Soul Calibur V – Review

Getestet von | 19.02.2012 um 00:00 Uhr

Der neuste Teil der erfolgreichen Beat’Em’Up-Serie von Namco Bandai ist da: Soul Calibur V. Die Serie, die schon über 15 Jahre alt ist, bringt ihren Achten Teil auf den Markt. Fast 4 Jahre nach Soul Calibur IV treten erneut Kämpfer aus den unterschiedlichsten Welten gegeneinander an. Eines der wenigen 3D-Prügler in der heutigen Spielewelt, in dem man seinen eigenen Kämpfer nach Lust und Laune gestalten kann. Wie immer gibt es auch in Soul Calibur V einen Gastauftritt, diesmal konnte der charismatische Assassine Ezio an Bord geholt werden. Hier könnt ihr mehr über den neuen Ableger erfahren und ob sich die Erwartungen an diesen erfüllt haben.

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The song remains the same

Es geht wieder um die beiden Schwerter Soul Calibur und Soul Edge. Gut gegen Böse. Die Geschichte beginnt 17 Jahre nach den Ereignissen aus dem vierten Teil mit Patrokolos und Pyrrah, den Kindern von Sophitia. Man erhält eine kleine Einführung durch das Intro und kämpft zuerst als Patrokolos Alexander. Dieser sucht nach seiner von Tira entführten Schwester Pyrrah und sehnt sich nach Rache, für die Ermordung seiner Mutter. Er arbeitet für Dumar, der ihn gegen die Verderbten aufhetzt, die wiederum Menschen ins Jenseits befördern. Schon nach den ersten Kapiteln stellt sich heraus, dass Dumar der Antagonist ist und Patrokolos nur ausgenutzt hat. Daraufhin tritt der Held dann der Gruppierung Schwarzwind bei, die ihm Hinweise auf den Verbleib seiner Schwester versichern und ihm das Soul Calibur überlassen.
Die Geschichte springt zu der Schwester Pyrrah, die von Tira zum Morden gezwungen wird und so keine reine Seele mehr besitzt. Weitere Kämpfe folgen, die Geschwister finden sich, verlieren sich wieder und nebenbei muss Patrokolos noch Soul Calibur wieder zu seiner Höchstform bringen. Der große Kampf folgt auf dem Fuß und zum Schluss gibt es ein Happy-End. Leider ist diese Art von Handlung überaus kitschig und wurde schon so oft benutzt, dass die nur knapp 2 Stunden Story eher eintönig und fad wirkt. Auch die Sprüche des Heldens und seine Posen nach dem Kampf wirken aufgesetzt und keineswegs heroisch, sodass einem Patrokolos eher auf die Nerven geht als das man Sympathien für ihn entwickelt. Dabei sind durchaus sympathische Helden und Schurken dabei, wie Pyrrah, die sich für jeden Hieb entschuldigt, oder Tira, die in ihrer Rolle, als Entführerin und Verderberin Pyrrahs, glänzt.

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Alt und Neu

Werfen wir einen Blick auf die Charaktere und ihre Steuerung. Diese ist nämlich etwas anders, da die Angriffe und Kombos nicht mit den normalen Tastennamen wie X oder R2 bezeichnet sind, sondern mit A, B, K, G. Das ist durchaus verwirrend und auch etwas nachteilig, wenn man im Kampf mal schnell nach einer netten Kombo sucht und erstmal abgleichen muss, welche Taste denn jetzt welchen Buchstaben hat. Eine bessere Lösung wäre es sicherlich gewesen, die Tastenbelegung einfach gleich nach den Symbolen auf dem Kontroller zu richten. Dafür sind die neu eingeführten Spezialangriffe kritische und kühne Klinge, die jedem Charakter zur Verfügung stehen, ein sehr gut gewähltes Element, welches den Kampf bis zur letzten Sekunde spannend lässt. Dafür braucht der Spieler aber eine ganze Menge Fingerfertigkeit, um die richtigen Tasten zur richtigen Zeit zu drücken, und muss zuvor erst mal eine Powerleiste füllen. Die Moves eines jeden Charakters sind individuell, sodass man ein bisschen Zeit mitbringen muss diese kennen zu lernen, da selbst im Trainingsmodus keine Einführung zu diesen gegeben wird. Von den Kriegern sind es 28 an der Zahl, viele alte, aber auch einige Neuzugänge, wie zum Beispiel der Werwolf Z.W.E.I. oder Viola, die Dame mit dem Zauberball, für die dann die Veteranen Sophitia, Hwang, Taki, Rock und Zasalamel ihren Platz hergeben musste. Freunde des Kampfstils von Sophitia kann man tösten, es gibt eindeutige Parallelen zu Sophitia und ihren Kindern im Kampfverhalten.

