider verschwinden dann fast alle Gegner und euch bleiben nur noch die Nebenaufgaben im Spiel, von denen es aber auch nicht sehr viele gibt. Wir würden euch das Spiel wirklich gerne ans Herz legen aber es ist kein Spiel für jedermann. South Park spuckt den Moralaposteln unter euch nicht nur ins Gesicht, es erbricht sich mitten rein.

Gutes

+ Grafik wie in der Serie
+ perfekt eingefangenes South-Park-Flair
+ komplett nachgebildete Stadt
+ radikaler Humor

Schlechtes

- für ein Rollenspiel vergleichsweise kurz
- Klassen spielen sich sehr ähnlich abseits der Spezialfähigkeiten

9.0 Must Have

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