Soul Sacrifice – Review

Getestet von | 15.05.2013 um 22:52 Uhr

Crossover Projekte haben folgende Probleme: Sie werden von den Spielern entweder komplett abgestoßen oder es dauert eine gewisse Zeit, bis sich doch herausstellt, dass es sich hier um eine kleine Perle handelt. Dann ist es aber oft zu spät. Neue Projekte, bestehend aus bekannten und eher ungewöhnlichen Spielelementen, laufen daher Gefahr, dass sie nicht den Ruhm bekommen, den sie eigentlich verdient gehabt hätten. Viele Spieler reduzieren das Spiel vielleicht nur auf bestimmte Kategorien, wie Grafik oder Steuerung. Sony hat in Zusammenarbeit mit den Japan Studios genau so ein Projekt für die aktuelle, tragbare Sony Konsole entwickelt. Das Augenmerk liegt klar auf der ungewöhnlichen Story und dessen Erzählung. Wir haben unsere Zeit geopfert und sind in die abgrundtief böse Welt von Soul Sacrifice abgetaucht.

Rettenopfern

Die alles entscheidende Frage

Wie viel seid ihr bereit zu opfern?

Wer von euch eine positive Einstellung zum Leben hat und die Sonne liebt, wird schnell runter geholt auf die düstere, hoffnungslose und deprimierende Welt von Soul Sacrifice. Zauberer in anderen Spielen sind glanzvolle Helden. Hier verrichten sie aber das Tageswerk eines Auftragskillers und es werden Einblicke in die teils kranken Psychen verschiedener Charaktere gewährt. Worum geht es eigentlich, fragt ihr euch? Ihr seid ein Gefangener des wahnsinnig gewordenen Zauberers Magusar. Er richtet vermeintlich schuldige Menschen hin und ihr seid der Nächste. Bevor es aber dazu kommt, habt ihr Glück im Unglück, denn ihr findet unter menschlichen Überresten ein Buch. Wer von euch das Necronomicon aus dem Film“ Die Armee der Finsternis kennt“, kann sich ungefähr vorstellen wie Librom, das ist der Name des sprechenden Buches, aussieht. Magie ist in dieser Welt verboten oder nur bestimmten Personen erlaubt. Um aber aus der Gefangenschaft lebend herauszukommen, bleibt euch nichts anderes übrig, als Magusar mit Magie zu besiegen. Librom stellt euch vor die Wahl, sofort gegen ihn anzutreten oder ihn nach einer Einführungsstunde in die Magie und daraus gestärkt, entgegenzutreten. Da ihr schwach seid, bleibt nur Letzteres. Librom schlägt sich auf und gewährt euch, den noch namen- und gesichtslosen Charakter, einen Blick in die magischen Künste. Hier beginnt das besondere Spielelement, das sich, wie ein roter Faden, durch Soul Sacrifice zieht. Ihr lest das Buch eines angehenden Magiers. Es ist wie ein interaktives Buch zu verstehen. Macht euch auf viel Lesestoff gefasst, der aber in eine interessante Buchbindung gefasst wurde. Alles, was ihr über diese Welt, deren Bewohner oder der vielen Magiekünste wissen wollt, ist hier niedergeschrieben. Dieses Tagebuch lässt euch, als Abwechslung zu der textlastigen Story, vergangene Kämpfe in Phantom Quests nachempfinden. Wem dieses Buch gehört, lässt sich nicht nachvollziehen. Gewidmet ist es der angehenden Bestie. So erstellt ihr euer Ebenbild mit Namen, wie es im Rollenspiel üblich ist. Die ersten sechs Kapitel behandeln den Leidensweg des Magierpraktikanten und dessen Opferbereitschaft. Begleitet wird er von Sortiara, einer Leidensgenossin. Ziel der beiden ist das Avalon Ritual, denn nur wenn dieses erfüllt ist, dann dürfen sie sich Zauberer nennen und Magie grenzenlos wirken. Wofür diese Magie dann genutzt wird, entnehmt ihr schon dem oberen Text. Alle Zauberer werden von Avalon durch Pakte beauftragt, bestimmte Ziele zu eliminieren. Die Geschichte dreht sich um den Verfasser des Tagebuches, seine Begleiter, u.a. auch Magusar selbst, und die Jagd nach Monstern. Monster? Ihr denkt das ist nicht schlimm? Ich möchte euch aufklären. In dieser Welt entstehen Monster aus anderen Zauberern, die ihrer Macht verfallen sind. Das Monster gibt diese Sucht, wie Gier, Blutdurst oder Hass nach außen hin wieder. Eure Jagd bezieht sich also auf Menschen. Gerade wenn eine Familie Zauberer beauftragt, um den eigenen Vater zur Strecke zu bringen, erkennt ihr die Trauer in diesem Auftrag. Wie schon erwähnt, diese Welt ist bösartig. Mehr möchte ich aber nicht erzählen, denn die Story ist gut geschrieben und verspricht Spannung bis zum Schluss.

Kampf

Frech ist es auch noch. Gleich beißt es ins Gras

Mein rechter Arm verlangt nach Blut

Jeder Magier bezahlt einen Preis dafür, dass er zaubern kann. Der rechte Arm ist verflucht und verlangt nach Opfergaben. Diese bekommt ihr nach erfolgreichem Beenden einer Aufgabe. Die Anzahl an Opfergaben ist riesig und jede Gabe bringt einen anderen Zauber hervor. Der Arm verwandelt sich dann in ein Schild, Schwert oder eine riesige Steinfaust. Ihr könnt euch auch Rüstungen mit bestimmten Eigenschaften zulegen oder beschwört einen Golem der ordentlich austeilt. Natürlich spielen auch die Elemente wieder eine besondere Rolle. Ein Feuergoblin ist empfindlicher gegen Eis und Stein lässt sich besser mit Gift bearbeiten. Ist eine Opfergabe der gleichen Art doppelt  in eurem Besitz, dann könnt ihr diese kombinieren und eine verbesserte Form des Zaubers hervorbringen. Auch können verschiedene Opfergaben verschmolzen werden, um eine völlig neue zu erhalten. Durch die hohe Anzahl der Gaben ist auch eine große Anzahl an Möglichkeiten vorhanden. Die Vorbereitung auf den Kampf ist deshalb wichtig, denn ihr habt eine begrenzte Anzahl an Zauber, die ihr mitnehmen dürft. Die Opfergaben verbrauchen sich mit jeder Nutzung und so solltet ihr immer ein Auge auf diese haben, denn einmal zerbrochen, könnt ihr den Zauber erst nach dem Kampf wiederherstellen. In den Arealen sind Bäume oder Statuen, die eure Opferkraft wieder etwas auffrischen. Geht also sorgsam damit um. Die Quest befindet sich immer in einem abgesteckten Bereich. Es gibt keine frei begehbare Welt. Durch das Lesen des Buches soll eine in eurem Kopf entstehen. Die Steuerung und das Gameplay erinnern stark an Capcoms Monster Hunter, nur mit einer Prise Hack´n´Slay vermischt. Sogar die störrische Kamera, die immer nachjustiert werden muss, ist mit von der Partie. Aber eine Gegner Lock on Funktion erleichtert das Geschehen etwas. Ist ein Gegner gefallen, dann steht ihr vor der Wahl, ihn zu opfern oder ihn zu retten.

Gutes

+ Gute erzählte Story mit fesselnder Atmosphäre
+ Großer Umfang

Schlechtes

- Altbackene Optik
- Nicht jeder könnte die textlastige Story mögen
- Multiplayer nicht ausgereift

7.5 Gut

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