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Augen zu und durch

Die Grafik des Spiels befindet sich grundlegend auf hohem Niveau. Glaubwürdige 3D-Modelierung der Charaktere und Arenen, die stets mit vielen Details verziert sind. Leider sieht die Grafik teilweise etwas verschwommen aus, sodass der Grafik-Liebhaber hier auch mal die Stirn kraus zieht. Auch der Wechsel der Zwischensequenzen von einfachen 2D-Zeichnungen mit den Stimmen aus dem Off und guter 3D-Animationen wirkt teilweise nicht durchdacht, die Geschichte wird dadurch zwar gut dargestellt, aber mehr Animationen hätten auch nicht geschadet. Die englische Sprachausgabe wirkt eher lieblos, denn einige Charaktere hören sich gleich an, sodass besonders bei den Zwischensequenzen nicht immer deutlich wird, welcher Charakter grade das Wort hat. In den Arenen hingegen läuft immer epische Kampfmusik, die auf die jeweilige Situation angepasst ist, und einen in Heldenstimmung versetzt. Auf den Boden der Tatsachen wird der Spieler wieder geholt, wenn der Kommentator oder der eigene Charakter wieder einen der stumpfen Sprüche bringt, die zwar unglaublich heroisch klingen sollen, aber mehr den Vorgang des Gähnens beschleunigen.

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Der Fotograf und sein Model

Der wohl faszinierendste Aspekt von Soul Calibur V ist wohl das Modellieren des eigenen Charakters. Oder gleich mehrerer. Die Auswahl ist riesig, die Farbwahl noch größer. Der Körper kann an allen Stellen reguliert werden, sodass man sich die verrücktesten oder schönsten Charaktere hervorzaubern kann. Hier schrumpft die Hüfte, da wachsen die Brüste und dort drüben werden die Muskeln definiert, Haare, Kleidung und Make-Up gibt es dann in der anderen Abteilung. Leider passen sich die Kleidungsstücke nicht immer richtig an den Körperbau an, sodass ein Gürtel auch gerne mal um den Körper herumschwebt. Dafür kann man aber jedes Detail einfärben, sodass es doch zur Kampfmontur passt und man bei so kleinen Details auch mal ein Auge zudrückt. Waffen und Kampfstil können sich entweder am Stil eines anderen Kämpfers orientieren oder vom Spieler selbst reguliert werden, sodass jeder seine liebste Taktik verfolgen kann. Dann noch schnell ein Schnappschuss gemacht, bei dem man zuvor Hintergrund, Rahmen und Pose des Kämpfers bestimmt, und schon kann es losgehen mit der Prügelei.

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Zeig deine Stärke

Außerhalb des Storymodus‘ zeigt Soul Calibur seine wahre Stärke. Die Arcade-Gefechte, der schnelle Kampf, die Herausforderungen im Legendäre-Seelen-Modus und der Multiplayer. Das Prügelspiel lässt uns endlich erbitterte Kämpfe führen ohne melodramatischen Kitsch. Im Offline-Modus schlägt man sich durch den Arcademodus, ein Gegner kommt nach dem anderen, die dann auch immer stärker werden. Dafür erhält man Spielerpunkte, die zum Levelanstieg führen. Im schnellen Kampf erhält man unterschiedliche Titel für erfolgreiche Kämpfe gegen Charakteren, die frei aus dem Editor entstanden sind. Im Legendäre-Seelen-Modus möchte man hingegen gerne seine Frustration rausschreien. Dieser ist wirklich ein Bonusmodus, der es in sich hat. Ein CPU der deutlich stärker ist als der eigene Charakter und das Ziel des Kampfes ist es, möglichst lange am Leben zu bleiben. Hört sich nicht nur hart an, sondern fordert den Spieler wirklich alles ab. Wenn ein Freund mit einsteigen möchte, dann kann er das im Offline-Mehrspielermodus machen. Dort lässt sich einstellen ob man gegen einen CPU oder einen zweiten Spieler kämpfen möchte oder doch lieber einfach zwei CPUs beim Prügeln beobachtet.
Soul Calibur V lässt sich auch online genießen und so kann man entweder auf Rangliste kämpfen oder einfach so nach Mitspielern suchen für den schnellen Zeitvertreib. Die Kämpfe und Animationen sind flüssig, die Wartezeiten sind kurz, genau das was man von einem Online-Mulitplayer erwartet. Schön ist auch, dass man seinen eigens erstellten Charakter überall einsetzen kann und den Gegner mit diesem in Grund und Boden stampft. Die Kämpfe werden zudem aufgezeichnet, sodass der Spieler seinen Kampf erneut anschauen kann.

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Sieg oder Niederlage

Alles im allem ist Soul Calibur ein solides Beat’Em’Up, das Fehler aus dem vorigen Teilen ausgemerzt hat, wie ein besseres Balancing der Krieger, dafür andere Fehler verbockt, wie der miserable Storymodus. Wer keinen Wert auf die Geschichte sondern nur auf den reinen Prügelspaß legt, der wird mit Soul Calibur V sehr froh werden. Das Online-Feature ist gut gemacht, denn man kann ohne lange Wartezeiten sich an Spielern aus der ganzen Welt messen. Die unterschiedlichen Modi machen Laune auf weitere Kämpfe und durch die vielen Kampfstile wird dem Spieler auf keinen Fall langweilig. Wer über kleinere Grafikfehler hinwegsehen kann und kein Problem mit lahmen Sprüchen hat und sich lieber über epische Musik zur Kampfuntermalung freut, der sollte sich diesen Titel umgehend selbst überprüfen

Gutes

-flüssige Kampfanimationen
-große Auswahl an Modi

Schlechtes

-kaum vorhandene Story
-Texturen teilweise schwamming
-erscheint zum Teil lieblos gemacht

7.5 Gut

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